Zeit genommen werden.
=Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes stärkende Mittel mag, wenn
nur wenig Schwäche vorhanden ist, genommen werden:
Rothe Chinarinde (~Red peruvian bark~) 2 Unzen.
Kamillenblüthe (~Chamomile flowers~) 1 Unze.
Portwein 1 Quart.
Mische und lasse es, bei öfterem Umschütteln einige Tage stehen.
Dosis: drei- oder viermal des Tages ein Weinglas voll.
Bei Hinfälligkeit, Nervenschwäche, Verstopfung, Niedergeschlagenheit
möge folgendes gegeben werden:
Chloroform ½ Unze.
Ingwer- (~Ginger~) Tinktur ½ „
Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits
of ammonia~) 2 Drachmen.
Mische es. Dosis: 25 Tropfen in einem Weinglas mit Milch dreimal des
Tages.
Bei Spermatorrhöa oder Samenfluß werden folgende Pillen gut gefunden
werden:
Kampher (~Camphor~) 24 Grane.
Belladonna-Extrakt 4 „
Cubeben- (~Cubebs~) Oel 20 Tropfen.
Mische es in eine Masse von gleichen Theilen Magnesia und Gummi
Arabicum und theile es in 24 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine
Pille.
Lustseuche, Venerie (~Pox -- Syphilis~).
Dies ist eine lästige Krankheit und entsteht in Folge unreinen
geschlechtlichen Verkehrs. Sie kennzeichnet sich durch das Erscheinen
von einer Finne, von einer leichten Entzündung eingefaßt, und die
Bildung eines Eiters oder des Schankers. Die Eiterung tritt in der
Regel nach dem fünften bis vierzehnten Tage nach der Ansteckung ein.
Es giebt verschiedene Gattungen von Schanker, die sehr störend auf
den Organismus einwirken, gewöhnlich begleitet ihn ein Anschwellen
-- ~Bubo~ genannt -- in den Lenden, welcher einige Tage nach den
Eiterbeulen eintreten und fortdauern kann, bis sich Eiter bildet und
derselbe aufbricht oder geöffnet werden muß.
Greift die Syphilis den Organismus an, so wird sie secundäre genannt,
und tertiäre, wenn sich Ausschläge, böser Hals und Eiterbeulen an
verschiedenen Stellen des Körpers bilden.
Der Ausschlag erscheint gewöhnlich auf der Stirn, dem Rücken, den
Beinen und Armen, er ist kupferfarben und von leichtem Jucken
begleitet, auch füllt sich die Pustel zuweilen mit einer blassen
Flüssigkeit. Sind Mund und Hals angegriffen, so schwellen sie an,
werden böse, roth und mit einer weißen Schleimhaut bedeckt, auch
kann ein blaßgelber Eiter des Halses oder der Mandeln oder auch ein
schwarzgelber und morastartiger Eiter vorhanden sein, welcher sich auf
verschiedene Stellen des Halses und der Nase erstreckt und die Knochen
des Gesichts zerstört.
+Behandlung.+
=Allöopathisch.= Sobald sich Eiter am Penis zeigt, sollte derselbe
sogleich aufgeätzt werden. Zu diesem Behufe bediene man sich des
schwefelsauren Silbers (~Nitrate of silver~), Salpetersäure (~Nitric
acid~), Aetz-Potasche (~Caustic potassa~), Zink-Chlorid (~Chloride of
zinc~). Schwefelsaures Silber (~Nitrate of silver~) wird in der Regel
angewandt und die Finne sollte damit gehörig gebrannt werden. Nachdem
das Geschwür weggebeizt ist, befeuchte man Charpie in einer Auflösung
von Opium, im Verhältniß von einer Drachme Opium auf 4 Unzen Wasser,
lege es auf, wickle den Penis in ein Stück Leinwand und bedecke ihn
mit eingeölter Seide.
Anstatt des Opiums kann auch folgende Auflösung angewendet werden:
Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) 1 Gran.
Wasser 1 Unze.
