einer Wiedergenesung bei. Vor Allem muß sie genau der Anweisung des
Arztes Folge leisten und darf es nicht unternehmen, selbst andere
Mittel zu verschreiben, oder andere Anweisungen zu geben, wenn solche
nicht ihrem eigenen Ermessen nach unbedingt nothwendig werden.
Veränderungen in der Behandlung werden zuweilen während der Abwesenheit
des Arztes nothwendig, aber der Wechsel muß mit Umsicht geschehen, und
sie darf dem Arzte irgend welche Veränderungen, die während seiner
Abwesenheit vorgenommen worden sind, nicht verheimlichen.
Zubereitung der Speisen für Kranke und Wiedergenesende.
Es ist sehr genau zu bestimmen, welche Kost Kranken zu reichen ist;
häufig kann ein leichter Diätfehler sehr schlimme Folgen nach sich
ziehen. Nicht selten wünscht der Kranke gerade das, was ihm am meisten
schädlich ist. Je weniger Nahrungsmittel bei starkem Fieber oder
Entzündung genommen werden, desto besser wird es sein, und erst nachdem
das Fieber nachgelassen hat, ist eine leichte Kost statthaft.
Verursacht irgend ein Nahrungsmittel eine erhöhte Thätigkeit des
Herzens, des Pulses, Kopfschmerz, oder Schmerzen in dem Magen oder in
den Eingeweiden, so ist dies ein Anzeichen, daß dasselbe schädlich
ist. Der Kranke sollte nie zum Essen genöthigt werden; er kann besser,
als irgend Jemand anders sagen, was er wünscht. Hat er ein besonderes
Verlangen nach irgend etwas, so wird im Allgemeinen angenommen, daß ihm
dies gut thun wird.
Wenn sich der Patient nach einer Krankheit wieder bessert, aber noch
schwach ist, obgleich er allmählig wieder an Kraft zunimmt, so muß
der Kost große Aufmerksamkeit geschenkt werden. In Bezug auf die
Speisen, welche zu gestatten sind, muß erinnert werden, daß dieselben
vor Allem leicht und nahrhaft sein müssen. Milch ist ebenso leicht,
als irgend etwas Anderes, verdaulich und kann jederzeit während der
Krankheit oder Wiedergenesung ohne Nachtheil gegeben werden; nur sollte
sie stets unmittelbar von der Kuh weg gebraucht werden, denn nachdem
sich Sahne gebildet hat, ist sie unverdaulich. Eier, in heißes Wasser
geschlagen und leicht gekocht, können ebenfalls gestattet werden.
Gekochter Reis ist leicht verdaulich, und während der Wiedergenesung
sind Rindfleisch-Thee, Hammelfleisch-Brühe und Hühner zuträglich.
Früchte sind zuweilen sehr empfehlenswerth und zu andern Zeiten höchst
schädlich. Bei Fieber wird der Saft reifer Orangen sehr erquicken; der
fleischige Theil sollte aber stets entfernt werden. Weintrauben mögen
gestattet werden, aber man vermeide sorgfältig das Verschlucken der
Körner oder Schalen. Ferner gestatte man Citronensaft, Limonade, den
aus den Erdbeeren gepreßten und durchgeseiheten Saft. Heißes Wasser
über zerquetschte Datteln (~tamarinds~), Pfirsiche &c., welches man
abkühlen läßt, wird zuträglich sein. Thee, Kaffee, Cacao und Chocolate
gestatte man weder Kranken noch Wiedergenesenden. Zwieback-Wasser möge
als Getränk dienen. Kaltes Wasser kann zu allen Zeiten, wenn es nicht
unangenehme Symptome nach sich zieht, mit Vortheil gegeben werden.
Reis-, Gerste- und Apfelwasser sind gute Getränke. Gekochter Fisch ist
gewöhnlich leicht verdaulich, ebenso Austernbrühe, Schellfisch sollte
dagegen verboten werden. Gemüse, wie gekochte Kartoffeln, gekochte
rothe Rüben und gekochte Zwiebeln können ohne Nachtheil gegessen,
sollten aber in zwei Wassern, bis sie ganz weich sind, gekocht werden.
Brauchbare Anweisungen.
