Geschichte von den sieben bunten Mäusen

Vor langer, langer Zeit wohnte in Puddemin ein Bauer, der hatte eine

schöne und fromme Frau, die fleißig betete und alle Sonntage und

Festtage zur Kirche ging, auch den Armen, die vor ihre Türe kamen,

gern gab. Es war überhaupt eine freundliche und mitleidige Seele und

im ganzen Dorfe und Kirchspiele von allen Leuten geliebt. Nie hat

man ein hartes Wort von ihr gehört, noch ist ein Fluch und Schwur

oder andere Ungebühr je aus ihrem Munde gegangen. Diese Frau hatte

sieben Kinder, lauter kleine Dirnen, von welchen die älteste zwölf

und die jüngste zwei Jahr alt war: hübsche, lustige Dingelchen.

Diese gingen alle übereins gekleidet, mit bunten Röckchen und bunten

Schürzen und roten Mützchen; Schuhe aber und Strümpfe hatten sie

nicht an, denn das hätte zuviel gekostet, sondern gingen barfuß. Die

Mutter hielt sie nett und reinlich, wusch und kämmte sie morgens früh

und abends spät, wann sie aufstanden und zu Bett gingen, lehrte sie

lesen und singen und erzog sie in aller Freundlichkeit und

Gottesfurcht. Wann sie auf dem Felde was zu tun hatte oder weit

ausgehen mußte, stellte sie die älteste, welche Barbara hieß, über

die andern; diese mußte auf sie sehen, ihnen was erzählen, auch wohl

etwas vorlesen. Nun begab es sich einmal, daß ein hoher Festtag war

(ich glaube, es war der Karfreitag), da ging die Bauerfrau mit ihrem

Manne zur Kirche und sagte den Kindern, sie sollten hübsch artig sein;

der Barbara aber und den nächst älteren gab sie ein paar Lieder auf

aus dem Gesangbuche, die sie auswendig lernen sollten. So ging sie

weg. Barbara und die andern Kinder waren anfangs auch recht artig;

die älteren nahmen die Bücher und lasen, und die kleinsten saßen

still auf dem Boden und spielten. Als sie so saßen, da erblickte das

eine Kind etwas hinter dem Ofen und rief: "O seht! Seht! Was ist

das für ein schöner und weißer Beutel!" Es war aber ein Beutel mit

Nüssen und Aepfeln, den die Mutter des Morgens da hingehängt hatte

und den sie des Nachmittags einem ihrer kleinen Paten bringen wollte.

Die meisten Kinder sprangen nun alsbald auf und guckten danach, und

auch Barbara, die älteste, stand auf und guckte mit. Und die Kinder

flüsterten und sprachen dies und das über den schönen Beutel und was

wohl darin sein möchte. Und es gelüstete sie so sehr, es zu wissen,

und da riß eines den Beutel von dem Nagel, und Barbara öffnete die

Schnur, womit er zugebunden war, und es fielen Aepfel und Nüsse

heraus. Und als die Kinder die Aepfel und Nüsse auf dem Boden

hinrollen sahen, vergaßen sie alles, und daß es Festtag war, und was

die Mutter ihnen befohlen und aufgegeben hatte; sie setzten sich hin

und schmausten Aepfel und knackten Nüsse und aßen alles rein auf.

Als nun Vater und Mutter um den Mittag aus der Kirche zu Hause kamen,

sah die Mutter die Nußschalen auf dem Boden liegen, und sie schaute

nach dem Beutel und fand ihn nicht. Da erzürnte sie sich und ward

böse zum ersten Male in ihrem Leben und schalt die Kinder sehr und

rief: "Der Blitz! Ich wollte, daß ihr Mausemärten alle zu Mäusen

würdet!" Der Schwur war aber eine große Sünde, besonders weil es ein

so heiliger und hoher Festtag war; sonst hätte Gott es der Bäuerin

wohl vergeben, weil sie doch so fromm und gottesfürchtig war. Kaum

hatte die Frau das schlimme Wort aus ihrem Munde gehen lassen, so

waren alle die sieben niedlichen Kinderchen weg, als hätte sie ein

Wind weggeblasen, und sieben bunte Mäuse liefen in der Stube herum

mit roten Köpfchen, wie die Röcke und Mützen der Kinder gewesen waren.

Und Vater und Mutter erschraken so sehr, daß sie hätten zu Stein

werden mögen. Da kam der Knecht herein und öffnete die Türe, und die

sieben bunten Mäuse liefen alle zugleich hinaus und über die Flur auf

den Hof hin; sie liefen aber sehr geschwind. Und als die Frau das

sah, konnte sie sich nicht halten, denn es war ihr im Herzen, als

wären die Mäuse ihre Kinder gewesen; und sie stürzte sich aus der

Türe hinaus und mußte den Mäusen nachlaufen.

Die sieben bunten Mäuse aber liefen den Weg entlang aus dem Dorfe

heraus, immer sporenstreichs; und so liefen sie über das Puddeminer

Feld und das Günzer Feld und das Schoritzer Feld und durch die Krewe

und die Dumsevitzer Koppel. Und die Mutter lief ihnen außer Atem

nach und konnte weder schreien noch weinen und wußte nicht mehr, was

sie tat. So liefen die Mäuse über das Dumsevitzer Feld hin und in

einen kleinen Busch hinein, wo einige hohe Eichen standen und in der

Mitte ein spiegelhellen Teich war. Und der Busch steht noch da mit

seinen Eichen und heißt der Mäusewinkel. Und als sie in den Busch

kamen und an den Teich im Busche, da standen sie alle sieben still

und guckten sich um, und die Bauerfrau stand dicht bei ihnen. Es war

aber, als wenn sie ihr Adje sagen wollten. Denn als sie die Frau so

ein Weilchen angeguckt hatten, plump! und alle sieben sprangen

zugleich ins Wasser und schwammen nicht, sondern gingen gleich unter

in der Tiefe. Es war aber der helle Mittag, als dies geschah. Und

die Mutter blieb stehen, wo sie stand, und rührte keine Hand und

keinen Fuß mehr, sie war auch kein Mensch mehr. Sie ward stracks zu

einem Stein, und der Stein liegt noch da, wo sie stand und die

Mäuslein verschwinden sah; und das ist dieser große runde Stein, an

welchem wir sitzen. Und nun höre mal, was nach diesem geschehen ist

und noch alle Nacht geschieht! Glocke zwölf, wann alles schläft und

still ist und die Geister rundwandeln, da kommen die sieben bunten

Mäuse aus dem Wasser heraus und tanzen eine ganze ausgeschlagene

Stunde, bis es eins schlägt, um den Stein herum. Und sie sagen, dann

klingt der Stein, als wenn er sprechen könnte. Und das ist die

einzige Zeit, wo die Kinder und die Mutter sich verstehen können und

voneinander wissen; die übrige Zeit sind sie wie tot. Dann singen

die Mäuse einen Gesang, den ich dir sagen will, und der bedeutet ihre

Veränderung, oder daß sie wieder in Menschen verwandelt werden können.

Und dies ist der Gesang:

Herut! herut!

Du junge Brut!

Din Brüdegam schall kamen;

Se hebben di

Doch gar to früh

Din junges Leben namen.

Sitt de recht up'n Steen,

Wat he Flesch un Been,

Und wi gan mit dem Kranze:

Säven Junggesell'n

Uns führen schäl'n

Juchhe! to'm Hochtidsdanze.

Und nun will ich dir sagen von dem Gesange, was er bedeutet. Die

Mäuse tanzen nun wohl schon tausend Jahre und länger um den Stein,

wann es die Mitternacht ist, und der Stein liegt ebensolange. Es

geht aber die Sage, daß sie einmal wieder verwandelt werden sollen,

und das kann durch Gottes Gnade nur auf folgende Weise geschehen:

Es muß eine Frau sein gerade so alt, als die Bäuerin war, da sie aus

der Kirche kam, und diese muß sieben Söhne haben gerade so alt, als

die sieben kleinen Mädchen waren. Sind sie eine Minute älter oder

jünger, so geht es nicht mehr. Diese Frau muß an einem Karfreitage

gerade um die Mittagszeit, als die Frau zu Stein ward, mit ihren

sieben Söhnen in den Busch kommen und sich auf den Stein setzen. Und

wenn sie sich auf den Stein setzt, so wird der Stein lebendig und

wird wieder in einen Menschen verwandelt, und dann steht die

Bauerfrau wieder da, leibhaftig und in eben den Kleidern, die sie

getragen, als sie den Mäusen nachgelaufen zu diesem Mausewinkel. Und

die sieben bunten Mäuse werden wieder zu sieben kleinen Mädchen in

bunten Röcken und mit roten Mützen auf dem Kopf. Und jedes kleine

Mädchen geht zu dem kleinen Knaben hin, der sein Alter hat, und sie

werden Braut und Bräutigam. Und wann sie groß werden, so halten sie

Hochzeit an einem Tage und tanzen ihre Kränze ab. Und es sollen die

schönsten Jungfrauen werden auf der ganzen Insel, sagen die Leute,

und auch die glücklichsten und reichsten, denn alle diese Güter und

Höfe hier umher sollen ihnen gehören. Aber ach, du lieber Gott, wann

werden sie verwandelt werden?

Halt den Mittelweg!

Ihr habt wohl zuweilen von dem Wode gehört, dem wilden Jäger, der des

Nachts durch Wald und Feld streunt und ruft Hallo! Hoho! Halt den

Mittelweg! halt den Mittelweg! Dieser war vormals vor langen langen

Zeiten ein großer Fürst im Sachsenlande, der viele Burgen und

Schlösser und Dörfer und Forsten hatte. Er liebte von allen Dingen

in der Welt am meisten die Jagd und lebte mehr in den wilden Wäldern,

als auf seinen Schlössern und war überhaupt eines jähen und wüthigen

Gemüthes und ein rechter Zwingherr. Dieser Fürst hat, als er noch

lebte, das begangen, was einem keiner glauben will und was jeder für

eine Fabel erklärt aus der allerältesten und allergrausendsten

Heidenzeit. Ein Hirtenknabe hatte in seinem Walde einen jungen Baum

abgeschält und sich aus der abgeschälten Rinde eine Schalmei gemacht.

