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Wie schön wird eine Henne als Mutter. Vorher wirkt sie immer ein wenig
komisch. Mit den Küchlein an sich aber rückt sie für mich unter --
Sternbilder.
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Eine schöne stattliche weiße Kuh mit geschwungenen Hörnern und einer
großen sonoren Glocke -- das ist schon ein Symbol, für den Gottesdienst
eines Volkes.
Oder ein Stier ..
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Wer mag wissen, was Glockengeläut z.B. in den Vögeln für eigentümliche,
dunkle Gefühle auslöst. Ob sie sich da nicht momentweise auch 'über sich
selbst erheben', nur so in einem dumpfen Drang ...
1909
Ein verbummelter Hund, der auf eigene Faust jagt -- und ein gehorchender
treuer, bei allem Feuer durch innere Gesetze gezügelter Hund -- zwei
Stufen Gottes auch sie.
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Es ist ergötzlich zu beobachten, wie Wespen und Ameisen von der
Zudringlichkeit und Dickfelligkeit der Fliegen genau so wie wir Menschen
gestört und irritiert werden.
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Wie mag in einem rechten Sturm ein Baum zum Gefühl seiner selbst kommen!
Wie wunderbar ist eine Birke im Sturm! Wie göttlich graziös! Wie unsagbar
malerisch!
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Lärchen, Birken, Erlen, ein fraulicher Wald!
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Die hohen Tannen sprechen: Wir sind nicht traurig und nicht fröhlich, wir
sind fest.
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So ein Spinnentüchlein voll Regentropfen -- wer macht das nach?
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Wenn man berechnet hat, daß die Erde unter dem Einfluß des Mondes ihre
Ebbe und Flut hat wie das Meer, so frage ich, warum nicht auch das
menschliche Blut und Gehirn seine Gezeiten haben sollte.
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Die Luftschiffahrt wird dem religiösen Genie der Menschheit neue Nahrung
geben. Zu den großen Beförderern kosmischer Stimmungen: Wald, Meer und
Wüste wird nun noch der Luftraum kommen.
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Wir versuchen uns an dem äußeren Bilde andrer bewohnter Gestirne wohl
selten über ein gewisses Maß von Kraft und Erfolg hinaus. Und doch --
Landschaft, ins Unendliche variiert! Welch eine Vorstellung!
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Jede Landschaft hat ihre eigene besondere Seele, wie ein Mensch, dem du
gegenüberlebst. Dies wirst du am deutlichsten empfinden, wenn du den
Eindruck einer gegenwärtigen mit dem wiederbeschworenen vergleichst, den
eine andere, frühere, deiner Seele eingeprägt hat. Etwa wenn du einen
Ausschnitt der gegenwärtigen betrachtest, der recht gut auch jener
vergangenen angehören könnte, -- so daß dir eine Weile so unheimlich
zumute wird, als glaubtest du die Hand eines Abwesenden oder gar
Verstorbenen zu halten, während es doch, wie du weißt, die des dir
Gegenüberstehenden ist.
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Ich sehe eine Zeit herankommen, wo man die Luft und das Meer so gründlich
durchforscht haben wird, daß man dazu übergeht, in irgend einer Ebene oder
Wüste einen Schacht anzulegen, durch den Generation um Generation mit
allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln tiefer unter die Erdoberfläche
eindringt.
1910
Darum ist die Natur so tieftröstlich, weil sie schlafende Welt, traumlos
schlafende Welt ist. Sie fühlt nicht Freude, nicht Schmerz, und doch lebt
sie vor uns und für uns ein Leben voll Weisheit, Schönheit und Güte. So
schliefen auch wir einst und solchem Zustand kehren auch wir einst wieder
zurück, nur mit dem Unterschiede, daß dann dies ganze Über-Glück,
Über-Leid uns bewußt sein wird und daß wir dann auch keine Träume mehr
brauchen, weil wir die Himmel selbst offen sehen.
1911
Das Kleine in der Natur ist gewöhnlich größer als 'das Große'. Denn das
Kleine ist nur zu oft Gottesarbeit, wo das Große nur Götterwerk.
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Überall, überall liegen Keime des Lebens -- darum -- und nun kann man auf
zweierlei Weise fortfahren: -- tue ja nirgends Lebendigem Abbruch! oder:
sorge nicht allzusehr des Einzelnen in einem Haushalt, der so auf Schritt
und Tritt Verschwendung predigt und herausfordert.
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Der Pilz ist der Parvenu der Pflanzen.
1912
Dir sind die Alpen nicht hoch, nicht geheimnisvoll genug, du träumst von
den Anden, vom Kaukasus, vom Himalaya. Und doch gilt es eben hier die
Seele ganz zu weiten und schon hier letzte Erhabenheit zu empfinden. Sind
nicht alle diese Berge gleiche Klippen der großen blauen, strahlenden
Geister- und Gottes-See, auf die immer wieder hinzublicken, ja, die früher
oder später mannhaft zu befahren unsere edelste Bestimmung und Freiheit
ist?
1913
Der Mensch hat noch immer sehr wenig Sinn für Wirklichkeit. Man erwäge nur
etwa den gewöhnlichen Standpunkt der Sonne gegenüber. Heißt das
Wirklichkeitsempfinden, von einem solchen Phänomen ein Leben lang nicht
anders berührt zu werden, wie es gemeinhin zu geschehen pflegt? Oder
schauen nicht vielmehr die Menschen die Sonne noch gar nicht?
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Auch der Baum, auch die Blume warten nicht bloß auf unsere Erkenntnis. Sie
werben mit ihrer Schönheit und Weisheit aller Enden um unser Verständnis.
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Hast du noch nie empfunden: es muß anders werden! Wenn du z.B. im Walde
saßest und die lieben Bäume und Gräser um dich herum sahest, von denen
dich doch so ein Weltabgrund der Nichterkenntnis schied! Was waren sie
eigentlich, wo war ihre Seele, wo war der Punkt, in dem ihr euch
brüderlich treffen konntet, nicht nur in dumpfer Liebe von deiner Seite,
sondern euch gleichsam ins gottgeschwisterliche Auge schauend? Wäre es
nicht unsinnig, wenn es in einer Welt, so weit und verschwenderisch
angelegt, immer so bliebe, nie anders würde? Muß es nicht anders werden?
Und löst diese Not und Notwendigkeit nicht etwas in dir, das sagt: Ja, es
muß besser werden, und ich will Tag um Tag dem Geist und den Geistern der
Dinge entgegengehen, sind sie doch gewiß auch schon längst auf dem Wege zu
mir.