+Haferschleim+ (~Gruel~) &c. zuzubereiten, ist folgendes ein
ausgezeichnetes Recept:
Gieße ein Quart heißes Wasser in ein reines irdenes oder Blechgefäß
über einem lebhaften Feuer; kocht es, so füge zwei große Eßlöffel voll
Korn- oder Hafermehl hinzu, mische es mit gerade Wasser genug, um es zu
verdicken, gebe ein Stück Butter in das Wasser, und wenn zerschmolzen,
füge das Mehl hinzu und rühre es ungefähr eine halbe Stunde lang
um; dann gebe einen Theetassenkopf voll süße Milch hinzu, und wenn
es wieder kocht, werfe die obere Rinde von hartgebackenem Brode, in
kleine Stücke geschnitten, hinein, lasse es einige Zeit kochen und füge
schließlich noch ein wenig schwarzen Pfeffer, ein wenig Salz, eine
Prise geriebene Muscatnuß, noch ein wenig Butter und einen Theelöffel
voll französischen Branntwein (~French Brandy~) bei. Butter, Gewürz und
Branntwein müssen ausgelassen werden, sobald der Fall ein bedenklicher
ist.
+Rindfleisch-Thee+ (~Beef Tea~). Man nehme ein Pfund mageres
Rindfleisch, schneide es fein, thue es in eine gut verschlossene
Flasche und lege dieselbe in einen Kessel warmen Wassers; lasse das
Wasser eine geraume Zeit kochen, dann sollte die Flasche herausgenommen
und deren Inhalt ausgegossen werden. Man salze den Thee ein wenig und
gebe jedesmal einen Theelöffel voll.
Eine andere Weise, denselben zuzubereiten, ist folgende:
Man nehme eine dicke Fleischschnitte (~steak~), röste sie leicht auf
einem Bratrost und drücke sie dann gehörig mit einer Citronenpresse
aus. Der Saft, welcher auf diese Weise herausgepreßt wird, wird sehr
nahrhaft sein.
+Zwieback+- (~Toast~)+Wasser.+ Röste ein Stück Brod leicht, füge
kochendes Wasser hinzu und, wenn vorgezogen, versüße es. Es mag mit
Orangenschale schmackhaft gemacht werden.
+Leinsamen-Thee.+ Man nehme eine Unze Leinsamen, ein wenig gestoßene
Lackritzenwürzelchen, und gieße ein Pint kochendes Wasser darauf,
stelle das Gefäß 4 Stunden lang an’s Feuer und seihe es dann durch ein
leinenes oder baumwollenes Tuch.
+Gerstenkaffee.+ Röste Gerste hübsch braun und koche einen Eßlöffel
voll davon in einem Pint Wasser 5 Minuten lang, seihe es durch und
füge, wenn gewünscht, ein wenig Zucker hinzu. Ein nahrhafter Trank bei
Abnahme von Fieber und während der Wiedergenesung.
+Hafermehlkaffee.+ Mische gewöhnliches Hafermehl mit Wasser, um einen
Kuchen daraus zu machen, backe es braun, pulverisire es und koche
dasselbe 5 Minuten lang in Wasser; gut zur Einhaltung hartnäckigen
Erbrechens, besonders bei ~Cholera morbus~.
+Eierbranntwein.+ Nimm das Gelbe von zwei Eiern, schlage es gehörig,
füge eine halbe Unze weißen Zucker und ein wenig Zimmetwasser oder
zwei Tropfen Zimmetöl hinzu. Mische es gehörig und füge ein Weinglas
französischen Branntwein (~French Brandy~) hinzu.
+Milchpunsch.+ Ein Theelöffel voll Zucker und hinlänglich Wasser, um
denselben aufzulösen; gieße zwei Gills oder Theebecher voll Milch
hinein, und es beständig umrührend, füge nach und nach ein oder zwei
Theelöffel voll Branntwein oder Rum bei.
/Egg nog/ (deutsch: Eierpunsch). Ein Theelöffel voll Zucker gehörig
mit einem Ei vermischt und dem eine Gill oder ein Theetassenkopf voll
Milch und ein oder zwei Theelöffel voll guter französischer Branntwein
hinzugefügt wird. Würze es mit geriebener Muskatnuß.
+Salbeithee.+ Trockene Salbei- (~Sage~) Blätter eine halbe Unze,
kochendes Wasser ein Quart; lasse es eine halbe Stunde lang ziehen,
seihe es durch und füge Zucker und Limonadensaft, sowie es eben vom
Kranken gefordert wird, bei. Balsam- und andere Thees werden in
derselben Weise gemacht.
