die phantasie allein
phantasie.
Arie.
Ich bin ein Wesen leichter Art,
Ein Kind mit tausend Launen,
Das Niedres mit dem Höchsten paart,
s ist wirklich zum Erstaunen.
Kurzum ich bin ein Kraft-Genie:
Sie sehn in mir die Phantasie.
(Ans Publikum.)
Wenn rauhe Wirklichkeit auch gleich
Verwundet Ihre Herzen,
So flüchten Sie sich in mein Reich,
Ich lindre Ihre Schmerzen;
Denn alles Glück, man glaubt es nie,
Am End ists doch nur Phantasie.
Im dichterischen Übermut
Durchschweb ich weite Fernen,
Ich steck die Sonne auf den Hut
Und würfle mit den Sternen;
Doch vor des Beifalls Melodie
Verbeugt sich tief die Phantasie.
(Sich tief verneigend.)
Es ist doch wahrlich eine Schande, daß die Phantasie,
die von oben stammt, als Unterhändlerin in einem
Liebesroman erscheint. Apollo selbst will dieses
Pärchen einen; denn unter uns gesagt, er ist ein eitler
Man, wie viele Dichter sind, und Hermionens Schwur,
nur einem Dichter zu gehören, hat ihn so sehr
entzückt, daß er mir befahl, ihr einen Würdigen zu
bilden, zu bilden: weil gewöhnlich die gebildetsten
Dichter die ungebildetsten Ehemänner sind. Hier
kömmt mein Kandidat, ich will ihn doch ein wenig
aufziehen.