Die Berggipfel, erst ruinenhaft wild zerrissen, nahmen allmählich
sanftere Rundung an. Brausende Bergströme trugen die Trümmer zu
Tal. Am Gebirgsfuß entstanden weite Schotterflächen, und in ruhigen
Talbuchten oder in Mündungsebenen wucherten waldmoorbildend Baumfarne,
Schachtelhalme, Siegel- und Schuppenbäume. In einem gleichmäßig warmen
Klima lösten die Baumgeschlechter einander rasch ab; ihre modernden
Leichen versanken in den Schlamm und wandelten sich dort allmählich zu
_Steinkohle_.
Das Werk der Zerstörung und Gebirgsabtragung wurde oft unterbrochen
durch vulkanische Katastrophen. In langen Spalten brach der Erdenpanzer
auf; Asche stiebte in gewaltige Höhen empor und schneite weithin das
Land ein; dünnflüssige Lava ergoß sich zu Strömen und Decken und
erstarrte zu _Porphyr_.
[Illustration: Abb. 4 =Der Hohle Stein bei Oelsen= Verwitterungsform im
Gneis