Die Mayoyaos oder Mayayaos sind die westlichen Nachbaren der Igorroten,
durch die Cordillera Central von diesen getrennt. Sie wohnen in den
Grenzdistrikten von Bontoc und Nueva Vizcaya, hauptsächlich aber
in letzterer Provinz, wo die Pueblos Mayoyao, Ozcariz, Vilanova und
Nueva Ocaña ihre Hauptniederlassungen sind. Zu ihnen sind zu zählen
die Pungianen (Panguianen), Quianganen und Silipanen, alle in Nueva
Vizcaya sesshaft [17]. Ich vermuthe überhaupt, dass die Mayoyaos
mit den Ifugaos zusammen einen einzigen grossen Dialektstamm bilden,
doch lässt sich bei den dürftigen Nachrichten über diesen Gegenstand
Nichts auch nur mit einiger Sicherheit behaupten. Eine Beschreibung
vom Jahre 1850 sagt folgendes (Dias Arenas 506): "Einige tragen ein
breitmächtiges Bracelet am linken Arm, bei anderen sahen wir Armbänder,
bestehend aus dickem Kupferdrahte, welcher das Handgelenk in vielen
(spiralförmigen) Windungen umschlang. Etwelche trugen Ohrgehänge,
aus bis zu zwei Finger dicken Perlmuscheln zusammengesetzt, welche
bis auf die Schultern herabfielen. Bei einem von ihnen sahen wir ein
Halsband, welches aus einem durchlöcherten kreisrunden Stückchen Bein
und weissen Steinchen, die vermittelst einer Schnur zu einer Kette
verbunden waren, sich zusammensetzte; diese zierlich auslaufende
Kette war drei Mal um den Hals geschlungen. Bartlos waren nicht alle,
die uns zu Gesichte kamen, einige wiesen Kinn- und Schnurrbart auf,
wenngleich der Haarwuchs kein dichter war". Die Kleidung der wilden
Mayoyaos und auch die der Mehrzahl der unterworfenen besteht nur
aus einem Lendenschurz. Ihre Zahl muss eine recht stattliche sein,
obwohl sie erst 1849 durch die Missionen der Dominicaner friedlich
den Spaniern unterworfen worden sind, so zählte man dennoch 1851
4416 Mayoyaos, 1251 Silipanen, 6076 Quianganen und 2400 Pungianen,
wobei zu bemerken ist, dass bei den Silipanen nur die Erwachsenen
gezählt wurden (Dias Arenas 515).
Der von Cavada (I, 82) erwähnte Stamm der Bungananes ist mit den
Pungianen identisch.