In einer solchen Einhüllung sollte man 30 Minuten bis 1½ Stunden

verbleiben. Wird man in 15 bis 20 Minuten erwärmt, so reicht ein

Verbleiben in dieser Einpackung von 30 bis 40 Minuten hin, geht dies

aber langsamer von statten, so wird 1 oder 1¼ Stunde genügen. Wird

Schweiß gewünscht, so sollte der Kranke in dieser Lage verharren,

bis der Schweiß auf die Stirne tritt, was gewöhnlich eine, zwei bis

drei Stunden dauert. Bleibt der Patient lange genug so, um Schweiß

hervorzurufen, so wird sich in der Regel kurz vorher ein Frösteln

einstellen, dem übermäßiges Schwitzen folgt.

Bei zarten Personen ringe man die Decke zuerst in lauwarmem oder warmem

Wasser aus. Nach Beendigung dieses Verfahrens kann das Untertauchen,

Reiben, die nasse Einhüllung oder Reiben mit dem Handtuch angewendet

werden.

Bei acuten Krankheiten, wo starkes Fieber vorhanden ist, wird die

Anwendung des Vorstehenden außerordentlich zuträglich gefunden werden.

In diesem Falle sollte das Tuch jede halbe Stunde oder öfter, wenn das

Fieber stark ist, in frischem Wasser ausgerungen werden, bis dasselbe

nachläßt.

Es mag in den verschiedenen Stadien des gewöhnlichen und

Wechselfiebers, sowie bei chronischen Leiden angewendet werden. Ist der

Kranke sehr schwach, so nehme man nur eine theilweise Einhüllung vor

und bediene sich zu diesem Behufe eines Handtuchs, das naß gemacht,

über die Brust und den Unterleib gelegt, während der übrige Theil des

Körpers in trockene Decken gehüllt wird. In einigen Tagen nehme man

noch ein zweites Handtuch dazu, das auf den Rückgrat gelegt wird, und

so fahre man fort, bis der Patient eine volle Einhüllung vertragen

kann. Kopfschmerz, Erschlaffung der Muskeln und Schwindel zeigen in der

Regel an, daß die Einpackung bereits zu lange währte.

Das Einhüllen behufs Schwitzens (~The Sweating Pack~).

Das Bett ist ebenso wie bei dem Vorhergehenden herzurichten, nur lasse

man das nasse Tuch weg und schlage unmittelbar zwei wollene Decken um

den Patienten. Dann lege er sich nieder und der Wärter gebe über diese

Decken leichtere und schlage sie gehörig um; andere Decken oder ein

Federbett sind dann darüber zu legen und besonders um die Schultern

herum und an den Füßen sorgfältig unterzuschieben, so daß die heiße

Luft nicht ausströmen kann. Es wird gut sein, eine Wärmflasche mit

heißem Wasser an die Füße zu legen. Wird der Kopf heiß, so lege man ein

nasses Handtuch auf die Stirne und gebe dem Kranken reichlich Wasser

zu trinken. Die Fenster des Zimmers sind zu öffnen, damit fortwährend

reichlich frische Luft vorhanden ist. Es erfordert gewöhnlich zwei

bis drei Stunden, Schweiß hervorzurufen. Diesem lasse man das Reiben

mit dem Tuch, ein halbes Bad, oder Ueberschütten von Wasser mit dem

Eimer folgen. Man wendet es bei Hautkrankheiten, Leberunthätigkeit,

Unverdaulichkeit, sowie bei chronischem Rheumatismus und Gicht an.

Das Dampfbad (~The Vapor Bath~).

Der Patient setze sich unbekleidet in einen Stuhl und nehme ein paar

wollene Decken um sich, die um den Hals herum befestigt sind. Ein

niederes Gefäß oder eine Blechpfanne mit heißem Wasser angefüllt, in

die von Zeit zu Zeit glühende Ziegelsteine oder andere Steine gelegt

werden, um ein fortwährendes Aufsteigen von Dampf zu erzeugen, muß

unter den Stuhl gestellt werden. Es wird 10 bis 20 Minuten erfordern,

um auf diese Weise Schweiß hervorzurufen. Wenn der Kopf angegriffen

wird, so daß sich Ohnmachten, Uebelkeit oder Blutandrang nach dem Kopfe

einstellen, so sollte mit dem Dampfbad eingehalten werden. Man lasse

den Kranken kaltes Wasser trinken, wasche das Gesicht mit kaltem Wasser

oder lege gleich beim Beginne ein nasses Handtuch auf den Kopf. Nach

Anwendung dessen sollte zur Reinigung der Haut ein volles Bad genommen

werden.

