Die alte Burg bei Löbnitz

Nahe bei Löbnitz über grünen Wiesen, wodurch sich das Flüßchen Barth

hinschlängelt, grünt ein kleiner Eichenwald mit einem durchrinnenden

Bächlein und den schönsten und dichtesten Haselbüschen, welche sich

fast jeden Herbst unter dem braunen Schmuck ihrer Früchte beugen. An

der Südseite des Wäldchens liegt eine Ziegelei, und am nördlichsten

Ende erhebt sich eine Burghöhe, deren Umwallung ringsum eine Senkung

umgibt, in welcher die elegischen und zauberischen Sträuche Kreuzdorn

und Hagedorn, Hollunder und Alf-Ranke, Nessel und Nachtschatten sich

festgesiedelt hatten und dem Andringer das Aufsteigen fast schwer

machten; auch hatten die Füchse sich den Wall und sein altes Gemäuer

zu ihren unterirdischen Wohnungen durchminiert. Dieser alten Burg

gegenüber erhob jenseits am rechten Ufer des Flusses unweit Wobbelkow

ein stattliches Hünengrab sein grünbemoostes Haupt, von dessen Gipfel

man die Stadt Barth mit ihren roten Dächern und in der Landschaft

umher ein halbes Dutzend Kirchtürme und ein halbes Hundert Höfe und

Dörfer überschauen konnte. Dieses Eichwäldchen ward nach den

Trümmern jener Burg gewöhnlich nur zur alten Burg genannt. Hier

hatte sich nun ein Abenteuer begeben, welches durch alle Münde und

Mäuler der Menschen die Runde machte: Eine junge, hübsche Dirne,

welche die Kühe des Zieglers im Busche hütete, war plötzlich

verschwunden oder entlaufen, und da geschah es, daß die Stimmen der

Sage sich wieder aufweckten, die oft verschollen ihre Zeit träumt und

schläft und dann mit doppelter Lebendigkeit wieder in die Ohren der

Menschen tönt. Und in folgender Weise war die Erzählung des Gärtners

Christian Benzin:

"Herr, sie sagen so was von der Dirne des Zieglers, die vor vierzehn

Tagen am hellen scheinenden Mittag verschwunden und nicht

wiedergekommen ist. Die Leute munkeln, und des alten Schweden

Sturbergs Jungen aus Wobbelkow, die einem Kalbe nachgelaufen, haben

es gesehen: Ein Matrose in bunter, rotgestreifter Jacke ist mit ihr

am Saum des Waldes spazierengegangen und hat einen Blumenstrauß in

der Hand gehabt, und sie glauben, der habe sie weggelockt und mit

sich auf sein Schiff genommen. O du Herr Jemine! Das Schiff, worauf

die Dirne fährt! Soviel ist wahr, den Buntjack werden die

Sturbergsjungen wohl spazieren gesehen haben, aber meiner Sir so weit,

als die dummen Leute sich einbilden, ist sie nicht unter Segel

gegangen. Ich weiß wohl, wo sie sitzt, und Jochen Eigen, den sie

immer den Edelmann schelten, weiß es wohl noch besser, aber der

schämt sich und sagt's nicht und verrät nichts von seinen

Hausheimlichkeiten, als wenn er mal ein wenig zu tief ins Glas

geguckt hat." Und bei diesen Worten machte der Gärtner Christian eine

gar absonderliche und verwunderliche Miene.

"Nun, Benzin, nur her mit Euren Geschichten! Jetzt, hoffe ich,

wird's einmal wohl ans Licht kommen, warum Ihr bei dem Namen alte

Burg immer so wunderliche Reden und Gebärden braucht. Hier muß es

irgendwo stecken, daß Ihr auf der Jagd nie in diesen Busch hinein

wollt und mit leichten, diebischen Katzentritten an seinem Rande

umherschleicht oder Euch in gehöriger Entfernung Eure Stelle anweisen

laßt. Darum habt ihr, als die schönen Mamsellen aus Barth jüngst

dahin Nüsse pflücken gingen und noch andere hübsche junge Frauen

mitgehen wollten, so wunderliche Gesichter geschnitten und sie in den

Löbnitzer Wald auf den Kamp zu laufen verlockt, wo man unter den

Pfriemenbüschen wohl Hasen und Füchse aufjagen, aber keine Nüsse

schütteln kann. Es muß was Besonderes mit diesem Busche sein. Und

nun heraus damit! Ich lasse Euch diesmal nicht los."

"Ja, Herr, dies ist Euch ein Busch! hier ließe sich viel erzählen,

und wer eine hübsche Frau und schöne Tochter hat, der lasse andere

Weiber in diesen Busch Nüsse pflücken gehen. Ich sage nur soviel:

wie manche hübsche Jungfer würde ihr Herzleid zu erzählen haben, wenn

sie sich nicht schämte! Ich erinnere mich noch, mein Vater hat mir's

erzählt,--es sind wohl ein paar Stiege Jahre her--da waren ein paar

schöne Jungfern aus Barth gekommen Nüsse zu pflücken, und sie sind

hier im Wäldchen verschwunden. Man hat die Verschwundenen tage- und

wochenlang gesucht, wie man Stecknadeln sucht, bei Sonnenlicht und

Laternenlicht, aber keine Spur von ihnen gefunden, kein Mensch hat

sie wiedergesehen. Mein Vater sagt, es sei große Wehklage und Trauer

um sie gewesen--denn es waren Kinder ehrsamer und reicher Leute--und

zuletzt in Kentz und Starkow und in allen Kirchen umher mit den

Glocken um sie geläutet, als hätte ein Wolf oder Bär sie gefressen.

Aber deren gibt's hier nicht; ich weiß wohl, wer der Wolf ist. Und

doch hat sich's wunderlich genug offenbart: sie waren nicht von

wilden Tieren aufgefressen, sondern nach acht bis zehn Jahren von

Vergessenheit und Verschollenheit sind sie mit einemmal noch ganz

frisch und blank wieder unter den Lebendigen aufgetreten und haben

sich nichts merken lassen. Aber die Leute haben doch eine Art Grauel

vor ihnen angewandelt und haben ihrer Jungferschaft nicht recht

getraut, und die armen hübschen Mädchen haben zuletzt als alte

Jungfern sterben müssen.

Und nun will ich erzählen, was Jochen Eigen mir erzählt hat, der

diese Geschichten am besten weiß; aber er wird sich hüten sie dem

Herrn zu erzählen. Und dann wird der Herr verstehen, warum ich

hübsche junge Frauen und Mädchen nicht so leichtfertig in den Wald

laufen lassen will, und warum ich neulich krank ward, als ich die

Nacht bei dem Fuchsbau am Burgwall, wo sie gegraben hatten,

Schildwache stehen und die jungen Füchse, wenn sie etwa heraus

wollten, zurücktreiben sollte.

Vor langen, langen Jahren war Jochen Eigens Urgroßvater*, ein

prächtiger, stolzer Edelmann, so prächtig und steinreich, daß er den

Zaum seines Pferdes mit Juwelen besetzte und in einem goldnen

Steigbügel saß. Dieser hatte im Lande Rügen und auch hier im

Pommerlande viele schöne Höfe, Wälder und Bauern, so viele, daß man

sie nicht zählen konnte--ein prächtiger, stolzer Mensch, der mit

sechsen vom Bock fuhr, einen Läufer vor sich herlaufen und seine

Pferde in langen Strängen springen ließ. Aber es war ein wilder,

verwegner Mensch, der nichts von Gottes Wort und Wegen wissen wollte,

ein toller Jäger und Reiter und ein greulicher Weiberjäger, der wie

der Falk auf die Tauben, auf die schönen Dirnen lauerte. Diesem

Eigen hat in jenen alten Zeiten auch Löbnitz und Diwitz und Wobbelkow

gehört, und hier bei Löbnitz hat er im Walde ein prächtiges

Burgschloß gehabt mit vielen Türmen und Fenstern, wo er manche schöne

Nacht durchschwärmt und durchtrunken und mit seinen lustigen Gesellen

bei Wein und Weibern bankettiert hat. Und dort auf dem hohen

Hünengrabe an dem andern Ufer, dort am Wege zwischen Redebas und

Wobbelkow, hat er sich ein prächtiges, aus eitel gehauenen demantenen

Steinen gebautes Lustschloß hingestellt. Da ist er oft hingaloppiert

und hat dort gesessen und mit einem Kieker auf die Landstraßen umher

ausgeschaut, ob seine wilden Lauscher und Räuber, die er ausgeschickt

hatte, schöne Weiber einzufangen, nicht irgendwo mit Beute

heransprengten. Diese armen Gefangenen haben sie dann bei

nächtlicher Weile, wo andere gute Christenleute schlafen, auf die

Burg im Walde geschleppt und dort versteckt, daß weder Hund noch Hahn

danach gekräht hat. So hat der böse Mensch sein wildes, verruchtes

Wesen viele lange Jahre getrieben, und Gott hat ihm manchen Tag die

Zügel schießen lassen. Das lag aber in seinem Blute, und Jochen, dem

der Edelmann lange vergangen sein sollte, dessen Großvater schon ein

armer Weber gewesen--der Herr glaubt nicht, was die alten Leute von

dem zu erzählen wissen, wie grausam der in seinen jungen Jahren auf

die hübschen Dirnen gejagt hat. Er will sich's nun nur nicht mehr

merken lassen, aber diese lüsternen Edelmannsnücken hat er noch genug

in sich. Endlich aber ist doch des alten wilden Jägers Tag gekommen,

es ist Krieg geworden, und Pest und Hunger und Moskowiterzeit und

Kalmückenzeit, ich weiß den Namen nicht recht, aber eine grausame

böse Zeit ist gekommen, und da ist jener Bösewicht auch von seinem

Jammer gefaßt worden: seine Schlösser und Häuser verbrannt, seine

Scheunen und Speicher ausgeleert, sein Vieh weggetrieben. Da hat er

sich zuletzt hier in die Burg bergen und verstecken und knapp leben

lernen müssen wie andere arme Leute. Da ist seine Rechnung bei dem

höchsten und obersten Rechenmeister übervoll gewesen, und er hat ihn

mit seinem Blitz geschlagen und sein prächtiges Sündenhaus angezündet,

und er und seine Weiber sind alle zu weißen Aschen verbrannt, und

von der ganzen Herrlichkeit, wo sonst Geigen und Trompeten klangen

und Tag und Nacht bankettiert ward, liegen noch kaum ein paar Steine

da, und nun sind die Füchse und Marder und Eulen die einzigen

Nachtmusikanten.

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* Die Eigen sind allerdings ein altes adliges Geschlecht in der Insel

Rügen gewesen, aber jetzt längst verloschen und verschollen. Möglich,

daß Jochen Eigen, welchen sie gern den Edelmann schalten, aus jenem

Geschlechte war. Ich habe weder Lust noch Veranlassung gehabt seinem

Ursprunge diplomatisch nachzuforschen. Bei diesen Geschichten dringt

sich übrigens wieder die bekannte Erfahrung auf, daß Bauern und

Dienstleute in Erinnerung mancher Unbill und Ungerechtigkeiten, die

ihnen von schlimmen Edelleuten widerfahren sind, indem sie der

freundlichen Herren darüber vergessen, eine Freude und Ergötzung

erleben, wenn sie sich märchenhaft erzählen, wie das Unglück oder gar

der Gottseibeiuns irgendeinem bösen verruchten Geschlechte das Garaus

gemacht habe. Dom büst du då?

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Der Herr weiß wohl die alte Eiche, die dicht an der Burg steht, ein

besonderes altes Gewächs, welchem der Blitz auch vor einigen Jahren

die eine Hälfte abgespaltet hat. Da spielt jetzt eine gar

wunderliche Musikantengesellschaft drauf. Wenn man nur achtgibt und

aufmerkt, daß auch kein Vögelchen im Walde schwirrt und zirpt, um den

Baum ist's nimmer still. Spatzen und Zeisige und Meisen flattern und

schreien da bei Tage in solcher Menge, daß man sein eigen Wort nicht

hören kann, und des Nachts--o herrje!--machen die Eulen und Krähen

und Raben ihren Gesang, daß einem die Haare zu Berge stehen. Sie

sagen auch, daß die Füchse dann aus ihren Löchern kommen und

mitheulen, und daß die Schlangen, deren unten am Bache so viele sind,

dann einen Ringeltanz halten; aber ich habe es nicht gesehen. Das

ist aber einmal wahr, daß man die Pferde, die in ihren Nüstern von

Gespenstern und anderm Teufelszeug eine Witterung haben, an dieser

Seite des Waldes selbst bei Tage kaum grasen sieht. Der Herr hat

auch wohl den schwarzen Storch gesehen, der nicht weit von der Burg

auf einer abgestumpften Buche horstet. Hier um Löbnitz, Redebas und

Divitz, wo die Barthwiesen und Bäche so viele Nattern, Schlangen und

Frösche ziehen, hat's der Störche auf allen Dächern und Scheunen die

Menge, aber nirgends sieht man einen schwarzen Storch als hier.

