Im _Osten_ zeigt sich das Erzgebirge schärfer begrenzt. Hier erheben
sich hinter den bewaldeten Felsmauern der Raitzaer und Tyssaer Wände
die Sandsteinklötze der Sächsischen Schweiz, beherrscht von dem breit
hingelagerten hohen Schneeberg.
Und nun wenden wir den Blick nach _Süden_. Welcher Gegensatz! Kein
scharfzackiger Kamm krönt das Gebirge; aber steil senkt sich der
von zahlreichen rauschenden Bergbächen zertalte Waldhang hinab zur
böhmischen Senke. Und unten rauchen die Schlote der Kohlenschächte,
blitzen die Spiegel der Teiche, und dazwischen dehnt sich die reich
angebaute Fruchtebene, bis sie sich anschmiegt an die Schar ehemaliger
Feuerberge, die das Böhmische Mittelgebirge aufbauen. In diesem
Gegensatz zwischen greisenhaften und jugendlichen Formen, zwischen
uralter Rumpffläche und jungem Abbruch liegt ein Hauptreiz unserer
Kammaussichten.
[Illustration: Abb. 11 =Stadt Geising, vom Fuße des Geisingberges
gesehen=