Damit hängt auch der vom einen dem anderen immer wieder nachgesprochene

Irrtum zusammen, daß die Frauen religiös veranlagt seien. Die weibliche

Mystik ist, wo sie über simplen Aberglauben hinausgeht, _entweder_ eine

sanft verhüllte Sexualität, wie bei den zahlreichen Spiritistinnen

und Theosophinnen -- diese Identifikation des Geliebten mit der

Gottheit ist von Dichtern mehrfach behandelt worden, besonders von

_Maupassant_, in dessen bestem Romane _Christus_ für die Frau des

Bankiers _Walter_ die Züge des »_Bel-Ami_« annimmt, und nach ihm von

Gerhart _Hauptmann_ in »_Hanneles Himmelfahrt_« --, _oder_ es ist

der andere Fall verwirklicht, daß auch die Religiosität vom Manne

passiv und unbewußt übernommen und um so krampfhafter festzuhalten

gesucht wird, je stärker ihr die eigenen natürlichen Bedürfnisse

widersprechen. Bald wird der Geliebte zum Heiland; bald (wie man

weiß, bei so vielen Nonnen) der Heiland zum Geliebten. Alle großen

Visionärinnen, welche die Geschichte nennt (vgl. Teil I, S. 85), sind

hysterisch gewesen; die berühmteste unter ihnen, die _heilige Therese_,

hat man nicht mit Unrecht »die Schutzheilige der Hysterie« genannt.

Wäre übrigens die Religiosität der Frauen echt, und käme sie bei ihnen

aus einem Inneren, so hätten sie religiös schöpferisch sein können,

ja, irgendwie sein müssen: sie sind es aber nie, nicht im mindesten,

gewesen. Man wird verstehen, was ich meine, wenn ich den eigentlichen

Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Credo so ausspreche:

die Religiosität des Mannes ist höchster Glaube _an sich selbst_, die

Religiosität des Weibes höchster Glaube _an den anderen_.

So bleibt nur noch die Selbstbeobachtung, die bei den Hysterikern

oft als außerordentlich entwickelt bezeichnet wird. Daß es aber

bloß der Mann ist, der in das Weib so weit eingedrungen ist, daß er

selbst _in_ ihr noch beobachtet, wird aus der Art und Weise klar, wie

_Vogt_, in weiterer und exakterer Anwendung eines zuerst von _Freud_

eingeschlagenen Verfahrens, die Selbstbeobachtung _in der Hypnose_

erzwang. Der fremde männliche Wille _schafft_ durch seinen Einfluß

_in der hypnotisierten Frau einen Selbstbeobachter_, vermöge der

Erzeugung eines Zustandes »systematisch eingeengten Wachseins«. Aber

auch außerhalb der Suggestion, im gesunden Leben der Hysterischen,

ist es nur der Mann, mit dem sie imprägniert sind, welcher in ihnen

beobachtet. So ist auch alle Menschenkenntnis der Frauen durchaus

Imprägnation mit dem richtig beurteilten Manne. Im Paroxysmus schwindet

jene künstliche Selbstbeobachtung vor der zum Durchbruch drängenden

Natur dahin.

Ganz so verhält es sich auch mit dem _Hellsehen_ hysterischer

Medien, das ohne Zweifel vorkommt und mit dem »okkulten« Spiritismus

ebensowenig zu tun hat wie die hypnotischen Phänomene. Wie die

Patientinnen _Vogts_ unter dem energischen Willen des Suggestors sich

selbst vorzüglich zu beobachten vermochten, so wird die Hellseherin

unter dem Einflusse der drohenden Stimme eines Mannes, der sie zu allem

zu zwingen vermag, auch zu telepathischen Leistungen fähig und liest

aus weiter Ferne gehorsam mit verbundenen Augen die Schriftstücke

in den Händen fremder Menschen, was ich in München unzweideutig

wahrzunehmen selbst Gelegenheit hatte. Denn im Weibe stehen nicht, wie

im Manne, dem Willen zum Guten und Wahren sehr starke Leidenschaften

unausrottbar _entgegen_. Der männliche Wille hat über das Weib mehr

Gewalt als über den Mann: er kann im Weibe etwas realisieren, dem im

eigenen Hause zu viel Dinge sich _widersetzen_. In _ihm_ wirkt ein

Antimoralisches und ein Antilogisches _wider_ die Klärung, er will nie

ganz allein die Erkenntnis, sondern immer noch anderes. _Über die Frau

aber kann der männliche Wille so vollständig alle Gewalt gewinnen, daß

er sie sogar hellsichtig macht_, und alle Schranken der Sinnlichkeit

für _sie_ fortfallen.

Darum ist das Weib eher telepathisch als der Mann, darum leistet es

als _Seherin_ mehr als dieser, freilich nur, wenn es Medium, d. h. zum

Objekt geworden ist, an welchem der _männliche_ Wille am leichtesten

und vollkommensten sich verwirklicht. Auch die _Wala_ kann _wissend_

werden: aber erst, wenn sie von _Wotan_ _bezwungen_ ist. Sie kommt ihm

hierin entgegen; denn ihre einzige Leidenschaft ist es eben, daß sie

gezwungen werden will.

Das Thema der Hysterie ist hiemit, soweit es für den Zweck dieser

Untersuchung berührt werden mußte, auch erschöpft. _Jene Frauen,

die als Beweise der weiblichen Sittlichkeit angeführt werden, sind

stets Hysterikerinnen_, und gerade in der Befolgung der Sittlichkeit,

in dem Gebaren nach dem Moralgesetze, als ob dieses Gesetz das

Gesetz ihrer Persönlichkeit wäre, und nicht vielmehr, ohne sie zu

fragen, von ihnen kurzerhand _Besitz_ ergriffen hätte, liegt die

Verlogenheit und Unwahrheit dieser Sittlichkeit. Die hysterische

Konstitution ist eine lächerliche Mimicry der männlichen Seele, eine

Parodie auf die Willensfreiheit, die das Weib vor sich posiert in

dem nämlichen Augenblicke, wo es dem männlichen Einfluß am stärksten

unterliegt. Nichtsdestoweniger sind die höchststehenden Frauen

eben Hysterikerinnen, wenn auch die Zurückdrängung der triebhaften

Sexualität, die sie über die anderen Frauen erhebt, keine solche ist,

die aus _eigener_ Kraft und in mutigem Kampfe mit einem zum _Stehen_

gezwungenen Gegner erfolgt wäre. An den hysterischen Frauen aber

_rächt_ sich wenigstens die eigene Verlogenheit, und insoferne kann man

sie als ein wenn auch noch so _verfälschtes Surrogat_ jener _Tragik_

gelten lassen, zu der es sonst dem Weibe an jeglicher Fähigkeit

gebricht.

Das Weib ist _unfrei_: es wird schließlich immer bezwungen durch das

Bedürfnis, vom Manne, in eigener Person wie in der aller anderen,

_vergewaltigt_ zu werden; es steht unter dem Banne des Phallus und

verfällt unrettbar seinem Verhängnis, auch wenn es nicht selbst zur

völligen Geschlechtsgemeinschaft gelangt. Das höchste, wozu ein

Weib es bringen mag, ist ein dumpfes Gefühl dieser Unfreiheit, ein

düsteres Ahnen eines Verhängnisses _über_ sich -- es kann dies offenbar

nur der letzte Schimmer des _freien_ intelligiblen Subjektes sein,

der kümmerliche Rest von angeborener Männlichkeit, der ihr, _durch

den Kontrast_, eine, wenn auch noch so schwache, _Empfindung_ der

_Notwendigkeit_ gestattet: es gibt kein absolutes Weib. Aber ein klares

_Bewußtsein_ ihres Schicksales und des Zwanges, unter dem sie steht,

ist der Frau _unmöglich_: _nur der Freie $erkennt$ ein Fatum_, weil

er nicht in die Notwendigkeit _einbegriffen_ ist, sondern, wenigstens

mit einem Teile seines Selbst, einem Zuschauer und einem Kämpfer,

außerhalb seines Schicksals und über diesem steht. Die Frau hält sich

gerade darum meist für _un_gebunden, weil sie _ganz_ gebunden, und

leidet nicht an der Leidenschaft, weil sie selbst nichts _ist_ als

Leidenschaft. _Nur der Mann_ konnte von der »dira necessitas« in sich

sprechen, nur er die Konzeption einer Moira und einer Nemesis fassen,

nur er Parzen und Nornen schaffen: weil er nicht nur empirisches,

_bedingtes_, sondern auch intelligibles, _freies_ Subjekt ist.

Aber, wie schon gesagt: selbst wenn eine Frau ihre eigene

Determiniertheit zu ahnen beginnt, ein klares _Bewußtsein_ derselben,

eine Auffassung und ein Verständnis ist dies nicht zu nennen; denn dazu

wäre der _Wille_ zu einem Selbst erfordert. Vielmehr bleibt es bei

einem schweren dunklen Gefühl, das zu einem verzweifelten Aufbäumen

führt, aber nicht zu einem entschlossenen, in sich die Möglichkeit

des Sieges bergenden Kampfe. Ihre Sexualität, die sie stets knechten

wird, zu überwinden, sind die Frauen unvermögend. Die Hysterie war

eine solche ohnmächtige Abwehrbewegung gegen die Geschlechtlichkeit.