Zuweilen sollen Jahre sein, so er ganz ausbleibt, schon seit

Menschengedenken hat man davon gesprochen, aber er erscheint zu

seiner Zeit immer wieder. Dieser schwarze Storch ist hier der

Feldhauptmann des ganzen Vogelgefieders. Viele Leute sagen, er sei

der alte Edelmann selbst oder auch ein Sohn von ihm, den er mit einer

Mohrenprinzessin gezeugt haben soll, die er dem Sultan im Mohrenlande

abgekauft hatte. Denn Zauberer, Hexenmeister, Mohren und solches

wanschaffene Teufelsgesindel, das keinen ordentlichen Vater und

Mutter vorzeigen kann, wippsen hier des Nachts umher, und diese haben

die vielen Fußtritte ausgetreten, die zu dem Wall hinlaufen; denn die

Menschen hüten sich wohl, um dieses Revier Fußsteige zu machen.

Dieses Gesindel wohnt bis auf den heutigen Tag in unterirdischen

Sälen, die noch viele hundert Schuh tief unter den Füchsen liegen,

und mancher hat es deswegen tief unter dem Wall heraus oft so

wunderlich sausen und klingen gehört, mit ganz anderer Gewalt und

andern Tönen, als Füchse und Marder in ihren Löchern machen können.

Mit diesem schwarzen Storch ist es ein gar absonderliches Ding. Das

wissen alle Bauern und Hirten zu erzählen, er hat auf den Wiesen ein

dreimal größeres Jagdrevier als irgendeiner der bunten Störche, und

keiner von diesen kommt ihm in sein Verbiet; ja sie fliegen gleich

davon, als wenn sie den Teufel sähen, sobald sie ihn nur von fern

erblicken. Des Nachmittags gegen den Abend, wenn die Sonne ins Gold

zu gehen anfängt, sieht man ihn zwischen der Burg und dem Hünengrabe

immer hin und her fliegen, auch sitzt er dann oft auf diesem Hügel

und schaut gegen die Stadt Barth hinüber, woraus er in seinen Tagen

vielleicht manche hübsche Dirne verlockt hat. So muß er nun nach

Gottes Spruch und Urteil viele Jahrtausende in Vogelgestalt

herumfliegen--denn wer wird ihn zu erlösen kommen?--und statt seiner

früheren Leckerbissen mit der schlechten Speise der Frösche und

Schlangen, die jeder Mensch anspeit und ausspeit, vorlieb nehmen, und

in seinem schwarzen Rock zeigen, daß er ein Schelm und Bösewicht von

Natur ist. Aber es ist sonst doch noch etwas anderes dabei, und das

ist eben das Greuliche, der Matros in der bunten Jacke. Ich weiß

nicht, ob es ein Matros ist, in welcher Gestalt ihn viele wollen

gesehen haben, oder ein hübscher flinker Jägerbursch, aber die bunte

Jacke gehört einmal dazu. Und keiner versteht, wie dieser Buntjack

und der Schwarzrock, der Storch, zugleich da sein können, und was

diese Vermaskierung bedeutet, aber ein buntes Teufelsspiel ist es

sicherlich, und hat manche arme Seele um Ehre und Glück gebracht.

Denn wenn so ein glatter Geelschnabel und Grünling von einer hübschen

jungen Dirne oder ein anderes schönes Weibsbild hier im Walde Blumen

lesen oder Nüsse pflücken geht und ihre Gedanken nicht in acht nimmt,

daß sie nicht ganz auf Gottes Wegen bleiben--ich meine, wenn sie

etwas zu junges und zu Lustiges denkt oder mit verbotenen

Götzenbildern des Herzens spielt, wie unser Herr Pastor Scheer sagt,

auf der Stelle stellt sich der schöngestreifte Buntjack ein und macht

vor ihr seine Kratzfüße. Er macht sich gar leidig und freundlich

heran, reicht Blumensträußchen, erbietet sich als Diener die

Nußbeutel zu tragen, und spielt so mit tausend Blücklingen und

Heuchlingen und Schmeichlingen um die Weibsen herum, daß die armen

Begigelten und Behexten nicht wissen, wie ihnen geschieht, und nimmer

gewahr werden können, welch ein Hahnenfüßler er ist. Auch kommt er

wohl immer ganz wie von ungefähr als ein feiner, blöder Jüngling, als

ein hübscher, unschuldiger Knab', irgendein buntes Vöglein auf der

Hand tragend und sprechend: 'Sie sucht Blumen, schöne Jungfer, Sie

will Nüsse pflücken--o komm Sie mit mir! Ich weiß wo schönste Blumen

stehen, wo braune Nüsse in Menge hängen.' Und so lockt er sie fort,

und führt sie durch Blumen und Nüsse immer tiefer in den Wald, und

lockt sie endlich auf den Burgwall--'O da ist eine ganz prächtige

Aussicht, schöne Jungfer', ruft er, 'da kann Sie die schöne Welt mal

weit umher überschauen.' Da oben liegt aber ein kleiner roter runder

Stein wie zu einem Sitz zurechtgemacht mit einem immergrünen

Plätzchen daherum, da hat der Schelm Blumen und Nüsse hingestreut,

und wohl rosenrote Äpfel und Pflaumen, und heißt sie sich setzen und

sich des Blicks über die weite Landschaft freuen. Aber siehe! Wie

sie herantreten und den Stein berühren, tut sich das grüne Plätzchen

auf, und Buntjack und Jungfer und Nüsse und Blumen--alles sinkt

plötzlich tief in die Erde hinab, in die unterirdischen Säle, aus

welchen es oft so wunderlich herausklingt--und die armen versunkenen

Dirnen kommen nimmer wieder, oder einige kommen auch wohl nach Jahren

wieder an das Licht und unter die Menschen, aber sie schämen sich zu

sagen, wo sie so lange gewesen sind und was ihnen widerfahren ist. O

wie manche hübsche Jungfer, die mit dem lustigen Buntjack Blumen und

Nüsse pflücken ging, hat hier den Blumenkranz ihrer Unschuld verloren.

Ich sage soviel, meine Frau ließe ich für alle Schätze der Welt

nicht in diesen Busch gehen. Die Jungen, die des Nachts auf den

Wiesen die Pferde hüten, erzählen viel von dem Eulen- und

Krähengeschrei, aber zuweilen haben sie auch ein Wimmern und Winseln

wie tief aus der Erde heraus gehört, und dann haben sie den schwarzen

Storch gesehen sich in der Luft über dem Walde mit den Flügeln

wiegend und klatschend, als sei ihm das eine Freude. Aber ich weiß

nicht, ob man alles so glauben soll, aber gewiß böses Spiel ist

dahinter, wiewohl man glauben soll, daß Gott solches Spiel nicht

zuläßt bei denen, die mit den rechten Gedanken und mit frommen

Bibelsprüchen in der Brust versehen sind, und wenn sie sich auch

unter lauter Teufelsgesindel im düstersten Walde und in einsamster

Wüste verirrt hätten."

In dem schönen Lande Thüringen up der güldnen Au nich wiet van dem

Kiffhüser wahnde een riker un vörnehmer Eddelmann, dem wurd unner går

besünderlichen Umständen een Sähn geburen, so datt he alle

Wahrseggers un Tekendüders fragde un de Stiernkikers up alle Thörm

klattern let totokieken, wo de Planeten un de annern groten Stiern to

eenanner stünden un ob se wat Ungewöhnlichs meldten. Un de Wiesen

schüddeden de Köpp äwer de Teken un segen sehr deepsinnig un

nahdenklich ut; äwerst nüms wußte dem Vader des Kinds wat Genaues to

seggen. Man een van de Stiernkiekers let sick so wiet ut, datt he

apenbårde, dat Kind hedd den eenen Hauptstiern veel heller as all de

annern; nu, sede he, wenn he sick nah dem Hauptstiern hölt un mit

sinem Glück frisch up't Lewen losgeiht un em eenen Schub gift, wenn't

nich wieken will, so kann he de Gefåhren noch woll äwermeistern, de

em in den lütten Stiernen dräuen. Dat sede he vör en allen; spader

äwerst, as de annern weg weren, nam he den Vader des Kindes bi Side,

un sede em unner vier Oogen: Der Dausend! wat för een Kerlken! De

ward Spalk in der Welt maken! Ick wull, he were mi geburen! Dat

sünt een påar Jahrhunderte vörflaten, un wi hebben nicks mehr van

eenem Dom hürt, van dem wunderbåren Vogel Phönix, de de Geschichten

lustig makt; un et dünkt mi Tid to wesen, datt bald mal wedder eener

erschient, süs kümmt de Geschicht van den Doms ganz ut der Mode. Un

wer weet Gotts vörborgnen Rath? is't nich mäglich, datt Gott din Kind

ton Eddelmannsdom utersehn hett? De Himmelsteken stahn seltsam

ungewöhnlich un grot nog dåto. De Tid is so vull Langerwil un so

insleperig, datt mal wat Lustigs kamen mußt, se ut dem fulen Slap

uptojagen. Un is dat Gotts Will, so müßt du ook eenen verständigen

Willen hebben, un darüm hork up, wat ick di segg, dåmit du uns den

Jungen nich vörfumfeist. Du müßt dem Knaben, de tom Dom heranwassen

schalt, sinen Willen laten un em den bi Liwe nich breken; denn etwas

wunderlich ward he allerdings sin. Denn schalt he een rechter Dom

warden un de Domschen Geschichten mit Glück un Mod vollbringen un

dörfechten, so mütt he upwassen, as schull mal een Kaiser edder

Köning ut em warden. Denn einzig ut der högsten un frodigsten

Freiheit un Vörwägenheit, de vör nicks in der Welt bäwert un

schuddert, kann de rechte Dom spruten. Dat müßt ick di seggen, un

dat vörget nich, un taste nich mit dummkloker Hand in dat Spill, dat

du nich versteihst. Will't Gott, so ward de Jung et to siner Tid

woll utspelen.

So wiesde de Stiernkieker, un de Eddelmann hürde nipp to un nam sick

alle sine Würde to Harten, un gaff dem lütten Jungen in der Döp den

Namen Wigbold, as de eenmal düchtig üm sick slan un sick siner Hut

ridderlich un dapperlich wehren schull.

De lütte Junker Wigbold was een so flinkes un schönes Kind un hedd

een paar so stiernklare un himmelblage Oogen im Kopp, datt alle Lüde

seden, se hedden up langer Tid nah keen so schönes un muntres Kind

sehn. Un Wigbold gedeihde un wurd sehr stark, so datt he as en Jung

van acht Mand all up egnen Föten spazierde; un wer en sach, hedd en

leef, denn he was går to flink un hübsch. Un as he mehr heranwuss un

in de School gahn schull, let sin Vader em ganz sinen Willen; äwerst

dat Kind dheed alles mit Lust un was gehursam ut Leew, un begrep

swind, wat en sine Pissetters lehrden. Äwerst buten der School

was he as een junges Hingstfahlen, dem keen Graben to breed un keen

Tun to hoch is, un van sinen starken Armen un hirschswinnen Föten

vörtellden de Nawers un Nawerskinder sick Wunderdinge. Kort de Jung

was as de Blitz nu hier nu då, nu up dem Appelboom nu up dem

Kirschboom edder up der schiersten un höchsten Esch edder Eek, de

Vägelnester uttoföhlen; un mennige Schelmstücken, as de Jungens dhon,

wurden van em vörtellt. Äwerst slichte un gemeene Streek begirig

he nich, un dårup kunn man sick in allen Fällen vörlaten, datt he

nümmer Lägen sede un dat sin frischer Mod sülwst dem Düwel ut der

Höll nich eenen Finger breed ut dem Weg ging. So vörwegen was

Wigbold, datt he eenem Bier in de Hauers packt un eenem Wulf in den

Rachen grepen hedd, wenn en eener vörmahnt hedd, dat were

Ridderpflicht. Denn mit dissen Wurd hedd man en in de Höll schicken

künnt.