Diesem armen unschuldigen Knaben hat der Unhold den Leib

aufgeschnitten und das Ende des Gedärms um einen Baum gebunden, und

nun hat er den Knaben solange um den Baum treiben lassen, bis das

Gedärm aus dem Leibe gewunden und der Knabe todt hingefallen war, und

dazu hat er gerufen: Das ist die Schalmei, worauf du blasen sollst;

das hast du für dein Pfeifen. Einen Bauer, der auf einen Hirsch

schoß, der ihm sein Korn abweidete, hat er ohne alle Barmherzigkeit

lebendig auf den Hirsch festschmieden und das wilde Thier so mit ihm

in den Wald laufen lassen. Da ist das geängstete Thier mit dem armen

Mann so lange gelaufen und hat ihm Leib und Haupt und Schenkel an den

Bäumen und Sträuchen so lange jämmerlich zerquetscht und zerrissen,

bis zuerst der Bauer todt war, dann auch der Hirsch hinstürzte. Für

solch greuliche Thaten hat der ungeheure Mann endlich auch seinen

verdienten Lohn bekommen. Er hat sich auf der Jagd mit seinem Pferde

den Hals gebrochen, welches durchgegangen und so gewaltig gegen eine

Buche gerannt ist, daß es den Augenblick todt hinfiel, dem Reiter

aber an dem Baum das Gehirn in tausend Stücke zerstob. Und das ist

nun seine Strafe nach dem Tode, daß er auch noch im Grabe keine Ruhe

hat sondern die ganze Nacht umherschweifen und wie ein wildes

Ungeheuer jagen muß. Dies geschieht jede Nacht Winter und Sommer von

Mitternacht bis eine Stunde vor Sonnenaufgang, und dann hören die

Leute ihn oft Wod! Wod! Hoho! Hallo! Hallo! schreien; sein

gewöhnlicher Ruf ist aber Wod! Wod! und davon wird er selbst an

manchen Orten der Wode genannt.

Der Wode sieht fürchterlich aus und fürchterlich ist auch sein Aufzug

und sein Gefolg. Sein Pferd ist ein schneeweißer Schimmel oder ein

feuerflammiges Roß, aus dessen brausenden Nüstern Funken sprühen.

Darauf sitzt er, ein langer hagerer Mann in eiserner Rüstung, Zorn

und Grimm funkeln seine Augen und Feuer fliegt aus seinem Angesicht;

sein Leib ist vorübergebeugt, weil es immer im hallenden sausenden

Galopp geht; seine Rechte schwingt eine lange Peitsche, mit welcher

er knallt und sein Wild aufjagt oder auch auf das verfolgte hauet.

Wüthende Hunde ohne Zahl umschwärmen ihn und machen ein

fürchterliches Getose und Geheul; er aber ruft von Zeit zu Zeit drein

Wod! Wod! Hallo! Hallo! Halt den Mittelweg! Halt den Mittelweg!

Seine Fahrt geht meistens durch wilde Wälder und öde Haiden und in

der Mitte der ordentlichen Straßen und Wege darf er nicht reiten.

Trifft er zufällig auf einen Kreuzweg, so stürzt er mit Pferd und

Mann und Maus fürchterlich über Kopf und rafft sich weit jenseits

erst wieder auf; doch auch die, welche er jagt, dürfen diesem

Kreuzwege nicht zu nah kommen.

Und was für Wildpret jagt er? Unter den Thieren alles diebische und

räuberische Gesindel, welches zur Nachtzeit auf Mord und Beute

schleicht, Wölfe, Füchse, Lüchse, Katzen, Marder, Iltisse, Ratten,

Mäuse und von den Menschen Mörder, Diebe, Räuber, Hexen und

Hexenmeister und alles, was von dunklen und nächtlichen Künsten lebt.

So muß dieser Bösewicht, der im Leben so viel Unglück anrichtete, es

gewissermaaßen im Tode wieder gutmachen. Er hält, was die Leute

sagen, die Straße rein; denn wehe dem, welchen er bei nächtlicher

Weile auf verbotenen Schleichwegen oder im Felde und Walde antrifft,

und der nicht ein gutes Gewissen hat! Wie mancher muß wohl zittern,

wenn er sein Hoho! Hallo! Halt den Mittelweg! Halt den Mittelweg!

hört! Denn gewöhnlich jagt er, was er vor seine Peitsche kriegt, so

lange, bis es die Zunge aus dem Halse streckt und todt hinfällt. Am

strengsten ist der wilde Jäger gegen die Hexen und Hexenmeister;

diesen ist der Tod das gewisseste, wenn er sie einmal in seiner Jagd

hat, wenn sie nicht etwa eine Alfranke oder eine Hexenschlinge finden,

wo sie durchschlüpfen mögen, denn dann sind sie für das Mal frei.

Alfranke ist ein kleiner Strauch, der im Walde steht und im ersten

Frühlinge grünt und sich gern um andere Bäume schlingt und rankt und

dabei oft eine Schlinge mit einer Öffnung macht, wodurch etwas

schlüpfen kann. Eben so wachsen einzelne Zweige von Bäumen oft so

wundersam zusammen, daß sie ein rundes Loch einer Schlinge gleich

bilden, oft weit genug, daß ein Ochs durchschlüpfen könnte; wie viel

leichter ein Mensch! Das nennt man eine Hexenschlinge oder einen

Hexenschlupf; denn wann sie in der Noth ein solches treffen und

dadurch wischen, darf niemand sie anrühren.

Ick bün de Ridder Unvörzagt und sla der Säwen mit eenem Slag.

Meister Hans Scharpsteker in Soltwedel vam Amt der Snider un Schröder

lewde mennigen Dag mit siner Fru in eener kinderlosen Eh, un was sehr

bedröwt datt sin Geslecht utgahn schull, un plag to seggen: Dat ward

de Stadt föhlen, wenn de Name Scharpsteker ehr fehlt; denn solang se

denken kann un Eva in den vörbadenen Appel bet, datt de Minschen ehre

Sünd bekleden müßten, hebben Scharpstekers då im Amt der Kledermakers

seten. Scharpsteker äwerst nömde de Sniders nümmer anners as

Kledermakers. Endlich as de Kopp all anfung em to grisen, sede sine

Fru eenmal to em: Klas, ick weet, wat du nich weetst, un lachte dåto.

Un he sede: wat schull dat woll Grotes wesen? Un se strakte en

fründlich üm den Bårt un sprack: Dat süht so ut, as wenn Gott dat

urolde Geslecht der Scharpsteker nich will utstarven laten, denn sit

een paar Weken geiht wat in mi vör, wat woll mal mit twee Beenen up

der Erd herümspazieren ward. Un de olde Scharpsteker, as he ditt

vörnam, wurd äwer de Maten froh un danzte up sinen twee dünnen

Sniderstaketen herüm, as hedde de Zegenbuck Hochtid holden. Darup

ging he un slog de Bibel up un sach in sinem Kalender nah; un as he

dat dhan hedd, hüppte he idel lustig äwer Disch un Bänke, so datt

sine Snidersche sede: Wat Wäder! wat is't mit di, Mann? büst du noch

richtig? am End wast du geck un breckst Hals un Been, ehr de junge

Scharpsteker då is. Äwerst dat Sniderken let sick nich stüren, un

sprung frisch un juchte un joste, datt de Lüd up der Straat vör'm

Finster still stunden un meenden, et were een lustig Gastgebot bi

Meister Klas. Un as em de Athem knapp wurd, settede he sick bi sinem

Schatz un nam se up de Knee, un reep: Juchhe! Juchhe! an't Licht

herut mit di, min Held! Juchhe! un abermal Juchhe! dat ward een

rechter Scharpsteker warden, een Held mit der Natel un mit dem Degen,

un he ward unsern Namen grot maken. Denn nüe Kleeder hew ick up dem

Sünnenupgang grepen, un in der Bibel, wo ick dat Loos frog, bleef min

Finger up dem Versch stahn im tweeten Book Samuels im ersten Kapitel,

wo dat ludet: Der Bogen Jonathans hat nie gefehlet und das Schwerdt

Saul ist nie leer wiederkommen vom Blute der Erschlagenen und vom

Fette der Helden. Un wenn ick alles tosamlegge, wat mi in dissen

letztvörledenen Weken drömt hett un wo veele Nateln ick terbraken hew

un wo veele snurrige Gedanken äwer unser Stadtregiment mi dör den

Kopp flagen un schaten sünt, so düdet dat ook up sonne Ding, wovan de

bibelsche Versch spreckt. Un, Fru, nu segg du, wo is di egentlich to

Mod? denn in di mütt sick't am lebendigsten wiesen; dine Gedanken

sünt gewiß nicks as Degen un Speete un dine Dröm idel Siege un

Slachten? O wat! sede se, gah mi weg mit dinen Herrlichkeiten! mi is

sehr slimm to Mod un ick lide veel an dullen Gelüsten. Nimm di man

in Acht, Mann, datt mi de Lust nich ankümmt, di in der Pann to braden

un uptofreten; denn denk mal: gistern hedd ick recht swår mi to

holden, datt ick unsern schönen witten Hushahn, de de Zier vam Markt

is, nich bi'm Kopp nam un en slachtede un brot; denn ick was up

Hahnenflesch mit Lüsten, un as he vör mi up den Gårdentun flog un mit

den Flüchten slog un so lustig kraihde, dacht ick mordlustig in mi:

leg de doch braden in der Schöttel! As de Snider ditt vörnam, fung

he sinen drüdden Danz an, ret sick de Slapmütz vam Kopp, swung se in

der Luft üm un smet se in de Hög, un reep: Juchhe! un abermal Juchhe!

hebben wi di, junger Held Scharpsteker? hebben wi di, min Dörflinger

un Stalhanschen, un wo alle Grewen un Feldmarschälle heten mägen, de

bi der Snidernatel dat Isen führen lehrt hebben? Ja, de Hahn is een

modig fürig un ridderlich Veh, un dårüm will dat Heldenkind

Hahnenflesch äten. Juch! Juch! Sniderglück! Dat ward wiß mal een

General un Börgermeister, de mit der Stadtfahn in't Feld tüht un

Törken un Franzosen dat Hasenpanier in de Hand gift.--Juchhe! frisch

drup, min Küken! frisch drin, min junger Löwe!