+Reiswasser.+ Reis zwei Unzen, Wasser zwei Quart; koche es ungefähr
eine Stunde lang und füge Zucker und Muskatnuß hinzu.
+Ein erfrischender Trank bei Fiebern.+ Lege ein wenig Salbei (~Sage~),
zwei Sprossen Balsam und ein wenig Sauerampfer (~Sorrel~) in einen
steinernen Krug, schäle eine kleine Citrone, zerschneide sie in Stücke
und lege sie mit ein wenig Schale hinein, dann gieße es in 3 Pints
kochendes Wasser, versüße und verschließe es dicht.
+Ein anderes.+ Man nehme eine halbe Unze Pflaumen, eine Unze
Preiselbeeren (~cranberry~), eine halbe Unze Rosinen ohne Körner und
ein Quart Wasser, koche es auf ein Pint ein, seihe es durch und würze
es mit Citronenschale oder Limonaden-Essenz. Halte es wohl zugedeckt.
+Ein anderes.+ Nimm je eine Unze Korinthen (~currants~), Rosinen und
Tamarinden oder Pflaumen und koche es in einem Quart Wasser zu einem
Pint ein. Würze es mit Citronenschale oder Citronen-Essenz.
+Korinthen-Gelee+ (~Currant jelly~), Preiselbeeren und Pflaumen geben
erfrischende Getränke, wenn Wasser beigefügt und dem Geschmacke des
Kranken angemessen versüßt werden.
+Wasser-Gruel+ (~Water Gruel~). Korn- oder Hafermehl zwei Theelöffel
voll, Wasser ein Quart, zehn oder fünfzehn Minuten gekocht und Zucker
oder Salz nach Wunsch des Kranken hinzugefügt.
+Reis-Gruel+ (~Rice Gruel~). Gemahlener Reis einen gehäuften Eßlöffel
voll, gestoßener Zimmet, einen halben Eßlöffel voll, Wasser ein
Quart, 10 oder 15 Minuten langsam gekocht, Zimmet kurz vor dem Kochen
beigefügt, durchgeseiht und versüßt.
+Kühlender Trank bei Fieber.+ Man nehme Essig einen Theetassenkopf
voll, Wasser sechs Theetassenkopf voll und Honig zwei Theetassenkopf
voll. Mische es in einander. Sagt der Honig der betreffenden Person
nicht zu, nehme man Molasses oder Syrup.
+Quitten-Wein+ (~Quince wine~). Man nehme sechs Quitten, zerschneide
sie und gieße eine halbe Gallone kochendes Wasser darauf, lasse
dies über Nacht stehen, am Morgen koche es 15 Minuten und füge ein
Pfund Zucker hinzu. Lasse die Flüssigkeit gähren und füge ein Pint
Whiskey oder Branntwein hinzu, seihe es durch und verwahre es in gut
verschlossenen Flaschen oder Krügen.
+Gummi Arabicum Mischung+ (~Gum Arabic mixture~). Löse vier Unzen
Gummi Arabicum in drei Theetassenkopf voll kochenden Wassers, versüße
und würze es je nach Wunsch. Verwendbar bei Fällen von Entzündung des
Magens und der Eingeweide.
+Panade+ (~Panada~). Weißes Brod eine Unze, Wasser ein Pint, gestoßener
Zimmet einen Theelöffel voll, koche es bis gehörig gemischt und
füge ein wenig Zucker und Muskatnuß hinzu. Wenn erwünscht, mag Wein
hinzugefügt werden.
+Sago-Gruel.+ Sago zwei Eß-Löffel voll, Wasser ein Pint, koche es, bis
es dick wird, und rühre es häufig um. Wein, Zucker und Muskatnuß mögen
angewendet werden, wenn wünschenswerth.
+Ulmenrinden-Schleim+ (~Mucilage of Elm bark~). Gebe eine kleine
Quantität Ulmenrinde in kaltes Wasser. Mag jede Stunde oder alle zwei
Stunden getrunken werden. Wenn angenehm, würze man es mit Citronensaft,
Citronen- oder irgend einer anderen Essenz. Kann bei Fällen von
Entzündung der Blase, des Magens u.s.w. viel und öfters getrunken
werden.