Dies sollte öfters angewendet und die Theile zweimal des Tages mit
spanischer Seife (~Castile soap~) und Wasser gewaschen werden.
Folgendes ist für den innerlichen Gebrauch:
~Protiodide of mercury~ 12 Grane.
Rosenkonserve (~Conserve of roses~) 1 Skrupel.
Theile es in 12 oder 24 Pillen und nimm zweimal des Tages eine.
Folgendes wird in einigen Fällen von gutem Erfolg sein:
Blaue Pillen (~Blue pill~) ½ Drachme.
Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of henbane~) 1 Skrupel.
Mache 10 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille des Nachts. Oder:
Aetzsublimate (~Corrosive sublimate~) 4 Grane.
Opium-Extrakt (~Extract of opium~) 5 „
Mische es und mache 20 Pillen daraus. Dosis: Morgens und Abends eine
Pille.
Diese Quecksilber-Präparate sollten nicht länger als fünf Tage
hinter einander gebraucht werden, da Gefahr vorhanden ist, dadurch
Speichelfluß hervorzurufen. Ist das letztere der Fall, gebrauche man
folgendes:
Chlorinirte Soda (~Chlorinated soda~) 1 Unze.
Wasser 2 Unzen.
Mische es. Der Mund sollte damit mehrere Male des Tages ausgespült
werden, aber man vermeide vorsichtig etwas davon zu verschlucken.
Ricord empfiehlt im Verhältniß von einem Theile weinsteinsaure
Eisen-Potasche (~Potassio-tartrate of iron~) auf sechs Theile Wasser.
Zwei Theelöffel voll dreimal des Tages zu geben. Dasselbe Präparat
ist auch gegen das Geschwür angewendet worden. Der ~Bubo~, die
Anschwellung in der Lende, sollte mit einem Verbande versehen werden.
Wenn sich aber Eiter bildet, so sollte das Geschwür geöffnet und
Umschläge gemacht werden. Im Falle eines Ausschlags auf der Haut,
oder wenn sich die Krankheit im Halse oder an irgend einem anderen
Theile des Körpers zeigt, mag Potaschen-Jodid wie folgt gegeben
werden:
Zusammengesetzter Sassaparillen-Aufguß (~Compound
Infusion of sarsaparilla~) 1 Pint.
Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) ½ Unze.
Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll nach jeder Mahlzeit.
Das Präparat, unter „~Donovan’s solution~“ bekannt, mag dazwischen in
Dosen von 3 bis 5 Tropfen gegeben werden.
Die Kost muß genau geordnet werden, der Patient darf weder reizende
Nahrungsmittel zu sich nehmen, noch Spirituosen trinken.
=Eclectische und Kräuterkur.= Das Geschwür sollte mit salpetersaurem
Silber (~Nitrate of silver~) oder einigen Tropfen von Salpeter-
oder Salzsäure betupft werden. Darauf kann man vermittelst Charpies
salzsaures Eisen (~Muriate of iron~) auflegen. Behufs Erhaltung
eines gehörigen Stuhlgangs diene folgendes:
~Blue Mass~ 60 Grane.
Entenfuß (~Podophyllin~) 20 „
Mache 20 Pillen daraus und nimm Morgens und Abends eine. Zeigt sich
die Wirkung auf die Eingeweide, so nimm jeden Tag eine.
Erscheint ein ~Bubo~, so verbinde ihn mit Tüchern, welche mit
folgendem angefeuchtet sind:
Jod (~Iodine~) 1 Skrupel.
Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 2 „
Wasser 1 Unze.
Zweimal täglich anzuwenden. Kermesbeer- (~Poke root~) Umschläge
sollten gleichzeitig angewendet werden, indem man die frische Wurzel
in heißer Asche erweicht und dann zerdrückt. Bildet sich Eiter, so
ist es am besten, den ~Bubo~ durch Aetzmittel zu öffnen, da es weit
besser heilt, als wenn derselbe vermittelst eines Messers geöffnet
wurde. Reinige ihn einmal des Tages mit spanischem Seifenwasser
(~Castile soap suts~) und spritze ihn ebenso damit aus.