Wäre der Kampf gegen die eigene Begier redlich und echt, wäre deren

Niederlage _aufrichtig gewollt_, so wäre sie ihr zu bereiten dem

Weibe auch _möglich_. Die Hysterie aber ist selbst das, was von den

Hysterikerinnen angestrebt wird; sie _suchen_ nicht wirklich zu

_genesen_. _Die Verlogenheit dieser Demonstration gegen die Sklaverei

bedingt ihre Hoffnungslosigkeit._ Die vornehmsten Exemplare des

Geschlechtes mögen fühlen, daß Knechtschaft ihnen nur eben darum ein

Muß ist, weil sie sie wünschen -- man denke an _Hebbels_ _Judith_ und

_Wagners_ _Kundry_ -- aber auch dies gibt ihnen keine Kraft, sich in

Wahrheit gegen den Zwang zur Wehre zu setzen: im letzten Augenblicke

küssen sie dennoch den Mann, der sie notzüchtigt, und suchen den zu

ihrem Herrn zu machen, der sie zu vergewaltigen zögert. _Das Weib

steht wie unter einem Fluche._ Es kann ihn für Augenblicke pressend

auf sich lasten fühlen, aber es entrinnt ihm _nie_, weil ihm die Wucht

zu süß dünkt. Sein Schreien und Toben ist im Grunde _unecht_. Es will

seinem Fluche gerade dann am süchtigsten erliegen, wenn es ihn am

entsetztesten zu meiden sich geberdet.

* * * * *

Von der langen Reihe jener früheren Aufstellungen, welche den Mangel

des Weibes an irgend welchem angeborenen, unveräußerlichen Verhältnis

zu den _Werten_ behaupteten, ist keine einzige zurückzuziehen oder auch

nur einzuschränken gewesen. Selbst durch all das, was den Menschen

insgemein weibliche Liebe, weibliche Frömmigkeit, weibliche Scham

und weibliche Tugend heißt, sind sie nicht umgestoßen worden; sie

haben sich vor dem stärksten Ansturm, vor dem Heere der hysterischen

Imitationen aller männlichen Vorzüge, behaupten können. Nicht allein

durch die Kraft des, mit dem Weibe selbst der Fernzeugung fähigen

männlichen Spermas -- auf welches die unglaubliche geistige Veränderung

aller Frauen in der Ehe sicherlich zunächst zurückgeht -- sondern auch

vom männlichen _Bewußtsein_, und sogar vom _sozialen Geiste_ wird das

Weib, jenes empfängliche Weib, das hier allein in Betracht kommt, _von

frühester Jugend auf_ erfüllt, imprägniert und umgebildet. So erklärt

es sich, daß alle jene Eigenschaften des männlichen Geschlechtes, die

dem weiblichen an sich nicht zukommen, nichtsdestoweniger von diesem

in so sklavischer Nachahmung zur Erscheinung gebracht werden können;

wonach die vielen Irrtümer über die höhere Sittlichkeit des Weibes

leichter begreiflich werden.

Aber noch ist diese erstaunliche Rezeptivität der Frau ein isoliertes

Faktum der Erfahrung und von der Darstellung nicht in jenen

Zusammenhang mit den übrigen positiven und negativen Eigenschaften

des Weibes gebracht, welchen das theoretische Bedürfnis wünschenswert

erscheinen läßt. Was hat die Bildsamkeit des Weibes mit seiner

Kuppelei, was seine Sexualität mit seiner Verlogenheit zu tun? _Warum

ist all dies gerade in dieser Vereinigung $im Weibe$ beisammen?_

Und noch ist erst zu begründen, _woher_ es komme, daß die Frau alles in

sich aufnehmen kann. Wie ist jene Verlogenheit möglich, die das Weib

selber wähnen läßt, das zu glauben, was es nur von anderen vernommen,

das zu haben, was es nur von ihnen bekommen, das zu sein, was es nur

durch sie geworden ist?

Um hierauf eine Antwort zu geben, muß nochmals, zum letzten Male,

vom geraden Wege abgebogen werden. Man erinnert sich vielleicht noch,

wie das _tierische Wiedererkennen_, das psychische Äquivalent der

allgemein-organischen Übungsfähigkeit, vom _menschlichen Gedächtnis_

als ein gänzlich Verschiedenes und doch Ähnliches abgetrennt wurde:

indem beide eine gleichsam ewige Nachwirkung des zeitlich begrenzten

einmaligen Eindruckes bedeuten, das Gedächtnis aber, zum Unterschiede

vom unmittelbaren passiven Wiedererkennen, sein Wesen in der

aktiven Reproduktion des Vergangenen findet.[70] Später wurde bloße

Individuation als die Eigenschaft alles Organischen wohl unterschieden

von Individualität, welche nur der Mensch besitzt.[71] Und schließlich

machte sich die Notwendigkeit einer genauen Distinktion zwischen

Geschlechtstrieb und Liebe fühlbar, von denen ebenfalls nur der erste

den nichtmenschlichen Lebewesen zugesprochen werden konnte.[72] Dennoch

waren beide verwandt, in ihren Gemeinheiten wie in ihren Erhabenheiten

(als Bestrebungen zur eigenen Verewigung).

Auch der Wille zum Wert wurde öfter als charakteristisch für den

Menschen hingestellt, indes die Tiere nur ein Streben nach Lust kennen

und der Wertbegriff ihnen fremd ist.[73] Zwischen _Lust_ und _Wert

besteht_ eine _Analogie, und doch sind beide grundverschieden_: die

Lust _wird_ begehrt, der Wert _soll_ begehrt werden; beide werden

noch immer ganz widerrechtlich verwechselt, und so in Psychologie

und Ethik die größte Konfusion dauernd festgehalten. Aber dieses

Durcheinanderfließen hat nicht nur zwischen dem Wert- und dem

Lustbegriff stattgefunden; es ist den Unterscheidungen zwischen

Persönlichkeit und Person, zwischen Wiedererkennen und Gedächtnis,

zwischen Geschlechtstrieb und Liebe nicht besser ergangen: alle

diese Gegensätze werden fortwährend zusammengeworfen, und was noch

bezeichnender ist, fast stets von denselben Menschen, mit denselben

theoretischen Anschauungen und wie in einer gewissen Absichtlichkeit,

um den Unterschied zwischen Mensch und Tier zu verwischen.

Auch weitere, bisher kaum berührte Distinktionen werden hier meist

vernachlässigt. Tierisch ist die _Enge des Bewußtseins_, rein

menschlich ist die _aktive Aufmerksamkeit_: beide haben, das sieht

jeder klar, ein Gemeinsames, und doch auch ein Verschiedenes. Nicht

anders steht es mit der so vielen geläufigen Zusammenwerfung von

_Trieb_ und _Wille_. Der Trieb ist allen Lebewesen gemeinschaftlich,

im Menschen kommt noch der Wille hinzu, der frei ist und kein

psychologisches Faktum bildet, weil er allem speziellen psychologischen

Erleben zu Grunde liegt. Daß Trieb und Wille fast immer als

identisch betrachtet werden, hieran trägt übrigens nicht bloß

der Einfluß _Darwins_ die Schuld; sondern es kommt von ihr fast

ebensoviel auf Rechnung des unklaren, einerseits ganz allgemein

_natur_philosophischen, anderseits eminent _ethischen_ Willensbegriffes

von Arthur _Schopenhauer_.

Ich stelle zusammen:

_$Auch$_ _$Nur$_

tierisch, beziehungsweise organisch dem Menschen, respektive

überhaupt dem menschlichen _Manne_

sind: eigen:

Individuation Individualität

Wiedererkennen Gedächtnis

Lust Wert

Geschlechtstrieb Liebe

Enge des Bewußtseins Aufmerksamkeit

Trieb Wille

Man sieht, wie sich über _jede_ Eigenschaft _alles_ Lebendigen im

_Menschen_ noch eine _andere_, in gewisser Beziehung _verwandte und

doch höhere_ legt. Die uralte tendenziöse Identifikation der beiden

Reihen und, auf der anderen Seite, das Bedürfnis, sie immer wieder

auseinanderzuhalten, weisen auf ein Gemeinsames hin, das die Glieder

jeder Reihe miteinander verbindet und scheidet von allen Gliedern

der zweiten. Es nimmt sich zunächst aus, als ob hier im Menschen

ein _Überbau_ von höheren Eigenschaften über korrelative niedere

Erscheinungen aufgeführt wäre. Man könnte an eine Lehre des _indischen

Geheimbuddhismus_ sich erinnert fühlen, an seine Theorie von der

_»Menschheitswelle«_. Es ist nämlich gleichsam, als wäre jeder bloß

tierischen Eigenschaft im Menschen eine verwandte und doch einer

höheren Sphäre angehörige Qualität _superponiert_, wie eine Schwingung

einer anderen sich addiert: jene niederen Eigenschaften fehlen dem

Menschen keineswegs, allein es ist zu ihnen in ihm etwas hinzugekommen.

Was ist dieses neu Dazugetretene? Worin unterscheidet es sich vom

anderen und worin gleicht es ihm? Denn die Tafel zeigt unverkennbar,

daß jedes Glied der linken Reihe mit jedem, auf gleicher Höhe

stehenden, Gliede der rechten eine Ähnlichkeit hat, und doch wieder

anderseits _alle_ Glieder _jeder_ Reihe eng zueinander gehören. Woher

diese merkwürdige Übereinstimmung bei gleichzeitiger ganz abgrundtiefer

Verschiedenheit?