So tierde sick de olde Meister. As sine Fru em äwerst mal sede: Se

hedde den Morgen een Gelüst hett, datt se Plettisen un Bägelisen,

wenn se se hedd biten künnt, gern vörslungen hedd, då müßten des

Sniders Rehbeenen höger hüppen un springen, as je vörher, un he reep

as geck un unsinnig: Hew ick't nich seggt? Hew ick't nich seggt?

alle ward he in de Flucht slan, keen Törk un Taterkhan ward vör em

utholden. Un he kunn sine Froid unmöglich bi sick beholden, un leep

ut in de Stadt un vörtellde allen Nawers, wat för een Held ut em

entspringen schull: ja, een Simson mit dem Eselskinnbacken, sede he,

een Gideon, een König David, een Judas Maccabäus, een rechter

Isenbreker un Isenfreter. Nehmt juwe Jongens vör em in Acht, Nawers,

wenn he då is; dat rad ick ju: denn wenn he bös ward, is keen Utkamen

mit em, ick kenn dat scharpstekersche Blood.

De Nawers äwerst lachten äwer den olden Narren un seden: De Snider is

een Dreihkopp worden.

As de junge Scharpsteker geburen wurd--denn een Jung was he--sach de

Olde up sinem Kopp dat Hütken, dat veelen Lüden bi eenem ankamenden

Kinde een Glücksteken dücht, un reep: Seh! då hebben wi't jo, känen

uns den Helden mit Händen gripen--seh! seh! Wif! un froi di! då!

seht de Siegshuw un Glückshuw lifhaftig! un wat hett de Schelm vör

een paar Oogen im Kopp! funkelt nich Für un Blitz drin? o wåhrhaftig

de ward Karthauen un Kanonen unvörseerd in't Gesicht sehn.

So kam de junge Scharpsteker tor Welt, un kreg de Namen Hans Niklas.

He wurd äwerst nich anners as Hans Isenfreter nömd. Denn des olden

Sniders Snack was bi den Lüden hängen blewen, un de junge Hans müßt

dat entgelden. Hans was een smucker un flinker Jung un hedd würklich

een paar grelle un blitzige blage Oogen im Kopp, un wuß to eenem

slanken un zierlichen Snidergesellen up. Denn allmälig hedd sin

Vader de groten Gedanken vörgäten, un sede: Sniders sünt ook Lüde.

He let sinen Hans äwerst jümmer sehr nett un alamodisch in Kledern

gahn, denn he was een vörmägender Mann un hedd man dat eenzige Kind.

Vör allen Dingen äwerst trachtede he dårnah, datt Hans een

geschickter un sneller Dänzer wurd un sinen Hot mit Manier afnehmen

un sinen Bückling mit Anstand maken kunn. Denn he sede: Unsereens

mütt veel mit vörnehmen Lüden ümgahn un to Grewen un Generals un

Prinzen goden Morgen seggen; een Snider schull alltid as de Kinder

der Vörnehmen ertagen warden; ick hew woll sehn, datt man mit lichtem

un behendem Foot in der Welt uptreden mütt, denn je swårer man uptret,

desto harder stött man an, un gewiß is't een gewaltig Wurd, dat Wurd:

Kleder un Snider maken Lüde.

Hans Scharpsteker was negentein Jåhr old un würklich een hübscher

junger Snidergesell mit roden Backen un hellen smachtigen Oogen. Up

allen Börgerhochtiden hedd he den Vördanz, speelde ook een beten up

der Cither, un sung de schönsten Arien; so datt de jungen Fruen un

Jumfern en man den schönen jungen Snider nömden, olde ernsthafte Lüd

äwerst koppschüddelten un seden: he is een Geck as sin Vader, een

upgeblasener Narr.

Nu begaff sick etwas, dat den jungen Snider in de Welt dref; un he

schull nu vörsöken un pröwen, wat de Siegerhuw em bedüd't hedd. In

Soltwedel was een grot Vagelscheten, un de olde Klas Scharpsteker

schot dat beste Stück van dem Vagel herunner un wurd Schützenköning.

In der Stadt lewde een older vörsapener Poet un gewesener

Scholmeister, de alle wichtigen Begebenheiten der Stadt un Doodsfälle

un Hochtiden in groten Familien to besingen plag, de dichtete nu ook

up den Köning Klas een langes Gedicht, dat fung mit dissem Versch an:

O Klas! du kühner Klas! de Natelspitz un Degen

Un Fürruhr Flint un Büss geschickt weet to bewegen,

Wat büst du för een Held! wo spelst du mit Geschütz!

Gewiß, du Snider stohlst vam Himmel mal den Blitz!

Dit Gedicht sach woll ut as een Lofgesang, was äwerst heel anners

meent un spelde vörblömt up veele scharpstekerische Pral- un

Narren-Reden an, un makte veel Gelach un Gerede in der Stadt. Een

Schalk, de sick äwer Meister Scharpsteker erlustigen wull, hedd et bi

dem Poeten bestellt un em een paar Daler dåvör gewen.

Nu satt unser Hans Niklas mit veelen siner Kamraten mal in eenem

Bierhuse, un då seten ook een paar Schohknechte, un de fungen an äwer

dat Königsgedicht un äwer de Sniders to spotten un nömden se nich

anners as de Herren Natelspitzen. As de jungen Sniders dat hürden,

wullen se weggahn; äwerst eener van en stödd Hansen an un sede: Hans,

lied dat nich un giff dem vörwegnen Schohmaker eens! Un Hans fatede

sick een Hart, sprung up, un slog dem eenen Schoster achter de Ohren,

datt se een helles Klinglikling sungen. De beeden Schosters wullen

nu mit ehren harden Pickfüsten ook utlangen, äwerst de Sniders hedden

to flinke Beenen, un weren wips as de Wind ut der Stuwe.

Disse Hansische Ohrfieg gaff eenen groten Uplop un Upruhr in der

Stadt un de Schosters un Schohknechte dheeden sick tosam un drauden

alle Sniders as de Flegen un Müggen dood to slan, wenn de sick vör en

blicken leten. Un don fuhr eene grote Angst in de armen Kledermakers;

denn wo schullen ehre finen Händekens dat woll mit den knotigen un

knorrigen Füsten der Schohknechte upnehmen? In disser groten Noth

funden se keenen annern Rath, as datt Hans Scharpsteker dat Feld

rühmen un as de Sündenbuck för alle in de wiede Welt henin jagt

warden schull. Un de olde Klas roth sülwst dåto. Un sine Moder

snürde em unner dusend Thranen sin Bündel un sin Vader bröcht en des

Nachts, as alle Schosters slepen, heemlich ut dem Dure un sede em:

Holl di frisch, min dapprer Jong! un lat di dat erste halwe Jåhr nich

merken, datt du een Snider büst; denn de Schelms, de Schohknechte,

künnen di nahspören. Un hier hest du, wovan du unnerdessen lewen

kannst--un he drückte em föftig Daler in de Hand. Un de beiden seden

eenanner Adje.

Un Hans ging mit sinen föftig Dalers ganz lustig in de Welt henin un

lewde de ersten Weken går vörgnögt un wanderde dör veele dütsche

Länder un Städer un danzte mit mennigen hübschen Jumfern; un dat

Wanderlewen geföll em woll. Äwerst he hedd nich an sines Vaders

halwes Jåhr dacht, un nah säwen Weken was sine Tasch leddig. As em

nu de letzte Daler ut dem Büdel sprung, was he grad in eener Stadt in

der Slesie, de Öls het. Då was to der Tid eene Bande Kumödijanten

van der Årt de van Stadt to Stadt un van Flecken to Flecken herümtehn

un unnerwielen woll in Schünen un Schaapställen spelen. Un Hans

dachte in siner Noth: jung un flink büst du noch, to kleden

vörsteihst du die ook, un noch hest du schöne nüe Kleder, un de

Beenen mit Manier hen un her to slenkern un eenen bunten Danz

uptoführen un eene fine Aria to singen un up der Cither dåto to

klimpern--o dat's di man een Spaß; un in eener Stadt as disse künnst

du en woll een Ballet vördanzen. Un so nam he sick eenen Mod un ging

to dem Hauptmann äwer de Kumödijanten un sede: ick will ook

Kumödijant warden. Un se nehmen en mit Froiden an, denn he was

schier un hübsch, so as se keenen mank sick hedden.

Un Hans nam sick in sinem nüen Handwerk binnen weinig Weken so up,

datt he Könige un Prinzen un vörnehme Vörleewde un towielen ook Düwel

un Gespenster un annere sonne uterordentliche Meister un Helden

spelde un datt alle Kumödijantinnen sick in den schönen Scharpsteker

vörleewden. Äwerst dit swinne Glück wurd sin Unglück. Denn een

van sinen Kamraten, to siner Tid een Student un een rechter Raufbold,

kreg de Swartsucht, as he Hansen dem Wiwervolk so in dem Schot sitten

sach, un sprack em eenen Awend nah der Kumödi, as se bi'm Win seten,

also hart to: Hans Wippstart, de du alles Trittvägelholt beflügst,

morgen, wenn de Dag gragt, müßt du't mit mi up den Säbel vörsöken,

den du hüt as Kaiser Artaxerxes so vörwägen swengt hest; willen mal

sehn, ob ick diner Königin Esther een paar Thranen utlocken kann.

Disse Rede düchte unserm Hans tor Untid spraken, un he bedacht sick

nich lang, nam eenen van den blanken Röcken, worin he Könige un

Helden to spelen plag, un sine Cither un sinen Stock, un so mit recht

flinken Schreden ut dem Dur herut, eh dat Morgenroth noch ut dem

Osten blenkerde. Denn em was jümmer, as hürde he üm de Ohren Säbel

swirren un Pistolen knallen. He ging äwerst den Weg up Polen to.