Dr. King empfiehlt folgendes als ein ausgezeichnetes Mittel gegen
Syphilis in allen Formen:
Zusammengesetzter Stillingia-Syrup (~Compound syrup
of stillingia~) 4 Unzen.
Saturirte Kermesbeer-Tinktur (~Saturated tincture
of poke root~) 4 „
Saturirte Schafampfer-Tinktur (~Saturated tincture
of sheep sorrel~) 4 „
Mische es. Dosis: Einen Theelöffel bis einen halben Eßlöffel voll
dreimal des Tages.
Gegen constitutionelle Syphilis bei Eiterungen im Halse mag eine
starke Abkochung von Weißeichenrinde (~White oak bark~) mit ein wenig
Borax und Alaun (~Alum~) gegeben werden; bei innerem Gebrauche gebe
man dasselbe ohne Borax zwei- oder dreimal des Tages einen Eßlöffel
voll.
Wenn Hautausschläge vorhanden sind, so sollte der Körper ein- oder
zweimal des Tages mit einer Mischung von Salpeter- oder Salzsäure, je
ein Theelöffel voll auf zwei Quart warmes Wasser, gewaschen werden.
Folgendes möge als Thee dienen:
Entenfußwurzel (~May apple~), Kalmuswurzel (~Blue flag root~),
Kermesbeere (~Poke root~), Ampferwurzel (~Yellow dock root~),
Sassafras, Stillingia, Sassaparilla, Bitterwurzel (~Bitter root~).
Eine Abkochung kann von einem oder dem andern hiervon oder von allen
gemacht werden, und zu jedem Pint einer solchen Abkochung füge
man eine Drachme Potaschen-Jodid (~Iodide of potassa~) hinzu. Der
zusammengesetzte Stillingia-Spiritus mag in einigen Fällen angewendet
werden.
Die Eiterbeulen, welche sich an dem Körper zeigen, mögen mit der
salzsauren Eisentinktur (~Tincture of the muriate of iron~) und
Umschlägen von pulverisirtem Alaun (~Powdered alum~) und Kermesbeere
(~Poke root~), während des Nachts ausgelegt, behandelt werden.
Schmerzen in den Knochen mögen durch die folgenden Pillen gelindert
werden:
Inspissirter Brechwurz-Saft (~Inspissated
juice of Ipecac~) 1 oder 2 Drachmen.
Stechapfel- (~Stramonium~) Extrakt ¼ oder ½ Gran.
Man mache daraus eine Pille und wiederhole es zwei- bis dreimal des
Tages.
Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) diene zu Waschungen des
Halses. 30 Grane Kupfer kommen auf eine bis zwei Unzen Wasser; wasche
damit vermittelst eines Stückchen Schwammes zwei- oder dreimal des
Tages den Hals.
=Homöopathisch.= Sobald das Geschwür erscheint, ätze man es mit
salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~), Salpetersäure (~Nitric
acid~), oder rothem Präcipitat (~Red precipitate~). Innerlich gebe
man: ~Mercurius~, ~Hydriodate of Potassa~, ~Mercur. precipit. ruber~,
~Sulphur~, ~Silicea~, ~Aurum~, ~Mezerium~.
Bei sekundärer Syphilis, wo Schmerzhaftigkeit und Eiterung des
Halses vorhanden ist, möge vermittelst eines Kameelhaarpinsels
Benzoe-Tinktur immer nach einigen Tagen angewendet werden. Die
Mittel, welche zu geben sind, sind ~Biniodide of Mercury~, ~Kali
Hydriodicum~. Eine Woche kann ~Mercurius~ und die nächste Woche
~Kali~ -- und so abwechselnd fort -- gegeben werden.
Andere Mittel sind: ~Acidum Sulphuris~, ~Lachesis~, ~Phosphorus~,
~Hepar Sulphuris~, ~Borax~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe alle 2, 3
oder 4 Stunden eine Dosis. Ist das Mittel in Kügelchen, gebe 6 auf
eine Dosis, wenn in Pulvern, 2 Grane. Bei constitutioneller Syphilis
gebe dreimal des Tages eine Dosis.