As he nu gegen viertein föftein Jåhr old was, fung he an de

ridderlichen Künste do driwen, un was in sinem sösteinden Jåhr so

flink un stark, datt Weinige dat mit em up Hieb un Stot wagen kunnen;

un een Rüter was he, datt, wenn he ansprengde, een Goliath sick vör

sinem Speer nich im Sadel holden kunn. Dåbi was he lustig as een

Vagel un schön as de Dag un angenehm un beleewt bi allen Lüden; un se

nömden en man den schöne Wigbold. So was he in't säwenteinde Jåhr

treden, då fund he mal up sines Vaders Disch een Book, dat de Olde

vörgäten hedd wegtoleggen. Un in dem Booke was to lesen, wat sick bi

siner Geburt begewen hedd un wat eener van den Stiernkiekers up em

düd't un prophezeiht hedd. Un kum hedd he dat Book lesen, as he mit

groten Oogen un mit eener Årt van Vörstaunung üm sick her sach, un

toletzt sede: Töw man, Vader! datt du mi dat nich ehr seggt hest! Un

nicks in der Welt schall mi holden, ick will nu woll Anstalt maken,

datt ick de Dom ward, van dem de Stiern am Himmel so veel to

vörtellen wüßten. Juchhe! min Glück! Frisch Mod un Jugend! tummelt

ju! Un tor Stunde wapende he sick, sadelde sin Perd un gaff em de

Spåren un galoppierde dåvan in alle Welt henin. Un för sinen Vader

let he eenen Bref torügg, worin he schref: Vader, Ade! Ick ried in

de wiede Welt. Ick bün de Dom, un du weetst woll, datt ick't bün.

Nümmer sühst du mine Oogen wedder, wenn ick di nich de schönste

Prinzessin int Hus bring, de Gott för den Dom hett geburen warden

laten.

Den annern Morgen as de Vader upstund, fund he den Bref, las en, un

let sick nicks marken, äwerst in sick froide he sick un dachte sin

Deel. De Moder äwerst bedröwde sick sehr un de Bröder un Swestern

weenden em nah; denn se dachten, he würde nümmer wedder to Hus kamen.

Un wi willen den schönen Wigbold nu man den Dom heten; denn he was

würklich de Dom un nam nu sülwst den Namen Dom an. Datt he äwerst

eener van den groten Domen was, de alle Jåhrhunderte etwa twee drei

Mal wedder up de Erd kamen, dat wüßte dåmit noch keen Minsch. He

wüßt ut sines Vaders Book un Uptekning ook recht god Bescheid, wohen

he sinen Kos stellen un wonah he trachten un blicken müßt. Denn datt

dem Eddelmannsdom de schönste Prinzessin up der Welt tor Brut

bestimmt was, hedd he ook noch in besündern Geschichten lesen un van

kloken Lüden vörtellen hürt. Datt wüßt he ook, datt he in de groten

Städer un Slött inrieden müßt, wo mächtige Kaiser un Köninge un

Hertoge Hof holden.

Un Dom ret toerst an den Hoff to Isenach im Thüringer Walde, wo een

prächtiger Hertog van Sassen satt; un he bleef då woll drei Mand un

wurd bald bekannt dör sine Schönheit un Ridderlichkeit, un ging ook

oft bi den Hertog to Hawe. Un he sach des Hertogs vier Döchter, de

weren schön as de Rosen im Maimand, äwerst se weren ook äwen so stolt.

Un Dom, as he disse Undägd gewåhr wurd, red wieder; denn he sede:

Dat Leuschen seggt, de Prinzessin, de den Dom leewen un dör alle

Gefahren winnen schall, mütt still un sanftmodig un fründlich sin, as

de witten Lilien im Feld un de Maienglöckschen im grönen Grase, un wo

schön disse Prinzessinnen ook wesen mägen, för mi is keene drunner.

Un he sadelde sinen Rappen wedder un red dör Sassen un Polen un

Ungarn, un bet in Wälschland herunner, un was mit in groten

Schlachten un Turneien un bi veelen prächtigen Festen un Gelagen, un

de Ridder Dom wurd een groter un heller Name. Un he sach eenen Hupen

schöne Prinzessinnen, Kaiser- un Königs-Döchter, äwerst noch hedd he

keene sehn, de em so unschuldig anmodig un demodig vörkam, datt se

Doms Brut sin kunn. Un he sede ook bi sick: Hier ward't sick

utwiesen, wer du büst; denn büst du würklich un wahrhaftig de Dom, so

ward dat Hart di't woll seggen, wenn du se sühst, datt se de

rechtschüldige is.

So was Dom woll drei Jåhr herümreden van eenem Krieg in den annern un

van eenem Turnei un Hoff to dem annern, då kam he äwer de Barge ut

Wälschland in dat Land, dat de Switz het, un wull to der stolten

Riksstadt Zürich henafriden, wiel he vörnam, datt een groter

mächtiger Herr, de Hertog van Swaben, då Hoff holden schull. As he

nu eenen Morgen dör de hogen Barg henred in der Schummering tüschen

Nacht un Dag, süh! då blitzte't mit eenem Mal vör em up, as wenn eene

Lüchting ut dem Felsenbarg slog, un he sach een lütt Männiken vör

sick stahn mit eenem kritwitten Bårt un in eenem grisen Rock, un de

eenen witten Stock in der Hand heelt. Un em wurd gruwlich, as dat

Kerlken so wunderlich hervörkam; doch as't en fründlich to sick

wenkte, höll he still. Un dat Männiken wurd noch fründlicher un sede:

Mennigen goden Dag hebb ick hier in den Steenen seten un lurt un

lurt--un nu kümmst du endlich. Du magst woll all weten, datt du de

Dom büst, un ook, datt du noch mennigen suren Schritt dhon un noch

mennige Arbeiden un Gefåhren bestahn müßt, ehr du de schöne

Prinzessin gewinnst, de för di geburen is. Un hier gewe ick di wat,

dat ich mennige Jåhr för di hegt hew, un dat is disse goldne Ring.

Un he gaff em den Ring, un Dom stack en an sinen Finger. Un dat

schast du weten, sprack dat Männiken wieder, datt, wenn di dünkt, du

büst in Dodesnoth un kannst di nich anners helpen, denn nimm dinen

lütten Finger un spreck man lisign Pusch! un rühr an den Ring, so

büst du strax unsichtbar, un de Düwel in der Höll un sin finster un

listigster Hexenmeister kann di nich sehn. Un as de lütte Dwarf en

so belehrt un beschenkt hedd, heelt he sinen mitten Stock hoch in de

Höh un reep: Glückliche Reis, Ridder Dom! holdt ju brav! Gott behöde

ju! Un mit dissen Wurden was he weg, as äwer de Man in der Nacht

eene Wolk wegweiht, un Dom sach en nich mehr un hett en in sinem

Lewen nich wedder sehn.

Un Dom red nah Zürich herunner un spornde sin Roß frisch an; denn dat

Hart brennd em im Liwe, un he hedd hürt, des Hertogs van Swaben

Dochter were de schönste un holdseligste Prinzessin van allen

Prinzessinnen in dütschen Landen, an Unschuld un Leewlichkeit un

Fründlichkeit eene rechte witte Lilje unner den Fürstendöchtern. Un

as he näger an de Stadt kam, sach he een grot Getümmel un eenen Uplop

van Volk, un hürde veel Larm un Geschrei rund herüm. Un as he sick

erkundigde, seden de Lüde, nich wiet van der Stadt were eene Slang in

eener Höhle, un de were de Nacht int Slott herup kamen un hedd dem

Hertog sine eenzige schöne Dochter entführt, un hedd se nu bi sick.

Un de Hertog, de woll wüßte, wo grimmig gefährlich un gewaltig de

Drak were, hedd sine Dochter dem tom Prise utbaden un sine ganze

grote Herrlichkeit dåto, de den gewaltigen Draken döden un em sin

Kind lebendig wedder bringen würd. Un een paar dappre Riddersmänner,

seden se, hedden sick all een Hart fatet, et mit dem Draken to

vörsöken, äwerst se weren nich wedder kamen, un nu were allen de Mod

sunken, un dårüm were de Uplop un dat Geschrei in der Stadt. Un Dom,

as he dat vörnamen hedd, red grad up dat Slott to, wo de Hertog

wahnde; denn he dachte bi sick: vörsöken kannst du't mit dem Draken,

un müßt et ook; denn woför werst du woll tom Ridder slagen, wenn du't

nich mit Slangen un Draken upnehmen un für gefangene edder

vörwandelde Prinzessinnen nich kämpen wust? un wer weet, ob disse

Prinzessin nich de Domsche Prinzessin is? Un as he buten vör der

Slottporten höll, sach de Hertog en ut dem Finster, un let fragen,

wat des fremden Ridders Begehr were? Un as Dom sede, he wull up

Lewen un Dood mit dem Draken striden, wenn de Hertog em sine Dochter

lawde un tosede, kam de Hertog herut un swur bi sinem Degen, he

schull de Prinzessin beholden, wenn he se dem Draken afwinnen künn.

Un Dom red strax gradeswegs wedder ut dem annern Dur herut up de

Strat, wo de Weg to der Drakenhöhle ging. Un as he een paar Stunden

reden hedd, markte he, datt he dem Draken näger kam; denn he kunn sin

Zischen so lud hüren, as wenn man van wieden her eenen Strom den

Felsen herunnerbrusen hürt. Un he settede sick im Sadel torecht un

lede sinen Speer in, un so red he up den grimmigen Draken los. Un de

Drak let nich up sick töwen, he was strax då un sprung gewaltig up

den Ridder los, un meende en mit Perd un Sadel to vörslingen; äwerst

Dom gaff em sidwards so eenen Puff mit dem Speer, datt he af springen

müßt. Un nu entstund een mächtiger Kampf, un Dom was bald mal van

sinem Roß herunner, un de giftige Worm sprung up en to; un he müßt

all an sin Pusch denken. Doch he schämde sick un sede: dausendmal

leewer dood, as dat Pusch gegen eenen Draken bruken, de keen Töwerer

un Hexenmeister is. Un he ermannde sick un nam sine letzte Kraft

tosam, un fung den Anfall van dem Draken so richtig up, datt sin

Speer dem Undeerd grad dör de Ribben fuhr, un et sick in sick

tosamkrümmde un terborst. Un he let den dooden Draken liggen un ging

in de Höhle herin, un sin Hart hamerde em vör Bangigkeit gegen de

Ribben, ob he woll sine schöne Prinzessin finden würd. As he se in

der Höhle nich fund, ging he wieder dör eenen langen düstern Gang.

Un as he dör was un wedder an't Licht kam, wurd he dat prächtigste

Slott gewåhr, dat sine Oogen je sehn hedden; un dat was des Draken

Borg un dårin höll he de schöne Prinzessin vörslaten un noch veele

hundert annere schöne Prinzessinnen, Fräulen un Jumfern. Denn dat

düchte dem Draken, derwiel he lewde, eene gewaltige Lust un

Herrlichkeit, datt de Lüde van em seggen kunnen, he hedde dat Slott

vull van dem Allerschönsten, wat in siner Tid up Erden bloihde. Un

hier müßt Ridder Dom noch eenen harden Strid bestahn mit twee Löwen,

de den Hoff bewachten, un mit eenem Riesen, de an der Slottsport

stund un keenen Minschen inlet, de nich een Teken van dem Draken hedd.

De beiden Löwen erslog Dom swind un glücklich dör sine Behendigkeit,

äwerst mit dem Riesen hedd he eenen langen un swåren Karnpf. Eenmal

lag he all an der Erd dör eenen Stot, den de Ries em mit der Lanze

gaff; un de Ries tog all den Degen un wull em dat Letzte gewen. Un

Dorn dachte tom tweeten Mal an sin Pusch, doch besunn he sick wedder

der Ehr un reep sick to: Pfui di an un nah mit dinem Pusch! un leewer

starw ehrlich un as eenem Riddersmann tokümmt! denn disse Ries hett

keene annere Kraft, as de in sinen Knaken sitt. Un glücklich sprung

he up, ehr des Riesen Degen up sinen Nacken föll; un de Ries stund nu

hoch un stolt äwer em, as de Eekboom äwer dem Durnbusch steiht, un he

grappelde un wull Dom gripen; un hedd he'n grepen, so hedd he en as

eene Fleg dood drückt. In dieser Noth besunn Dom sick nich lang, un

flink as een Eekhäschen klatterde he an eenem Been des Riesen henup,

un krop in sinen hollen Schild, un satt då so säker as de Bröms

tüschen den Hürnern des Ossen, den se mit ehren giftigen Stichen dull

maken will. Un as he sick hier in der säkern Schulung torecht sett't

hedd, truck he sinen Dirk ut der Sched un gaff dem Riesen Stot up

Stot recht ut'm FF, datt em dat rode Blood van der Borst

herafrieselde, un eener dåvan truff grad in't Hart. Un don hedd de

Ries nog, un störtede hen, datt de Erd unner em dunnerde, un streckte

alle Viere van sick. Dom äwerst lag up em un hedd sick bi'm Fallen

mit sinem eegnen Dolk vörwundt, datt dat Blood van em strömde. Un he

was so matt van dem langen Strid un van dem Bloodvörlust, datt he

bleek un witt wurd as de Kalk an der Wand un bi dem Riesen im Bloode

henföll un då lag as een Dooder.