Wat schull he nu anfangen? Snidern? ja Snidern? Dat kam em nu veel

to gemeen vör, nachdem he so oft Kaiser un Köning west was un de

schönsten verleewden Prinzessinnen üm sinen Hals hedd bummeln föhlt.

He nam denn sine Cither un sung dåto, un so wanderde he dör't Land.

Äwerst de Polacken, bi den keen Spill äwer den Dudelsack geiht,

makten nich veel Wesens van em, un he müßt oft mit reisenden

Handwerksburschen ut eener Schöttel eten un in slichten un luftigen

Judenkrögen slapen, un all de Dröm van Herrlichkeit un Glück, de sin

Vader in siner Jugend van em drömt hedd, un wat em sülwst up dem

Theatrium oft dör den Kopp schaten was, müßt in Polen wedder utflegen

un sick up den kahlen un kolden Wintertwig setten.

So was unser Hans bet in Litthauen kamen un satt in eenem Judenhuse

in eenem Städtken een paar Mil van Grodno un att eenen slichten

Knublokspannkoken un kauede sin Stück drög Brod dåto, un em föllen de

olden Soltwedler Tiden wedder in, as he bi sinem Vader in Hüll un

Füll satt, un he dacht ook wedder an Öls und wat een grot Mann he då

west was, un wo de wilde Student, de em de Wiwer misgünnde, en van då

mit Sabel un Pistolen wegdraut hedd. Un he nam sine Cither un spelde

nicks as trurige Stückschen. Un et föll een gewaltiger Regen, so

datt he inregnede un drei Dag då sitten bliwen müßt. Do rührde he ut

Langerwiele unner den Bökern, de up dem Kannbrede in der Judenstuw

legen, un fund toletzt een old Ridderbook, worin veele wundersame un

äwenthürliche Geschichten un Leuschen to lesen weren. Un in dissem

Book las he ook de Geschicht van den säwen jungen Schosters, de säwen

schöne un rike Fräulen friet hedden un worut säwen Eddellüde up

groten prächtigen Slotten worden weren. Un Hans müßt, as he ditt las,

lud uplachen, un sede bi sick: Wat Düwell säwen Schosters? un du

büst een Snider, un din Vader sede, du schust een Dörflinger warden,

un kannst dat nich mal? Un in dem slog he mit der Hand up den Disch,

un trug up eene Stell, wo wat Meth vörspillt was un sick een Hupen

Flegen henset't hedd, un säwen Flegen legen van siner Hand as Liken

hengestreckt. Un he froide sick äwer den Slag, un müßt noch mehr

lachen, un reep ut: Wat der Düker! un ook Säwen! Un he sach de

Dooden, de vör em legen, lang an, un em föll mancherlei dåbi in un

fludderde em as Fleddermüse dör den Kopp hen un her.

Un de Nacht dårup drömde em allerlei wunderlich Tüg van groten Dingen

un Aventüren un van Königsdänzen un Ridderspill, de bunten un

prächtigen Bilder van dem Theatrium in Öls; un he föll in deepe

Gedanken, un in dissen Gedanken un Nahgedanken satt he denn den

ganzen Morgen un heelen Dag, un sede toletzt: In disser korten Welt

is doch alles man Spill; heddst du man Kleder un Wapen un eenen

polschen Hingst tüschen den Beenen, du wust di ook woll tom Eddelmann

updenen. Un he fung tor Stund an, un ging in de Stadt un köffte sick

för vier Groschen dickes Packpapier un fineres buntes, un klisterde

dat tosam un klewde nüdliche Bildekens dårup, un snet alles sauber un

nett ut--un so wurd een Schild fardig, nich veel slichter, as de he

up dem Theatrium in Öls oft up dem Arm dragen hedd. Un midden up dem

Schild malde he säwen Flegen un eene utgestreckte Hand, de nah den

Flegen slog, un därunner schref he de stolten Würde: Ick bin de

Ridder Unvörzagt un sla der Säwen mit eenem Slag.

As de vierde Morgen anbrack, was't een wunderschön Wäder, un Hans

ging mit frischer Hoffnung der Sünn entgegen un drog sinen Schild

up'm Arm un an der linken Lend wippelde em een lütter Stichdegen, den

em de Jud vör sin schönes Citherspill verehrt hedd; un wo hell em't

ook in sinen Ingeweiden klung un sung un mit der magern Hungerklock

lüdede, sin Hart ging em frisch in der Borst, un em was, as wenn he

all eenen bunten Vagel van eener Fräulen bi den Flüchten hedd. So

ging he lustig up de Stadt Grodno to, wovan de Thörm em

entgegenblenkerden, un kam gegen Middag an, un wiel dat een sehr

heter Sommerdag was, smet he sick in dem Diergården nich wiet vam

Slott unner eenem grönen Boom int Gras, un snorkte bald so sorgenlos,

as wenn de ganze Welt sin were. Hier in Grodno stund äwerst eene

wunderliche Geschicht, un de mütt ick nu vörtellen:

In der Stadt Grodno wahnde een mächtiger un gewaltiger Hertog van

Litthauen, de hedd een grotes Land bet an den Gränzen van den Törken

un Muschwiters; äwerst nu was de Herr nich mehr mächtig un sieghaft,

un dåran was een gräulich Undeerd schuld. Ditt Undeerd was een

wilder Bier, een duller Isenbreker van so vörfeerlicher Gröte un

Gewalt, datt keene Kugel en dör dat Fell båhren kunn un datt de

modigsten Kämper vör sinen Hauwers un glönigen Oogen dat nich

utholden kunnen. Un mennig god Jåhr hedd de Bier im Land herümrast

un veele dusend Ossen un Perde un Minschen slagen un ümbröcht, un

toletzt was he ook nah Grodno kamen un hedd in den groten Wold eene

halwe Mil van der Stadt sin Lager upslan; ja unnertiden kam he woll

dicht unner dat Slott un terwöhlde dem Hertog vör siner Näs de

Bloomenbedden. Un dat kunn em nüms wehren, denn keen Jäger un Hund

trauede sick mehr an en heran; denn he was sneller as een Hirsch,

kunn dör de deepsten Seen swemmen un up Glattis lopen as up'm struwen

Weg un äwer alle Tün un Muren as een Vagel setten. Kortüm mit dissem

Bier was et eene Sak, datt alle Lüde glöwden, et ginge nich mit

rechten Dingen to un he were mehr, as wonah he utsach. Veele dusend

Jagden weren nu een tein Jåhr her up en anstellt, veele hundertdusend

Kugeln up en afschaten, veele dusend Hunde hedd he terreten, un wo

veelen wackern Jägers hedd he de Darmen ut dem Liwe haut! He blef

äwerst, de he was, de unvörwundliche un unbedwingliche Bier. Dat

gewaltige Deerd was nu Nawer van dem Hertog worden un höll en in

sinem Slott as gefangen. Denn de Eber ströpte in allen Büschen un up

allen Wegen üm dat Slott herüm, un dat was besünderlich an em, datt

he arme Lüde un Bedellüde un Buren ruhig ehre Strat gahn let, äwerst

wat blanke Kleeder un Wapen drog un to Perde satt un in Kutschen

fuhr--dat was sin Fiend un då stört'te he sick mit Wuth drup. Ja so

wiet was dat kamen, datt de Bier mächtiger was as de Hertog, un wenn

sick't schickte, kunn man woll seggen: de Bier was de Herr im Lande

un nich de Hertog. Denn wer am meisten kann un vör wem alle sick

früchten mütten, de is de Herr. Wat hedd de arme Hertog nich all

dhan dat Undeerd los to warden! wo veel Gold un Sülwer, Städer un

Slötte hedd he utbaden, wenn eener den Bier slan künn! Ja he hedd

vörspraken de Bierhut mit Demanten uptowägen, wenn eener se em

bringen kunn; äwerst då kam keen Döder un Bringer. Toletzt in siner

groten Noth hedd he sine Dochter utbaden, sin eenzig Kind un de

schönste Prinzessin im ganzen Abendland, datt wer keme un den Bier

dalslöge, de schull ehr Brüdegam heten un nah sinem Doode Prinz un

Hertog warden. Un mennig schön Prinz Grewe un Riddersmann hedd dat

wagt mit dem Bier üm de schöne Prinzessin un jämmerlich sin Lewen

laten müßt. Endlich äwerst wurd dat Gerücht van dem litthauschen

Eber to mächtig in allen Ländern un nüms let sick up dem Kampplatz

sehn.

In dem schönen Slott satt nu de arme Hertog as een Gefangnen mit

siner Prinzessin un mit sinen Hoffherren, Kammerjunkern un

Jagdjunkern all in dat drüdde Jåhr, un se lewden een langwieliges un

trostloses Lewen un fungen Flegen un Müggen un äten Gapeier, un

wüßten nich, wat se mit der schönen Tid anfangen schullen. Denn nüms

wagde sick äwer föftig Schritt ut dem Slott herut, un ehr se utgingen,

müßten veele hundert Buschklopper herümströpen un up allen Stegen un

Wegen tosehn, ob ook van dem Bier eene Spur were. As nu unser bunter

Ridder Unvörzagt unner dem Boom lag un går söt sleep un snorkte, keek

een Kammerherr ut dem Finster un reep: O Wunder äwer Wunder! wat seh

ick! Då liggt eener unner eenem Boom im Slottgården un schient een

Riddersmann to wesen; denn een Schild liggt bi em. Dat mütt

wåhrhaftig een gewaltiger Mann wesen, de sick unnersteiht då to

slapen. Un de Hertog leep nu ook an't Finster, un de Prinzessin un

alle Hofflüd kemen un keeken ut; un de eene sede ditt de annere dat,

all äwerst meenden, dat müßt woll wat Seltsames un Uterordentliches

sin. De Prinzessin äwerst wurd fürroth vör Froiden, denn se were

gern ut dem Gefängniß herut west un hedd ook gern eenen Mann hett.

Un de Hertog sede: Wi willen henschicken un den Ridder to uns laden;

kann sin, datt Gott uns van Ungeschicht ut dissem langen un harden

Drangsal erlösen will. Un he schickte drei van sinen vornehmsten

Herren, den Ridder in dat Slott intobidden, datt he keme un bi dem

Hertog sin Quartier nehme.