Samenfluß, Tripper (~Gonorrhœa -- Clap or Gleet~)
ist eine Entzündung der Schleimhaut des Harnwegs, begleitet von einem
Ausfluß und rührt von unreinem geschlechtlichem Verkehr her.
+Symptome.+ Der Tripper stellt sich in der Regel am dritten oder achten
Tag nach der Ansteckung ein. Er beginnt mit einem unangenehmen Gefühle
am Ende des Penis und ist gewöhnlich von etwas Röthe und Schwierigkeit
des Wasserablassens begleitet; nach ein oder zwei Tagen nimmt der
Ausfluß von Eiter zu, wird dünner und von einer grünlichen oder
gelblichen Farbe, zuweilen mit Blut gestreift. Die Eichel ist roth und
entzündet und der Urin verursacht einen brennenden Schmerz. Dehnt sich
die Entzündung auf die Blase aus, so tritt ein quälendes Verlangen,
das Wasser abzulassen, mit einem beständigen, unangenehmen Gefühle in
der Gegend der Hoden und zwischen den Beinen, ein. Wenn die Entzündung
stark ist, so tritt die sogenannte ~chorda venerea~, während welcher
der Penis steif und nach unten gekrümmt ist, hinzu, verursacht heftigen
Schmerz und befällt den Patienten in der Regel im warmen Bette. In
Folge der Entzündung kann ~Phimosis~ entstehen, bei welcher die Vorhaut
hart und geschwollen ist und nicht zurückgezogen werden kann; oder wenn
die Anschwellung hinter der Eichel eintritt, kann sie nicht vorgezogen
werden und wird ~paraphimosis~ genannt. Die Drüsen der Lenden und
ebenso die Hoden schwellen an und entzünden sich zuweilen.
Tripper ist die Folge der ~Gonorrhœa~ und nimmt eine chronische Form
an, nachdem die Entzündung nachgelassen hat. Hin und wieder ist er sehr
hartnäckig. Eine andere Folge des Trippers sind Stricturen, welche
die Harnröhre oder den von der Blase führenden Harnweg theilweise
schließen, was an dem platten oder gedrehten Wasserstrahl, ähnlich
einem Bohrer, oder gabelförmig, erkannt werden kann.
+Behandlung.+
=Allgemeine.= Der Patient sollte sich der Reinlichkeit befleißigen
und die Theile öfters waschen. Die Kost muß einfach und nahrhaft sein
und Spirituosen, fettes Fleisch, Pasteten &c. müssen vermieden werden.
=Eclectische und Kräuterkur.= Wenn zu Anfang genommen, mag die
Krankheit kurz abgeschnitten werden, indem 20 Grane salpetersaures
Silber (~Nitrate of silver~) in einer Unze Wasser und davon 2
Theelöffel voll in den Penis eingespritzt und dort ungefähr eine
halbe Minute zurückgehalten wird, was zwei- oder dreimal des Tages zu
wiederholen ist. Hierzu bediene man sich einer sogenannten ~P. P.~
Spritze (~Syringe~). Gleichzeitig nehme man 3 bis 4 Grane Entenfuß
(~Podophyllin~) mit einem Theelöffel voll Cremor Tartari (~Cream of
tartar~) oder eine Dosis Salz. Eine andere Einspritzung ist folgende:
Zinkchlorid (~Chloride of zinc~) 1 bis 3 Grane.
Destillirtes Wasser (~Distilled water~) 1 Unze.
Mische es und spritze davon alle 6 bis 8 Stunden einen Theelöffel
voll ein.
Oder:
Abkochung von Gelbwurz (~Decoction of golden seal~) 1 Unze.
Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 3 Grane.
Mische und gebrauche wie das vorhergehende.
Die Einspritzungen sollten stets nach dem Uriniren gegeben werden und
der Patient sollte nicht vor wenigstens einer halben Stunde darauf
den Urin ablassen.