Es ist zuträglich bei Hautkrankheiten, Erkältungen und Fiebern,

zuweilen auch bei unterdrückten Lochien. Lungenschwachen sollte

dasselbe nicht verordnet werden.

Das Hüft- oder Sitzbad (~The Hip, or Sitz-Bath~).

Ein gewöhnlicher Waschzuber wird behufs dieses Bades entsprechen.

Derselbe muß aber groß genug sein, um eine freie Bewegung der Arme

zum Abreiben zu gestatten und tief genug, daß die Beine übereinander

geschlagen werden können, ohne daß dadurch ein Druck verursacht oder

der Blutumlauf gehemmt wird. Der Patient entkleide sich entweder

vollständig, oder auch nur die Theile, welche mit dem Wasser in

Berührung kommen. Wird das Bad zur Stärkung genommen, so muß das Wasser

kalt sein und der Badende 5, 10 oder 15 Minuten darin verbleiben.

Schwächliche Personen sollten sich warmen Wassers bedienen und darin

1 bis 5 Minuten verbleiben; allmählig nehme man kältere Bäder, bis

sie kalt ertragen werden können. Das Wasser muß die Hüften und den

unteren Theil des Unterleibes bedecken. In dem kalten Stadium des

Wechselfiebers wird das warme Sitzbad die Strenge des Frostes bedeutend

lindern, und wenn die Kälte folgt, so reibe man mit dem nassen Tuche;

tritt das heiße Stadium ein, so wird es oft den Anfall brechen. Zur

selben Zeit mache man Einspritzungen von kaltem oder warmem Wasser.

Das stärkende Sitzbad erfordert häufige Wiederholungen, drei- bis

sechsmal täglich und mag bei zu starker monatlicher Reinigung, weißem

Fluß (~Leucorrhœa~) und Gebärmuttervorfall angewendet werden. Das

Sitzbad wird häufiger als ein ableitendes Mittel gegen Störungen der

Leber und Nieren, Verdauungsschwäche (~Dyspepsia~), Blutandrang nach

dem Kopfe, Verstopfung der Eingeweide &c. angewendet und wenn dies der

Fall ist, so sollte die Temperatur des Bades 60 bis 85 Grad betragen

und der Patient sollte ungefähr 15 Minuten in demselben bleiben.

Wenn es gegen Geschwüre oder chronische Leiden der Geschlechtsorgane

gebraucht wird, sollte dasselbe 20 bis 45 Minuten dauern. Das Sitzbad

darf weder unmittelbar vor dem Essen noch vor Ablauf von 2½ Stunden

nach der Mahlzeit genommen werden. Mäßige Bewegung sollte nach jedem

Bad gemacht werden, wenn der Patient stark genug ist, wenn nicht, muß

durch gehöriges Reiben die Rückwirkung gesichert werden.

Das seichte Bad (~The Shallow Bath~).

Man bediene sich eines seichten oder gewöhnlichen Badezubers Und fülle

denselben vier bis sechs Zoll mit Wasser an. Während des Bades sollte

der Unterleib und der untere Theil des Körpers, sowie auch Brust und

Rücken, von dem Badenden oder einem Wärter gehörig gerieben und der

Kopf gewaschen werden. Wenn kein Frost vorhanden ist, so gieße man

einen Eimer kalten Wassers auf die Brust und die Schultern. Sehr

schwache und gegen Kälte empfindliche Personen mögen ein solches Bad

1 bis 15 Minuten lang nehmen, und in anderen Fällen kann es 15 bis 30

Minuten dauern. Man lasse demselben Reiben mit einem trockenen Tuche

oder der Hand folgen. Es wird bei Hautkrankheiten, krankhaftem Kopfweh,

Steigen des Blutes nach dem Kopfe, Schlagfluß, Lähmung, Sonnenstich &c.

sehr zuträglich gefunden werden.

Das Untertauchen (~The Plunge Bath~).

Dieses Bad sollte in einem größeren Wasserbehälter oder Trog genommen

werden. Es wird gewöhnlich nach Schwitzen und zuweilen nach der nassen

Einhüllung Jenen, die dasselbe vertragen können, verordnet. Der Patient

sollte das Tuch und die Decke mit zum Bade nehmen und erst, nachdem er

Brust und Kopf naß gemacht, in das Wasser tauchen.

