am 25. Octbr. 1836.
_Hochverehrtester Herr Hofrath!_
So darf ich denn beifolgendes Stück wiederum in Ihre Hände zurückgeben,
indem ich nicht nur das Eingreifende Ihrer Andeutungen als
entscheidend eingesehen, sondern auch nach Kräften befolgt habe. Es
geht nun, wie es mir vorkommt, besser zusammen, indem die Farben selbst
gesättigter sind. Ein Verdienst wird es haben, daß es fast zuerst den
Standpunct der Kirche zu den italischen Staaten im Mittelalter würdigt.
Lästern ist ja leichter, als anerkennnen. Finden Sie im Manuscripte
noch einen Ausdruck, welcher unlauteren Gemüthern anstößig sein
sollte, so bitte ich einen solchen kürzlich zu verwischen. Da ich als
Geschäftsmann hier meinen Namen öffentlich nicht preisgeben mag, so
habe ich den Verfasser in: Louis Morgenländer umgetauft. Es war der
erste Namen, der mir einfiel, deshalb habe ich ihn auch gewählt. Daß
Sie, hochverehrtester Gönner, mit der mir so oft erwiesenen Liebe und
Güte meines Rienzi Sich annehmen werden, bin ich überzeugt. Dieser
empfehle ich mich und ihn und verharre mit jeglicher Verehrung
Eur. Hochwohlgeboren
ganz ergebener
_Julius Mosen_.