Un de schöne Hertogsdochter un de annern Prinzessinnen un Fräulen, as

se den Klang un dat Gerassel van den Waffen un dat Degengeklirr un

Speergesuse hürden, weren an dat Finster lopen un hedden sick nich

weinig vörfeerd, as se den lütten Mann gegen den groten Goliath in de

Bahn treden segen. Un doch froiden se sick ook: denn, seden se, wo

keme de lütte Mann hier herin, wenn he den Draken nich äwerwunnen un

dalkämpt hedd? Doch zitterden se vör dem Kampf mit dem Riesen. As

nu de Ries henföll un de Erd unner em krachte, as wenn een Barg eenen

Infall dheed, juchten un josden se lud up vör Froiden un lepen all de

Treppen herunner, dem Awerwinner un Erlöser Wellkamen to beden.

Äwerst o Jammer un Noth! se erblickten den lütten Mann bi dem

groten im Bloode liggen as eenen Dooden. Nu klung Ach! und Weh! äwer

den ganzen Slotthoff, wo se äwen eenen Froidenklang hedden anstimmen

wullt. Un de schöne Swabenprinzessin bedachte sick nich lang, un

bückte sick äwer den bloodigen Dom, un klagede lud: O Weh! o Weh!

kümmst du, schöner Jüngling, arme Kinder to erlösen un müßt hier so

in gröner Jugend fallen? Un as de Prinzessin so äwer en wehklagde un

jammerde, wakte Dom, de in Ahnmacht un Beswimung lag, van den Klagen

up un nickte mit den Oogen. Un de Prinzessin froidede sick un reep:

Gottlow! Gottlow! då is noch Lewen in dem Riddersmann. Un se terret

ehre schönen Kleeder un nam se un wickelde se üm en, datt se dat

Blood stillde. Un as dat schehn was, slung se mit fiew annern

schönen Prinzessinnen ehren Arm üm en, un se drogen en de Trepp herup

un leden en in een schön week Bedd, un schenkten em Win in un gewen

em den to drinken, un setteden sick üm sin Lager un makten schöne

Musik, dåmit sin matter Geist sick in em erquicken künn. He lag

äwerst in groter Mattigkeit as im Droom un hürde un vörnam alles; man

datt he nich spreken kunn. Un spader hett he oft vörtellt, in sinem

Lewen were em nich so nüdlich to Mod west as don, as de schönen

Kinder in ehren weeken Armen en de Trepp herup drogen un mit Harfen

un Cithern üm sin Bedd Musik makten: dat were west, as wenn he all im

Himmel unner den musicirenden Engeln un Hilligen seten hedd. So lag

he in eenem anmodigen Droom un slep woll tein Stunden, bet de helle

Morgen anbrok un de lütten bunten Piepvägelken in den Bömen to

zwitschern begunnen. Då slog he de Oogen wedder to Glück un Lewen up

un sach de hellste Sünn vör sick upgahn, de en all sin Lewdag

beschenen hedd. De schöne Swabenprinzessin satt heel alleen an sinem

Bedd, un de annern Prinzessinnen weren wedder in ehre Kamern gahn.

Un kum sach Dom se, un he föhlde in sinen Oogen un in sinem Harten

een Für, datt en går anmodig brennde, un he sede still bi sick: ja

ick bün de Dom, un disse Prinzessin is wahrhaftig de Domin. Un de

schöne Prinzessin empfund tor sülwigen Stund dat Sülwige, un as he

går to spreken anfung, dücht ehr, nümmer hedd se eenen so schönen un

ridderlichen Jüngling sehn.

Dat ging man sehr langsam mit Dom, datt he sick vörkoverde. He müßt

noch woll vier Weken in dem Bedd liggen un een påar Mand in dem Slott

un in dem Slottgården herümhinken, ehr he wedder frisch up den Benen

was. Äwerst wat was ditt för eene lustige un froidenrike Tid! un

he hedd wünschen mügt, so all sin Lewenlang krank to sin un so eenen

söten Doktor un Feldscheerer to hebben, de em de Wunden vörbund. De

beiden hedden den ersten Oogenblick, as se de Oogen gegen eenanner

upslogen, markt, datt se van Gott för eenanner geburen weren. In den

ersten Weken swegen se noch un kunnen ut dem to vullen Harten keen

Wurt loskriegen; äwerst de Händ un Oogen sproken nog. As vier Weken

vörleden weren, seden se sick, wo't mit en beschaffen was. Un Dom

vörtellde der schönen Prinzessin, datt he as de Dom geburen were un

datt he noch veele un grote Gefåhren bestahn müßt, ehr he mit siner

Prinzessin vör dem Prester stahn künn. Un de Prinzessin hürd ook går

to nipp to un sede: Spreck nich so Slimmes; wo schull dat togahn?--un

de hellen Thranen lepen ehr dåbi ut den Oogen.--Du büst jo nu min

Brüdegam un krigst den Namen Prinz van Swaben, un warst mal Hertog

nah minem Vader; so hett he't dem vörspraken, de sine Dochter ut der

Drakenborg erlösen würd. Un mit dissen Wurden flog se em in de Arm

un küßte un trutede en up dat leewlichste, as wull se seggen: Wat för

unnütze Gedanken? jag dine bösen Dröm weg! Äwerst Dom schüddelde

den Kopp un sach bedenklich dåto ut, un sede: Mit Gott hew ick't wagt

de Dom to sin, un Gott ward mi't dörstriden helpen; äwerst du schast

sehn, schönste Prinzessin, dat geiht nich so licht un angenehm, as du

di't verstellst; denn süs were de Geschicht vam Dom eene Fabel, un

dat is se nümmer. De Prinzessin, as se dat hürde, wurd blaß un bleek

as eene Lik, doch drückte se sick noch herzlicher an en, un sprack:

Nu as Gott will, min leewster allerleewster Dom! up mine Tru kannst

du Slott un Hüser buwen, denn nümmermehr ward ick eenes Mannes Wif,

wenn't nich min Dom is.

Un as Dom wedder erfrischt un vörquickt was, rüsteden se alles to un

nehmen des Draken Sülwer un Gold, Perlen un Juweelen, Geschirr un

Wapen un all de herrlichen Perde, wovan he twee Ställ vull hedd, un

makten sick up den Weg, datt se tom olden Hertog nah Zürich tögen.

Un de annern Prinzessinnen un Fräulen, de Dom ook erlöst hedd, seden

schönen Dank un Adje to em un to siner schönen Prinzessin un nemen

jede den Weg, wo se am swindesten to Hus kamen künnen. As Dom nu mit

sinem prächtigen Uptog gegen de Stadt kam, vörwunderden sick alle

Lüde, un se lepen un seden dem Hertog an: Kumm, Herr, un seh! De

Ridder Dom hett wåhr un wåhrhaftig den gewaltigen Draken doodslagen,

un kümmt mit diner Prinzessin Dochter angereden un mit den

prächtigsten Perden un eenem langen Tog Wagen vull Kisten un Kasten

un all den Herrlichkeiten und Schätzen des Draken un Riesen. Un de

Hertog vörwunderte sick ook, denn wiel Dom in Maanden nicks van sick

hedd hüren laten, hedd he dacht: de is ook weg mit all sinen

Vörgängers, un mine Dochter ward in der Drakenborg woll gris un grag

warden mütten. Un he ging en strax entgegen, un let en tom Wellkamen

piepen un trumpeten, un führde se in sin Slott; un Dom müßt im Slott

bi em wahnen un hete een groter Herr.

So vörgingen een paar Weken in idel Lust un Froiden, äwerst de olde

Hertog let sick nicks marken van dem Wurde, dat he spraken hedd, as

Dom gegen den Draken in den Strit tog, un van der Hochtid mit der

schönen Prinzessin was't müsken-müskenstill. Ja he stellde sick ook

wunderlich an, as Dom de schöne Prinzessin alleen un unner vier Oogen

sehn un spreken wull, un sede, datt sick dat går nich gebührde. So

datt Dom in sick oft grimmig was un dachte: Worüm büst du Narr nich

länger in der Drakenborg un in dem Gården blewen? edder worüm hest du

nich des Draken Demanten un Goldhupen namen un büst mit diner schönen

Brut hentagen, wo keen Hertog van Swawen wat mittospreken hett? As

em ditt nu to swår up dem Harten lag un to lange durde, ging he eenes

Dages tom Hertog un begehrde sine Dochter van em, de he em tom Prise

utlawd hedd, as he den Struß mit dem Draken wagen wull. Un de olde

Hertog was een Schelm un settede sick up dat hoge Perd un sede: ja,

ick hew di't vörspraken, dat will ick nich lögnen, äwerst ick dachte,

du werest en Prinz, un wer weet, ob du een goder Eddelmann büst; un

een Hertog van Swawen kann sine Dochter nich jedem ersten besten

Tolöper gewen. Wat Tolöper? reep Dom vörbitterd, Ick bün ut so godem

un düchtigem Holt wassen, worut man Hertöge diner Årt woll to

Dutzenden sniden kunn; un wenn du nich den Mantel van dem Kaiser

drögst un nich Hertog werst un Vader der Prinzessin Dietlinde, ick

wull di minen goden Stammboom und mine Ridderschaft mit dem Isen in't

Gesicht malen un der ganzen Welt wiesen, wat in minem Lande Gelöfte

gelden. Un nu een kortes Ridderwurt: ick begehr, datt du dine Rede

god makst. Äwerst de Hertog was een slimmer Fickfacker un makte

noch veel Firlefanz un Finanz; doch gaff he sich toletzt so wiet,

datt he sede: Du schast mine Dochter Dietlinde hebben, Ridder Dom,

wenn du se im freien Turnier winnen kannst; denn een Turnier mütt ick

üm se anstellen. Mennig Prinz un Graf is hier west un hett üm mine

Dochter worben; un wi hebben se reisen laten. Nu denk, wat för

Fehden, wo veele Fiende schull ick up den Hals kriegen, wenn ick se

mir nichts dir nichts eenem bloten Riddersmann gewe! Topp! dat

schalt gelden! sede Dom, un slog in, dat schall de Vördanz tor

Hochtid sin! äwerst man keen tweetes mir nichts dir nichts! Ick

meene, ick hew minen Schatz ut dem Für reten, un wer mine Dietlinde

begehrt, mag sick up goden Athem un faste Ribben schicken; denn ick

hew nich Lust een so hoges Spill as een blotes Narrenspill to spelen:

min bestes Blood is för dine Dochter flaten, un so mägen se ehres ook

dran setten; tom Spaß lat ick mi minen ehrlich gewonnenen Pries

wåhrhaftig nich afriden.

So gingen se half vörtörnd van eenanner. Dom äwerst meldte alles an

de Prinzessin un schreef ehr: Een Schelm van Geburt ward nümmer

ehrlich, un wenn ick ook dittmal wedder winne, he bedrügt mi tom

tweeten. Äwerst dat mütt alles woll so schehen, as't in den olden

Leuschen steiht: de Dom dört sinen herrlichen Schatz so licht nich

gewinnen. Un höllst du man in Tru un Leew ut, Dietlinde, so will ick

as Dom woll alles durchfechten; blifst du mine helle Sünn, so kann mi

keene Unglücksnacht to düster warden.

Un de stolte Hertog van Swawen schickte sine Brewe mit Baden un

Ehreholden in alle Länder un Städer ut un let utblasen un trumpeten,

in der Stadt Zürich schull üm drei Mand een grot Turnier sin un de

Pris were de Prinzessin Dietlinde, sine eenzige Dochter un dat

schönste Kind, dat in dütschen Landen de Sünn bescheen. Un då kemen

veele Könige, Fürsten, Prinzen un Herren; denn dat was een söter Pris,

de jeden Mund wätern maken kunn. As se nu ankemen un sick

erkundigden un vörnemen, wo de Sak stund, reisten veele wedder dåvan,

eenige ut Frucht vör dem Drakendöder, datt he en een to swår un

scharp Isen führen mügt, annere ut Frucht vör Gott; denn se seden: wo

künnen wi wagen un hapen in eenem unbilligen ungerechten Strid bawen

to bliwen? dem Ridder Dom kümmt de Prinzessin van Gottes un Rechts

wegen to.