Es wird zuweilen bei allen chronischen Krankheiten, die nicht

mit Blutandrang nach dem Kopfe, Schwierigkeit des Athmens, oder

gestörtem Blutumlauf verbunden sind, mit gutem Erfolg angewendet. Die

Temperatur des Bades betrage 55 bis 65 Grad und der Kranke verbleibe

bei chronischen Krankheiten einige Sekunden bis 2 oder 3 Minuten in

demselben; bei starkem Fieber 10 bis 15 Minuten.

Das Fußbad

ist ein ausgezeichnetes Mittel, besonders bei Krankheiten des Kopfes

und der Brust und kann ebenfalls gegen kalte Füße angewendet werden.

Wenn es sich darum handelt, den Blutandrang nach Kopf und Brust zu

vermindern, so sollte das Gefäß nicht zu groß sein und das Bad 20

Minuten bis eine Stunde dauern. Nimmt der Blutandrang während des Bades

zu, so mache man Kaltwasserumschläge auf den betreffenden Theil. Die

Füße sollten während und nach dem Bade gerieben werden.

Das warme Fußbad ist sehr geeignet, Anfälle von Kopfschmerz zu lindern

und die Nerven zu beruhigen.

Das Kopfbad.

Die gewöhnliche Art und Weise des Kopfbadens geschieht durch Auflegen

nasser Tücher oder durch Ueberschütten des Kopfes mit Wasser. Bei

chronischen Leiden aber, wo eine ableitende und stillende Wirkung

gewünscht wird, sollte der Kranke auf einer Matratze liegen und der

Hintertheil des Kopfes in einem seichten Becken oder Eimer ruhen,

welcher oder welches zwei bis drei Zoll Wasser enthält. Letzteres mag

alle 15 bis 20 Minuten erneuert werden.

Wenn das Wasser über den Kopf gegossen wird, so sollte das Gesicht nach

unten gerichtet sein und unter den Kopf ein Gefäß gestellt werden, um

so das Wasser aufzufangen. Man gieße es in einem stetigen Strom mehrere

Minuten lang, bis der Kopf gehörig abgekühlt ist.

Das Augen- und Ohren-Bad.

Das Einspritzen des Wassers vermittelst einer Spritze oder eines

Schlauches ist bei einigen Augen- und Ohrenkrankheiten sehr zuträglich.

Das Baden der Nase

ist bei Katarrh, Schnupfen, Nasenbluten u. s. w. sehr wohlthuend. Das

Wasser sollte in die Nasenhöhlen eingezogen werden und womöglich so,

daß es durch den Mund wieder ausgespuckt werden kann. Ist mehrere

Male des Tages zu wiederholen und wird auch als ein stärkendes Mittel

angewendet.

Das Baden der Beine und Arme

ist bei Eiterungen, Ausschlägen, Gicht, Rheumatismus, Verrenkungen

&c. sehr zuträglich. Die Temperatur muß mild sein und 60 bis 80 Grad

betragen. Man lasse es fünfzehn Minuten bis eine halbe Stunde dauern.

Das Wasser sollte nicht nur den angegriffenen Theil, sondern auch die

nächstliegenden Theile bedecken. Kann auch bei schweren Verletzungen

des Armes zur Verminderung der Entzündung angewendet werden.

Nasse Umschläge.

Wenn zur Kühlung bestimmt, muß die Größe der Tücher dem entzündeten

Theile angemessen sein. Sie werden dann sechs- bis achtfach

zusammengelegt, in sehr kaltes Wasser getaucht, ausgedrückt und alle 5

bis 10 Minuten, je nach der Entzündung, erneuert. Wenn das Wasser nicht

kalt erhalten werden kann, so füge man Eis hinzu. Die Umschläge müssen

Tag und Nacht ununterbrochen aufgelegt werden, bis die Gefahr vorüber

ist. Eine Vernachlässigung des Wechsels der Tücher kann schlimme Folgen

nach sich ziehen.

Wenn man beabsichtigt, die Temperatur des betreffenden Theiles

zu wechseln, so mögen die Umschläge in zwei- oder dreifach

zusammengelegten Leinen bestehen, welche in kaltes Wasser getaucht

werden; sie sollten gehörig ausgerungen und nicht früher gewechselt

werden, bis sie trocken sind. Die Wirkung mag durch das Bedecken der

Umschläge mit einem trockenen Handtuche gesichert werden.

