Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes
genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten,
hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz
Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke
seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden
und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten
und wichtigsten Niederlassungen.
Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe
Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige
Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger
geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die
friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit
der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht
der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist
diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in
das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges
Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare
Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben
sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen
Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein
Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).
Sie sind übrigens nicht ohne alle Kunstfertigkeit, in dem Pueblo Bauang
verfertigen ihre trefflichen Schmiede ausgezeichnete Aliva-Hackmesser,
welche besonders von den Busao-Igorroten gern gekauft werden
(Ilustracion 1860, 285); über ihre Religion ist Nichts bekannt.