Un de Schranken van der Rennbahn wurden an dem ersten Dage des

anfangenden vierden Mands updhan un de Strid schull beginnen. Un Dom

red up, un he satt up eenem swarten Hingst ut des Draken Stall, un

lede sine Lanz in, un reep: Wer unnersteiht un lüstet sick mi de

Prinzessin Dietlinde van Swawen aftowinnen, de ick mit minem Bloode

vom Riesen un Draken löst hew? Heran! heran! heran! mi brennt dat

Hart im Liwe den Vörmätnen to tüchtigen. Un wat he ook wåhrschuwen

un up Gott un sin Recht wiesen mügt, doch weren, de heranreden. De

Erste un Vörnehmste, de dat böse Stück wagen wull, was een Prinz ut

Wälschland, de Köning van Burgund, un Dom reep vull Grimm: Heran,

Herr Köning! heran! wenn ju der Höllen gelüstet un ji mi afstriden

willt, wat min is. Ick kenn de wälschen Glawen, äwerst ji schält ook

dat dütsche Isen pröwen leren. Un de Wale wurd falsch un tücksch un

fuhr up en, as wenn de Blitz ut swarten Wolken schütt. Äwerst Dom

was fardig un de Grimm got em dubbelte Kräfte in den gewaltigen Arm,

un he fung den ansprengenden Köning dermaten mit sinem Speer up, datt

he dör un dör ging un datt de stolte Herr mit Roß un Rüstung in den

Sand herunnerklung un ook keen Teken van sich gaff, datt je Lewen in

siner Borst west was. Un de Rüters to Perde vörzugden sick, as de

Köning so flink ut dem Sadel kam un mit sinem Blood de Erd roth

farwde. Doch satt de schöne Prinzessin neben ehrem Vader dem Hertog

up eenem Erker äwer dem Kampfplatz un funkelde in ehrer Schönheit un

Herrlichkeit mit dem Brutkranz up dem Kopp, un se müßten woll vör

Schaam un Lust in den Schrecken henin. Un då kam noch een Wale, un

dat was een Prinz van Schampanien, eenes mächtigen Hertogs Sähn, un

he was binah een Ries un gult bi den Sinigen för eenen gewaltigen

Kämpen, un höll so hoch un prächtig to Roß, datt de Prinzessin, as se

en upriden sach, för ehren Dom bäwerde. Un he was so hoch van Liwe

un satt up eenem so hogen Perde, datt Dom neben em as een lütt

Jüngelken utsach un datt ook annere as de Prinzessin för Dom bäwerden.

Äwerst Dom was unvörfeerd un wurd noch grimmiger, as he dissen

langen Recken sach: Un he reep em to: Büst du hoch un lang as König

Oss to Basan, du schast herunner un de Erd küssen! Vagel, ick kenn

dine Feddern un hew se all flegen sehn; du hest eenmal in Mailand an

Sant Ambrosius vör mi streeken; hüt mütt dat wälsche Blood up

dütsches Isen lüstern wesen. Un he gaff sinem Hingst de Spåren un

dheed eenen rechten Domschen Anlop, un Mann un Roß gingen vör em

toghek in den Sand, datt dat stöwde; un se drogen den Wälschen mit

een paar terbrakenen Ribben vam Platz. Un de letzte, de't üm de

Prinzessin Dietlinde wagen wull, was een Prinz ut Dennemarken, un as

de ook bloodig ut'm Sande upsammelt wurd, höll de Drakendöder Dom

alleen då, un he bleef ook alleen.

Un as alles vörbi was un de Trumpeten den dappern Dom as Sieger

utblasen hedden, ging he up den Hertog to un begehrde sine Dochter,

de he ook ditt tweete Mal, wat he går nich nödig hett hedde, wedder

wunnen hedde. Äwerst de Hertog de Schalk strüwde sick un tierde

sick sehr ungebärdig, un sede: Nu kann't noch weiniger schehn as dat

erste Mal--wo künn ick die nu woll mine Dochter gewen? Ligt nich de

Köning van Burgund dood då? un hebben de den Prinzen van Schampanien

nich mit terbrakenen Ribben wegdragen? Wenn ick di mine Dochter gewe,

denn müßt ick't mit ganz Burgund un mit dem mächtigen Schampanier

upnehmen; un dat kann ick nich un mag ick nich. Un wer bist du? un

wo is dine Macht? wo sünt dine Ridder un Mannen, de di to Dausenden

totehn känen? Un nu sadel up un mak, du Ridder van dem blanken

bunten Bloomenfeld, datt du mi ut dem Land un ut dem Weg kümmst, un

dat Unglück mit di wegnimmst! Denn wenn de Sünn di noch viermal in

minen Gränzen beschient, so büst du een Kind des witten Doodes.

Un Dom antwurd'de em: Hew' ick nich vörutseggt, du würdst tom tweeten

Mal een Schelm an dinem Wurd werden, un werst du nich Dietlindens

Vader, so schull ditt redliche Isen dine falsche Seel eenmal up sick

zappeln laten, as Jungens Ketelböters up Nateln zappeln laten. Darüm

will ick nu reden; äwerst ick kam wedder, un weh dem, de't wagt nah

Dietlinden de Hand uttostreken! Hier liggt min Handschoh un sin

bleeker Dood!--Un he smeet den Handschoh vör dem Hertog in den Sand.

Un don makte he sick strax up, un red ut dem falschen Hawe weg; denn

he dachte bi sick: Nu sünt veele Dusende då, un ick kann en nich

dwingen; äwerst de Dom bün ick, un Dietlinde mütt min warden. Un he

red ut des Hertogs Gränzen un vörstack sick eenige Weeken in eener

afgelegnen Wildniß, bet de Tid keme, wo he wedder ümkehren künn.

Un disse Tid kam bald. Dom erfuhr, datt de Hertog mit sinem Hawe un

siner Dochter up een Jagdslott gahn was, dat nich wiet vam Rhine bi

der Stadt Baden lag. Un he sprack to sick sülwst: Nu rid hen un nimm

di dat Dinige, wat de olde Schelm di vörenthölt; denn he ward keen

grot Geleide bi sick hebben, etwa een paar Schildknappen un Jägers,

un wunderlich müßt et togahn, wenn de't mit di wagen schullen. Un

Dom red eenen Middag in dat Slott in, as de olde Herr un sine Dochter

Dietlinde to Dische seten, un in vuller Rüstung den blanken Degen in

der Hand trat he in den Saal, un ging hen, wo Dietlinde satt, un sede:

Stah up, mine Brut, un folg dinem Brüdegam; denn de Tid hett

Flüchten för uns. Un he nam se an der Hand un se ging mit em. De

olde Hertog äwerst zitterde un bäwerde vör Schrecken un Wuth, un reep

sinen Lüden to: In de Wapen! in de Wapen! up den Deef! up den Deef!

Un et wurd een gewaltiger Larm im Slott, un se bewehreden sick.

Äwerst as de Drakendöder sin Isen swung un reep: Man her! man her!

wer hett Lust up eenem harden und kolden Bedd to slapen? weeken se

all torügg, as de Hund vör eenem Löwen, wenn he brüllt. Un Dom

lüftede sine Brut in den Sadel un swung sick to ehr up un

galloppeerde dåvan. Un de olde Hertog let achter en herjagen un

eenen gewaltigen Schrei maken un mit allen Klocken van den Thörmen

lüden. Äwerst wat hulp em dat? Nüms hedd dat Hart antobiten un't

mit dem Dom to vörsöken, und se seden: Wat geiht et uns an? De Düwel

mag striden mit dem, de Riesen un Draken döden kann; worüm kümmt de

Hertog nich mit up de Jagd, wenn de Wulf so licht to fangen is?

So red denn Dom dåvan mit sinem düren un dür gewonnenen Schatz; un as

se woll fief Mil reden hedden, kemen se an een Hüsken midden in eener

wilden Horst. Un hier erinnerde sick de Prinzessin, datt se vör een

paar Jåhren up der Jagd mit ehrem Vader achter dem Hüsken up eenem

grönen Brink seten un Erdbeeren plückt un geten hedd. Un se settede

sick up dersülwen Stell hen, datt se sick een beten utrauhde van dem

swåren Ritt. Un wat geschach hier? Kum hedd se een paar Minuten im

Grase seten, so schot een swarter Vagel, eener Kraih edder eenem

Rawen gliek, ut dem Busch herut up se to, un de Prinzessin schreide

ludes Halses, as keme dat grötste Unglück heran. Un Dom sach sick üm,

un weg was se--un he sach een lüttes buntes Vägelken flegen, un de

swarte Vagel flog achter en her un jagde en. Äwerst wo was de

Prinzessin blewen? Dom stund vörbast un gapte ümher, un wüßte nich,

wo em geschach un ob he drömde edder wakte. Un disse Geschicht

vörhöll sick so:

As de Prinzessin dat erste Mal hier west was un up dem grönen Brink

seten un geten hedd, was een hoger billiger Festdag west, un se hedd

geten un nich bed't; un dat hedd de olde Hex utlurd, de in der ganzen

Gegend herümstreek, un hedd ehren Gesellen den Befehl laten,

uptopassen, wenn de Prinzessin mal wedder keme up de Stell: denn nu

hedd se eene Macht an ehr, wiel se an eenem so hogen Dage dat Gebet

vörgäten hedd. Un so was't nu schehn, datt se sick in eenen Rawen un

de Prinzessin in eenen Stieglitz verwandelt un dat arme Kind so lang

dör alle Büsche jagt un ängstigt hedd, bet se se in eenen vörtöwerten

Gården dreef, worin veele sonne bunte Vägelkens lewden, de up

Erlösung hapten. Då müßt Dietlinde nu sitten un trurig singen; denn

lustige Stückchen piepen was ehr woll vörgahn.

Dom stund noch lang då, as wenn he vörsteend was, un rührde sick nich,

un gapte un gapte. Toletzt fung he allmälig an sick to besinnen, un

reep: ick Narr, datt ick hier stah un dat Mul upsparre, as wenn't

goldne Gapäppel våm Himmel regnede, de ick fangen wull! Ja woll! ja

woll! Himmel, du spreckst eene to dütliche Sprack mit mi: Ick bün de

Dom, un ick will de Dom bliwen un mit Gottes Hülp alles utfechten.

Denn hebben wi't nich wedder un känen't mit Händen gripen? Is nich

de Düwel un sin Heer wedder up'm Platz? un mütt sick datt nich alles

so dull un kunterbunt begewen, damit de Dom pröwt ward? O du min

sötes sötes Vägelken in dem bunten Rock! Holl di man wacker! Ick

will di woll finden un erlösen, un schull ick de Welt dörchriden bet

tor Stell, wo se mit Bredern tonagelt is. Se schalt doch min bliwen

un ick will een Prinz warden. So sprack he mit sick sülwst, swung

sick up sin Roß un red wieder dör den dicken Wold, ahne to weten,

wohen, bet de sinkende Nacht ehren swarten Mantel äwer de Erd deckte.

Don steg he aff, led sick unner eenen Boom un sleep in; sin Perd

äwerst ging bi em im Grase. Un he dheed eenen düchtigen Slap, un as

he wedder upwakte, stund de Sünn all hell am Häwen, un de Sünn in

sinen Gedanken scheen ook een beten klårer. He settede sick hen in't

Gras, lede den Kopp nahdenklich in sine beiden Händ, un dachte un

dachte, wo sin buntes Vägelken woll henflagen sin künn. Un as he een

paar Stunden so grüwelt hedd, sprung he plötzlich up, slog sick vör

den Kopp, un sede: Du Dummkopp! wo ist't henflagen as in den

Töwergården, woräwer de olde Hex de Gewalt hett? Hest du denn de

Geschichten van den vörrigen Doms umsüs vörtellen hürt?

Un he settede sick wedder to Perd un red frisch furt, bet he in een

Dörp kam; då frog he, ob se em nich seggen künnen, wo eene olde Hex

wahnde. Un se wüßten't nich edder muggten't ut Angst nich seggen.

Un so is he lang lang herümreden un hett in allen Dörpern in un üm

den groten Wold fragt, un nüms hett em klåren Bescheid gewen künnt,

bet he toletzt in een Dörp kam dicht an dem Barg, den se de Swäbische

Alp nömen, kamen is. Då trughe eene olde Fru, de to em sede: Ick

will em't woll seggen, wo de grote Hex wahnt, de hier herüm so

menniges Jåhr ehr dulles un gefährliches Wesen driwt. De sitt då

bawen up dem Barg up der ütersten Spitz, wo de meiste Tid Snee liggt;

äwerst wer hett ehr Hus sehn, un wer hett dat Hart sick dåhen to

wagen? Dat müßt een rechter Isenfreter sin. Un Dom antwurdede ehr

heftig: Dat Hart hew ick un de Isenfreter bün ick. Un de olde Fru

sach en an un vörwunderde sick un sede: Nog süht he keck ut, äwerst

et were eene Sünd un Schand üm son hübsches junges Blood, wenn he in

ehre Nett geröde. Dom äwerst gaff sinem Perde de Spåren un

galoppierde den Weg hen, de to der hogen Alp führt.

