Die pressenden Kräfte des Erdinnern steigerten sich zu ungeheurer
Spannung; sie wirkten nicht nur aufwärts, sondern auch seitwärts
schiebend. Die oberste Felskruste zerbrach dabei; das tiefer liegende
Gestein aber wurde durch Druck und Hitze weich genug, daß es sich
biegen und falten ließ. Und so türmte sich aus mehreren großen
und Millionen kleiner Falten ein langgestrecktes Gebirge auf, das
von Südfrankreich gegen Mittelsachsen zog und etwa in der Gegend
Nossen–Gottleuba umbog in »sudetische« Richtung. Auch vulkanische
Massen beteiligten sich am Aufbau: Gesteinsschmelze drang von unten
in den sich aufbäumenden Schiefer und erstarrte halbwegs während des
Aufsteigens als _Granit_. Wie hoch jene »_mitteldeutschen Alpen_«
des erdgeschichtlichen Altertums (der »Steinkohlenzeit«) gewesen
sein mögen, wir wissen es nicht. Aber eins ist sicher: während in
ungezählten Jahrtausenden die plutonischen Kräfte sich mühten, ein
Gebirge aufzutürmen, arbeiteten bereits unablässig die Kräfte des
Himmels – Sommerhitze und Winterfrost, Regen und Wind, strömendes
Wasser und Eis – an seiner Vernichtung.
[Illustration: Abb. 3 =Rumpffläche bei Dittersdorf, links hinten
Sattelberg=