+Tapioca-Gelee+ (~Tapioca Jelly~). Tapioca zwei Eß-Löffel voll, Wasser
ein Pint, koche es eine Stunde langsam, bis es ein geleeartiges
Aussehen bekommt, füge Zucker, Wein und Muskatnuß, dem Geschmacke des
Patienten angemessen, hinzu. Auch Citronensaft kann hinzugefügt werden.
+Irisches Moos-Gelee+ (~Irish moss jelly~). Irisches Moos eine halbe
Unze, frische Milch ein und ein halbes Pint, koche es zu einem Pint
ein, seihe es durch und füge hinreichend Zucker und Citronensaft oder
Pfirsichwasser hinzu, um demselben einen angenehmen Geschmack zu geben.
+Pfeilwurz-Gruel+ (~Arrow root Gruel~). Auf ein Pint kochendes Wasser
einen Eßlöffel voll Pfeilwurz, mische es gehörig, füge ein halbes Pint
Milch hinzu und koche es zwei oder drei Minuten lang zusammen. Versüße
es dem Geschmacke angemessen und füge Wein hinzu, wenn für den Fall
passend.
+Milch-Suppe+ (~Milk porridge~). Auf je ein Pint Milch und Wasser zwei
Eß-Löffel voll Kornmehl, mische das Mehl mit einer kleinen Quantität
kalten Wassers, so daß es einen dünnen Brei bildet, gieße Milch und
Wasser zusammen und sobald dieses zu kochen anfängt, füge den Teig
hinzu und rühre es um. Sie mag mit Zimmet, Muskatnuß, Zucker oder Wein
gewürzt werden.
+Hausenblase-Gelee+ (~Isinglass jelly~). Hausenblase eine Rolle in
einem Pint Wasser gekocht, bis es aufgelöst ist, dann seihe es durch
und füge ein Pint süße Milch hinzu. Bringe es nochmals über das Feuer
und lasse es gerade aufkochen. Versüße es mit Stückzucker und reibe
Muskatnuß darauf. Wenn gehörig gemacht, ähnelt es Eierrahme.
+Aepfelwasser.+ Schneide zwei Aepfel in Stücke und gieße ein Quart
kochendes Wasser darauf. Nachdem es zwei oder drei Stunden gestanden
hat, versüße es leicht.
+Gekochtes Mehl.+ Binde ein Pfund Mehl in einen leinenen Beutel, tauche
es einige Male in kaltes Wasser, streue darauf Mehl auf die äußere
Seite, damit sich eine Kruste bildet, welche das Eindringen des Wassers
während des Kochens verhindert, lege den so zubereiteten Beutel in
etwas Wasser und koche es, bis er eine harte, trockene Masse wird.
Etwas davon mag gerieben und in derselben Weise, wie Pfeilwurz-Gruel,
zubereitet werden.
+Gemüse-Suppe+ (~Vegetable soup~). Man nehme eine Rübe, eine Kartoffel
und eine Zwiebel, zerschneide und koche sie eine Stunde lang in einem
Quart Wasser, füge Salz, wenn angenehm, hinzu und gieße das Ganze auf
ein Stück trocknen Zwieback.
+Hammelfleischthee.+ Nimm ein Pfund Hammelfleisch, entferne das Fett
davon und schneide das Fleisch in kleine Stücke, gieße ein Pint
kochendes Wasser darüber, lasse es eine halbe Stunde am Feuer stehen
und koche es dann eine Stunde lang; seihe es durch ein Sieb ober Tuch
und salze es je nach dem Geschmacke. Eine sehr nährende Kost.
+Hammelfleischbrühe.+ Man nehme ein Pfund gutes Hammelfleisch, entferne
davon das Fett und lege es in ein Gefäß mit drei Pint kochenden
Wassers; schmore es zwei Stunden lang, dann schneide man drei Möhren,
drei rothe Rüben und drei Zwiebeln in Stücke, koche sie in einem Quart
Wasser eine halbe Stunde lang, seihe es ab und gebe das Gemüse zu dem
Hammelfleisch, würze es mit Salz und lasse es vier Stunden langsam
schmoren.
+Hühnerfleischbrühe.+ Man nehme ein halbes Huhn, entferne alles Fett,
schneide das Fleisch in schmale Stücke und breche die Knochen. Darauf
lege man es in ein Gefäß mit drei Pint kochenden Wassers, koche es eine
Stunde lang, salze es und seihe es durch. Sehr nährend.