Un underwegs bedachte he bi sick, wo he't mit der olden Hex anfangen

schull, un sede. Vörnehm dörst du nich erschienen, denn markt se

Unrath. Un he red torügg wedder in dat Dörp herin, un vörköffte sin

Perd un sine Rüstung un sine prächtigen sülwernen un goldnen Kleeder,

un tog eenen Burkittel an un nam eenen slichten Stock in de Hand, un

ging so des Wegs henup, un sede: Ick will as een Knecht kamen un mi

recht dumm un plump stellen, un mi bi der olden Hex vörmeden; so seh

ick am besten, wo dat då tosteiht un ob ick ehr nich tüschen ehre

Künste spelen kann. Un so ging he den ganzen Dag un den tweeten

halwen Dag, då kam he höger up den Barg, wo dat heel kahl un felsig

was un de kolden Winde dör kleene trurige Büsch un vörfråren Gras

peepen. Un nich wiet dåvan sach he eene noch högere Spitz; de

klatterde he mit veelen dusend Sweetdruppen henup, un keek toletzt

van bawen an der annern Side in een grönes Dal henaf, dat sehr lustig

utsach un wo Hüser mit hellen blinkenden Finstern schemerden un

anmodige Böme in der Bloiht stunden. Un he sede to sick: Då hebben

wi't. Un as he dat Wurd kum utspraken hedd, stund de olde Hex vör em

as een schrumplich krüchich Wief un frog en, wo he her keme un wo he

hen wull. Un he antwurd'te: Ick bün een junger Knecht, de sick wat

vörsöken will, un ick hew hürt, hier achter'm Barg wahnt eene rike

Eddelfru, de sehr vörnähm un mächtig is; bi der mügt ick gern Deenst

nehmen. Un de olde Hex sach en glupsch un listig an un sede: De

Eddelfru bün ick, un ick hedd woll eenen Knecht nödig, äwerst di kann

ick nich bruken: du sühst mi to blank un glatt ut un rückst mi to fin.

Adje mit di! Un dåmit vörswund se dör de Büsch, as een Wind

hensust.

Un Dom stund då un frur un argerde sick. De olde Hex hedd äwerst mit

ehrer Näs de Witterung upfongen, datt he eene grote Kunst an sick

hedd, un dat was de Ring van dem Dwarf; dåvör was ehr bang, un

deswegen hedd se seggt: ick kann di nich bruken. Dom vull Hunger,

Arger un Vördret ging wedder bargaf den Weg, den he mit so surer

Arbeit herupstegen was, un he sunn veel un lang hen un her, wo he't

anfangen schull, datt he de olde Hex doch belurde un begigelde, datt

se en as Knecht in Deenst neme. Un he ging hen un köffde sick Botter

un Theer un makte eene swartbrune Salw dårut, besmeerde sick Hut un

Gesicht dåmit, un lede sick een paar Dage in der brennenden Sünn hen

un let sick recht brun van ehr inbrennen un braden; ook köffte he

sick eenen terretenen Kittel un tersletene Schoh un slichte Strümp,

un halde sick Düwelsdreck van eenem Apotheker, un den drog he in der

Tasch. Denn he hedd oft hürt un lesen, datt de Hexen un

Hexenmeisters an dissem Gestank eenen sünnerlichen Gefallen hebben un

all oft dåmit lockt un bedragen sünt, as man de Duwen mit

Aniskügelken in den Slag lockt. Un dat is keen Wunder; denn dissen

Stank sammeln se im Muhrenlande up, wo de olde Fiend en hett gliden

laten, as de Erzengel Michel en mit dem blanken Swerdt im Nacken dör

de Wüste jagde.

Un as Dom sick so inredet un vörmascherirt hedd, nam he sinen Stock

in de Hand un klomm wedder bargan, wo de Oldsche em begegnet was. Un

se was strax då un sach går fründlich un fichlich ut; denn de söte

Düwelsdreck lockte se heran un erfroide ehr den Mod, un vör sinem

benebelnden Gestank kunn se nich rüken, datt he de grote Kunst an

sick drog. Un disse tweete Knecht geföll ehr äwermaten woll, un se

wurden beid up een Jåhr eenig, datt he ehr as Husknecht denen un Holt

hauen, Water dregen un alle Husarbeit verrichten schull. Un he ging

mit ehr van der woisten un kahlen Sneespitz herunner woll eene gode

halwe Mil, un sach, dat et då unnen im Dal wunderschön un anmodig was,

warm un grön un vull der schönsten Blomen un Früchte, een Land as

een Paradiesgården, un datt de olde Hex in eenem Slott wahnde, so

grot un prächtig, datt et dem mächtigsten Kaiser nich to slicht west

were.

Dom, de van Natur sehr klok un klipp was, hedd bi sick alles woll

bedacht un utreknet, up wat Wis he sine Kunst hier spelen müßt, datt

he sick nich vörröde, wer he were. Den stolten Dom un den kühnen

Riddersmann müßt he bi Hexen un ehren Gesellen hübsch in de Tasch

steken un de Gelegenheit afluren, wo he dat schöne bunte Düwelsnest

terstüren un sine schöne Prinzessin erlösen kunn. Un he stellde sick

unbeschriewlich dumm un däsig an, äwerst dheed alles, wat em befahlen

wurd, mit dem genausten Gehursam, un bi siner Jugend un gewaltigen

Stärke kunn he woll för Drei arbeiden. So datt de olde Hex to den

Ihrigen sede: Hedd ick dem Dickkopp doch up tein Jåhr dat Medgeld

gewen! un schull ick em dat Lohn dreimal vördubbeln, ick miß en nich.

Denn arbeiden un slawen kann he för Sös, un dumm is he, o wo

prächtig dumm, datt ick em inbilden kann, de Kater is eene Mus, un he

glöwt et.

Wiel se nu meende, Dom were stockdumm un künn nich hüren noch sehn,

let se em den freiesten Willen; un he durft an allen Stellen gahn un

alles betrachten un utspioniren, un se hedd keen Arg dårut. So kam

he ook in den Gården achter dem Slott, wohen nümmer een Knecht edder

Magd kamen was. Doch dåhen kam he nich dör den Glowen an sine

Dummheit, sündern dör sinen Ring. Denn dat was een Töwergården,

wohen keen Minsch dringen un den keen Minsch sehn kunn, de nich eene

heemliche Kunst hedd. Un Dom hedd de Kunst an sinem Finger, un wußt

nich, datt he dör den Ring in den Gården kam un den Gården sülwst un

wat drinn was sehn kunn. De Ring hedd ook de wundersame Natur, dat

he em alleen sichtbar was un süs keen menschlich Oog en erblicken

kunn. Un Dom fung dat klok an, un ging man hen, wenn he wüßt, datt

de Oldsche mit den Ihrigen ut was. Då sach he denn de hübschesten un

schönsten Prinzessinnen un Jumfern as Krüder un Blomen grönen un

bloihen un as bunte Vägel zwitschern un singen. He sach un keek

äwerst man nah den Vägeln. Un kum was he då, so kam sin buntes

Vägelken angeflogen un settede sick dicht bi em up den Boom un sung

een går truriges Leed; äwerst gripen let et sick nich van em. Un he

kennde dat strax an sinem Gesang un an der trurigen Stimm, womit et

sine Vörwandlung beklagde; un em wurd so wehmodig, he müßte weggahn

un weenen, datt de schöne Prinzessin Dietlinde een Vagel worden was

un ehren Dom kum noch to kennen scheen. Äwerst bald besunn he

sick wedder un sede: Büst du nich de Dom un mütt dat nich so wesen?

un darüm vörmuntre di un nimm din beten Bregen tosam, damit du den

Eddelmannsdom ordentlich dörbringst. Un he ging veel in den Gården

un bröcht dem Vägelken schöne Saken to äten un sprack em to; un dat

Vägelken nickte unnerwielen mit dem Köppken, as vörstünd et sine Rede,

äwerst spreken dheed et nich un kunn ook nich spreken.

So vörgingen een påar Mand, un Dom hedd sick alles utkundschaftet un

wat de olde Hex buten un binnen dem Slott bedref. Då wurd se endlich

gewåhr, datt de tweete Knecht ook de erste was, den se up dem Barg

funden un wedder wegschickt hedd. Un dat geschach dör den Geruch.

Denn de Hexen hebben de allerfinsten Näsen nächst dem Düwel, de eene

superfine Näs hett, as he ook de allerlistigste Geist is van allen,

de van Gott affallen sünt. Dom hedd sinen Düwelsdreck jümmer noch bi

sick dragen, äwerst de Geruch was van Weke to Weke swaker worden, un

toletzt hedd de Oldsche de Kunst wedder dadör raken. Un se sach nu

woll, datt se van dem Knecht bedragen was un datt he woll keen Knecht

were un hier nu woll wat heel Anners söchte as Knechtsdeenst bi eener

olden Hex. Un se früchtede sick sehr vör em; denn dat markte se,

datt de Kunst, de he bi sick drog, mächtiger un gewaltiger was as

ehre Kunst, un dörst en deswegen nich anrühren. Un darüm sunn se ut

allen Kräften dårup, wo se en mit Listen wedder wegbringen mügt, denn

se sede bi sick sülwst: Twee Mand is he all hier, un ick hew nicks

markt, un dat Jåhr is lang; wat kann de Schelm nich im Sinn hebben?

wat kann he mi noch anrichten?

Un as se alles bi sick woll bedacht un beraden hedd, reep se den

annern Morgen froih: Dom büst du då? un Dom sede: Ja, gnädige Frau,

un kam dumm un tölplich herangesprungen. Un de olde Hex was sehr

leidig un sede to em, he were to god Knecht to sin un so swåre un

gemeine Arbeit to dhon; he schull leewer in de Welt gahn un sick wat

Beteres vernehmen; se wull em gern sinen ganzen vullen Jåhrlohn gewen,

un hundert Krondaler dåto, un he künn morgen im Dage afgahn: denn

ehr jammere, datt een so hübscher Minsch Knecht sin schull. He

äwerst gaff ehr tor Antwurt: Ick hew so minen egnen Kopp in minen

Dingen, min Jåhr mütt ick utdenen, un denn ward woll wat Anners

schehn; un ick will ju man seggen: ick gah nich un kann nich gahn, un

wenn ji mi alle juwe Schätze gewen wullt. Un as de olde Hex dissen

Bescheid bekam, wurd ehr går bang, un se früchtede sick noch veel

mehr.

Un den annern Morgen klung dat wedder: Dom, büst du då? Un he

antwurd'te: Ja, gnädige Frau, un sprung flink as de Wind hen, woher

se reep. Un se was noch veel fründlicher as gistern, un as se lang

mit em spraken un em mit söten Würden üm den Bårt fichelt hedd, sede

se: Ick seh woll, ick hew di gistern nich gehürig behandelt, ick hew

eenem Minschen, as du büst, to weinig baden, un Gott hett di so

schapen, datt du as een Herr un Eddelmann müßt lewen känen; darüm süh

hier! dåvan steck di alle Taschen vull un nimm so veel, as du wist,

un denn gah in Freden. Un se wieste em eenen ganzen Schepel vull

Dukaten. Un Dom stellde sick dumm un ungelehrig un sede: Ick hew dat

so god bi ju un dat geföllt mi hier so woll, datt ick min Jåhr

utdenen will; ehr gah ick nich. Wat Geld un Dukaten! Un dat olde

grise Unglück bet de Tähnen tosam, un sweg, un sach doch noch

fründlich dåbi ut, un ook Dom let sick nicks marken.

Un se grübelde lang hen un her un besprack sick mit den wisesten

Hexenmeistern. Denn datt Dom eene gewaltige Kunst hedd, kunn se an

der Angst in ehrem Liwe föhlen, wenn he ehr sehr nah trat. Un se

wurden eenig äwer eenen nüen Pfiff un Kniff, womit se en to fangen

hapten, un de Oldsche rüstede sick, et int Werk to richten.

Un as Dom den drüdden Dag upstahn was, klung dat äwer den Slotthoff:

Dom büst du då? un he antwurd'te: Ja, gnädige Frau, un stund ter

Stund vör ehr. Un de olde Hex sprack to em: Min leewe Fründ, ick hew

sehr unrecht dhan an di un an mi, datt ick di, den schönsten

stärksten Mann, van mi laten wull. Un nu hew ick mi mit Gott

besunnen un eenen betern Fund funden, de uns beiden gefallen kann, un

dat is mine öldste Dochter. Ick hew lang markt, datt di dat hübsche

Kind gefällt, un deswegen eben, bild ick mi in, wullst du nich van mi

tehn; un nu will ick se di tor Fru gewen, un wi willen noch hüt Awend

eene lustige Hochtid holden, un ut dem Knecht schall een Herr warden.