Un de Baden sleken sick lisign lisign in den Gården as de Müse,

stünden oft still un keeken sick bang üm, as Duwen to dhon plegen,

wenn de Kraih in der Luft schreit un den Hawk anmeldt. Denn se

dachten jümmer an den hauenden Fiend. Un bald kemen se an den Boom,

wo unser Hans im Gras lag un sorgenlos drömde un snorkte. Un se

lesen de stolte Inschrift up sinem Schild, un de eene sprack to dem

annern: Dat mütt een gewaltiger Degen sin, de då Säwen up eenen Slag

sleit; un woll süht he dånah ut; denn kiek! wat is dat för eene

schöne Längde! Un Ridder Unvörzagt wakte up äwer dem Geflüster, un

stüttede sick up eenen Ellbagen up, un sach då de Männer vör sick

stahn, un vörwunderde sick sehr. Un de vornehmste van den Drei nam

dat Wurd un sprack also:

Allererhabenster un grotmächtigster Prinz! un allergewaltigster un

unäwerwindlichster Ridder un Herr, Herr Unvörzagt! Wi sünt hier van

unserm Herrn afgeschickt, eenem mächtigen Hertog, de eenes starken

Arms un Helpers bedürftig is. Un gewiß, Gott, de sick unsrer Noth

erbarmen un uns van dem gruwlichen Undeerd befrien will, dat disse

Forsten un Gården un dat ganze Land entfredet un vörwoistet un nu so

veele Jähre alles unsäker un wild leggt un veele dusend Wittwen un

Waisen makt hett. Un dårüm hett de gnädige Gott di hierher schickt,

den Sieghaften un Dappern, datt du den fürchterlichen Eber dalleggen

un de schönste Prinzessin, de de Sünn beschient, tom Gemal winnen

schast. Un nu stah up un kumm mit uns in dat Slott, wo unser Herr un

Hertog up di paßt un van wo de schönste aller Prinzessinnen ut dem

Finster mit sehnsüchtigen un fröhlichen Oogen up den Schild schaut,

worup de stolte Inschrift glänzt: Ick bün de Ridder Unvörzagt un sla

der Säwen mit eenem Slag. Dårüm süme di nich, kumm! kumm! un

empfange de Ehren, de diner hogen Dhaden würdig sünt.

Un Hans, den se ut eenem söten Drom upweckt hedden, sach in den drei

Herren, de in prächtigen güldnen un sidenen Kledern un mit ehren

Tressenhöten in der Hand gebückt vör em stunden, eenen nüen bunten

Drom, un horkte hoch up un vörwunderde sick toerst; doch as he sick

den Slap ut den Oogen wischt un sick etwas vörsunnen hedd, kam't em

ganz natürlich vör, datt he sick so bequem as een groter Herr up den

Ellbagen stütten kunn un de Drei in prächtigen Hoffkledern mit

sidenen Strümpen un goldnen Snallen un ehre Höd in den Händen tor Erd

gesenkt mit krummen Bücklingen vör em stunden as de Fidelbagen, de

eben upstriken willen. Un as he de Red uthürt hedd, sweeg he erst

eenen Oogenblick un bedachte sick, un dat dücht em, datt sin Glück

eene günstige Wendung nehmen wull; un de säwen Schohmakergesellen

föllen em lebendig in un datt he går up eene Prinzessin in't Slott

beden wurd; un he sede bi sick sülwst: Frisch, Snider, äwer de

Schosters! wer nich wagt, winnt keene schöne Frau. Un so satt he

noch een Wielken un let et sick noch een beten dör den Kopp lopen, un

denn richtede he sick up un sprack ungefähr in dissen Wurden:

Leewe Herren un Fründe! Gaht hen un grüßt juwen Herrn un Hertog

wedder van dem Ridder Unvörzagt un dankt em för sine fründliche

Badschaft un Ladung up dat Slott. Van den wundersamen Aventhüren un

Dhaden, de disse mine Füste angrepen un dörhaut hebben, van

betöwerden Gården un Slotten, van verwünschten Prinzen un

Prinzessinnen, van Draken un Riesen, de dör min Isen fallen sünt, to

vörtellen un to berichten würd to lang sin.--Also hier bloihst du mi

wedder up, du schönste rodeste Ridderbloom? hier bloihst du un lockst

du, blitzender Stried un grimmige Gefåhr? Mer bloihst du wedder up,

Bloom der Leew un Hoffnung nah so grotem Leed, dat mi vör weinigen

Dagen troffen hett?--Un nu markt up, ji Männer! Ji schält weeten:

Ick tog ut der Britannie un Nederland un Dütschland daher un wull des

Weges nah Konstantinopel un van då in dat hillige Land, un so äwer

den Libanon un Sinai jümmer frischweg in dat swarte Muhrenland henin

de Törken un Unchristen to bestriden--un hürt! då is mi hier in

dissen litthauschen Wüsten een påar Dagreisen vör disser Stadt min

Knapp entlopen un hett Rosse un Wapen un alle mine Schätze un

Klenodien un minen heelen Riddersmuck as een Deef un Spitzbow mit

sick nahmen. Un to Foot hew ick gahn müßt un binah in der Dracht un

Wise eenes gemeenen Knechts, as ji mi hier seht. Un dissen Schild

mit der Upschrift, as ji seht un lest, hew ick mi ut Papp makt as een

Teken mines Wandels, un disse elendige Degen is een Degen, den een

Jud mi schenkt hett, un womit man woll Müggen upspeeten kann äwerst

nich gegen Löwen un Riesen un Undeerde as juwer Bier up den Plan

treden. Un nu gewt Acht, wat ji dem Hertog van minentwegen vörmelden

schält. Meldt em, een Deef hett den Ridder Unvörzagt, de der Säwen

mit eenem Slag sleit, schier utplündert un en in eenen so weinig

ridderlichen Tostand vörsett't, worin he sick nich unnerstahn dört

vör em un vör der Prinzessin to erschienen. Will he mi in sinem

Slott sehn, so late he mi in eene Harbarg führen un mi ridderliche

Kleeder, Wapen un een Stridroß bringen, as mines Glieken geziemlich

un gebürlich is, un Knapen un Knechte tom Deenst, damit ick in

ridderlicher Årt un Rüstung in sine Borg inriden kann. Hüt äwerst

will ick rasten un slapen, denn ick bün matt un möd van der Reis un

noch vull Arger äwer minen schändlichen verlapenen Deef; un morgen

will ick, wenn't Gott un dem Hertog beleeft, minen Inritt dhon.

Un de Männer vörneigden sick mit deepen Kneebögungen bet tor Erd vör

em, un gingen tom Slott torügg un berichteden dem Hertog, wat de

Ridder Unvörzagt seggt hedd un wat he van em begehrde. Un de Hertog

schickte se wedder in den Gården to bidden, he mügte doch kamen, as

he eben were, denn en un de Prinzessin vörlangde ook går to sehr den

gewaltigen un ridderlichen Helden to sehn. Äwerst Hans sach se

stolt van bawen an un sede Ne, un denn trumfde he ut: Nich anners!

hüt will ick in de Harbarg, un west flink un seggt dat juwen Hertog

tom tweeten Mal, un gefällt em dat nich, de Strat der Welt is wiet un

breet, un ick ward mi woll wedder to eener Rüstung un eenem Roß

helpen un annerswo min Glück un Aventhür söken känen.

Un se gingen un kemen bald wedder un beden Hans in des Hertogs Namen

nich quad to sin, un führden en in de prächtigste Harbarg, de in

Grodno was, un vier Pagen kemen en in een Bad to führen un twee

Knapen stunden vör siner Dör en to bewachten; un Win und Brod un

Torten un Pasteiden wurden updragen, datt de Disch knackte. Un dat

gefeel em woll un he sprack bi sick sülwst: Nu is de Dag kamen, wo

ick keen Flegendöder mehr bün--glücklicher Slag un glückliche säwen

Flegen, de ick truff! Un as he tor Genöge geten un drunken hedd,

ganz anners, as he noch up dem Theatrium, wo dat ook meist man

bildlich herging, de Könige un Helden spelde, ging he to Bedd un

vörsunk in sidenen Dunenküssen un reep in Froiden: juchhe, Glück! so

ligg ick denn endlich as een Prinz in dinem weeken Schot! O Vader

Klas, wenn du nu dinen Sähn mit der Siegerhuw sehn künnst, wat gew'

ick dårüm!--Un wiel he eenmal wedder recht ordentlich un düchtig satt

was un starken un fürigen Win drunken hedd, slog de Mod in hellen

Flammen ut siner Borst herut, un he reep abermals: Fortuna! is dine

Bahn glatter as Glattis un din Zopp korter as dat Hasenblömken, ick

fat di un holl di fast! Eene Prinzessin för eenem Bier! wat is denn

een Bier? Hebben Ridder nich Löwen un Tigern de Tehnen utbraken, un

ick schull vör eenen Bier torügg bäwern? Ne! nu un nümmermehr! Un

wenn't een Bier were, as de den olden Heidenkönig Adonis wiland

doodslog, de de Brüdegam van dem Vagel Phönix was. Nu un nümmermehr!

Morgen is ook een Dag un Glück is Glückes Moder. Un mit dissen un

dergliken hogen un vörnehmen Würden un Gedanken sleep he lustig in.