+Molken-Rennet+ (~Rennet Whey~). Frische Milch ein Quart, Rennet einen
großen Eßlöffel voll, lasse die Milch heiß werden und füge dann Rennet
hinzu; koche es, bis der Quark sich trennt, welcher wegzunehmen ist.
+Essig-Molken.+ Milch ein Pint, Essig ein Eßlöffel voll; koche es
einige Minuten und trenne dann den Quark davon.
+Alaun-Molken.+ Zu einem Pint Milch gebe man einen Theelöffel voll
pulverisirten Alaun, koche und seihe es durch, dienlich bei Diarrhöe,
Magenschwäche und Entzündung des Magens. Der sich bildende Quark giebt
einen vortrefflichen Umschlag bei Augenentzündung.
+Senf-Molken.+ Senfkörner einen Eßlöffel voll, Milch ein Pint, koche
es einige Minuten zusammen und trenne den Quark davon. Ein sehr
zuträglicher Trank bei Wassersucht.
+Kalbsfüße-Gelee.+ Man nehme zwei Kalbsfüße und füge eine Gallone
Wasser hinzu, koche es zu einem Quart ein, seihe es durch, und wenn
kalt, schäume das Fett ab; füge dazu das Weiße von sechs oder acht
Eiern, gehörig geschlagen, ein Pint Wein, ein halbes Pfund Stückzucker
und den Saft von vier Citronen. Mische es gehörig, koche es bei
beständigem Umrühren einige Minuten und seihe es durch einen Flanell.
+Orangen-Molken.+ Milch ein Pint, den Saft von einer Orange mit einem
Theil der Schale; koche die Milch, füge dann die Orange hinzu und lasse
es stehen, bis das Gerinnen eintritt, dann seihe es durch.
+Süße Molken.+ Abgerahmte Milch zwei Quart und ein Stück von
Kalbs-Rennet. Mische und stelle es an einen warmen Platz, bis es
gerinnt, dann seihe es durch.
+Molken-Wein.+ Milch zwei Drittel Pint, Wasser ein Drittel Pint,
Madeira oder anderer Wein eine Gill, Zucker einen Dessertlöffel voll;
stelle Milch und Wasser in einer tiefen Pfanne an das Feuer, und in dem
Augenblicke, wo es zu kochen anfängt, gieße man den Wein und Zucker
unter beständigem Umrühren hinzu, koche es 10 bis 15 Minuten, dann
seihe es durch ein Sieb. Dies kann entweder kalt oder warm getrunken
werden und zwar ein Weinglas voll zur Zeit. Ein vortrefflicher Trank
bei allen Fieberarten.
+Brodschnitten.+ Auf einen sehr heißen Teller lege man zwei oder drei
Stücke Brod, gieße darauf etwas Saft von gekochtem Rind-, Hammel- oder
Kalbfleisch und streue ein wenig Salz darüber.
+Hühner-Panade.+ Man nehme das weiße Fleisch von einem Huhn und nachdem
man davon die Haut und das Fett entfernt hat, koche man es in ein wenig
Wasser, bis das Fleisch weich ist, zerstoße es in einem Mörser zu einem
Brei und füge dann eben so viel altbackenes Weißbrod hinzu, nach und
nach schütte etwas von dem Wasser, in welchem das Huhn gekocht wurde,
zu, bis das Ganze einen dünnen, flüssigen Teig bildet; koche diesen
unter häufigem Umrühren zehn Minuten lang und würze es dem Geschmacke
angemessen.
+Französische Milchsuppe.+ Mische etwas Hafermehl mit Wasser, lasse
dies stehen, bis es sich klärt, und gieße dann das Wasser ab, dann
gieße von Neuem Wasser auf das Mehl, rühre es gehörig um und lasse es
bis den nächsten Tag stehen; seihe es durch ein feines Sieb, koche das
Wasser und füge während dessen die Milch hinzu. Wasser darf nur wenig
gebraucht werden.
Drittes Kapitel.
Hydropathische Behandlung.
Die Anwendung des Wassers in Verbindung mit einer anderen Behandlung
ist sehr empfehlenswerth, aber dieselbe erfordert Kenntniß von dessen
Wirkung, und Sorgfalt, um ernste Folgen zu vermeiden.
Waschung mit Handtuch oder Schwamm (~The Towel, or Sponge Bath~).
