Die nächsten Verwandten der Mayoyaos sind die Ifugaos; dieser
mächtige Stamm wohnte einst weiter nördlich und wurde erst später
zu Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts nach seinen
heutigen Wohnsitzen durch die Gaddanen verdrängt. Sie wohnen heute
hauptsächlich am linken Ufer des Magat, südlich und südwestlich von
Furao zwischen Mayoyao und Camarag in der Provinz Nueva Vizcaya.
Ihr Äusseres soll vielfach an die Japanesen erinnern (Buzeta I,
55). Sie bauen zwar Reis, ziehen es aber vor, durch Raub sich zu
ernähren. Auf das Erjagen von Feindesschädeln sind sie noch erpichter,
als die Ilongoten. Auch bei ihnen ist derjenige der Angesehenste,
welcher die meisten Schädel erbeutet hat, und sie begnügen sich
nicht damit, die schauerliche Beute als Prunkstück in ihrem Hause
aufzuhängen, sie suchen auch durch eine Art von Decoration ausserhalb
der Hütte ihren Ruhm zur allgemeinen Kenntniss zu bringen, indem sie
in den Ohren so viel Ringe aus Bambusrinde [18] (?) tragen, als es
ihnen gelungen ist, Schädel zu erjagen (Buzeta I, 56). Die feige,
hinterlistige Art und Weise, mit der sie die Opfer ihres Blutdurstes
überfallen, ist überaus kennzeichnend: Im Dickicht versteckt, lauern
sie auf den einsamen Reisenden, dem sie plötzlich eine Art Lazo um
den Hals werfen, so dass er zu Boden geworfen wird, worauf sie dem
Wehrlosen den Kopf abschlagen (Buzeta, l. c.). Der Lazo ist eine auf
den Philippinen ungewöhnliche Waffe. Sonst sind sie mit Lanze, Pfeil
und Bogen, ferner mit zweierlei Gattungen von Waldmessern bewaffnet,
am geübtesten sind sie im Gebrauche des Lazo. Alle Nachbarstämme,
besonders die christlichen, haben unter ihren Nachstellungen viel
zu leiden, von ihrer Mordwuth kann man sich einen Begriff machen,
wenn man erfährt, dass der Oberst Galvey nach einem Gefechte mit
diesen Wilden unter ihren zurückgelassenen Todten einen Krieger fand,
der im Ohre 32 der obenerwähnten Mordzeichen stecken hatte (Mas,
pobl. 27). Auch untereinander sind sie ewig im Kriege begriffen.
Ihre Religion im Allgemeinen, sowie einzelne Namen ihrer Götter
erinnern an die Gotteslehren der Igorroten und anderer Bergstämme
Nord-Luzons. Ihr höchster Gott heisst Cabunian, dieser hat zwei Söhne,
Sumabit und Cabigat, und zwei Töchter, Buingan und Daunguen, diese
Geschwister heiratheten untereinander und wurden so die Erzeuger
der Menschen (Mas, pobl. 15). Der Regengott heisst Pati; gebetet
wird zu den Dii minores: Balitoc, Piti, Misi, Sanian, Liniantacao,
Bangeiz, Sipat, Batacagan, Sadibubu, Dasiasoiat, Capaiat, Dalig;
Göttinnen geringeren Ranges waren: Libongan, Libugon und Limoan (Mas,
l. c.). Der Ahnencultus scheint auch ihnen nicht unbekannt zu sein.
Die Ileabanes und Ifumangiës, welche Diaz Arenas als in der Provinz
Nueva Vizcaya sesshaft anführt, sind Ifugao-Stämme.