17. Ifugaos.

Die nächsten Verwandten der Mayoyaos sind die Ifugaos; dieser

mächtige Stamm wohnte einst weiter nördlich und wurde erst später

zu Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts nach seinen

heutigen Wohnsitzen durch die Gaddanen verdrängt. Sie wohnen heute

hauptsächlich am linken Ufer des Magat, südlich und südwestlich von

Furao zwischen Mayoyao und Camarag in der Provinz Nueva Vizcaya.

Ihr Äusseres soll vielfach an die Japanesen erinnern (Buzeta I,

55). Sie bauen zwar Reis, ziehen es aber vor, durch Raub sich zu

ernähren. Auf das Erjagen von Feindesschädeln sind sie noch erpichter,

als die Ilongoten. Auch bei ihnen ist derjenige der Angesehenste,

welcher die meisten Schädel erbeutet hat, und sie begnügen sich

nicht damit, die schauerliche Beute als Prunkstück in ihrem Hause

aufzuhängen, sie suchen auch durch eine Art von Decoration ausserhalb

der Hütte ihren Ruhm zur allgemeinen Kenntniss zu bringen, indem sie

in den Ohren so viel Ringe aus Bambusrinde [18] (?) tragen, als es

ihnen gelungen ist, Schädel zu erjagen (Buzeta I, 56). Die feige,

hinterlistige Art und Weise, mit der sie die Opfer ihres Blutdurstes

überfallen, ist überaus kennzeichnend: Im Dickicht versteckt, lauern

sie auf den einsamen Reisenden, dem sie plötzlich eine Art Lazo um

den Hals werfen, so dass er zu Boden geworfen wird, worauf sie dem

Wehrlosen den Kopf abschlagen (Buzeta, l. c.). Der Lazo ist eine auf

den Philippinen ungewöhnliche Waffe. Sonst sind sie mit Lanze, Pfeil

und Bogen, ferner mit zweierlei Gattungen von Waldmessern bewaffnet,

am geübtesten sind sie im Gebrauche des Lazo. Alle Nachbarstämme,

besonders die christlichen, haben unter ihren Nachstellungen viel

zu leiden, von ihrer Mordwuth kann man sich einen Begriff machen,

wenn man erfährt, dass der Oberst Galvey nach einem Gefechte mit

diesen Wilden unter ihren zurückgelassenen Todten einen Krieger fand,

der im Ohre 32 der obenerwähnten Mordzeichen stecken hatte (Mas,

pobl. 27). Auch untereinander sind sie ewig im Kriege begriffen.

Ihre Religion im Allgemeinen, sowie einzelne Namen ihrer Götter

erinnern an die Gotteslehren der Igorroten und anderer Bergstämme

Nord-Luzons. Ihr höchster Gott heisst Cabunian, dieser hat zwei Söhne,

Sumabit und Cabigat, und zwei Töchter, Buingan und Daunguen, diese

Geschwister heiratheten untereinander und wurden so die Erzeuger

der Menschen (Mas, pobl. 15). Der Regengott heisst Pati; gebetet

wird zu den Dii minores: Balitoc, Piti, Misi, Sanian, Liniantacao,

Bangeiz, Sipat, Batacagan, Sadibubu, Dasiasoiat, Capaiat, Dalig;

Göttinnen geringeren Ranges waren: Libongan, Libugon und Limoan (Mas,

l. c.). Der Ahnencultus scheint auch ihnen nicht unbekannt zu sein.

Die Ileabanes und Ifumangiës, welche Diaz Arenas als in der Provinz

Nueva Vizcaya sesshaft anführt, sind Ifugao-Stämme.

Versuch einer Ethnographie der Philippinen · 第 32 / 80 题