Die linksstehenden Dinge sind fundamentale Eigenschaften alles

animalischen respektive pflanzlichen _Lebens_. Alles solche Leben ist

Leben von Individuen, nicht von ungegliederten Massen, es äußert sich

als Trieb, um Bedürfnisse zu befriedigen, insonderheit als Sexualtrieb,

um sich fortzupflanzen. Individualität, Gedächtnis, Wille, Liebe können

somit als Eigenschaften eines _zweiten_ Lebens gelten, das mit dem

organischen Leben eine gewisse Verwandtschaft haben und doch von ihm

toto coelo verschieden sein wird.

_Es ist keine andere als die Idee des ewigen, höheren, $neuen$ Lebens

der Religionen und speziell des Christentums, deren tiefe Berechtigung

uns hier entgegentritt._ Neben dem organischen hat der Mensch noch teil

an einem anderen Leben, der ζωή αιώνιος des neuen Bundes. Wie jenes

Leben von irdischer Speise sich nährt, so bedarf dieses der geistigen

Atzung (Symbol des _Abendmahles_). Wie jenes eine Geburt und einen Tod,

so kennt auch dieses eine Begründung -- die _sittliche Wiedergeburt_

des Menschen, die »_Regeneration_« -- und einen Untergang: den

_endgültigen_ Verfall in Irrsinn oder Verbrechen. Wie jenes bestimmt

wird durch kausale Naturgesetze von außen, so bindet sich dieses

durch normierende Imperative von innen. Jenes ist von begrenzter Art

_zweckmäßig_; dieses, in unendlicher unbegrenzter Herrlichkeit, ist

_vollkommen_.[74]

Die Eigenschaften, welche die linke Reihe aufzählt, sind allem

niedrigen Leben gemeinsam; die Merkmale aus der rechten Kolumne sind

die korrespondierenden Zeichen des ewigen Lebens, Künder eines höheren

Seins, an welchem der Mensch, und nur er allein, noch überdies Anteil

hat. Die ewige Verwechslung und die stets erneute Auseinanderhaltung

beider Reihen, des höheren und des niederen Lebens, bildet das

Hauptthema aller Historie des menschlichen Geistes: _dies_ ist _das

Motiv der Weltgeschichte_.

Man mag in diesem zweiten Leben etwas erblicken, das sich im Menschen

zu den, früher vorhandenen, anderen Eigenschaften hinzuentwickelt

habe; hier soll über diese Frage nicht entschieden werden. Doch wird

wohl eine tiefere Auffassung jenes sinnliche und sinnenfällige,

hinfällige Leben nicht als den Erzeuger des höheren, geistigen,

ewigen, sondern umgekehrt, im Sinne des vorigen Kapitels, das erstere

als eine Projektion des letzteren auf die Sinnlichkeit, als seine

Abbildung im Reiche der Notwendigkeit, als sein _Heruntersteigen_,

seine _Erniedrigung_ zu diesem, als seinen _Sündenfall_ ansehen müssen.

Denn nur der _letzte Abglanz_ der höheren Idee von einem ewigen Leben

ist es, der auf die Fliege fällt, die mich belästigt, und mich hindern

kann, sie zu töten.

_Das absolute Weib jedoch_, dem Individualität und Wille mangeln,

das keinen Teil hat am Werte und an der Liebe, ist, so können wir

jetzt sagen, _von jenem höheren, transcendenten, metaphysischen Sein

ausgeschlossen_. Die intelligible hyperempirische Existenz des _Mannes_

ist erhaben über Stoff, Raum und Zeit; in _ihm_ ist Sterbliches

genug, aber auch Unsterbliches. Und er hat die Möglichkeit, zwischen

beiden zu wählen; zwischen jenem Leben, das mit dem irdischen Tode

vergeht, und jenem, für welches dieser erst eine Herstellung in

gänzlicher Reine bedeutet. Nach diesem vollkommen zeitlosen Sein, nach

dem absoluten Werte, geht aller tiefste Wille im Manne: er ist eins

mit dem Unsterblichkeitsbedürfnis. Und daß die Frau kein Verlangen

nach persönlicher Fortdauer hat, wird so endlich _ganz_ klar: in ihr

ist nichts von jenem ewigen Leben, das der Mann durchsetzen will und

durchsetzen soll gegen sein ärmliches Abbild in der Sinnlichkeit.

Irgend eine Beziehung zur Idee des höchsten Wertes, zur Idee des

Absoluten, zur Idee jener _völligen Freiheit_, die er noch nicht

besitzt, weil er immer _auch determiniert_ ist, die er aber erlangen

kann, weil der Geist Gewalt hat über die Natur: eine solche Beziehung

zur Idee überhaupt, oder zur Gottheit, hat jeder Mann: indem zwar durch

sein Leben auf Erden eine Trennung und Loslösung vom Absoluten erfolgt

ist, aber die Seele sich aus dieser Verunreinigung, als der _Erbsünde_,

wieder hinaussehnt.

Wie die Liebe seiner Eltern keine reine zur Idee war, sondern mehr oder

weniger eine sinnliche Verkörperung suchte, so will auch der Sohn, der

eben das ist, worauf diese Liebe hinauslief, so lang er lebt, nicht

bloß das ewige, sondern auch das zeitliche Leben: wir erschrecken

vor dem Gedanken des Todes, wehren uns gegen ihn, klammern uns an

das irdische Dasein und beweisen dadurch, daß wir geboren zu werden

_wünschten_, als wir geboren wurden, indem wir _noch immer_ in diese

Welt geboren zu werden verlangen. Ein Mensch, der vor dem irdischen

Tode gar keine Furcht mehr hätte, würde in eben diesem Augenblicke

sterben; denn er hätte nur mehr den reinen Willen zum ewigen Leben, und

dieses soll und kann der Mensch selbständig in sich verwirklichen: es

_schafft sich_, wie _alles_ Leben selbst sich schafft.

Weil aber jeder Mann in einem Verhältnis zur Idee des höchsten Wertes

steht, ohne dieser Idee ganz teilhaft zu sein, darum gibt es keinen

Mann, der _glücklich_ wäre. _Glücklich sind nur die Frauen._ Kein Mann

fühlt sich glücklich, denn ein jeder hat eine Beziehung zur Freiheit,

und ist doch auf Erden immer noch irgendwie unfrei. Glücklich kann

sich nur ein gänzlich passives Wesen fühlen, wie das echte Weib, oder

ein gänzlich aktives, wie die Gottheit. Glück wäre das Gefühl der

Vollkommenheit, dieses Gefühl kann ein Mann nie haben; wohl aber gibt

es Frauen, die sich vollkommen dünken. Der Mann hat immer Probleme

hinter sich und Aufgaben vor sich: alle Probleme wurzeln in der

Vergangenheit; das Land der Aufgaben ist die Zukunft. Für das Weib ist

denn auch die Zeit gar nicht _gerichtet_, sie hat ihr keinen _Sinn_:

es gibt keine Frau, die sich die Frage nach dem _Zwecke_ ihres Lebens

stellte; _doch die Einsinnigkeit der Zeit ist nur der Ausdruck dafür,

daß dieses Leben einen Sinn gewinnen soll und kann_.

_Glück_ für den Mann: das könnte nur ganze, reine _Aktivität_ sein,

völlige Freiheit, nie ein geringer, aber auch nicht der höchste Grad

von Unfreiheit: denn seine Schuld häuft sich, je weiter er von der Idee

der Freiheit sich entfernt. Das irdische Leben _ist_ ihm ein _Leiden_

und _muß_ es sein, schon weil in der Empfindung der Mensch eben doch

_passiv_ ist; weil ein Affiziertwerden stattfindet, weil es Materie

und nicht nur Formung der Erfahrung gibt. Es ist kein Mensch, welcher

der Wahrnehmung nicht bedürfte, selbst der geniale Mensch wäre nichts

ohne sie, auch wenn er, mächtiger und schneller als alle anderen,

alsbald mit dem ganzen Gehalte seines Ich sie erfüllt und durchdringt,

und nicht einer vollständigen Induktion bedarf, um die Idee eines

Dinges zu erkennen. Die _Rezeptivität_ ist durch keinen _Fichte_schen

Gewaltstreich aus der Welt zu schaffen: in der Sinnesempfindung ist

der Mensch _passiv_, und seine Spontaneität, seine Freiheit gelangt

erst im _Urteil_ zur Geltung und in jener Form eines universalen

_Gedächtnisses_, das alle Erlebnisse dem _Willen_ des Individuums

zu reproduzieren vermag. Annäherungen an die höchste Spontaneität,

scheinbar schon Verwirklichungen gänzlicher Freiheit, sind dem Manne

die Liebe und das geistige Schaffen. Darum gewähren am ehesten _sie_

ihm eine Ahnung dessen, _was_ das _Glück_ ist, und lassen ihn seine

Nähe, auf Augenblicke freilich nur, zitternd über sich verspüren.

Der Frau hingegen, die nie tief unglücklich sein kann, ist _darum_

Glück eigentlich ein leeres Wort: auch der Begriff des Glückes ist vom

Manne, vom _unglücklichen_ Manne geschaffen worden, obwohl er in ihm

nie eine adäquate Realisation findet. Die Frauen scheuen sich nie, ihr

Unglück anderen zu zeigen: weil es eben kein echtes Unglück ist, weil

hinter ihm keine Schuld steht, am wenigsten die Schuld des Erdenlebens

als der Erbsünde.