Denn bliwst du doch gewiß bi uns. Un Dom sede: Juchhe! ja gewiß,

gnädige Frau, un dat schall een Wurd sin! Un de olde Hex ging lustig

weg, un rüstede de Hochtid to.

Se wullen äwerst eenanner alle beid bedregen, un deswegen ging disse

Hochtidshandel so swind un willig. Dom hedde van Anfang an sine

Dummheit vörstellt, un dårüm stellde he sick ook nu, as dücht em de

öldste Dochter der olden Hex as dat schönste Fräulen up Gotts

Erdboden. Dat was se gewißlich nich: se was dwargig pucklich un so

häßlich, datt Katten een Gruwel vör ehr ankamen kunn. De Oldsche

äwerst dacht en dör de Dochter to fangen, un hedd ehr Bescheid seggt.

Denn so sede se to ehr: Döchterken, min wittes Döchterken, hür nipp

to: Disse Minsch, unser Knecht, hett eene Kunst, de gefährlich is un

uns all umbringen kann; un dårüm schast du disse Nacht in sin Bedd

stiegen un em't afluren, wo se sitt. Denn weeten wi dat, so hebben

wi den Schelm fast un he schalt uns keene Müse mehr maken. Dårüm,

wenn he hüt Awend mit di to Bedd gahn will un vam Hochtidswin un van

Leewe woll betippt is, denn bidd en üm sine Heemlichkeit, un hest du

se em aflurt, vörgät se mi jo nich, dåmit wi siner Meister warden un

dat Spill ümkehren känen.

Un dat wurd eene lustige un dulle Hochtid, un då fund sick allerhand

Volk in, dat des Nachts üm Galgen un Rad slikt un üm den Blocksbarg

danzt; äwerst hier weren se alle vörnehme Herren un Damen un treden

in Gold un Siden up; un Dom de Brüdegam stellde sick, as höll he se

dåvör, un tierde sick sehr dumm un apisch, as hedd he sonne Pracht in

sinern Lewen nich sehn, un dheed grausam vörleewt mit siner Brut. As

nu de Hochtidsdanz utdanzt was un Giger un Piper swegen, un de beiden

in ehre Kamer inslaten wurden, un Dom mit siner schönen Brud to Bedd

gahn schull, då ergrimmde he as een rechter Simson in siner Kraft

denn et leep em dör sine Gedanken, wo sine Prinzessin Dietlinde as

een bunter Vagel nu in Truten herümflegen un piepen müßt. Un he nam

dat Hexenkind, dat en küssen wull, un drückte se mit soner

Leewsgewalt an sine Borst, datt se as dood tor Erd föll. Un nich

eene Sekund lag se då, un nicks was mehr van ehr to sehn, un statt

ehrer leep eene olde grise Katt herüm un miaude jämmerlich. Un Dom

lachte vör Froiden un reep: Nu seh ick wedder klärlich, datt ick de

Dom bün. Un he greep de Katt un höll ehr den Swanz an dat

Hochtidslicht, datt he brennde, un don smet he se ut der Dör.

Un de Katt was in Angst un leep de Trepp herup bet unner dat Dack.

Då lag Stroh un Hemp un Flaß, dat kunn den brennenden Swanz nich

vördregen un fung ook an to brennen un stack dat Slott an. Un so

wurd et een gewaltiges Für, un in eenem Oogenblick stund dat ganze

Slott in Flammen un brennde lichterloh, un Dom un all de annern

müßten maken, datt se herut kemen. Un as Dom buten stund un de

Hexenburg brennen sach, wat för Gesindel wurd he dår gewåhr, datt he

sick hedd segnen un krüzen müßt, wenn em sin starkes Herz vör Frucht

hedd bäwern künnt. Då sach he veele dusend Bessenstelrüters un

Zegenswestern mit Spannen un Bütten, de Water drogen un löschen

wullen un een grausam Gewinsel un Geschrei makten. Äwerst alles

ümsüs; dat Nest brennde dal bet up den Grund un't bleef keen Steen up

dem annern.

Un dat klung äwer den Hoff Dom büst du då?--Ja.--De Schuld an miner

öldsten Dochter is?--Ja.--De Schuld an min Hus is?--Ja.--Un in eenem

Oogenblick was Dom då. Un de olde Hex drog een swartes Trurkleed un

stellde sick sehr bedröwt, äwerst gegen Dom dheed se so fründlich as

jümmer, un sede: Segg, min Herr Sähn, wat kannst du mi van dem

Unglück vörtellen? un wo ging dat to? Un Dom antwurd'te: Ach! Ach!

mütt ick ropen un Weh! Weh! Dine Dochter was ook går to swack, un

as ick se an min Hart drückte, då bleef se mi in den Armen dood, un

ick weet nich, wo se stawen un flagen is, un ick sach man eene Katt

in der Stuw herümspringen, un de slog ick, un se kam dem

Hochtidslicht to nah un stack sick den Swanz an, un leep ut der Dör,

un de mütt mit dem fürigen Swanz dat Slott in Brand set't hebben.

Dat is alles, wat ick weet.

Un de olde Hex was vull Leed un Sorgen, datt ehre Dochter ümsünst

ümkamen was, un se sede to ehren Fründen: Ick mütt un mütt sine Kunst

weeten, denn se is uns går to gefährlich; dat mütt herut, un schull't

mi mine jüngste un schönste Dochter kosten. Un se hedd noch drei

Döchter, un de jüngste van en was hell un schön as dat Licht, äwerst

falsch un listig as eene Slang. Un de olde Hex dachte: de ward em't

woll aflocken un sick to höden weeten.

Un dat afgebrennte Slott schull wedder in schönerer Pracht as tovörn

dåstahn, un man sach een rechtes Wunder: veele hundert Wagen, de Holt

un Steen heran führden un veele dusend Timmerlüde un Murer in Arbeit,

un in weinigen Dagen stund de Hexenborg in junger Pracht wedder då.

Un de olde Hex sprack mit Dom üm de tweete Hochtid, un Dom stellde

sick sehr froh dåräwer un sprung un danzte vör Froiden, un reep:

Juchhe, lustig! Juchhe Hochtid! wat krieg ick för eene schöne Brut!

Un se sümden nich mit dem Hochtidsdag, un as Spill un Danz vörbi was

un as't lütt so slan anfung, gingen de lustigen Brutlüde in ehre

Kamer; un de Brut dheed utermaaten hübsch un fründlich mit Dom, un

een lüttes lüttes Hündeken leep achter ehr her un wedelde lustig mit

dem Swanz. Dom kennd et äwerst woll un hedd et towielen achter der

olden Hex sliken un wippern sehn, un et munkelde, dat Hündeken wer

een vörborgner Buhle van ehr un se künn't verwandeln, wenn se wull.

Un as Dom dat Hexengesindel in siner Stuw hedd, makte he een

grimmiges Gesicht, slot dicht to, un packte den Hund un sede:

Hündeken, hebb' ick di, wo ick di hebben wull? un sühst du? hier is

een Stück Isen--dat ward din Dood, wenn du nich up mine Brut

losgeihst un se so lang mit dinen Tehnen kettelst, bet ehr alle

Brutlust up ewig vörgahn is. Un de Hund wull nich dran, äwerst Dom

slog en hart, un de Hund ging up de Brut los un bet un terret se so

lang un so fürchterlich, bet se jämmerlich as eene Lik då lag. As

dat schehn was, nam Dom eenen Strick, slung en dem Hund üm den Hals,

un hängd en im Finster up, datt he herut bummelde.

Un as de Dag anbrack, kam de olde Hex up den Hoff un sach ehr leewes

Hündeken as eenen Schelm am Strick hängen. Un se föll bi dissem

Anblick up de Erd un makte een jämmerliches Gewinsel un Gehül, un

veele annern hülden mit, un se schreide: O weh! o weh! o Unglück äwer

Unglück! ick arme olde Fru! datt mi datt in minem Lewen wedderfåhren

müßt! Un büst du denn dood, min buntes Hündeken? du schönstes

fründlichstes Hündeken, dat in der ganzen Welt was? o weh! o weh! ick

arme Fru! Un wo is de Schelm, de mi dat dhan hett?

De Schelm bün ick, sede Dom, un trat to ehr un stellde sick sehr

trurig. Dem Hund, de då im Morgenwind so lustig hen un her bummelt,

is man sin Recht schehn, he wurd dull un föll äwer mine Brut her, as

se sick uttehn un mit mi to Bedd gahn wull, un he hett se so grimrnig

beten, datt se dåvan den Dood nahmen hett; un daför hängt he im

Finster. Un kumm nu, un seh sülwst to.--O weh! o weh! mine schönste

Brut! un du vördammtester aller Köter, de je up drei Beenen humpelt

hebben! Un he nam de Oldsche bi'm Arm un führde se herup in sine

Brutkamer, un då lag de schöne Brut in ehrem Bloode as eene Lik, van

dem Hündeken terbeten un terreten.

Un de olde Hex vörfeerde un vörschrack sick gruwelich, un sprack keen

Wurd mehr äwer disse Geschichten, un let de beiden Dooden wegnehmen

un still begrawen. Ehre Angst üm Dom wurd äwerst van Dage to Dage

gröter van wegen siner Kunst un datt se em se nich afgewinnen kunn.

Un se let en jümmer mehr beluren bi Dag un bi Nacht, un toletzt

vörtellde een wittes Müsken ehr, se hedd den Dom mal in dem Gården

sehn un mit dem lütten bunten Vagel Stieglitz spreken. As se dat

hürde, froidede se sick, un sprung vör Froiden woll een paar Faden

hoch in de Luft, so flink un lustig, as hedd Belzebub sülwst up'm

Blocksbarg den Vördanz mit ehr begunnen; un se reep vör Lust eenmal

äwer dat anner: Ahe! büst du de Dom, wovan mi drömt hett, wogegen se

mi wåhrschuwt hebben? büst du de starke Dom, de Drakendöder un

Riesenmörder? Nu schast du mi woll heran, nu schast du woll tam

warden un mi mit diner Kunst herutrücken. Un kum was dat witte

Müsken wedder to Loch krapen, so scholl dat äwer den Slotthoff--_Dom

büst du då?--Ja.--De Schuld an miner öldsten Dochter is?--Ja.--De

Schuld an minem Huse is?--Ja.--De Schuld an miner jüngsten Dochter

is?--Ja.--De Schuld an minem bunten Hündeken is?--Ja_.--Un Dom stund

vör ehr.

Un se sach nich so fründlich ut as süs, un sede to Dom: Hür, Knecht

un Sähn un Swiegersähn, edder mit wat för'n Namen schar ick di ropen?

Du hest mi bedragen mit dinem terretnen Kittel un diner brunen

Kopperfarw un dem Düwelsdreck; un ick weet, du büst van Geburt keen

Knecht un Dener, un hürst Herren an. Ick will di up den Kopp seggen,

wer du büst: du büst de gewaltige Ridder Dom, van dem ganz Swawenland

den Mund vull hett. Un du hest eene Kunst, de künstlich nog is;

äwerst bild di dårüm nich in, datt ick mi vör di fürcht. Ick vörstah

ook eene Kunst un hew een Stückschen van eenem bunten Vägelken singen

hürt, dat jümmer in minem Gården piept. Mit dissen Wurden sweg se un

sach Dom mit hellen hellen Oogen an, as wull se em in't Hart båhren.

Un Dom vörfeerde sick un wurd rod un bleek, as he van dem bunten

Vägelken spreken hürde. Un se ergötzte sick dran un sede denn wieder:

Herr Dom, du markst woll, ick weet alles, un lat uns nu vörnünftig

sin un nich länger gefährlich Spill mit eenanner driwen; dat Eene

mütt un schall gegen dat Annere upgahn. Du giwst mi dine Kunst, un

ick gew di dat bunte Vägelken, dat du woll weetst, un se schalt strax

as de schönste Prinzessin ut minem Blomengården vör di treden. Un de

Vörsökung was grot, un Dom stund eenen Oogenblick in Twiwel, ob he

nich inslan schull; äwerst denn dacht he wedder dran, datt he de Dom

were un mit keener Hex handeln dürft--un sine Antwurt was: Ne, mine

Kunst gew ick di nich un dinen bunten Vagel kannst du beholden. Un

de olde Hex ging weg, un sede im Weggahn to em: Dom, morgen spreckst

du anners.