Diese Umschläge werden bei Störungen der Verdauungsorgane, der Leber,

Leiden der Eingeweide &c. sehr zuträglich sein.

Heiße Umschläge über den Körper sind gegen Blutandrang nach den Lungen,

dem Gehirn, der Gebärmutter &c. sehr empfehlenswerth. Bei Gallen- und

Bleikolik, Blutandrang nach der Leber oder Milz und Congestiv-Fiebern

werden Umschläge so heiß, als sie ertragen werden können, und

fortgesetzt, bis sich Linderung einstellt, von großem Werthe gefunden

werden.

Einspritzungen

von warmem Wasser werden sich gegen Verstopfung, Diarrhöe und andere

Leiden der Eingeweide bewähren.

Allgemeine Regeln.

Alle Vollbäder sollten genommen werden, während der Körper warm ist.

Bei chronischen Fällen lasse man dem Bade einen Spaziergang oder eine

andere kräftige Bewegung, wenn es die Kräfte des Kranken erlauben,

folgen.

Kein Bad sollte innerhalb einer Stunde nach einem Bade und kein Bad vor

Ablauf von zwei Stunden nach einer Mahlzeit genommen werden.

Die beste Zeit zum Baden ist der Morgen unmittelbar nach dem Aufstehen,

10 Uhr Vormittags, 3 Uhr Nachmittags und vor dem zu Bett Gehen.

Alle Patienten, die es ermöglichen können, sollten mäßige Bewegung vor

dem Baden machen.

Jedes Vollbad sollte der Patient schnell nehmen, wo möglich, reibe er

sich selbst stark, kleide sich dann an und mache sich Bewegung. Bei

acuten Krankheiten sollte dagegen keine Bewegung gemacht werden.

Starke Schläge auf den Kopf sollten stets vermieden werden.

Jeder Patient sollte sich des Wassers in der Temperatur, die ihm am

meisten zusagt, bedienen.

Das Naßmachen des Kopfes und der Brust ist eine sehr angemessene

Vorsichtsmaßregel, besonders für Personen, die zu Kopfleiden geneigt

sind.

Daß sich Jemand in vollem Schweiße befindet, ist durchaus kein

Hinderniß, ein Bad zu nehmen, wenn sich der Körper nicht in einem

Zustande der Erschöpfung befindet oder das Athmen gestört ist.

Viertes Kapitel.

Pharmacie.

Die Zubereitung der Arzneimittel ist das Geschäft des Apothekers und

wird die Pharmazie genannt. Auf den folgenden Seiten habe ich nur

einige der einfachsten Zubereitungen angegeben.

Wachssalben (~Cerates~).

Die Benennung selbst zeigt den Namen der Masse an, welche den

Hauptbestandtheil bildet. Derartige Salben werden aus Wachs oder

Spermaceut (~Spermacety~) gemacht und sind mit Talg, Fett oder Oel

vereinigt. Sie sollten bei mäßiger Hitze zubereitet und bis zur

Abkühlung gerührt werden.

+Galmei-Wachssalbe+ (~Calamine Cerate~ -- ~Turner’s Cerate~.) Man

nehme ein Pfund Fett und drei Unzen gelbes Wachs, mische es in

einander und füge, während es sich abkühlt, drei Unzen präparirten

Galmei (prepared calamine) bei. Verwendbar bei Verbrennungen,

Ausschlag, Hautwunden, gewöhnlichen Eiterbeulen u.s.w.

+Kampher-Eis+ (~Camphor Ice~). Spermazeut (~Spermaceti~) 2 Drachmen,

Mandelöl (~Almond oil~) 2 flüssige Unzen, mische diese zusammen und

füge 2 Drachmen pulverisirten Kampher hinzu. Bei aufgesprungenen

Händen und Lippen, Schorf u.s.w. anzuwenden.

+Harz-Wachssalbe+ (~Resin Cerate~). Harz 5 Unzen, gelbes Wachs 2

Unzen, Fett 8 Unzen. Mische es zusammen und rühre es um, bis es kühl

wird. Dies ist unter dem Namen Basilicon ointment bekannt und ist bei

Verbrennungen, Ausschlägen, Frostbeulen u.s.w. verwendbar.

