amphio allein
amphio. Wo weilst du heute, hohe Phantasie, daß sich dein
Bild noch nicht auf blauem Äther malt und mit den
bunten Schwingen zu mir niedertaucht? So wie der
Arzt den Kranken jeden Tag besucht, so schwebst du
jeden Morgen zu mir nieder, zu heilen meinen
liebekranken Geist. Durch dich begeistert sang ich
jene Lieder, die mir das Herz der Königin errangen;
dir verdanke ich die schöne Hoffnung, an Hermionens
Hand zu herrschen über dieses Reich. Ihre Liebe
nenn ich mein, sie selbst gestand es mir. Nun will ich
meinen Rang entdecken, um heimzuführn die
königliche Braut; doch dir muß ichs vorher vertrauen,
hohe Phantasie, du hast den wilden Mut in mir
gezähmt, zum stillen Hirten mich gemacht, und nur
dein Rat soll mich bestimmen, ob ich den Schleier
ziehen darf von dieser Täuschung Bild. Doch, was seh
ich? Eine andre Sonne strahlt mir dort entgegen,
Hermione ists, die über jene Hügel eilt. Ists Freude,
ist es Angst, die ihre Schritte so beflügelt?