Das in einem so umfänglichen, an erhaltenswerten Naturvorkommnissen
so reichem Gebiete nicht mit den bisher angewendeten Mitteln allein,
wie Kauf, Pacht, Vertrag, ein ausreichender Naturschutz durchgeführt
werden kann, ist im Hinblick auf die dichte Besiedelung und auf die
Not der Gegenwart ohne weiteres verständlich. Es kamen deshalb für den
Naturschutz im östlichen Erzgebirge nur Maßnahmen in Frage, welche
auf breitester Grundlage aufgebaut, ohne Anwendung eines irgendwie
gearteten Zwanges und ohne Aufwendung erheblicher Geldmittel zu
sicherem Erfolge führten.
Da nun der Heimatschutz durchaus nicht, wie vielfach noch angenommen
wird, seine schützende Hand nur auf sogenannte Seltenheiten von
vorwiegend botanischem Werte legt, sondern die vielen schönblütigen,
Feld, Wald und Wiese schmückenden Pflanzen und die durch häufiges
Vorkommen bestimmten Örtlichkeiten ein ganz besonderes Gepräge gebenden
Gewächse, als ebenso wichtige Objekte seiner Fürsorge ansieht, wie
die Erhaltung landschaftlicher Schönheit und Eigenart, so konnte
der Versuch gemacht werden, der gesamten im Gebiete eingesessenen
Bevölkerung die Notwendigkeit des Schutzes ihrer Heimatnatur
überzeugend nahezubringen.
[Illustration: Abb. 2 =Geschützte Karpathen-Birke in Hellendorf=
Besitzer Gutsbesitzer Käubler in Hellendorf