Der letzte, der absolute Beweis der völligen Nichtigkeit des weiblichen

Lebens, seines völligen Mangels an höherem _Sein_, wird uns aus der

Art, wie Frauen den Selbstmord vollziehen. Ihr Selbstmord erfolgt

nämlich wohl immer mit dem Gedanken an die anderen Menschen, was

diese sich denken, wie diese sie bedauern, wie sie sich grämen oder

-- sich ärgern werden. Das ist nicht so zu verstehen, als ob die Frau

nicht von ihrem, nach ihrer Ansicht _stets un_verdienten Unglück fest

durchdrungen wäre im Augenblicke, da sie sich tötet: im Gegenteil, vor

dem Selbstmord bemitleidet sie sich am allerheftigsten, nach jenem

Schema des Mitleidens mit sich selbst, das nur ein Mitweinen mit den

anderen über das Objekt des Mitgefühls des anderen, ein völliges

Aufhören Subjekt zu sein, ist. Wie könnte auch eine Frau ihr Unglück

_als zu sich gehörig_ ansehen, da sie doch unfähig ist, ein Schicksal

zu haben? Das Fürchterliche und für die _Leerheit und Nullität der

Frauen_ Entscheidende ist vielmehr dies, daß sie nicht einmal _vor dem

Tode_ zum _Probleme_ des Lebens, _ihres_ Lebens gelangen: weil in ihnen

nicht ein höheres Leben der Persönlichkeit realisiert werden wollte.

_Die Frage also, welche im Eingang dieses zweiten Teiles als sein

Hauptproblem formuliert wurde, die Frage nach der Bedeutung des

Mann-Seins und Weib-Seins, kann jetzt beantwortet werden. Die Frauen

haben keine Existenz und keine Essenz_, sie _$sind$_ nicht, sie sind

_$nichts$_. _Man $ist$ Mann oder man $ist$ Weib, je nachdem ob man wer

$ist$ oder nicht._

Das Weib hat keinen Teil an der ontologischen Realität; darum hat es

kein Verhältnis zum Ding an sich, das für jede tiefere Auffassung

identisch ist mit dem Absoluten, der Idee oder Gott. Der Mann, in

seiner Aktualität, dem Genie, glaubt an das Ding an sich: ihm ist es

entweder das Absolute als sein höchster Begriff von wesenhaftem Werte:

dann ist er Philosoph. Oder es ist das wundergleiche Märchenland seiner

Träume, das Reich der absoluten Schönheit: dann ist er Künstler.

_Beides aber bedeutet dasselbe._

Das Weib hat kein Verhältnis zur Idee, es bejaht sie weder, noch

verneint es sie: es ist weder moralisch noch antimoralisch, es hat,

mathematisch gesprochen, _kein Vorzeichen_, es ist richtungslos, weder

gut noch böse, weder Engel noch Teufel, es ist _amoralisch_ wie es

_alogisch_ ist. Alles Sein aber ist moralisches und logisches Sein.

_Die Frau also $ist$ nicht._

Das Weib ist verlogen. Das Tier hat zwar ebensowenig metaphysische

Realität wie die echte Frau; aber es spricht nicht, und folglich lügt

es nicht. Um die Wahrheit reden zu können, muß man etwas _sein_;

denn die Wahrheit geht auf ein _Sein_, und zum Sein kann nur der ein

_Verhältnis_ haben, der selbst etwas _ist_. Der Mann will die ganze

Wahrheit das heißt, er will _nur $sein$_. Auch der Erkenntnistrieb ist

zuletzt _identisch_ mit dem Unsterblichkeitsbedürfnis. Wer dagegen über

einen Tatbestand etwas aussagt, ohne wirklich mutig ein Sein behaupten

zu wollen; wem die äußere Urteilsform gegeben ist ohne die innere;

wer, wie die Frau, nicht wahrhaft _ist_: der _muß_ notwendig _immer_

lügen. _Darum lügt die Frau stets, auch wenn sie objektiv die Wahrheit

spricht._

Das Weib kuppelt. Die Lebenseinheiten des niederen Lebens sind

Individuen, Organismen; die Lebenseinheiten des höheren Lebens

sind Individualitäten, Monaden, »Meta-Organismen«, wie ein nicht

wegzuwerfender Terminus bei _Hellenbach_ lautet. Jede Monade aber

unterscheidet sich von jeder anderen, und ist von ihr so getrennt,

wie zwei Dinge nur sein können. Die Monaden haben keine Fenster;

statt dessen haben sie die ganze Welt _in_ sich. Der Mann als die

Monade, als potentielle oder aktuelle, das ist geniale Individualität,

will auch _überall sonst_ Unterschied und Trennung, Individuation,

Auseinandertreten: der naive Monismus ist ausschließlich weiblich.

Jede Monade bildet für sich eine abgeschlossene Einheit, ein Ganzes;

aber auch das fremde Ich ist ihr eine solche vollendete Totalität,

in die sie nicht übergreift. Der Mann $_hat_ Grenzen$, und _bejaht,

will_ Grenzen; die Frau, die keine Einsamkeit kennt, ist auch nicht

imstande, die Einsamkeit des Nebenmenschen als solche zu bemerken

und aufzufassen, zu achten oder zu ehren, und sie unangetastet

anzuerkennen: für sie gibt es, weil keine Einsamkeit, auch keine

Mehrsamkeit, sondern nur ein ungeschiedenes Verschmolzensein. Weil

in der Frau kein Ich ist, darum ist für sie auch kein Du, _darum

gehören, nach ihrer Auffassung, Ich und Du $zusammen$ als $Paar$, als

ununterschiedenes Eines: darum kann die Frau zusammenbringen, darum

kann sie kuppeln_. Die Tendenz ihrer Liebe ist die Tendenz ihres

Mitleidens: die Gemeinschaft, die Verschmolzenheit.[75]

Für die Frau gibt es nirgends _Grenzen_ ihres Ich, die durchbrochen

werden könnten, und die sie zu hüten hätte. Hierauf beruht zunächst der

Hauptunterschied zwischen männlicher und weiblicher _Freundschaft_.

Alle _männliche_ Freundschaft ist ein Versuch zusammenzugehen unter

dem Zeichen einer und derselben _Idee_, welcher die Freunde, jeder

für sich, gesondert und doch vereint, nachstreben; die _weibliche_

»Freundschaft« ist ein Zusammen_stecken_, und zwar, was besonders

hervorzuheben ist, unter dem Gedanken der _Kuppelei_. Denn auf

dieser beruht die einzig mögliche Art eines intimeren und nicht

hinterhältigen Verkehres zwischen Frauen: soweit diese überhaupt nicht

bloß des Klatsches oder materieller Interessen halber gerade weibliche

Gesellschaft aufsuchen.[76] Wenn nämlich von zwei Mädchen oder Frauen

die eine für sehr viel schöner gilt als die andere, dann findet die

häßliche _eine gewisse sexuelle Befriedigung_ in der Bewunderung,

welche der Schöneren gezollt wird. Bedingung jeder Freundschaft

zwischen Frauen ist also zu oberst, daß ein Rivalisieren zwischen ihnen

ausgeschlossen sei: es gibt keine Frau, die sich nicht körperlich mit

jeder anderen Frau sofort vergliche, welche sie kennen lernt. Lediglich

in jenen Fällen großer _Un_gleichheit und _aussichtsloser_ Konkurrenz

kann die Häßliche für die Schönere schwärmen, weil diese für sie, ohne

daß es beiden im geringsten bewußt würde, das nächste Mittel ist,

_selbst sexuell befriedigt zu werden_: es ist nicht anders, sie fühlt

sich gleichsam _$in$ jener_ koitiert.[77] Das völlig _unpersönliche_

Leben der Frauen, wie auch der überindividuelle Sinn ihrer Sexualität,

die Kuppelei als der Grundzug ihres Wesens, leuchtet hieraus deutlich

hervor. Sie verkuppeln sich _wie_ die anderen, sich _in_ den anderen.

_Das Mindeste, was auch das häßlichste Weib verlangt, und woran es

schon ein gewisses Genügen findet, ist, daß überhaupt irgend eine ihres

Geschlechtes bewundert, begehrt werde._

Mit diesem völlig verschmolzenen Leben des Weibes hängt es zusammen,

daß die Frauen _nie wirklich Eifersucht_ fühlen. So gemein Eifersucht

und Rachedurst sind, es steckt in beiden ein Großes, dessen die

Frauen, wie aller Größe, im Guten oder im Bösen, _un_fähig sind. In

der Eifersucht, liegt ein verzweifelter Anspruch auf ein vorgebliches

Recht, und der Rechtsbegriff ist den Frauen transcendent. Aber der

hauptsächlichste Grund, daß die Frau auf einen einzelnen Mann nie ganz

eifersüchtig sein kann, ist ein anderer. Wenn der Mann, auch einer, in

den sie rasend verliebt wäre, im Zimmer neben dem ihren eine andere

Frau umarmte und besäße, so würde sie der Gedanke hieran sexuell

selbst so erregen, daß für die Eifersucht kein Platz bliebe. Dem Manne

würde eine solche Scene, wenn er um sie wüßte, höchst widerlich und

abstoßend sein, und ihm den Aufenthalt in der Nähe verekeln; das Weib

bejaht innerlich beinahe fieberhaft den ganzen Hergang; oder es wird

hysterisch, wenn es sich nicht eingestehen will, daß es zu tiefst auch

diese Vereinigung nur _gewünscht_ hat.

Ferner gewinnt über den Mann der Gedanke an den fremden Koitus nie

völlig Gewalt, er steht außer und über einem solchen Erlebnis, das für

ihn eigentlich gar keines ist; die Frau aber verfolgt den Prozeß kaum

selbst_tätig_, sie ist in _fieberhafter Erregung_ und wie _festgebannt_

durch den Gedanken, was hart neben ihr sich vollzieht.