As unser Hans so in Win un Dunenbedden un gewaltigen Gedanken

äwerflot, was de Jubel un Froid noch wiet gröter up dem Slott, un den

ganzen Awend wurd nicks spraken und vörtellt as van dem Ridder

Unvörzagt un de Prinzessin kunn sick nich satt fragen un hüren äwer

sine Rede Årt un Gestalt. Un de drei Baden streken en gewaltig herut

un seden: He is een schöner slanker Herr, un süht ut een påar

Oogen--o Gnädigste Prinzessin!--ut een påar Oogen, de Sünn sülwst, de

in der ganzen Welt gewiß de hellsten Oogen hett, künn sick in em

vörkieken. Un ook nah dem Schild frog se un nah dem Teken up dem

Schilde, un de Männer kunnen dat nich recht düden. De eene van en

sede: Dat Teken mütt går wat Afsünnerlichs sin, egentlich süht et ut,

as wenn't man säwen Flegen sünt, wonah de Held slan will; äwerst dat

kann't woll nich sin, då is de Bedüdung gewiß to gering grepen; de

beiden annern meenden, de Vägel segen woll binah as vam

Flegengeslecht ut, äwerst et weren gewiß utländsche un chinesische

edder ostindische un westindische Flegen, as hier to Lande sick nich

blicken leten. Ook de olde Hertog kam mit siner Weisheit dåtüschen

un meende: Dat künn woll een verblömtes Teken sin van deeper

heemlicher Bedüdung, edder et künn up een Wurd gahn, dat de Ridder

mal bi eener groten Gelegenheit seggt hedd, tom Bispill: Ick will ju

Säwen as de Flegen slan. Unner dissen un annern anmodigen un

lustigen Reden vörging den Lüden im Slott de süs so lange Awend

swinner as en glücklicher Drom, un se gingen erst lang nah Klock

Twelw to Bedd.

As nu de Morgen kam, weren ook de Pagen dem Hans strax tor Hand un

drogen de kostbarsten sidenen un güldenen un sülwernen Kleder heran,

un de Knapen brächten hellfunkelnde un splitternagelnüe Wapen un

leden se dem Ridder to Föten. Un Ridder Unvörzagt kledede sick

an--denn dat vörstund he erstaunlich--un spegelde sick in dem Spegel

as een Pagellun, un sach würklich prächtig ut. Un he dheed eenige

Froidensprüng up sinen flinken Beenen un reep: Hussa! Snidergesell!

wes nu frisch un unverzagt, as du di nömst, un spele de Ridder un

Prinzen woll, de du so oft up dem Theatrium verstellt hest! Heissa!

mine Helden, herbi! Heissa! Holofernes un Alexander un Mitderdat!

herbi! un spegelt ju in juwen Schöler! Frisch Hans! wer weet, wat

Gott ut di maken will un ob du nich eenen högern Namen up de

Scharpstekers proppen schast?--Un he nam de Wapen un betrachtede

jedes besünders un wählde sick dat Beste ut; dårup reep he sinen

Knapen, un se müßten se em anleggen un umsnallen. Un he sach ut hoch

un prächtig as een geburner Fürst. Un toletzt hängde he sick ook

eenen Schild up den linken Arm. De Schild äwerst, den he sick utsehn

hedd, geföll em, wiel de lütte Gott Amor mit eenem Flitzbagen dårup

afbildt was, van dem een glöniger Pil in een rodes Hart flog. He

meende dat äwerst as eene Vörblömung, de up de schöne Hertogsdochter

anspelde, un dachte bi sick: Ick mütt ehr to vörstahn gewen, wo ick

henut will. Den schönsten un stärksten Schild van allen gaff he

äwerst an eenen Knapen un sede to em: Gah nu, dreg den Schild tom

Maler, un dissen Schild van Papp dåto, un de Maler schull up jenen

Schild malen un schriewen, wat up dissem steiht.

Un as ditt dhan was, steeg he de Treppen henaf un swung sick up eenen

witten Hingst, de sadelt un uptömd vör der Dör stund, un galoppierde

dör de Stadt up dat Slott to; un twee Knapen reden achter em un de

Hofftrumpeter un Basunenbläser reden vör em un blösen sinen Intog.

Un alles Volk leep em nah un juchte vör Froiden: Hurra! då ritt de

grote Säwendöder, de dappre Ridder Unvörzagt! Denn dat Gerücht hedd

et äwerall utropen, wer in de Stadt kamen were. Un as de Ridder an

der Slottsdör ankamen was, stund de olde Hertog dåvör un de schöne

Prinzessin sine Dochter un alle Hofflüde, un empfungen den stolten un

hogen Gast, de bi en intehn schull, un führden en de hoge Marmortrepp

henup. Un Ridder Unvörzagt wüßt sick so to stellen un to hebben,

datt all to minter Mal glöwden, he were ut eenem groten Geslechte un

hedd an Königshäwen lewt un mit Prinzessinnen tor Tafel seten. As he

äwerst sine Rüstung un de Wapen afleggt hedd, wiesde he sick in siner

Jugend un Schönheit un Behendigkeit so anmodig un licht un let so

nich een Spierken van dem Snidergesellen marken, datt der Prinzessin

dünkte, Hans were de schönste Jüngling, den se in ehrem Lewen sehn

hedd, un datt se bi sick sülwst süftede un bedede: O du leewer Gott

im Himmel! keenen annern as dissen! giff em doch Sieg äwer den Bier

un lat en min Brutbedd bestiegen!

Un nu kam de olde Hertog ook bald up den Bier to spreken un up den

Struß, den Hans mit em bestahn mügt. Un Hans stellde sick dåbi so

lustig un unvörfeerd datt de Hertog bi sick dachte: de mütt siner Sak

wiß sin un goden Mod fatede. Hans bat sick äwerst noch acht Dag ut,

bet he den groten Strid wagen wull: denn, sede he, ick bün länger as

drei Weken dör juwe polsche un litthausche Wüstenei tagen, wo't nicks

to kniepen un to biten gifft, un nu hew ick twee Dag to Foot gahn un

binah hungern müßt. Darüm gewt mi de acht Dag Respiet, datt ick mi

wedder een beten vörhalen un vörkowern un mine Kräfte stärken kann.

Un de Hertog stund em dat gern to, un he un sine Dochter hedden de

lustigsten Dage in siner Gesellschaft, un dat kam en vör, as weren se

im Himmel un as hedde de Langewiel up ewig van en Afsched namen.

Denn Hans vörtellde en de wunderlichsten Geschichten un Aventüren un

bröcht hier alles an den Mann, wat he jemals up dem Theatrium spelt

edder in Bökern lesen hedd. Denn he hedd eenen klüftigen un

anslägschen Kopp un eene smidige Tung, un kunn recht ärdig vörtellen.

Den drüdden Dag, as de Maler mit dem Schild kam un alle den Schild

betrachteden un de Flegen un de Inschrift dårup, vörwunderden se sick

sehr un keeken den Ridder Unvörzagt an, äwerst nüms wagde dat Wurd an

en to richten. Toletzt nam de olde Hertog, de sick sehr wise dünkte,

sick den Mod en to fragen un sede: Herr Ridder, ick bild mi in, ick

seh doch recht? Ditt is juwe Hand, un ditt sünt säwen Flegen? un

disse Flegen bedüden gewiß een Wurd, dat ji mal spraken hewt bi eener

groten Gelegenheit, bi irgend eenem Strid edder in eenem Duwell? un

ji hewt de Flegen tor Erinnerung an eene grote Dhad up juwen Schild

malen laten?

Un Hans bedachte sick nich lang un antwurd'te: Dittmal, Herr Hertog,

hewt ji't doch nich ganz drapen; de Flegen sünt würklich Flegen un

bedüden Flegen, un ick will ju vörtellen, wo se up minen Schild kamen

sünt. Vör drei Jåhr, as ick toerst in Ridderschaft un up Aventüren

in de Welt utred, satt ick mal in Ägyptenland nich wiet van eener

Stadt, de Rosette het, in eener slichten Leeschchütt un drunk een

Glas Win, wobi ick insleep. Då kettelde eene Fleg mi up der Hand, un

ick slog blindlings üm mi un truff eenen Hupen Flegen, de den Win

insogen, den ick up den Disch vörspillt hedd--un seh! säwen Flegen

legen as Liken då. Un ick red wieder, un red an dem groten Nil een

Stück Weges hen. Då kemen säwen grote Draken geflagen van denjenigen,

de då flegen känen; un jeder Drak was woll millionenmal gröter as de

gröteste Fleg; un de Beester flögen grad up mi los, as wenn se mi

vörslingen wullen, un Für un Gift flog ut ehren Rachen. Un ick tog

minen scharpen Helper ut der Sched un höll unvörfeerd up minem Hingst,

un as de Vägel heran susden, dheed ick eenen degen runden Zirkelhieb,

un då legen se alle Säwen un zappelden in ehrem Bloode. Dat Blood

äwerst flot as een roder füriger See, un ick müßt minem Hingst de

Spåren gewen un Rietut nehmen, denn wi hedden beede dårin vörsupen

künnt. Un hier, Herr Hertog, hewt ji de Geschicht, worüm ick de

Flegen up minen Schild malen let, denn ick dachte, se weren eene

Vörbedüdung up de säwen Draken west, de unner miner Fust fallen

schullen. Un so mag man seggen, datt de Flegen Flegen un ook keene

Flegen sünt, denn se bedüden ook Draken. Äwerst Flegen mütten se

eenmal bliwen, un ick mütt se as een Glücksteken mines ersten groten

Aventürs woll as Flegen, solang ick lewe, up minem Schild dregen. Un

van då an nömden de Lüde mi den Säwendöder, un reepen achter mi her:

seht! seht! då ritt de Säwendöder! un wenn se ook Flegenridder ropen,

wat scher ick mi dårüm? Denn wåhrhaftig een Bier un een Löw is oft

ehr to drapen un to slan as eene Fleg edder Mügg--un ji hewt woll de

Fabel vörtellen hürt van dem Löwen un van der Mügg?

Sonne un desglieken Reden un Kortzwiel höllen un bedrewen se recht

angenehm im Slott, un de acht Dage vörgingen as eene Minut. Un as de

achte Dag kam, då kann man eben nich seggen, datt unserm Hans

sünderlich lustig to Mod was; äwerst he höll sick wacker un let sick

nicks marken, un stellde sick so frisch un unvörzagt, as sin Nam was.