+Gewöhnliche Wachssalbe+ (~Simple Cerate~). Schweinefett 4 Unzen,

weißes Wachs 2 Unzen, zusammengemischt und umgerührt, bis es sich

abkühlt. Verwendbar bei dem Verbinden von Wunden, Blasen u.s.w.,

einfach, um den Zutritt der Luft zu verhindern und die Feuchtigkeit

zu erhalten.

Abkochungen (~Decoctions~)

sind Auflösungen und enthalten die wirkenden Bestandtheile der

Heilmittel, durch das Abkochen gewonnen. Eine Abkochung sollte in

einem verschlossenen Gefäße geschehen und nur eine kurze Zeit gekocht

werden. Das gewöhnliche Verhältniß von den Pflanzenstoffen bei der

Zubereitung einer Abkochung ist eine Unze auf ein Pint Wasser und als

Dosis wird ein bis vier Unzen angenommen.

Essenzen

werden zubereitet vermittelst Auflösens einer Unze Essenzöl der

Pflanze auf ein Pint Alcohol. In diese Weise werden Anis-, Carraway-,

Pfeffermünz-Essenzen u. s. w. gewonnen. Dosis: zehn Tropfen bis einen

Theelöffel voll Essenz in versüßtem Wasser genommen.

Bähungen (~Fomentations~).

Eine Bähung ist ein örtliches heißes Bad zur Verminderung des

Schmerzes und der Entzündung, zur Erweichung des betreffenden Theils

und Linderung der Spannung. Sie werden in der Regel aus bittern oder

schmerzstillenden (~anodyne~) Kräutern zubereitet und in heißem Essig

oder Wasser oder in beiden erweicht und in einem Beutel auf den Ort des

Schmerzes, so heiß als es ertragen werden kann, aber nicht so feucht,

daß davon die Kleider des Patienten naß werden, gelegt. Dieselben

sind öfters zu erneuern und werden in der Regel aus Hopfen, Rainfarn

(~Tansy~), Wermuth (~Wormwood~), von jedem gleiche Theile, oder aus

gleichen Theilen von Hopfen-, Lobelia- und Stechapfel- (~Stramonium~)

Blättern zubereitet.

Aufgüsse (~Infusions~)

sind Lösungen medizinischer Pflanzenstoffe, welche durch Uebergüsse von

kaltem oder kochendem Wasser über die Masse und durch Stehenlassen, bis

abgekühlt, gewonnen werden. Das Verhältniß ist eine halbe oder ganze

Unze des Krautes, der Wurzel oder Rinde auf ein Pint Wasser und die

Dosis ein Eßlöffel bis ein Theetassenkopf voll.

Flüssige Salben (~Liniments~)

bestehen in ölartigen Präparaten, Tincturen und anderen Stoffen, die

zur äußeren Anwendung gegen entzündete, angeschwollene und schmerzhafte

Stellen bestimmt sind. Sie werden mit der Hand oder vermittelst eines

Stück Flanells oder Watte eingerieben.

+Eisenhut-+(~Aconite~)+Liniment+. Eisenhutwurzel-Tinktur 2 Unzen,

Opium-Liniment 2 Unzen, anwendbar bei Neuralgie, Rheumatismus und

anderen schmerzhaften Leiden.

+Kampher-+(~Camphor~)+Liniment+. Kampher 6 Drachmen, löse es in einer

flüssigen Unze Chloroform und füge eine flüssige Unze Olivenöl bei.

Verwendbar gegen Neuralgie, Verrenkungen, Rheumatismus u.s.w.

+Zusammengesetztes Kampher-Liniment+ (~Compound Camphor Liniment~).

Kampher 2½ Unzen, Lavendelöl eine flüssige Drachme, Alcohol 17

flüssige Unzen, starke Auflösung von Ammoniak (~Ammonia~) drei

flüssige Unzen. Löse den Kampher und das Oel in dem Alcohol, dann

füge den Ammoniak hinzu und mische es. Anwendbar bei allen örtlichen

Leiden.

~Opodeldoc.~ Weiße Seife 3 Unzen, Kampher eine Unze, Rosmarinöl (~Oil

of Rosemary~), Majoran- (~Origanum~) Oel von jedem eine flüssige

Drachme, Alcohol ein Pint. Löse mittelst gelinder Hitze die Seife in

dem Alcohol, und dann füge die Oele und den Kampher hinzu, und wenn

sie gelöst sind, gieße die Mischung in Flaschen mit weiter Oeffnung.