Oft mag auch das Interesse des _Mannes_ an seinem Mitmenschen, der ihm

ein Rätsel ist, bis auf dessen sexuelles Leben sich erstrecken; aber

jene _Neugier_, welche den Nebenmenschen gewissermaßen zur Sexualität

_zwingt_, ist nur den Weibern eigentümlich, von ihnen jedoch ganz

allgemein betätigt, in gleicher Weise Frauen wie Männern gegenüber.

Eine Frau interessieren an jedem Menschen zunächst und vor allem seine

_Liebschaften_, und er ist ihr intellektuell nur so lange dunkel und

reizvoll, als sie über diesen Punkt nicht im Klaren ist.

Aus alledem geht nochmals klar hervor, daß Weiblichkeit und Kuppelei

identisch sind: eine rein _immanente_ Betrachtung des Gegenstandes

würde denn auch mit dieser Feststellung ihr Ende erreicht haben müssen.

Meine Absicht ging aber weiter; und ich glaube nun bereits angedeutet

zu haben, wie das Weib als Position, als Kupplerin, zusammenhängt mit

dem Weibe als Negation, das eines höheren Lebens als Monade gänzlich

entbehrt. Das Weib verwirklicht eine einzige Idee, die ihm selbst eben

darum nie zum Bewußtsein kommen kann, jene Idee, welche der Idee der

Seele am äußersten entgegengesetzt ist. Ob sie nun als Mutter nach

dem Ehebett verlangt oder als Dirne das Bacchanal bevorzugt, ob sie

zu zweien Familie begründen will oder nach den Massenverschlingungen

des Venusberges hinstrebt, sie handelt stets _nach der Idee der

Gemeinschaft_, jener Idee, welche die _Grenzen_ der Individuen, durch

_Vermischung_, am weitesten aufhebt.

So ermöglicht hier eines das andere: Emissärin des Koitus kann nur

ein Wesen ohne Individualität, ohne Grenzen sein. Nicht ohne Grund

ist in der Beweisführung so weit ausgeholt worden, wie es sicherlich

noch nie in einer Behandlung dieses Gegenstandes, noch auch sonst je

einer charakterologischen Arbeit geschehen ist. Das Thema ist darum

so ergiebig, weil hier der Zusammenhang alles höheren Lebens auf der

einen und alles niederen Lebens auf der anderen Seite sich offenbaren

muß. Jede Psychologie und jede Philosophie findet hier einen Prüfstein,

vorzüglicher als die meisten anderen, auf daß sie an ihm sich erprobe.

Nur darum bleibt das Problem Mann-Weib in aller Charakterologie das

interessanteste Kapitel, nur darum habe ich es zum Objekte einer so

umfassenden, weit ausgreifenden Untersuchung gewählt.

Man wird an dem Punkte, zu welchem die Darlegung nun gelangt ist,

sicherlich offen fragen, was man bisher vielleicht nur als Bedenken

bei sich erwogen hat: ob denn dieser Anschauung die Frauen überhaupt

noch Menschen seien? Ob sie nach der Theorie des Verfassers nicht

eigentlich unter die Tiere oder die Pflanzen gerechnet werden müßten?

Denn sie entbehrten, nach seiner Auffassung, einer höheren als der

sinnlichen Existenz nicht minder denn jene, sie hätten so wenig teil am

ewigen Leben wie die übrigen Organismen, denen persönliche Fortdauer

kein Bedürfnis und keine Möglichkeit ist. Eine metaphysische Realität

sei beiden gleich wenig beschieden, sie _seien_ alle nicht, das Weib

nicht, noch auch das Tier, noch die Pflanze -- alle nur Erscheinung,

nirgends etwas vom Ding an sich. Der Mensch ist, nach der Ansicht, die

sein Wesen am tiefsten erfaßt hat, ein Spiegel des Universums, er ist

der Mikrokosmus; die Frau aber ist absolut ungenial, sie lebt nicht im

tiefen Zusammenhange mit dem All.

In _Ibsens_ »Klein Eyolf« spricht das Weib an einer schönen Stelle zum

Manne:

_Rita_: Wir sind doch schließlich nur Menschen.

_Allmers_: Auch mit Himmel und Meer sind wir ein wenig verwandt, Rita.

_Rita_: _Du vielleicht. Ich nicht._

Ganz bündig liegt hierin die Einsicht des Dichters, daß die Frau zur

Idee der Unendlichkeit, zur Gottheit, kein Verhältnis hat: weil ihr

die Seele fehlt. Zum _Brahman_ dringt man, nach den Indern, nur durch

das _Âtman_ vor. Das Weib ist nicht Mikrokosmus, es ist nicht nach dem

Ebenbilde der Gottheit entstanden. Ist es also noch Mensch? Oder ist es

Tier? Oder Pflanze?

Den Anatomen müssen diese Fragen wohl recht lächerlich bedünken, und

er wird einen Standort von vornherein für verfehlt halten, auf dessen

Boden solche Problemstellungen erwachsen können. Ihm ist das Weib

homo sapiens und von allen übrigen Spezies wohl unterschieden, dem

menschlichen Manne nicht anders zugeordnet als das Weibchen in jeder

Art und Gattung sonst seinem Männchen. Und der Philosoph darf gewiß

nicht sagen: Was gehen mich die Anatomen an! Mag er auch von dieser

Seite noch so wenig Verständnis erhoffen für das, was ihn bewegt: er

spricht hier über anthropologische Dinge, und, wenn er die Wahrheit

findet, darf auch die morphologische Tatsache um ihr Recht nicht

verkürzt worden sein.

In der Tat! Zwar stehen die Frauen sicherlich in ihrem Unbewußten der

Natur näher als der Mann. Die Blumen sind ihre Schwestern, und daß sie

von den Tieren minder weit entfernt sind als der Mann, dafür zeugt, daß

sie zur Sodomie sicherlich mehr Neigung haben als er (Pasiphae- und

Leda-Mythus. Auch das Verhältnis zum Schoßhündchen ist wahrscheinlich

ein noch weit sinnlicheres, als man gewöhnlich es sich ausmalt).[78]

Aber die Frauen sind Menschen. Selbst W, die wir ohne jede Spur des

intelligiblen Ich denken, ist doch immerhin das Komplement zu M. Und

sicherlich ist die Tatsache der besonderen _sexuellen_ und _erotischen_

Ergänzung des menschlichen Mannes durch das _menschliche_ Weib wenn

auch nicht jene sittliche Erscheinung, von welcher die Fürsprecher

der Ehe schwatzen, so doch von ungeheuerer Bedeutung für das Problem

der Frau. Die Tiere sind ferner bloß Individuen, die Frauen Personen

(wenn auch nicht Persönlichkeiten). Die äußere Urteilsform, wenn auch

nicht die innere, die Sprache, obgleich nicht die Rede, ein gewisses

Gedächtnis, obschon keine kontinuierliche Einheit des Selbstbewußtseins

ist ihnen verliehen. Für alles im Manne besitzen sie eigentümliche

_Surrogate_, die noch fortwährend jene Verwechslungen begünstigen,

denen die Schätzer der Weiblichkeit so gerne unterliegen.

Es ist keine andere Frage als die nach dem _letzten Wesen des

Geschlechtsgegensatzes_, die hiemit neu aufgeworfen erscheint. Die

Rolle, welche das männliche und das weibliche Prinzip im Tier- und im

Pflanzenreiche spielen, bleibt hier _außer_ Betracht; es handelt sich

einzig um den Menschen. Daß solche Prinzipien der Männlichkeit und

Weiblichkeit nicht als metaphysische Ideen, sondern als theoretische

Begriffe angenommen werden müssen, darauf lief die ganze Untersuchung

gleich zu Anfang hinaus. Welche gewaltigen Unterschiede zwischen Mann

und Weib, weit über die bloße physiologisch-sexuelle Differenz hinaus,

ohne Frage zumindest beim _Menschen_ bestehen, das hat der ganze

weitere Verlauf der Betrachtung gezeigt. Jene Anschauung also, welche

in der Tatsache des Dualismus der Geschlechter nichts weiter erblickt

als eine Vorrichtung zur Distribution verschiedener Funktionen auf

verschiedene Wesen im Sinne einer Teilung der physiologischen Arbeit

-- eine Auffassung, die, wie ich glaube, dem Zoologen _Milne-Edwards_

ihre besondere Verbreitung zu danken hat -- erscheint hienach völlig

unannehmbar; über ihre ans Lächerliche streifende Oberflächlichkeit und

intellektuelle Genügsamkeit ist weiter kein Wort zu verlieren. Zwar ist

der _Darwinismus_ der Popularisierung dieser Ansicht besonders günstig

gewesen, und man hat sogar ziemlich allgemein an ein Hervorgehen der

geschlechtlich differenzierten Organismen aus einem früheren Stadium

sexueller Ungeschiedenheit gedacht: durch einen Sieg der einer solchen

Funktionsentlastung teilhaft gewordenen Wesen über die primitiveren,

überbürdeten, ungeschlechtlichen oder doppelgeschlechtlichen Arten.

Daß aber eine solche »Entstehung des Geschlechtes« infolge der

»Vorzüge der Arbeitsteilung«, der »Erleichterung im Kampfe ums Dasein«

eine, ganz _unvollziehbare Vorstellung ist_, hat, lange vor den

modernen Totenkäfern _Darwins_, Gustav Theodor _Fechner_ in einer

unwiderleglichen Argumentation dargetan.