Bei dem weiblichen Geschlechte muß die Scheide mit einem von
den obigen Präparaten drei- oder viermal des Tages gebadet und
Einspritzungen von demselben gemacht werden.
Folgendes wird mit ausgezeichnetem Erfolge innerlich angewendet:
Canadischer Balsam (~Canada balsam~) 1 Unze.
Süßer Salpeter-Spiritus (~Spirits of sweet nitre~) 4 Unzen.
Terpentinöl (~Oil of turpentine~) 2 Drachmen.
Pulverisirter Kampher (~Powdered camphor~) 1 Drachme.
Mische es. Dosis: dreimal des Tages einen Theelöffel voll.
Wenn die Entzündung nachgelassen, so füge dem obigen noch eine
Drachme pulverisirten Kino bei. Gleichzeitig mag der Patient einen
Aufguß von Eibisch (~Marshmallow~) und Klette (~Burdock root~)
trinken.
Folgendes mag in einigen Fällen angewendet werden:
Cubebenöl (~Oil of Cubebs~) 1 Unze.
Anisöl (~Oil of anise~) 1 „
Copaiva-Balsam (~Balsam of copaiva~) 1 „
Laudanum 1 „
Salzsaure Eisen-Tinktur (~Tinct. of muriate of iron~) 1 „
Mische es. Dosis: dreimal des Tages einen Theelöffel voll.
Bei Eintreten der ~Chorda venerea~ des Nachts nehme 30 oder 40
Tropfen Laudanum beim Zubettgehen oder folgendes:
Pulverisirtes Opium (~Powdered opium~) 1½ Grane.
Kampher (~Camphor~) 10 „
Mische und nimm es als eine Dosis.
Wird die Krankheit chronisch oder nimmt sie die Form eines
Samenflusses an, so bediene man sich einer Einspritzung von
gewöhnlichem grünem Thee mit je 5 oder 6 Tropfen Bleizucker (~Sugar
of lead~) und schwefelsaurem Zink (~Sulphate of zinc~) auf jede
Einspritzung. Gleichzeitig nehme man folgendes:
Gehärteter Copaiva-Balsam (~Solidified balsam of
copaiva~) 1 Drachme.
Venetianischer Terpentin (~Venice turpentine~) 30 Grane.
Entenfuß (~Podophyllin~) 10 „
Mische es, bringe soviel als möglich pulverisirten Rhabarber
(~Pulverized rhubarb~) hinein und theile es in 30 Pillen. Dosis:
zwei oder drei Pillen zweimal des Tages, bis sie auf die Eingeweide
wirken, dann täglich zweimal eine Pille.
=Homöopathisch.= Während des ersten Stadiums wird salpetersaures
Silber (~Nitrate of silver~), im Verhältniß von zwei oder drei Granen
auf eine Unze Wasser, oder schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~),
im Verhältniß von vier Granen auf eine Unze Wasser, als Einspritzung
gebraucht, einen Anfall kurz abschneiden. Der Patient muß während
dieser Zeit große Mäßigkeit beobachten und Ruhe pflegen. ~Aconitum~
kann zu derselben Zeit, alle zwei oder drei Stunden eine Dosis,
gegeben werden.
~Cantharides~ oder ~Cannabis~ gebe man abwechselnd mit ~Aconitum~.
Aufguß von ~Hydrastis Canadensis~ wird als Einspritzung empfohlen und
zwar im Verhältniß von einer Unze der pulverisirten Wurzel auf ein
Pint Wasser. Sollte jeden Abend in die Harnröhre gespritzt werden.
~Cantharis~ mag gegeben werden, wenn sich die Entzündung auf die
Blase ausdehnt und ein Brennen längs der Harnröhre, sowie ein
häufiges Drängen zum Urinlassen vorhanden ist. Kann abwechselnd mit
~Aconitum~ gegeben werden.
Chlorsaure Potasche (~Chlorate of potash~) wird als Einspritzung
empfohlen. Löse eine Drachme in einer Unze Wasser und gebe während
12 Stunden jede Stunde eine Einspritzung. Dies wird in den meisten
Fällen erfolgreich sein.