Personen, die körperlich sehr geschwächt sind, mögen zuerst den
Körper theilweise baden, wie den Kopf, das Gesicht, die Arme und die
Brust, dann abtrocknen und abreiben mit einem trockenen Handtuche
oder der trockenen Hand, ehe die übrigen Theile des Körpers gebadet
werden. Diese Form von Waschungen sind bei Fiebern oder anderen acuten
Krankheiten häufig besser als das Baden des ganzen Körpers. Die
Temperatur des Wassers ist nach dem Befinden des Kranken einzurichten;
man beginne zuerst mit lauwarmem Wasser, nehme allmählig immer
kühleres, so weit es der Kranke ertragen kann. Bei acuten Krankheiten,
wo das Fieber geschwächt werden soll, eignet sich Wasser von 75 oder 85
Grad besser, als kälteres. Die beste Zeit, eine Waschung vorzunehmen,
ist jedenfalls des Morgens unmittelbar nach dem Aufstehen, zuweilen
möge eine zweite Waschung vor dem zu Bett Gehen vorgenommen werden.
Eine solche Waschung kann eine Viertel- bis eine ganze Stunde oder
länger dauern, je nachdem eine reizende Wirkung oder eine Abkühlung des
Körpers gewünscht wird. Wenn eine kürzere Zeit angewendet, dient es zur
Stärkung und Anregung und macht den Umlauf des Blutes regelmäßiger.
Sturzbad (~Shower Baths~).
Diese Bäder werden in einem eigens zu diesem Zwecke angefertigten
Schranke genommen und bringen das Wasser in kleinen Strahlen
gleichzeitig mit verschiedenen Körpertheilen in Berührung. Schwache und
nervöse Leute sollten zunächst mit lauwarmem Wasser beginnen und erst
nach und nach kälteres nehmen.
Diese Bäder können auch so genommen werden, daß man sich in eine leere
Badewanne stellt und sich von einer zweiten Person, die auf einem Stuhl
daneben steht, aus einem gewöhnlichen Wasserbehälter begießen läßt.
Derartige Bäder wirken reizend auf das Nervensystem und die Haut;
sie werden besonders bei Krankheiten, die wiederholtes Schwitzen zu
ihrer Heilung erfordern, empfohlen, oder Personen, welche in Folge
von Krankheiten der Brust volle Bäder nach dem Schweiß nicht ertragen
können.
Zuberbad (~Washtub Bath~).
Dies ist besonders passend und stärkend bei Fiebern. Man fülle ein
Gefäß ein drittel oder halb voll Wasser, entweder kalt oder warm, und
bringe den Kranken hinein und zwar so, daß die Füße in ein anderes
Gefäß zu stehen kommen. Wenn der Patient schwach ist, so sollte er
Hülfe haben. Der Körper und die Glieder sind gehörig zu waschen, und
gelegentlich Schultern und Körper mit Wasser von derselben Temperatur
zu übergießen. Einer allgemeinen Regel nach gilt lauwarmes Wasser
für das geeignetste, indem dasselbe weniger Rückkehr des Fiebers
veranlassen wird. Das Bad mag 2 bis 5, 10 oder 15 Minuten, je nach der
Höhe des Fiebers oder den Kräften des Patienten, dauern. Es sollte
nicht so lange fortgesetzt werden, bis Frost eintritt, die Haut
blaß wird oder die Fingernägel blau sind. Trockne den Patienten mit
Handtüchern oder einem eigens dazu bestimmten trockenen Tuche ab. Kehrt
das Fieber wieder, so wiederhole man das Bad, bis dasselbe nachläßt.
Es ist sehr zuträglich bei Ausschlagsfiebern, galligen Wechselfiebern,
Typhus und den heißen Stadien des Wechselfiebers.
Einhüllen in nasse Tücher (~Rubbing or Dripping Bath~).
Dies ist ein schätzbares Heilmittel und kann bei verschiedenen
Krankheiten und Zuständen des Organismus angewendet werden:
Man nehme ein grobes leinenes oder baumwollenes Tuch und ringe es,
wenn eine starke Reizung stattfinden soll, gehörig, wenn aber weniger,
nur leicht aus. Wickle den Patienten hinein und reibe schnell über der
Decke 3 oder 4 Minuten oder länger, bis die Oberfläche des Körpers
vollkommen warm wird. Lasse dann eine trockene Decke folgen und
reibe mit dem Handtuch und den Händen. Wenn so kalt als es ertragen
werden kann angewendet, wirkt es stärkend und reizend. Es entfernt
fieberischen Durst, benimmt die Mattigkeit, gibt dem Körper und Geist
neue Kraft und verursacht ein angenehmes Gefühl über den Körper. Ist
der Patient schwach, so sollte der Deckenumschlag von einer milden
Temperatur sein (80 bis 90 Grad), welche allmählich herabgesetzt wird.