Isoliert ist der Sinn von Mann und Weib nicht zu erforschen; sie

können in ihrer Bedeutung nur aneinander erkannt und gegeneinander

bestimmt werden. _In ihrem Verhältnis zueinander_ muß der Schlüssel

für das Wesen _beider_ zu finden sein. Bei dem Versuche, die Natur

der Erotik zu ergründen, ist bereits kurz auf ihn angespielt worden.

_Es ist das Verhältnis von Mann und Weib kein anderes als das von

$Subjekt$ und $Objekt$. $Das Weib sucht seine Vollendung als Objekt.$_

Es ist die _Sache_ des Mannes, oder die _Sache_ des Kindes, und will,

trotz aller Bemäntelung, nicht anders genommen werden denn wie eine

_Sache_. Niemand mißversteht so sehr, was eine Frau wirklich will,

als wer sich für das interessiert, was in ihr vorgeht, und für ihre

Gefühle und Hoffnungen, für ihre Erlebnisse und innere Eigenart eine

Teilnahme in sich aufkommen läßt. Die Frau _will nicht_ als _Subjekt_

behandelt werden, sie will stets und in alle Wege -- das ist eben

ihr Frau-Sein -- lediglich _passiv_ bleiben, _einen Willen auf sich

gerichtet fühlen_, sie will nicht gescheut noch geschont, _sie will

nicht $geachtet$ sein_. Ihr Bedürfnis ist vielmehr, nur als Körper

begehrt, und nur als fremdes Eigentum besessen zu werden. _Wie die

bloße Empfindung erst Realität gewinnt, indem sie begrifflich, d. h.

$Gegenstand$ wird, so gelangt das Weib zu seinem Dasein und zu einem

Gefühle desselben erst, indem es vom Manne oder vom Kinde, als dem

Subjekte, zu dessen $Objekt$ erhoben wird, und so eine Existenz

geschenkt erhält._

_Was erkenntnistheoretisch der Gegensatz des Subjekts zum Objekt, das

sagt ontologisch die Gegenüberstellung von $Form$ und $Materie$._ Sie

ist nur die Übersetzung jener Unterscheidung aus dem Transcendentalen

ins Transcendente, aus dem Erfahrungskritischen ins Metaphysische.

Die Materie, das absolut _Un_individualisierte, das, was _jede_ Form

annehmen kann, selbst aber keine bestimmten und dauernden Eigenschaften

hat, ist das, was so wenig _Essenz_ besitzt, wie der bloßen Empfindung,

der Materie der Erfahrung, an sich schon _Existenz_ zukommt. Während

also der Gegensatz von Subjekt und Objekt ein solcher der Existenz ist

(_indem die Empfindung erst als ein dem Subjekte gegenübergestellter

Gegenstand Realität gewinnt_), bedeutet der Gegensatz von Form und

Materie einen Unterschied der Essenz (_die Materie ist ohne Formung

absolut qualitätenlos_). Darum konnte _Platon_ die Stofflichkeit,

die bildsame Masse, das an sich formlose ἄπειρον, den knetbaren Teig

des ἐκμαγεῖον, das, worein die Form eingeht, ihren Ort, ihre χώρα,

das ἐν ᾧ, jenes ewig _Zweite_, _Andere_, das θάτερον, auch $als das

Nichtseiende$, als das µὴ ὄν bezeichnen. Der zieht den tiefsten Denker

auf das Niveau der vordersten Oberflächlichkeit, der ihn, wie dies

häufig geschieht, meinen läßt, sein Nichtseiendes sei der _Raum_. Gewiß

wird kein bedeutender Philosoph dem Raum eine metaphysische Existenz

zuschreiben, aber ebensowenig kann er ihn für _das_ Nichtseiende an

sich halten. Es charakterisiert gerade den ahnungslosen, frechen

Schwätzer, daß der leere Raum für ihn »Luft«, »Nichts« ist; erst dem

vertieften Nachdenken gewinnt er an Realität, und wird ihm Problem.

Das Nichtseiende _Platons_ ist gerade das, was dem _Philister_ als das

denkbar _Realste_, als die Summation der Existenzwerte erscheint, _es

ist nichts anderes als die Materie_.

Ist es also eine zu klaffende Diskontinuität, wenn ich im Anschluß

an _Plato_, der selbst sein jede Form Annehmendes vergleichsweise

als die _Mutter_ und _Amme_ alles Werdens bezeichnet, auf den Spuren

des _Aristoteles_, dessen Naturphilosophie _im Zeugungsakte_ dem

weiblichen Prinzip die _stoffliche_, dem männlichen die _formende_

Rolle zuerteilt hat -- ist es Willkür, wenn ich, in Übereinstimmung mit

dieser Anschauung und Erweiterung derselben, _die Bedeutung des Weibes

für den Menschen nun überhaupt in der Vertretung der Materie erblicke_?

Der Mann, als Mikrokosmus, ist beides, zusammengesetzt aus höherem und

niederem Leben, aus metaphysisch Existentem und Wesenlosem, aus Form

und Materie: das _Weib_ ist _nichts_, _es ist $nur$ Materie_.

Erst _diese_ Erkenntnis bildet den Schlußstein des Gebäudes, von

ihr aus wird alles deutlich, was noch unklar war, und rundet sich

zum geschlossenen Zusammenhange. Das geschlechtliche Streben des

Weibes geht nach _Berührung_, es ist nur _Kontrektations-_ und nicht

Detumeszenztrieb.[79] Dem entspricht, daß sein feinster Sinn, und

zugleich der einzige, bei ihm weiter als beim Manne entwickelte Sinn

das _Tastgefühl_ ist.[80] Auge und Ohr führen beide ins Unbegrenzte

und lassen eine Unendlichkeit ahnen; der Tastsinn erfordert engste

körperliche Nähe zur eigenen Betätigung; man vermengt sich mit dem, was

man angreift: er ist der eminent schmutzige Sinn, und wie geschaffen

für ein auf körperliche Gemeinschaft angelegtes Wesen. Was durch ihn

vermittelt wird, ist die Widerstandsempfindung, die Wahrnehmung des

Palpablen; und eben von der _Materie_ läßt sich, wie _Kant_ gezeigt

hat, nichts anderes aussagen, als daß sie eine derartige Raumerfüllung

ist, die allem, was in sie einzudringen strebt, einen gewissen

_Widerstand_ entgegensetzt. Die Erfahrung des »Hindernisses« hat, wie

den psychologischen (nicht den erkenntnistheoretischen) _Ding_begriff,

so auch den übergroßen Realitätscharakter geschaffen, welchen die

Data des Tastsinnes für die meisten Menschen immer besitzen, als die

solideren, »primären« Qualitäten der Erfahrungswelt. Aber nichts

anderes als der ihm stets anhaftende letzte Rest von Weiblichkeit

ist es, der bewirkt, daß für den Mann die Materie den Charakter der

eigentlichen Realität gefühlsmäßig nie vollständig _verliert_. Gäbe

es einen absoluten Mann, so wäre ihm die Materie auch _psychologisch_

(nicht nur logisch) kein irgendwie Seiendes mehr.

Der Mann ist Form, das Weib Materie. Ist das richtig, so muß es auch

in dem Verhältnis ihrer psychischen Einzelerlebnisse zueinander einen

Ausdruck finden. Die längst festgestellte Gliederung der Inhalte des

männlichen Seelenlebens gegenüber dem unartikulierten und chaotischen

Vorstellen des Weibes verkündet nichts anderes als diesen nämlichen

Gegensatz von Form und Materie. Die Materie will geformt werden: _darum

verlangt_ das Weib vom Manne die _Klärung_ seiner verworrenen Gedanken,

die _Deutung der Heniden_.[81]

Die Frauen sind die Materie, die jede Form annimmt. Jene

Untersuchungen, welche für die Mädchen eine bessere Erinnerung speziell

an den Lehrstoff ergeben haben, als für die Knaben, können nur so

erklärt werden: aus der Inanität und Nullität der Frauen, die mit allem

Beliebigen _imprägniert_ werden können, indes der Mann nur behält, was

ihn wirklich interessiert, und alles übrige _vergißt_ (vgl. Teil II,

S. 147, 168). Aber vor allem geht das, was die _Schmiegsamkeit_ des

Weibes genannt wurde, seine außerordentliche _Beeinflußbarkeit_ durch

das fremde Urteil, seine _Suggestibilität_, seine völlige _Umschaffung_

durch den Mann auf dieses Bloß-Materie-Sein, diesen _Mangel_ jeder

_ursprünglichen Form_ zurück. _Das Weib $ist$ nichts, und darum, $nur$

darum $kann es alles werden$; während der Mann stets nur werden kann,

was er $ist$._ Aus einer Frau kann man machen, _was man will_; dem

Manne höchstens zu dem verhelfen, was _er_ will. Darum hat, in der

wahren Bedeutung des Wortes, eigentlich nur _Frauen_, nicht Männer,

zu _erziehen_ einen _Sinn_. Am Manne wird durch alle Erziehung

nie irgend ein Wesentliches geändert; im Weibe kann sogar seine

eigenste Natur, die Hochwertung der Sexualität, durch äußeren Einfluß

völlig zurückgedrängt werden. Das Weib mag alles scheinen und alles

verleugnen, aber es _ist_ nie irgend etwas in Wahrheit.

Man wird freilich, selbst wenn man mit den bisherigen Ableitungen

sollte einverstanden sein, ihnen zum Vorwurf machen, daß sie keine

Auskunft darüber gäben, $was$ denn der _Mann_ eigentlich _sei_. Läßt

sich von ihm, wie vom Weibe _Kuppelei_ und _Wesenlosigkeit_, irgend

etwas als allgemeine Eigenschaft prädizieren? Gibt es überhaupt einen

_Begriff_ des Mannes, wie es einen Begriff des Weibes gibt, und läßt

sich dieser Begriff ähnlich definieren?