Andere innerliche Mittel sind: ~Mercurius~, ~Nux Vomica~, ~Cubebae~,
~Pulsatilla~, ~Copaiva~, ~Sulphur~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe alle 2, 3
oder 4 Stunden 6 Kügelchen.
=Allöopathisch.= Zu Anfang der Krankheit gebe man eine Einspritzung
von salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~), im Verhältniß von 5
bis 10 Granen auf eine Unze Wasser. Dies wird gewöhnlich hinreichen.
Zur Erhaltung eines gehörigen Stuhlganges sollte Bittersalz (~Epsom
salts~) genommen und Leinsamenthee getrunken werden. Wenn die
Krankheit dennoch weiterschreitet, möge folgendes angewendet werden:
Balsam Copaiva 1 Unze.
Cubebenöl (~Oil of cubebs~) 2 Drachmen.
Laudanum 1 Drachme.
Gummi Arabicum Schleim (~Mucilage of Gum
Arabic~) 2 Unzen.
Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) ½ Unze.
Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus (~Compound
spirits of lavender~) 3 Drachmen.
Kampherwasser 4 Unzen.
Weißer Zucker 2 Drachmen.
Mitchellöl (~Oil of partridge berry~) 5 Tropfen.
Mische es. Dosis: drei- oder viermal des Tages einen Eßlöffel voll.
Die folgende Einspritzung ist gut:
Balsam Copaiva 5 Drachmen.
Gummi-Extrakt von Opium (~Gum of ext. of opium~) 1 Gran.
Wasser 7 Unzen.
Ein Eidotter.
Mische und wende es mehrere Male des Tages an.
Gegen die ~Chorda venerea~ nehme beim Zubettgehen eine Pille von
Kampher und Belladonna, im Verhältniß von 5 Granen des ersteren auf
ein Gran des letzteren.
Bei Samenfluß bediene man sich folgender Einspritzung:
Salpetersaures Silber (~Nitrate of silver~) 1 bis 4 Grane.
Wasser 1 Unze.
Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 8 Grane.
Gerbersäure (~Tannin~) 1 Skrupel.
Wasser 5 Unzen.
Mische es.
Zweiter Theil. -- Frauenkrankheiten.
Erstes Kapitel.
Menstruation oder monatliche Reinigung.
Ehe wir darüber reden, auf welche Weise Störungen in der Menstruation
zu behandeln seien, sollten wir uns klar darüber werden. 1) Was man
unter Menstruation versteht. 2) Durch welche Ursachen dieselbe erzeugt
wird. 3) Welchen Zweck sie im weiblichen Organismus hat. Vielleicht
wird keine körperliche Funktion von den Frauen weniger verstanden als
diese. Sie können zwar angeben, wie oft die Menstruation eintritt
und wie lange sie währt, aber über die Ursache sind die meisten im
Unklaren, worüber man sich nicht zu wundern hat, wenn man bedenkt, daß
selbst die Aerzte darüber in früherer Zeit im Dunkeln waren und erst
neuerdings zum vollen Verständniß kamen. Seit Alters bis auf unsere
Tage wurden zahllose Theorien aufgestellt; jede derselben aber mußte
der in ihr enthaltenen Widersprüche wegen wieder aufgegeben werden; bis
man zuletzt zu einer klaren, unzweifelhaften Anschauung gekommen ist.
Unter den Alten herrschte bezüglich der Menstruation viel Aberglauben.
Weil sie regelmäßig jeden Monat eintritt, so nahm man an, daß der
Einfluß des Mondes dieselbe regulire. Daß diese Behauptung durchaus
nicht stichhaltig ist, liegt auf der Hand, denn wäre auch nur einige
Wahrheit daran, so müßten alle Frauen eines Erdtheils wenigstens
zugleich menstruiren. Professor E. G. Meigs von Philadelphia hat
sich um die Darstellung der Ursachen dieser eigenthümlichen Funktion
große Verdienste erworben, und ihm sind wir für die in diesem Artikel
niedergelegten Thatsachen und Beobachtungen zum Dank verpflichtet.