Verwendbar bei Verrenkungen, Rheumatismus, Quetschungen u.s.w.; wird

auch Kampher-Seifen- (~Camphorated soap~) Liniment genannt.

Medizinische Weine (~Medicated Wine~).

+Zusammengesetzter Wallwurz-Wein+ (~Compound Wine of Comfrey~

-- ~Restorative Wine Bitters~). Man nehme Wallwurz (~Comfrey~),

Salomons-Siegel (~Solomon’s seal~) und Narde (~Spikenard~), von

jedem gestoßen eine Unze, Kamillenblüthe (~Chamomile flowers~),

Colombowurzel (~Colombo~), Kardamon- (~Cardamon~) Samen und Enzian

(~Gentian~), von jedem gestoßen, eine halbe Unze. Gieße kochendes

Wasser darüber, bis es bedeckt ist, und lasse es 24 Stunden in einem

bedeckten Gefäß stehen, dann füge zwei Quart Cherry-Wein hinzu. Lasse

die Mischung 14 Tage stehen, dann presse sie aus und seihe es durch.

Ein schätzbares, stärkendes Mittel bei weißem Fluß (~Leucorrhœa~) und

anderen weiblichen Krankheiten. Dosis: täglich drei- oder viermal

einen Eßlöffel bis ein Weinglas voll.

Mischungen (~Mixtures~).

+Kampher-Mischung+ (~Camphor mixture~). Kampher-Wasser 2 flüssige

Drachmen, Salpetersäure (~Nitric acid~) 23 Tropfen, Opium-Tinktur

(~Tincture of opium~) 20 bis 40 Tropfen. Mische es. Anwendbar bei

Ruhr (~Dysentery~), Diarrhöe und Cholera Morbeus. Dosis: alle 2 oder

3 Stunden einen Eßlöffel voll.

+Zusammengesetzte Mischung von Blutwurzel+ (~Compound mixture

of Bloodroot~ -- ~Cough Drops~). Brechwurz- (~Ipecac~) Syrup,

Meerzwiebel- (~Squills~) Syrup, Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of

Bloodroot~). Paregoricum (~Paregoric~), von jedem eine Unze. Mische

es. Anwendbar bei Husten. Dosis: einen halben bis ganzen Theelöffel

voll, wenn der Husten stark ist.

Salben (~Ointments~).

+Essigsaure Bleisalbe+ (~Ointment of Acetate of Lead~). Weißes

Wachs 2 Unzen, Fett 4 Unzen. Mische es in einander und füge 2½

Drachmen fein pulverisirtes essigsaures Blei (~Acetate of Lead~)

hinzu und rühre es beständig um, bis es kalt wird. Zuträglich bei

Verbrennungen, Schorf, Eiterbeulen, Blasen u.s.w.

+Zink-Oxid-Salbe+ (~Ointment of Oxide of Zinc~). Zink-Oxid ½

Unze, Fett 3 Unzen, in einander gerieben. Gut als ein mild

zusammenziehendes Mittel bei chronischer Entzündung der Augen, wehen

Brustwarzen, Ausschlägen u.s.w.

+Belladonna-Salbe+ (~Ointment of Belladonna~). Belladonna-Extrakt 1

Drachme, Fett 1 Unze. Mische es. Anwendbar als ein schmerzstillender

Umschlag bei schmerzhaften Geschwulsten, Neuralgie u.s.w.

+Rosenwasser-Salbe+ (~Ointment of Rose Water~). Rosenwasser eine

flüssige Unze, Mandelöl (~Oil of almonds~) zwei flüssige Unzen,

Spermazeut (~Spermaceti~) ½ Unze, weißes Wachs 1 Drachme. Mische

vermittelst eines Wasserbades Oel, Wachs und Spermazeut in einander,

dann füge das Rosenwasser hinzu und rühre es beständig um, bis es

kalt wird. Anwendbar bei aufgesprungenen Lippen, Händen, Wundsein der

Haut u.s.w. Wird auch ~Cold Cream~ genannt.

+Bister-Salbe+ (~Ointment of Wood soot~). Bister, fein pulverisirt,

eine Unze, Fett 4 Unzen. Mische es. Dienlich bei Verbrennungen,

Grindkopf und anderen Hautkrankheiten. Ein gutes reizendes Mittel bei

schuppigen und schorfartigen Ausschlägen, wie Kopfgrind.