Un as de Morgen anbrack, klung dat Dom, büst du då? un Dom was strax

då. Un de olde Hex dheede sehr fründlich mit em un sede: Ick denk,

du hest di in der Nacht beter mit di beraden un letst et nich dårup

ankamen, datt din Schatz wegen dines Egensinns in Feddern gekleed't

gahn un so jämmerlich vördarwen mütt; denn ick hew de Macht äwer din

Vägelken un äwer all de Vägel im Gården, se bet an den Dood to

strafen: denn hedden se sick nich swår vörsündigt, nümmer weren se in

mine Gewalt kamen. Darüm lat et nich up dat Üterste kamen, giff mi

dine Kunst un nimm dine Prinzessin, un wi willen as Fründ van

eenanner scheeden. Un Dom sede abermals: Ne, dat dho ick nich, un de

olde Hex reep mit Grimm: God, so mütten morgen alle bunten Vägelken

brennen, un du, Dom, schast de Fürböter sin. Un as se ditt sprack,

sach se so scheußlich un gefährlich ut, datt Dom tom ersten Mal in

sinem Lewen bang wurd. Un he ging in swåren Gedanken vör sick hen un

murmelde: Schull Gott im Himmel et tolaten? schull't mäglich sin?

dine söte Dietlinde schull brennen un du schust dåbi stahn un dat

jämmerlichste Nahsehn hebben? Ne! Ne! se lüggt! se lüggt! so wied

dörft se nich--un dörft se, so is't god, datt ditt heele

Hexenpossenspill mit eenem Mal een End nimrnt, un wer't een fürig un

bloodig End. Dat is doch elendig, datt een Eddelmann un een

Riddersmann un een, den Gott tom Dom hett geburen werden laten, hier

eener olden Hex denen un Water pumpen un Holt dregen un Für anbeten

un dat Estrich putzen mütt. Ne! ne! nich länger so! Frisch, min

Hart! To Glück edder Unglück gah't, as't will! ick will mi hier nich

länger so furtlumpen.

Un der olden Hex, de den Dom bang sehn hedd, was de Kamm mächtig

wassen, un se dachte. Nu kriegst du den Löwen tam. Un den annern

Morgen noch in der Schummerung klung dat wedder _Dom büst du då_? un

wips as een Windspill was Dom de Treppen herup un stund vör ehr. Un

se sede em: Wes nu recht flink! un dreg un sett Holt in den groten

Backawen un mak en glönig als de Häwen am Winterawend is, wenn't

düchtig friert un de Sünn hell unnergahn will. Denn hüt will'n wi

een Für böten, worin mine Vägelken piepen schälen. Un Dom stellde

sick vörfeerd un trurig an, doch ging he un drog grote Boomstämm un

smet se in den Awen, un de olde Hex sülwst drog Strük un lüttes Holt

to un got Öl un Pick un allerhand Hexensmolt dårup; un as de Awen

vull was, reep se Domen to: Fürböter steck an! Un he höll eenen

Brand an de Strück, un se fungen un slogen to eener gewaltigen Flamm

up. Un as dat Für fardig was, murmelde un sung de olde Hex:

Hurrliburr un Snurrliburr!

Müsken piep un Kater gnurr!

Vagel flüggt un singt sin Stück--

Flegt! flegt! flegt! dat Für is flück.

Un in eenem Ogenblick girrde un swirrde dat äwer den Hoff, un veele

dusend bunte Vägel flögen her, so datt de Häwen verdunkelt wurd, as

wenn Heuschrecken dör de Luft tehn. Un de armen lütten Vägelken

setteden sick all dicht vör dem glöningen Awen dal, as ob se up dat

Wurd der olden Hex paßten herintoflegen. Un Dom sach sin buntes

Vägelken ook dåmank, un de Thranen kemen em in de Oogen. Äwerst

he wischte selbst ut un makte sick stark un wull't sick nich an't

Hart kamen laten. Un de olde Hex markt et, grieflachte un sede: Se

hebben mi vörtellt, Dom, du werest de ehrenfasteste un trufasteste

van allen Riddern un heddest een Hart för grote Dinge Lewen un alles

in de Schanz to slan. Nu kannst du't wiesen un dat Domslof fin maken.

Denn wenn du för din buntes Vägelken in den fürigen Awen springst,

so schall't mit all den annern Vägeln fri sin. Un Dom besunn sick

een beten, un ditt Mal dücht' et em keene Schand, wenn he sin _Pusch_!

mal brukte; un he nam de olde Hex bi der Hand un slog in un sede:

Topp! dat is een Wurd! de Domsnamen schall in mi nich to Schanden

warden. Äwerst dat Für is het, un ick hew eenen Gruwel so van

sülwst henin to springen; dårüm kumm, un schuw mi henin. Un se was

froh in der Hoffnung, nu würd se en woll quit warden un bawenin, wenn

he dood were, sine heemliche grote Kunst wohl noch finden. Un Dom

stellde sick wedder sehr dumm un dölpsch, un so trat he vör dat

Awenloch, un stämmde sick up sine starken Beenen, datt he sick

strüwen künn. De olde Hex äwer in sinem Rüggen makte sick stark, un

schof un schof ut allen Kräften, un achter ehr stunden veele hundert

Kater un Zegenbück un drängden se wedder vörwarts. Un as de ganze

Last up Dom drückte un he sick nah am Störten föhlde, då rührde he

swind mit dem lütten Finger am Ring un sede Pusch! un im Hui weg was

he, un de olde Hex, de nicks mehr vör sick hedd un van ehren Mackers

van achtern vörwarts stött wurd, störtede in dat Für un hülde as eene

hungrige Wülwin in den Twelften. Äwerst nu was ehr Spill vörbi,

un nüms kunn ehr helpen, se müßte jämmerlich verbrennen; denn se was

in ehre egne Kunst geraden un in ehr egne Smeer fallen. Denn dat is

een wåhr Wurd, wat de Lüd so seggen: eene Hex, de in ehre egne Hexeri

gerött, kann nümmer wedder herut kamen.

Un Dom stund nu wedder sichtbar då un juchte, datt de ganze Hoff vör

Froiden schallde. Un as dat Für dalbrennt un de olde Hex in Asch

verwandelt was, datt ook nich mal een Knaken van ehr uptosammeln blef

so mächtig was ehr ingaten Fett west--erscheen een schönes un grotes

Wunder. All de bunten Vägelken, de vör dem glönigen Awen seten,

wurden plötzlich in de schönsten Jumfern ümschapen, un bald sach Dom

sine schöne Prinzessin Dietlinde, de em üm den Hals flog un en veel

dausend Mal unner söten Thranen küßte un reep: Min Dom! min dapprer,

min truer Dom! so hest du din armes verwandeltes Kind, din buntes

Piepvägelken, ut dem trurigen Hexenbann erlöst?--Un in der Minut, as

de letzte Bloodsdruppen un Fettdruppen van der olden Hex to Asch

worden was, ging dat äwer dat Töwerslott un den Töwergården her, as

were då dat grote Saatfeld west, woräwer Gott der Herr eenmal am

jüngsten Dage de Pauken un Basunen klingen laten ward. Alles rührde,

bewegde un vörwandelde sick: alle Strüke, Böme, Krüder, Blomen, Vägel

un Deerde sprungen as nüe Gestalten herüm, un in groten langen Reigen

kemen veele Dusende schöner Knaben un Mädlin herut un sungen,

jubelden un juchten: Dom! Dom! de stolte, de dappre Dom! de

uterwälte Riddersmann Gottes het uns erlöst un dat satanische Nest

terstürt. Denn Slott un Gården un Blömer un Böme mit aller

töwerischen Anmodigkeit un Prächtigkeit--alles alles in eenem Nu

was't weg, as wer't nümmer då west, un se stunden all up dem hogen

kalden Barg un keeken sick an un vörwunderden sick äwer eenanner un

ook, wo dat schöne un luftige Hexenwark blewen was.

Un don togen se all bargdal in dat Land, wo dat warmer un schöner was,

un de meisten in groten Froiden, wiel fast jeder sinen Schatz am Arm

hedd. Un dat was een Juchen, Tosen un Josen un Singen un Klingen as

in den ersten Dagen des Froihjåhrs, wo alles grönt un bloiht un de

Vägelken, de de kolde Winter int warme Muhrenland vörjagd hedd,

wedder to Hus kamen un ehre Kehlen to Gesängen stimmen. Un as se

unnen im Dal weren, dankten alle ehrem Erlöser Dom, un reisten up

allen Straten un Wegen to Hus, jeder in sin Land un to den Sinigen.

Un Dom sede to siner Prinzessin: Nu, mine leewste Dietlinde, känen wi

ook henreisen, wo din Vader wahnt, un dat ward mi nich mehr

gefährlich wesen; denn ick weet, datt ick dat Hardeste un

Gefährlichste bestahn hew, wat de Dorn bestahn schull, un dat Äwrige

ward man een lichtes Kinderspill wesen.

Un se tögen wieder herup im Swawenlande un hürden, datt groter Upruhr

west was gegen den olden Hertog un datt een paar Grewen en mit Wehr

un Wapen anfallen ut dem Feld slagen in dat Gefängniß set't un sine

Herrschaft an sick reten hedden. Un Dom bedachte sick nich lang. As

he in de Stadt Rotwiel kam, ging he hen un köffte sick een Striedroß

un Wapen un Rüstung, red up dem Markt up un let sine Fahn mit dem

Ridder, de eenen Draken sleit, flegen, un sinen Herold utropen _Dom!

Dom! Hierher! Hierher! De Ridder Dom de Slangendöder is ut fernen

Landen wedderkamen un hölt in Rotwiel un hett sine Fahn upsteken för

den gefangenen un afgesetten Hertog, un he seggt: Heran! Heran! wer

noch an den olden Herrn denkt! up! up to Stried un Sieg!_ wi willen

den Deewen un Röwers den Rof afjagen. Un as de gewaltige Nam Dom

erklung, sammelden sick de Fründe un Getruen des Hertogs unner em, un

he rückte ut mit en den Uprührern entgegen, de ook eene grote

Vergaderung makt hedden; un he truff up se bi eener Stadt, de Lindau

het, un mangelde mit en, un slog se so gewaltig, datt kum een Mann

dåvan kam un de beiden Grewen sülwst up dem Platz blewen. Dårup red

he vör dat Slott, worin de olde Hertog gefangen lag; un de dat Slott

behöden schullen, kam, as se den Namen Dom hürden, Frucht un

Schrecken an, un selbst gewen et strax up. Un Dom ging hen un halde

den olden Herrn ut dem düstern Loch, wo de Böswichter en heninsmeten

hedden, un sprack em to un fragde en, ob he en noch kennde. Un de

Hertog schüddelde mit dem Kopp un sede Ne. Don sprack Dom: Ick het

Dom, un bün de Dom, den du tweemal bedragen hest, un hier is dine

Dochter,--un he let Dietlinden herintreden--un wi hebben di din Land

und dine Herrschaft wedder gewunnen. Un de olde Hertog schämde sick

sehr un sede: Ick hew äwel an di dhan, edle Ridder, un disse Godhet

üm di weinig vördeent; äwerst vörgiff mi. Ick hedd eenen Gruwel vör

di un glöwde, dine Heldendhaden weren vam Düwel, un du werest een

gemeener Gesell edder so een Hexen- un Düwels-Kind as Nimrod un Oss

van Basan Goliath un annere sodane Doiwelskerls towielen west

sünt--un dårüm wull ick di mine Dochter nich gewen. Äwerst nu seh

ick apenbår, datt Gott mit di is in allen Dingen un datt du de

wahrhaftige un liefhaftige Eddelmannsdom büst, de üm nicks Geringeres

frien dörft as üm een Königs- edder Hertogs-Kind. Un nu kumm mine

Dochter--un hiermit nam he Dietlindens Händ un lede se in Doms

Hände--dissem unverglieklichen unäwerwinnlichen Helden, dem dappern

ridderlichen Dom vörlawe ick di hiermit van ganzem Harten in Gottes

Namen! un schall dat een festes Band sin, datt Düwel un Höll nich

tobreken kann! un Gott schalt sin Amen dåto spreken un ju segnen van

Kind to Kindeskind för un för!

Un då was grote Froid im ganzen Land, datt de Dom un de schöne

Prinzessin Dietlinde wedder kamen weren un datt de Dom de Drakendöder

un Riesenbedwinger een Prinz worden was un nah des olden Herrn Dood

Hertog van Swawen sin schull. Un de Drei reisten nu tosam nah Zürich,

un de Dom vörtellde dem Hertog alle Geschichten, de se unnerdeß

erlewt hedden; un he vörwunderde sick sehr. Un in Zürich der groten

Stadt wurd eene gewaltige un prächtige Hochtid anstellt, un de Dom

wurd as Prinz utropen un mit dem Prinzenmantel behängt, un toletzt

wurd he noch Hertog un hett veele grote un herrliche Dhaden dhan,

wovan noch alle Böker vullschrewen sünt.

Märchen und Sagen · 第 11 / 17 题