Hierauf ist zu antworten, daß die Männlichkeit eben in der _Tatsache_

der Individualität, der wesenhaften Monade liegt und sich mit ihr

deckt. Jede Monade aber ist von jeder anderen um ein _Unendliches_

verschieden, und darum keine subsumierbar unter einen umfassenderen

Begriff, der mehreren Monaden Gemeinsames enthielte. Der _Mann_

ist der _Mikrokosmus_, in ihm sind _alle_ Möglichkeiten überhaupt

enthalten. Man hüte sich dies zu verwechseln mit der _universellen

$Suszeptibilität$_ der Frau, die alles wird, _ohne irgend etwas zu

sein_, indes der Mann alles _ist_ und davon mehr oder weniger, je nach

seiner Begabung, auch _wird_. Der Mann hat auch das Weib, er hat auch

Materie in sich, und kann diesen Teil seines Wesens sich entwickeln

lassen, d. h. verkommen und entarten; oder er kann ihn erkennen und

bekämpfen -- _darum_ kann _er_, und _nur $er$_, über die Frau zur

Wahrheit gelangen (Teil II, S. 106-108). _Das Weib aber hat keine

Möglichkeit einer Entwicklung, außer durch den Mann._

Ganz deutlich wird die Bedeutung von Mann und Weib immer erst in

der Betrachtung ihrer gegenseitigen _sexuellen_ und _erotischen

Relationen_. Das tiefste Begehren der Frau ist, vom Manne _geformt_

und _dadurch erst geschaffen_ zu werden. Die Frau wünscht, daß der

Mann ihr Meinungen beibringe, _ganz andere_, als sie bisher gehabt

hat, sie will durch ihn umgestoßen sehen, was sie bisher für richtig

hielt (Gegenteil der Pietät, S. 161), sie will als Ganzes _widerlegt

sein_, und erst _neugebildet_ werden durch ihn. Der Wille des Mannes

_schafft_ erst die Frau, er _gebietet_ über sie, und _verändert

sie von Grund auf_ (Hypnose). Hier ist auch endlich Klärung über

das Verhältnis des Psychischen zum Physischen bei Mann und Weib zu

finden. Für den Mann wurde früher die Wechselwirkung, und zwar nur im

Sinne einer einseitigen Schöpfung des Leibes durch die transcendente

Psyche, als die Projektion derselben auf die Erscheinungswelt, für

das Weib hingegen der Parallelismus eines bloß Empirisch-Psychischen

und Empirisch-Physischen angenommen. Jetzt ist klar, daß auch beim

Weibe eine Wechselwirkung Geltung hat. Aber während beim _Manne_,

nach _Schopenhauers_ wahrster Lehre, daß der Mensch sein eigenes Werk

sei, der _eigene_ Wille sich den Körper _schafft_ und _umschafft_,

wird das _Weib_ durch den _fremden_ Willen körperlich _beeinflußt_

und _umgebildet_ (Suggestion, Versehen). Der Mann formt also nicht

nur sich, sondern auch, ja leichter noch, das Weib. Jene Mythen der

Genesis und anderer Kosmogonien, welche das Weib vom Manne geschaffen

sein lassen, haben eine tiefere Wahrheit verkündet als die biologischen

Deszendenzlehren, die an ein Hervorgehen des Männlichen aus dem

Weiblichen glauben.

Auch jene im 9. Kapitel (S. 279) offen gelassene Frage, wie das Weib,

ohne selbst Seele und Willen zu besitzen, doch in der Lage sein könne,

herauszufinden, in welchem Maße der Mann mit ihnen ausgestattet ist,

auch diese schwierigste Frage mag jetzt zu beantworten versucht werden.

Man muß sich nur darüber klar geworden sein, daß, was die Frau bemerkt,

und wofür sie ein Organ hat, nicht die _besondere_ Natur eines Mannes

ist, sondern nur die _allgemeine Tatsache_ und etwa noch der _Grad_

seiner _Männlich$keit$_. Es ist ganz falsch, _Heuchelei, oder aus der

späteren Imprägnation mit dem männlichen Wesen zu Unrecht erschlossen_,

daß die Frau ein ursprüngliches _Verständnis_ für die _Individualität_

des Mannes habe.[82] Der Verliebte, der durch das unbewußte Simulieren

eines tieferen Begreifens von Seite des Weibes so leicht zu foppen

ist, mag an ein Verständnis seiner selbst durch ein Mädchen glauben;

wer weniger genügsam ist, wird es sich nicht verhehlen können, daß

die Frauen nur für das _Daß_, nicht für das _Was_ der Seele, nur

für die _formale allgemeine Tatsache_, nicht für die _Besonderheit_

der Persönlichkeit einen Sinn besitzen. Denn um _spezielle_ Form

perzipieren und apperzipieren zu können, müßte die Materie an sich

nicht _formlos_ sein; das Verhältnis der Frau zum Mann ist aber kein

anderes als das der Materie zur Form, und ihr Verständnis für ihn

nichts als Bereitwilligkeit, möglichst kräftig geformt zu werden, der

Instinkt des Existenzlosen für Existenz. Also dieses »Verständnis«

ist kein theoretisches, es ist kein Anteilnehmen, sondern ein

Anteilhabenwollen; es ist zudringlich und egoistisch. Die Frau hat kein

Verhältnis zum _Manne_ und keinen Sinn für den Mann, sondern nur einen

für _Männlichkeit_; und wenn sie für sexuell anspruchsvoller gehalten

werden darf als er, so ist diese Anspruchsfülle nichts anderes als das

intensive Begehren nach ausgiebigster und stärkster Formung: _es ist

das Warten auf das größtmögliche Quantum von Existenz_.

Und nichts anderes ist schließlich auch die _Kuppelei_. Die Sexualität

der Frauen ist _über_individuell, weil sie nicht abgegrenzte, geformte,

individualisierte Wesenheiten im höheren Sinne darstellen. Der höchste

Augenblick im Leben des Weibes, der, in dem sein _Ur_sein, die _Urlust_

sich offenbart, ist jener Moment, wo der männliche Same in es fließt.

Da umarmt es den Mann stürmisch und preßt ihn an sich: es ist die

höchste Lust der Passivität, stärker noch als das Glücksgefühl der

Hypnotisierten, die Materie, welche eben geformt wird und die Form

nicht loslassen, sie ewig an sich binden will. Dieses unendliche

Trachten der Armut, dem Reichtum sich zu gesellen, das gänzlich

formlose und darum überindividuelle Streben des _Un_gegliederten, die

Form zur Berührung mit sich zu bringen, sie dauernd festzuhalten und

so Existenz zu gewinnen, liegt der Kuppelei im Tiefsten zu Grunde. Daß

das Weib nicht Monade ist und keine Grenzen hat, dadurch ist Kuppelei

nur _ermöglicht_; zur _Wirklichkeit_ wird sie, weil es die Idee des

_Nichts_, der _Materie_ repräsentiert, die unaufhörlich und in jeder

Weise die Form zur Vermengung mit sich zu verführen trachtet. Kuppelei

ist das ewige Drängen des Nichts zum Etwas.

So hat sich allmählich die Dualität von Mann und Weib zum Dualismus

überhaupt entwickelt, zum Dualismus des höheren und des niederen

Lebens, des Subjekts und Objekts, der Form und der Materie, des Etwas

und des Nichts. Alles metaphysische, alles transcendentale Sein ist

logisches und moralisches Sein: _das Weib ist alogisch und amoralisch_.

Es enthält aber auch keine Abkehr vom Logischen und Moralischen, es ist

nicht _anti_logisch, es ist nicht _anti_moralisch. Es ist nicht das

_Nicht_, sondern das _Nichts_, es ist _weder Ja_, _noch_ ist es _Nein_.

Der _Mann_ birgt in sich die Möglichkeit zum absoluten Etwas _und_ zum

absoluten Nichts, und darum hat all sein Handeln eine _Richtung_ nach

dem einen oder dem anderen: das Weib _sündigt_ nicht, _denn es ist

selbst $die$ Sünde, als $Möglichkeit$ im Manne_.

_Der reine Mann ist das Ebenbild Gottes, des absoluten $Etwas$, das

Weib, auch das Weib im Manne, ist das Symbol des $Nichts$: das ist die

Bedeutung des Weibes im Universum, und so ergänzen und bedingen sich

Mann und Weib._ Als des Mannes _Gegensatz_ hat das Weib einen Sinn und

eine Funktion im Weltganzen; und wie der menschliche Mann über das

tierische Männchen, so reicht das menschliche Weib über das Weibchen

der Zoologie hinaus.[83] _Kein begrenztes Sein, kein begrenztes

Nichtsein_ (wie im Tierreich) liegen im _Menschen_ im Kampfe: _was

hier sich gegenübersteht, ist unbegrenztes Sein_ und _unbegrenztes

Nichtsein_. _Darum_ machen erst Mann und Weib _zusammen_ den Menschen

aus.

Der _Sinn_ des Weibes ist es also, _Nicht-Sinn_ zu sein. Es

repräsentiert das _Nichts_, den Gegenpol der Gottheit, die _andere

Möglichkeit_ im Menschen. Darum gilt mit Recht nichts für gleich

verächtlich, als der Weib gewordene Mann, und wird ein solcher

Mann geringer geachtet als selbst der stumpfsinnigste und roheste

Verbrecher. Und so erklärt sich auch jene tiefste _Furcht_ im Manne:

die _Furcht vor dem Weibe_, das ist die _Furcht vor der Sinnlosigkeit_:

das ist die Furcht _vor dem lockenden Abgrund des Nichts_.