+Zusammengesetzte Schwefelsalbe+ (~Compound Sulphur ointment~).

Schwefel eine Unze, Quecksilber-Ammoniak (~Ammoniated Mercury~)

und Benzoe- (~Benzoic~) Säure, von jedem 1 Drachme, Schwefelsäure

(~Sulphuric acid~) und Bergamottenöl (~Oil of Bergamot~), von jedem

1 flüssige Drachme, salpetersaure Potasche (~Nitrate of Potassa~)

2 Drachmen, Fett ½ Pfund. Zerlasse das Fett und füge die übrigen

Bestandtheile unter beständigem Umrühren, bis es kalt wird, hinzu.

Ein ausgezeichnetes Mittel gegen Krätze.

Pflaster (~Plasters~)

werden aus Oelen, Fetten, Gummi, Harzen, Wachs und zuweilen

medizinischen Substanzen zusammengesetzt und auf Muslin, Leinen oder

Leder aufgetragen.

+Belladonna-Pflaster.+ Harzpflaster 3 Unzen, Belladonna-Extrakt 1½

Unzen. Schmelze das Fett bei gelindem Feuer, füge dann den Extrakt

hinzu und mische es. Dienlich bei Neuralgie, Rheumatismus u.s.w.

+Gewürz-Pflaster+ (~Spiced Plaster~). Pulverisirter Ingwer

(~Ginger~), Gewürznelken, Zimmet und schwarzer Pfeffer, von jedem 1

Unze; pulverisirter Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) 1 Drachme, Ingwer-

(~Ginger~) Tinktur 1 flüssige Unze und eine hinreichende Quantität

Honig. Mische die Pulver und füge die Tinktur und den Honig hinzu, so

daß es einen steifen Teig bildet. Bei Uebelkeit und Erbrechen über

den Magen zu legen.

+Blei-Pflaster+ (~Lead Plaster~). Man nehme halbverglastes Blei-Oxyd

(~Litharge~) 1¼ Pfund, Olivenöl 1 Quart, Wasser ½ Pint. Koche

beides über einem gelinden Feuer und rühre es beständig um, bis das

Oel und Blei-Oxyd (~Litharge~) sich zu einem Pflaster verbinden.

Wenn das Wasser vor Beendigung nahezu verdünstet ist, gebe ein wenig

kochendes Wasser hinzu. Verwendbar bei Eiterbeulen, Verbrennungen,

leichten Wunden &c.

+Zusammengesetztes Mutterharz-Pflaster+ (~Compound Galbanum

Plaster~). Mutterharz 2 Unzen, Burgunder Pech 3 Unzen, Harz ½ Unze,

gelbes Wachs ½ Unze, Bleipflaster 4 Unzen, zerlasse es über einem

gelinden Feuer. Ein empfehlenswerthes stärkendes Pflaster.

Pulver.

Ein einzelner Stoff, wenn pulverisirt, wird ein +einfaches+ Pulver

genannt, und wenn zwei oder mehrere Stoffe zusammengemischt werden,

wird das Präparat mit einem +zusammengesetzten Pulver+ bezeichnet.

Pulver sollten in fest verschlossenen Glasflaschen oder Blechgefäßen

aufbewahrt werden und einige erfordern Schutz gegen das Licht, der

durch einen schwarzen Anstrich der Flaschen erlangt wird.

+Zusammengesetztes Aloe- und Cannellen-Pulver+ (~Compound powder of

Aloes and Cannelle~). Aloe ½ Pfund, Cannelle 1½ Unze. Reibe jedes

besonders zu einem feinen Pulver und mische sie. Gegen Verstopfung,

für Verbesserung des Appetits, sowie auch gegen Regelmangel

(~Amenorrhœa~). Wird auch ~hicara picra~ genannt.

+Zusammengesetztes Rhabarber-Pulver+ (~Compound Powder of

Rhubarb~). Rhabarber 2 Unzen, Magnesia ½ Pfund, pulverisirter

Ingwer (~Ginger~) 1 Unze. Mische es gehörig und verwahre es in

wohlverschlossenen Flaschen auf. Ausgezeichnet bei Krankheiten der

Eingeweide von Kindern.

Unser Familien-Arzt · 第 46 / 51 段