20. Guinanen (Guinanes).

Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes

genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten,

hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz

Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke

seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden

und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten

und wichtigsten Niederlassungen.

Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe

Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige

Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger

geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die

friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit

der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht

der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist

diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in

das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges

Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare

Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben

sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen

Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein

Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).

Sie sind übrigens nicht ohne alle Kunstfertigkeit, in dem Pueblo Bauang

verfertigen ihre trefflichen Schmiede ausgezeichnete Aliva-Hackmesser,

welche besonders von den Busao-Igorroten gern gekauft werden

(Ilustracion 1860, 285); über ihre Religion ist Nichts bekannt.

Versuch einer Ethnographie der Philippinen · 第 35 / 80 题