Würklich hedden dat schöne Lewen in dem Hertogsslott un de Wapen, de

he drog, un de ridderliche Smuck, womit he angedhan, un de Nam, womit

he ropen wurd, un de Heldengeschichten, de he vörtellde un van annern

vörtellen hürde, un de schönen Oogen der Prinzessin, de Glück un Leew

up en funkelden, em Für un Mod in't Hart blasen, un oft flüsterde dat

in em: Up! up! Hans! wo oft hest du van der Allmacht schöner Oogen

spraken, för de man in teindusend Doode gahn kann--nu hest du disse

schönen Oogen, de schönsten Oogen der allerholdseligsten un

allerschönsten Prinzessin--un du wust nu vörzuffen? Frisch drup! een

feiger Kerl freit keene Prinzessin--un wer weet, wat dat Glück för

Würfel för di im Sack hett? Frisch eenen dappern Wurf in de Schanz!

Wer weet, wat herutspringen kann? un hett sick't nich wunderlich nog

würfelt? un wat hest du veel dåto dhan?--Un Hans was fardig un trat

ganz munter mit vuller Rüstung in den Saal, un tröstede de schöne

Prinzessin, der dat Weenen hüt veel näger satt as dat Lachen, un sede

tom Hertog: Fahrwoll! Herr Hertog! nümmer seht ji mi wedder as mit

der Bierhut up dissem Speer. Un de Hertog was godes Modes, un de

Jüngling dücht em går glücklich un herzhaft. Un he wull em een

grotes Geleide gewen, datt he as een Fürst to dem Platz henriden kunn,

wo de Bier gewöhnlich lag. Äwerst Hans vörbad sick dat un sede:

Twee Knapen, Herr Hertog, latet mitrieden bet up den halwen Weg un mi

wiesen, wo ick den Bier finden mag. Då mägen se denn holden bliwen,

bet ick mit der Arbeit mit dem Undeerd fardig bün. Un de Hertog gaff

sick drin un sede, et schull alles schehn, as de edle Ridder wull.

Un Hans küßte der Prinzessin de Hand, swung sick in den Sadel, un

susde im rasselnden Galopp äwer dem Slotthoff, un twee Knapen susden

em nah. Un de Prinzessin, de mit ehrem Vader im Finster lag, kunn

den Anblick nich utholden un to swåre Gedanken flogen ehr dör de

Seele, un se beswimde un sunk tosam in ehrer Hartensangst. De Hertog

äwerst drog se up ehr Bedd un tröstede se un sprack: Du müßt nich so

trurig sin, min trutes Duwign! Dittmal krigst du eenen Mann, un wat

för eenen Mann! Mine Swaning un Gisching bedregen mi dittmal nich.

Un as de Ridder Unvörzagd up dem halwen Weg was, höllen de Knapen

still, de as Wegwiesers mit em reden weren, und seden: Sühst du då,

Herr Ridder, den Footpat linker Hand, de äwer de gröne Wisch in den

groten Wold führt? Up dem rid een halwes Stündken furt, un du warst

eenen grönen Platz sehn, un up dem Platz eene Cistern mit eenem

isernen Gitter; ook steiht då eene grote Eek.--Då kannst du holden

bliwen un up den Bier luren; denn üm de Middagstid kümmt dat böse

Deerd fast jümmer dåhen, up dem Platz to wöhlen un sick in eenem

Morast nah dåbi to köhlen un to wöltern.

Un Hans red van en un sede en bi'm Wegriden den kecken Besched: Töwt

hier, bet ick wedder kam; denn in een paar Stunden bün ick mit Gotts

Hülp wedder hier, un de Eber haut nich mehr.--Un de beiden Knapen

dachten ehr Deel, un Hans, as he so henred, dacht ook sin Deel;

äwerst dat dücht em doch går to schimplich, de Flucht to nehmen,

ahnen den Bier int Gesicht sehn to hebben. Un as he up den grönen

Platz kam, wo de grote Eek stund un de Cistern mit dem isernen Gitter,

pupperde em sin Hart so gewaltig, datt he't slan hüren kunn, un he

keek sick mit groten Oogen üm, ob he nicks sehn künn, un spitzte de

Ohren, ob he nicks dör de Strük ruscheln hürde. Un dat was ganz

still, as't üm den Middag in den Büschen is, un keen Vägelken flog

edder zirpte. Un he steg van dem Perde un let dat gräsen, un tog

sine Rüstung ut, un smet alle Wapen weg; alleen dat Swert behöll he

an der Side. Denn, sede he ganz vörnünftig, wat schall mi woll dat

Isen helpen gegen een Fell, då keen Isen dör geiht? to springen un to

danzen äwerst künn't gewen, un då is dat Beste, man makt sick flink

un behend to Foot. Un Hans stellde sick nu bi eenem jungen Boom hen,

de veele Telgen hedd, in Gedanken, den Bier aftowachten un to sehn,

wo he utsege. Düchte dat Deerd em denn to schrecklich un gefährlich,

so künn he swind up den Boom klettern un den Düwel unnen toben laten.

Ook sine Cither hedd he mitnahmen un an den Sadelknop hängt, un höll

se in der Hand un wull vörsöken, ob he den Bier nich in'n Slap spelen

un em denn so heemlich eens bibringen un utwischen künn. Denn he

erinnerde sick, datt he mal in eenem Book lesen hedd, datt Swin sehr

musikalische Deerde weren un gewaltig up de Musik horckten.

Un as he so in Gedanken stund, kam de mächtige Bier herrutschen äwer

dat Grön, un Hans nam de Cither un spelde eene lise un trurige Wise,

eenen rechten matten un möden Slapgesang; un em was ook sehr lise un

trurig to Mod. As nu dat grote un grimmige Deerd de Musik hürde,

stund et strax still un horckte up; un de Musik scheen em to gefallen,

un et lede sick dal un wölterde sick im Grase, un toletzt streckte

et sick still unner de grote Eek hen, as slepe et. Unser Sniderken

äwerst spelde jümmer furt, un slek sick jümmer näger heran to dem

Bier, un wull sehn, ob he würklich slepe un ob he em nich eens

utlöschen künn. Äwerst wo leep dat aff?

As Hans em up een föftig Trede nah was, sprung min Bier mit Eenem

Satz up un hast du mir nicht gesehn up den Ridder los. Disse, as

were he van des Biers grimmigen un flammigen Oogen behext, let vör

Schrecken Cither un Isen ut der Hand gliden, vörgatt Boom un Klattern,

un leep up de Cistern los, un sprung an dat Gitter, un störtede

dåräwer in de Cistern herunner. De flinke Bier was ganz dicht achter

em un dhed eenen Hau nah em, äwerst drapte en nich; un dat was

Hansens Glück. Un dat wilde grimmige Deerd wull em nahspringen,

äwerst sprung fehl un blef up den spitzen Zacken sitten, de up dem

isernen Gitter weren. Un de Bier schüdderde sick up den Zacken un

dref sick de Spitzen jümmer deeper in dat Lif, un schreide, as wenn

he up eenem Speer stack; denn de Spitzen dheeden em nich sacht. So

schreide he etwa tein Minuten un blödde gewaltig; don was't ut, un he

hung dood up dem Gitter. Hans, as he in der Doodesangst äwer dat

Gitter sprung, slog mit dem Kopp gegen de annere Wand der Cistern, un

terdöschte sick den Vörkopp, un blödde ook sehr, un lag woll een fiew

Minuten in Beswimmung up der Cisterntrepp. Äwerst de brüllende

Bier weckte en bald up, un he lag in Doodesangst unner em, de den

Rachen mit den langen witten Hauers wiet upsparrde. Un jeden

Oogenblick dachte he: Hu! hu! kümmt de Satan los, so is't ut mit di

un he makt di kold. Un vör luter Angst unnerstund he sick nich sick

to rühren, un dheede, as wenn he dood were. Äwerst as de

gefährliche Bier jümmer swacker schreide un toletzt man sachtign

stende, un endlich ganz still sweeg, blinzelde Hans mit halwen Oogen

een beten up to em, un sach, datt de ganze Wand vam strömenden Blood

roth was un datt dat Undeerd de Oogen vörkehrt hedd un den Kopp

hängen let, un sick tierde, as were et dood. Doch Hans dachte bi

sick: de Doiwel kann sin Spill hebben, un truede toerst dem Freden

noch nich, un töwde noch woll eene gode Viertelstund un lag heel

stillign stillign as eene Mus, de den Kater äwer sick luren süht.

Äwerst as sick jümmer nicks rührde, fatede he sick endlich eenen

Ossenmod, richtede sick langsam up, un klatterde heel sachte an der

annern Side äwer dat Gitter. Un as he herut was un dat Undeerd van

vör un achter betrachten kunn, sach he woll, datt er würklich

muschdood was un sick up dem Gitterisen fangen un doodblödt hedd. Un

nu betrachtede he den Bier noch veel nauer, kloppte up sinen harden

swarten Rüggenpanzer, beföhlde nich ahnen Gruwel sine scharpen witten

Hauers, un dachte: bi eenem Haar, un se hedden di din beten Lewen ut

den Ribben herut föhlt; un mit dem föll he up sine Knee, wo he stund,

un dankte Gott för sine Gnad, de em so wunderbarlich ut sinem dullen

Anslag herutholpen hedd. Darup sprung he fröhlich wedder up un reep:

Viktoria! Viktoria! Juchhe Viktoria! swing di, Fortuna, un sett

alle Segel bi! du schast mine Göttin sin! Heissa! nu bün ick een

Prinz! Un he juchte un josede so gewaltig, as were de ganze Wold

nicks as Strid un Slacht west.

Dårnah ging he hen, nam sinen Degen, un gaff dem Bier noch een paar

deepe Wunden unner dem Buk; un de Doode let sick dat still gefallen,

un müßt ook up dem Kopp noch een paar Schmarren vörleef nehmen. As

dat dhan was, led he sine Rüstung wedder an, stack sin Swerdt in de

Sched, nam Schild un Speer un Cither, un swung sick up sinen

Schimmel--un so lustig up dem Footpat ut dem Wold herut. As he nu up

den groten Weg kam un siner Knapen ansichtig wurd, begunn he van nüem,

datt Barg un Dal erklungen: Viktoria! Viktoria! de Bier is dood!

