Einmal besichtigte sie einen Dampfer der White Star Line, der auf dem Wege
nach New York einige Stunden in Queenstown hielt, um Passagiere und die
Post des ganzen Landes aufzunehmen. Immerzu liefen Männer, mit schweren
Säcken bepackt, die schmale, stufenlose Schiffbrücke hinauf, und dachte
man, sie seien jetzt endlich zu Ende, so liefen sie schon wieder, einer
hinter dem anderen, unter ihrer Last gebückt, mit neuen Säcken einher, und
einer, ein Zwerg, war besonders geschäftig und kehrte am öftesten wieder.
Mariclée verfolgte sein Tun mit gespannter Aufmerksamkeit, man warnte sie
jedoch, daß sie nicht lange auf diesem Schiffe hospitieren dürfe, und nun
lief sie eilig wie eine Maus hinauf, hinab, nach allen Richtungen hinein
und wieder heraus, durch das Zwischendeck, die Kajüten und in die oberen
Säle. Im Rauchzimmer waren an den vier Ecken Schreibtische angeschraubt,
und Mariclée, von dem Briefpapier mit den roten Fahnen fasziniert, setzte
sich hin und schrieb ein paar Zeilen an das Exemplar. Sie fand es
unbegreiflich, daß man unsere Zeit poesielos nannte. Was konnte es
Poetischeres geben, als so ein mächtiges Schiff heranziehen zu sehen, und
all den erfinderischen Geist, den Fleiß, die angestrengte Arbeit der Vielen
zu bedenken, die es zu diesem schönen Ungetüm werden ließen, daß dies
starke Meer, selbst im wildesten Sturme ein Ding, von so schwachen Händen
gezimmert, nicht mehr bemeisterte.
»Ich stünde gerne mit Ihnen auf einem solchen Schiff.«
Ahnungslos warf Mariclée diese Zeilen hin.