50. Guimbas.

Die Guimbas sind die Bewohner der Gebirgswildnisse der Hauptinsel

von Sulu. Bei Combés, Fray Juan de la Concepcion und Anderen kommen

noch folgende Varianten ihres Namens vor: Guinbajanos, Guimbanos,

Quimpanos. Sie sind nach den spanischen Geschichtsschreibern der

Philippinen zu derselben Zeit von den einwandernden Mindanaos in

das Gebirge geworfen worden als Basilan. Die Jesuiten nannten sie

"gente montaraz", d. h. ebenso wie die heidnischen Bergstämme Luzons,

sie sind also in jenen Tagen (1578-1646) Heiden gewesen, während sie

sich jetzt wenigstens zum Theil -- bei Carondon -- zum Islam bekehren

liessen, wenigstens nennt Pazos (Joló 194) die in der Nähe Carondons

wohnenden Guimbas Moros guimbas montescos.

Der Name Guimbas wurde ihnen von den mindanaoischen Eroberern

verliehen, er soll soviel wie Trommler bedeuten, da es bei ihnen Sitte

ist, im Kriegsfalle durch den Lärm zahlreicher Trommeln sich Muth

einzuflössen. Zu demselben Zwecke kauen sie die Wurzel Panayaman(g),

welche die Eigenschaft besitzt, den Körper gegen die Schmerzen der

Wunden unempfindlich zu machen. Ihre Tapferkeit und ihr Muth sind

in der That ausserordentlich, und die Spanier haben zu der Zeit,

wo sie im XVII. Jahrhundert vorübergehend (1638-46) Sulu besetzt

hielten, mehrmals von ihnen Schlappen erlitten, ein Mal sogar eine

ordentliche Niederlage. Ihre Waffen sind Lanzen, Schilde und Panzer,

letztere aus Carabao-(Büffel-)Haut verfertigt, woraus zu schliessen

ist, dass sie wenigstens den Carabao als Hausthier besitzen, und da

dieses Thier auf den Philippinen nur als Ackerbaumedium benutzt wird,

so ist der Schluss gerechtfertigt, dass sie Reisbauer sind. Überdiess

besitzen sie auch Pferde (Koner 124). Pazos nennt sie auch nur

Halbwilde (semisalvages). Bemerkenswerth ist, dass sie nach Pazos

(Joló 10) besonders auf den nördlichen Abhängen des Gebirgsstockes

von Sulu wohnen, so dass auf den Südabhängen Platz wäre für die Idanes

Dalrymple's, da ich aber leider kein Exemplar Dalrymple's auftreiben

konnte, so ist es mir unmöglich, auf diesen letzteren Volksstamm näher

einzugehen. Nach der Bemerkung in Waitz (V, 46), dass der Name Idan

eine Collectivbezeichnung für verschiedene Idiome sprechende heidnische

Stämme sei, ist eine Identificirung der Idanes de Joló mit den Guimbas

auch nicht unmöglich, man vgl. übrigens das bei den Negritos Erwähnte.

Versuch einer Ethnographie der Philippinen · 第 65 / 80 题