Un se galoppierden lustig heran, un erstaunden, un seden: Wi hebben

dat gewaltige Schreien hürt, un ji känt ju verstellen, Herr Ridder,

datt wi früchteden, wi müßten man wedder tom Slott Rietut nehmen:

denn wi dachten un twiwelden, ob dat Schreien van dem Ridder edder

van dem Undeerd keme--un nu Gott Lof un Dank! wi sehn ju hier un ji

lewen; un wat ward dat up dem Slott för een Triumfiren un Jubeln

gewen!

Un Hans sede: Nu frisch, Jongs! un lat't drawen, un kamt mit un seht!

Dat was een Deerd! dat is wåhr; äwerst ick hew et lehrt mit

Säwendödern to spaßen. Lang höll he sick dapper un makte mi hete

Arbeit, äwerst toletzt müst he dat Hasenpanier ergripen, un ick dref

en gegen de Cistern, då is he in der Angst upsprungen, un hängt up

den isernen Zinken.

Un as se up dem grönen Platz upreden un an de Cistern kemen,

wunderden de beiden sick noch mehr äwer dat mächtige Deerd, dat då

hung, un wullen ehren Oogen nich truen, un hedden noch Angst, ob ook

noch Lewen in dem Dooden were, so fürchterlich kam de Bier en vör.

Äwerst Hans grep nah sinem Dolk un lede de Hand an, un fung an de

Hut aftotehn. Un as de Knapen dat segen, datt de Bier sick so

geduldig fillen let, grepen se ook to ehren Metzern un hülpen em, un

in tein Minuten lag de Bierpelz då. Un de Ridder Unvörzagt brack em

ook de Hauers ut. Un de Hauers hängde he äwer sinen Schild un de

Bierhut stack he up sinen Speer; un so reden de Drei dem Slot un der

Stadt to. Un as se gegen dat Stadtdur kemen, let Hans sine Knapen

vöran riden un blasen un mit heller Stimm Viktoria! Viktoria! ropen.

Un dat ganze Volk, dat de witten Hauers un de Bierhut up dem Speer

sach, klung mit Viktoria! un leep in Froiden tosam; un so kemen se im

vullen susenden und brusenden Gewimmel an dat Slott.

Bi dissem gewaltigen Getose un Gejose un Viktoriageschrei weren de

Hertog un de Prinzessin går swinne herunnerkamen, un stunden vör der

Slottspurt, as de stolte Ridder mit den Hauers un der Bierhut in den

Hoff inred. Un he sprung as een Blitz vam Perde, bückte sick tor Erd,

föll vör der Prinzessin up de Knee, küßte ehr de Hand, lede Hut un

Hauers to ehren Föten, un sprack: Dörr ick upsehn to dinen Oogen, du

Herrlichste? dörr ick mi van dem Glanz diner Gnaden anstralen un

beschienen laten? winkst du, Erhabenste un Holdseligste, datt ick de

glücklichste van allen Kreaturen sin schall, de up Gotts Erdboden

lewen? Is dat äwerst anners, hest du man ut Noth dem Sieghaften dine

Hand vörspraken, din Hart äwerst bi di beholden, so mak een swinnes

un truriges End--un Ridder Unvörzagt ritt wedder in de wide kolde

leewlose Welt, un se mägen sick hier van dem Säwensläger un Bierdöder

eenmal in künftigen Dagen de Dhaden as een Leuschen un eene Fabel

vörtellen.

Un de Prinzessin wurd bi dissen Wurden roth as een witt Laken,

woräwer de Sünnenschin as een flegender Schatten löpt; un se blickte

en mit Wohlgefallen an, äwerst de Borst was ehr so beklemmt, datt se

nich spreken kunn. So nam denn de olde Herr dat Wurd för se un sede:

Wo schullen wi so grote Sünd dhon an uns un an Gott, datt wi eenen so

edeln dappern un ridderlichen Mann, de Kron un den Glanz van aller

Ridderschaft, ahnen sinen Pris un Lohn van uns reden leten? Ne! edle

Herr un Mann! Geföllt di mine Dochter un vörsmadest du nich mi in

minen olden Dagen de Zepterlast dregen to helpen un minen Fründen

Stolz un minen Fienden Demod to lehren, so blif hier un ward min Sähn

un min Eidam.--Un de Thranen leepen dem olden Fürsten de Backen

herunner, un he nam siner Dochter Hand un lede se in Ridder

Unvörzagts Hand un sprack in Gottes Namen den Segen dåräwer.

Un bald gingen se henup in den Hertogssaal, un de schöne Prinzessin

vörbund ehrem Ridder sine Wund, de noch sehr blödde; denn he hedd

sick up der Flucht vör dem Bier, as he äwer dat Cisterngitter

herunner föll, een grotes Loch in den Kopp slagen. Un in sinem Lewen

hedd em nicks so sacht dhan as de weeken Händken der Prinzessin, de

he üm sinen Kopp un sine Backen krauen un krabbeln föhlde. Hans

äwerst vörtellde en, he hedd sick dat Loch an eenem Boom stött, as he

den Fiend to hitzig drängde un vörfolgde. Darup müßte he alles recht

utführlich vörtellen, wo he mit dem Undeerd fardig worden was, un he

makte de Geschicht van siner Slacht mit dem Bier lustig nog torecht.

Un as wedder acht Dage üm weren, då was eene prächtige Hochtid, un

Ridder Hans Unvörzagt ging mit der allerschönsten Prinzessin to Bedd

un het nu Kronprinz van Litthauen. Un so is, wat anfangs as een Spaß

utsach, de gröteste Ernst worden. Un Prinz Unvörzagt hett sinen

Prinzen up dem groten Theatrium der Welt so god spelt, datt alles

Volk mit em tofreden was un ook de Prinzessin de glückseligste Fru up

dem ganzen Erdboden nömt wurd. Un dat ging nah Gottes Willen, de

Hans Scharpsteker un den Hertog un sine Prinzessin nich to Schanden

sündern to Ehren bringen wull, ahnen Hexeri alles ganz ordentlich un

natürlich to.

De Prinz, de unner Sniders geburen un in siner Jugend unner en

ertagen was, de mit nüms as mit Sniders lewt un nicks as Sniderliches

un Vörzagtes sehn un hürt hedd, was van Natur nich hasig un feig; he

was man dör Gewohnheit sniderisch worden. Un dat was woll begriplich,

datt he bi'm ersten Utlop un Anlop up siner Ridderbahn gegen eenen

Kämpen, as de Bier was, nich Stand holden kunn. Äwerst dittmal

hulp Gott em, de en nich vördarwen laten wull, un spader hulp he sick

sülwst wieder un wurd van Hand, Hart un Mod een der

allerridderlichsten Fürsten. Van Natur stolt, edel, fürig un modig

un dåbi schön van Gestalt un Getier wurd he een sehr kloker un

dapprer Prinz, un keen Minsch up Erden hedd em anmarken kunnt, datt

een so stolter Vagel ut eenem Snidernest utflagen was. Toerst ging

em dat grad so, as dat oft eenem groten Doggen geiht. De let sick

ook oft een Jåhr un länger van eenem lütten Puttköter biten, wiel de

en all beten hett, as he noch een Wölp was; äwerst wenn he siner

Macht mal in worden is, denn mag Gott dem Puttköter gnädig sin. Hans

was nu een Prinz, äwerst he führde sick ook prinzlich un herrlich up

un hedd nicks as hoge un prinzliche Gedanken un bedref alle

prinzlichen Arbeiden un Öwungen, datt et eene Lust was. Dat Beste

äwerst an em was, datt he nümmer äwermodig un äwerdhadig wurd, woll

äwerst sin Lewenlang bekennt un erkennt hett, he were alles dör

Gottes Gnad worden, de en dör kindisches Spill hedd to eenem groten

Herrn maken wullt.

Un Prinz Unvörzagt is drei Jahr nah der Bierslagt Hertog van

Litthauen worden un hett veele grote un swåre Kriege führt un toletzt

dem König der Muschwiters un Taters een ganzes grotes Königrik

afwunnen, un sick Köning titeln laten. As he nu een so grotmächtiger

Köning un Herr was, schickte he heemlich eenen Baden nah siner

Vaderstadt Soltwedel mit eenem Bref an sine Öldern, un bat se, to

ehrem Sähn Hans to kamen, då schullen se herrliche un lustige Dage

hebben. Köning Hans schref äwerst nich, dat he Köning van Litthauen

un Kosackien un Tatarien were, sündern he hedde een sehr rikes un

schönes Fräulen friet un prächtige Slotte un Göder mit ehr tor

Mitgift bekamen; un se schullen Hus un Hoff man vörköpen un sick up

den Weg maken un to em kamen un bi em ehre spaden Dage in Froiden

vörlewen: denn Gott hedd em so veel gewen, datt he alle sine Fründe

rik maken künn. Un sine Öldern dheeden so, un kemen nach Grodno;

äwerst wo erstaunden se, as se am Dur nah Hansen sinem Huse frögen un

de Lüde en seden, ehr Sähn Hans were jo de Köning sülwst.

Un de olde Snider Klas un sine Fru wurden ut dem Wirthshus, van wo se

sick hedden anmelden laten, in eener prächtigen goldnen Hofkutsch

afhalt un in't Slott führt, wo se den Köning Hans un sine Königin un

ehre nüdlichen Kinderkens in idel Herrlichkeit un Lust funden. Un de

olde Vader Klas sede to sinem Hans: Hew ick di nich oft seggd, de

Siegerhuw un Glückshuw würd di noch een Grotes bedüden? Un König

Hans lachte un flüsterde lisign: Ja, wenn ick nich dem eenen van den

grotmuligen Schohknechten eene Ohrfieg streken hedd, wat würd de

Siegerhuw mi Grotes bröcht hebben? So is et: Gott stött de Minschen

in de Welt henin, datt se äwer eenanner purzeln, veele bliwen liggen,

annere stahn up, un weinige flegen hoch, äwerst keener ahnen sinen

Willen.

Un van disser vörnehmen un ridderlichen Snidergeschicht is de Frag

upkamen, de man towielen upgiwt: Welke Ohrfieg is dem Gewer am besten

bekamen?

Märchen und Sagen · 第 12 / 17 题