Wenn zur Anreizung oder Stärkung der Nerven, des Gehirns, oder auch zur
Minderung des Schmerzes angewendet, sollte es kühl oder kalt sein. Der
Umschlag muß öfters naß gemacht und mehrere Male schnell hintereinander
wiederholt werden.
Bei fieberischem Puls und Hitze, bei chronischen Krankheiten mag es
beim zu Bett Gehen angewendet werden und sollte von milder Temperatur
sein. Es wird nervöse Reizbarkeit vermindern und Schlaf herbeiführen.
Bei allen Fieberarten ist es empfehlenswerth, ebenso bei Diarrhöe,
Magenschwäche (~Dysentery~), Kolik &c. Der Patient sollte vorher
Gesicht und Hände mit kaltem Wasser waschen.
Das Ueberschütten von Wasser mit einem Eimer (~Pail Douche~).
Dies ist noch reizender und erregt eine erhöhtere Thätigkeit der
Nerven. Der Patient stellt sich in eine leere Badewanne, während der
Wärter zwei Eimer voll Wasser hat, den einen wärmer als den andern.
Der wärmere wird halb auf des Kranken Brust und halb auf dessen Rücken
gespritzt, worauf mit dem zweiten Eimer voll in derselben Weise
verfahren wird. Dann trockne und reibe man den Kranken ab. Es ist nicht
rathsam, dieses bei großer Nervösität anzuwenden, ebenso wenig bei
ernsten Krankheiten des Herzens oder der Lungen. Gewöhnlich wendet man
es an, wenn das Temperament träge oder die Krankheit einen allgemeinen
Charakter hat.
Einpackung in nasse Tücher (~The Wet Sheet Packing~).
Ist ein empfehlenswerthes Verfahren, die Hitze bei Fiebern zu schwächen
und ungesunde Absonderungen zu entfernen. Das Tuch zum Einwickeln
sollte von Baumwolle oder grober Leinwand sein, hinreichend lang, daß
es dem Kranken vom Kopf bis zu den Füßen reicht und ungefähr zwei
Yards breit. Bei Schwäche, chronischen Fällen lasse man es nicht
ganz bis zu den Knöcheln reichen. Von dem Bette entferne man alle
Unterbetten und lasse nur ein oder zwei Kopfkissen zurück. Ein oder
zwei leichtere Tücher und darüber zwei wollene Decken sollten über das
Bett gebreitet werden. Beklagt sich der Kranke über ein Frösteln in
der Gegend des Rückgrats oder über den Körper, falte man ein Handtuch
zusammen oder lege einen Streifen Flanell 4 Finger oder 3 bis 4 Zoll
breit auf das Rückgrat, wo der Kranke auf dem Tuche liegt, was das
Angreifen des Rückenmarknervs verhindert. Hat der Kranke Anlage zu
kalten Füßen, so sollte ein Krug oder eine Kanne heißen Wassers, auch
heiße Ziegelsteine, die ein- oder zweimal mit der wollenen Decke
umschlagen werden, um so vor zu großer Hitze zu schützen, an die Füße
gelegt werden. Der Patient liege platt auf dem Rücken, hebe die Arme,
während der Wärter an der einen Seite die Decke um den Körper und die
unteren Glieder schlägt und gehörig anzieht; dann lasse er die Arme
fallen und die Decke wird an der anderen Seite schnell umgeschlagen,
und untergesteckt. Die übrigen Decken werden darüber gelegt und in
derselben Weise untergesteckt; sorgfältig vermeide man aber, dieselben
über der Brust zu fest anzuziehen. Dieselben müssen unter den Schultern
so angezogen sein, daß die Hitze nicht herausströmen kann.
Hat der Kranke Anlage zu Kopfschmerz, oder zu Blutandrang nach dem
Kopfe, so falte man ein Handtuch zusammen, weiche es in kaltem Wasser
ein, lege es auf die Stirn und wiederhole dies, so oft es heiß wird.