VIII.

April 1837.

_Hochverehrtester Herr Hofrath!_

Einer meiner Jugendfreunde, ein Advocat aus dem Voigtlande ist eben auf

Besuch bei mir, dem ich den Rienzi vorlesen möchte. Wollten Sie wol so

gut sein, und mir die Reinschrift, welche Sie haben, durch den Bringer

Dieses, meinen kleinen Schreiber, verabfolgen lassen? Ihre Vorrede zu

Lenz, und ihn dazu, bitte ich mir noch einige Tage zu überlassen, da

ich nunmehr in diesem Buche gerne blättere, nachdem ich es in aller

Andacht gelesen. Von Ihrem Wohlbefinden bin ich unterrichtet; möchten

Sie in den neuen Frühling eben so munter hinüber gehen! In diesen

Tagen hoffe ich, Ihnen meine persönliche Aufwartung wieder machen zu

können, nachdem mich der Nachwinter in harte Buße genommen hat. Wie

immer mit aller und alter Verehrung

Eur. Wohlgeboren

ergebenster

_J. Mosen_.

Briefe an Ludwig Tieck (3/4) Dritter Band · 第 64 / 309 题