Das _alte Weib_ offenbart erst ganz und gar, was das Weib

in Wirklichkeit ist. Die Schönheit der Frau wird, auch rein

erfahrungsgemäß, nur _geschaffen_ durch die _Liebe_ des Mannes: die

Frau wird schöner, wenn ein Mann sie liebt, _weil sie passiv dem Willen

entspricht, der in seiner Liebe liegt_; so mystisch dies klinge, es ist

nur eine alltägliche Beobachtung. Das alte Weib zeigt, wie das Weib

nie schön _war_: _wäre_ das Weib, so wäre die Hexe nicht. Aber das

Weib _ist_ nichts, ein hohles Gefäß, eine Zeitlang überschminkt und

übertüncht.

Alle Qualitäten der Frau hängen an ihrem Nicht-Sein, an ihrer

_Wesenlosigkeit_: weil sie kein wahres, unwandelbares, sondern nur ein

irdisches Leben hat, darum begünstigt sie als Kupplerin die Zeugung in

_diesem_, darum ist sie durch den Mann, der sinnlich auf sie wirkt, vom

Grund auf umzuschaffen und empfänglich überhaupt. So vereinigen sich

die drei fundamentalen Eigenschaften des Weibes, welche dieses Kapitel

aufgedeckt hat, und schließen sich zusammen in seinem Nicht-Sein.

Aus dem Begriff des Nicht-Seins ergeben sich Veränderlichkeit

und Verlogenheit, als die zwei _negativen_ Bestimmungen, durch

_unmittelbare_ Deduktion. Bloß Kuppelei, als die einzige _Position_ im

Weibe, folgt aus ihm nicht gleich rasch durch einfache Analyse.

Und das ist wohl begreiflich. Denn das _Dasein_ des Weibes ist selbst

_identisch_ mit der Kuppelei, mit Bejahung aller Sexualität überhaupt.

_Kuppelei ist nichts anderes als universale Sexualität_; daß das Weib

ist, heißt nichts anderes, als daß in der Welt ein radikaler Hang zu

allgemeiner Sexualität besteht. _Die Kuppelei noch weiter $kausal$

zurückführen bedeutet so viel als das $Dasein des Weibes erklären$._

Wenn hiezu von der Tafel des zwiefachen Lebens (S. 378) ausgegangen

wird, so ist die _Richtung vom höchsten Leben weg zum irdischen hin_,

das _Ergreifen des Nicht-Seienden statt des Seienden_, der _Wille zum

Nichts_, das _Nicht_, das _An-Sich-Böse_. _Anti_moralisch ist die

_Bejahung_ des _Nichts_: das Bedürfnis, _Form in Formloses, in Materie

zu verwandeln_, das Bedürfnis zu _zerstören_.

_Das Nicht aber ist dem Nichts verwandt. Und darum besteht ein

so tiefer Zusammenhang zwischen allem Verbrecherischen und allem

Weiblichen._ Das _Anti_moralische berührt sich eben mit dem

$A$moralischen, von dem es in dieser Untersuchung zuerst ausdrücklich

_getrennt_ wurde, im gemeinsamen Begriffe des _Un_moralischen, und

die gewöhnliche unterschiedslose Verwechslung beider erfährt nun

dennoch eine gewisse Rechtfertigung. Denn das Nichts ist _allein_

eben -- _nichts_, es _ist_ nicht, es hat weder Existenz noch Essenz.

Es ist stets nur das _Mittel_ des Nicht, das, was _durch_ das _Nein_

dem _Etwas gegenübergestellt_ wird. _Erst indem der Mann seine eigene

Sexualität bejaht, indem er das Absolute verneint, sich vom ewigen

Leben ab-, dem niederen zukehrt, erhält das Weib Existenz. $Nur indem

das Etwas zum Nichts kommt, kann das Nichts zum Etwas kommen.$_

Der _bejahte Phallus_ ist das _Anti_moralische. Darum wird er als das

Häßlichste empfunden; darum wurde er stets in einer Beziehung zum Satan

gedacht: den Mittelpunkt der _Dante_schen _Hölle_ (das Zentrum des

Erdinneren) bildet der _Geschlechtsteil Lucifers_.

$So erklärt sich denn die absolute Gewalt der männlichen

Geschlechtlichkeit über das Weib$.[84] _Nur indem der Mann $sexuell$

wird, erhält das Weib Existenz und Bedeutung: sein Dasein ist an

den Phallus geknüpft, und $darum$ dieser sein höchster Herr $und$

unumschränkter Gebieter._ Der Geschlecht gewordene Mann ist das Fatum

des Weibes; der Don Juan der einzige Mensch, vor dem es bis zum Grunde

erzittert.

$Der Fluch, den wir auf dem Weibe lastend ahnten, ist der böse Wille

des Mannes$: das _Nichts_ ist nur ein Werkzeug in der Hand des _Nicht_.

Die Kirchenväter drückten dasselbe pathetischer aus, als sie das Weib

das Instrument des Teufels nannten. Denn _an sich_ ist die Materie

_nichts_, _erst die Form muß ihr Existenz geben wollen_. Der Sündenfall

der Form ist eben jene Verunreinigung, die sie auf sich lädt, indem es

sie treibt, an der Materie sich zu betätigen. _Als der Mann $sexuell$

ward, da $schuf$ er das $Weib$._

_Daß das Weib da ist, heißt also nichts anderes, als daß vom Manne die

Geschlechtlichkeit bejaht wurde. Das Weib ist nur das $Resultat$ dieser

Bejahung, es ist die Sexualität selber_ (S. 116).

Das Weib ist in seiner Existenz _abhängig_ vom Manne: indem der Mann

zum Manne, als Gegenteil des Weibes, indem er geschlechtlich wird,

_setzt_ er das Weib und ruft es ins Dasein. Deshalb muß dem Weibe alles

daran gelegen sein, den Mann _sexuell zu erhalten_: denn es hat so viel

Existenz als der Mann Geschlechtlichkeit. _Deshalb_ muß der Mann, so

will sie es, _ganz zum Phallus werden_, $deshalb kuppelt die Frau$.

Sie ist unfähig, ein Wesen anders denn als Mittel zum Zweck, zu diesem

Zweck des Koitus zu gebrauchen: denn mit ihr ist selbst $kein anderer

Zweck$ verfolgt, als der, $den Mann schuldig werden zu lassen$. Und sie

wäre _tot_ in dem Augenblick, da der Mann _seine_ Sexualität überwunden

hätte.

Der Mann hat das Weib geschaffen und schafft es immer neu, so lange

er noch sexuell ist. Wie er der Frau das _Bewußtsein_ gab (Teil II,

Kapitel 3, Ende), so gibt er ihr das _Sein_. Indem er auf den Koitus

nicht verzichtet, ruft er das Weib hervor. $Das Weib ist die Schuld des

Mannes.$

Diese Schuld gut zu machen, dazu soll ihm die Liebe dienen. Hiedurch

hellt sich auf, was der Schluß des vorigen Kapitels nur wie einen

dunklen Mythos einführte. Was der Mann durch die Schöpfung des Weibes,

das ist durch die Bejahung des Koitus verbrochen hat und noch

fortwährend verbricht, _das bittet er dem Weibe ab als Erotiker_.

Denn von wannen sonst käme die nie und nimmer sich genug tuende

_Generosität_ aller Liebe? Woher, daß die Liebe gerade dem Weibe, und

nicht einem anderen Wesen, Seele zu schenken beflissen ist? Durchaus

ist das Weib nur der Gegenstand, den sich der Trieb des Mannes erzeugt

hat als das eigene Ziel, es ist die Objektivation der männlichen

Sexualität, _die verkörperte Geschlechtlichkeit, seine Fleisch

gewordene Schuld_. Die _Liebe_ soll die Schuld über_decken_, statt sie

zu über_winden_; sie _$er$hebt_ das Weib, statt es _$auf$zuheben_. Das

Etwas schließt das Nichts in seine Arme, und glaubt so die Welt von der

Negation zu befreien, und alle Widersprüche zu versöhnen: da doch das

Nichts nur verschwinden könnte, wenn das Etwas sich ihm fern hielte.

Die Liebe des Mannes ist sein kühnster, äußerster Versuch, das Weib

als Weib sich zu retten, statt es als solches zu verneinen. Nur daher

stammt ihr Schuldbewußtsein: durch sie soll Schuld selbst _weggeräumt_,

statt _gesühnt_ werden.

$Denn das Weib ist nur die Schuld und nur durch die Schuld des Mannes;

und wenn Weiblichkeit Kuppelei bedeutet, so nur, weil alle Schuld

von selbst sich zu vermehren trachtet.$ Was die Frau, ohne je anders

zu können, durch ihr bloßes Dasein, durch ihr ganzes Wesen, ewig

unbewußt auswirkt, das ist nur _ein Hang im $Manne$_, sein zweiter,

unausrottbarer, sein _niederer Hang_: sie ist, gleich der Walküre,

eines _fremden_ Willens »blind wählende Kür«. Die Materie scheint ein

nicht minder unergründliches Rätsel als die Form, das Weib gleich

unendlich wie der Mann, das Nichts so ewig wie das Sein; aber diese

Ewigkeit ist nur die Ewigkeit der Schuld.

Geschlecht und Charakter: Eine prinzipielle Untersuchung · 第 61 / 70 题