2. Pampangos.

Die Pampangos wohnten zur Zeit der Conquista und noch im

XVII. Jahrhundert an den nördlichen Gestaden der Bai von Manila,

und ihre Wohnsitze erstreckten sich von da bis an den Knotenpunkt

des mächtigen Caraballo Central, ohne aber im Gebirge selbst Fuss zu

fassen. Heutzutage sind sie durch die Tagalen beinahe ganz vom Meere

getrennt, und die wenigen dort lebenden Pampangos werden schnell

"tagalisirt". Die heutigen Wohnsitze der Pampangos befinden sich

in folgenden Provinzen: Porac, Tarlac, Pampanga, Bataán, Zambáles

und Nueva Écija. Porac und Tarlac werden nahezu ausschliesslich von

Pampangos bewohnt, Pampanga in überwiegender Mehrzahl, doch beginnt die

seit Anfang dieses Jahrhunderts immer grössere Dimensionen annehmende

Einwanderung der Ilocanen die Herrschaft des Pampango-Dialektes stark

zu gefährden. In Nueva Écija werden die nordöstlichen, in Bataán

die nordwestlichen und in Zambáles die westlichen Territorien dieser

Provinzen von den Pampangos eingenommen.

In ihrer körperlichen Erscheinung, wie in ihren Sitten und Bräuchen

gleichen sie unter allen Malaien Luzons am meisten den Tagalen, so dass

alles von diesen Gesagte auch für die Pampangos volle Geltung hat. Sie

galten und gelten auch noch jetzt als die tapfersten unter den Malaien

der Philippinen, die eingeborenen Truppen der Spanier recrutirten

sich bis auf die Einführung der Conscription zum grössten Theile aus

diesem kriegerischen Stamme, und sie haben ihrem Rufe überall Ehre

gemacht, sowohl in den Kämpfen gegen die mohammedanischen Fürsten der

Molukken, von Mindanao und Sulu als auch gegen europäische Soldaten,

gegen Holländer und Briten. Bei der Unterdrückung der furchtbaren

Chinesenaufstände von 1603 und 1639 haben sie sich besondere Verdienste

erworben.

Als die Spanier sie unterwarfen (1571) waren sie zum grössten Theile

Heiden, doch hatte auch hier der Islam bereits Eingang gefunden. Ihre

ursprüngliche Religion kannte auch den Ahnencultus der Tagalen und war

auch sonst mit jener der Tagalen identisch. Sie sind dann durch die

Spanier zum Katholicismus bekehrt worden, doch gab es noch i. J. 1848

Heiden unter ihnen, denn Diaz Arenas spricht von 100 unterworfenen

heidnischen (infieles) Pampangos, welche in dem erwähnten Jahre der

spanischen Herrschaft unterworfen waren.

Sie besitzen auch Schlangenbeschwörer, welche Schlangenbisse heilen,

diese Heilkünstler werden "Tavac" genannt (Mozo 97). Ihre Industrie

ist im Vergleiche zu jener der Tagalen gering, sie umfasst dieselben

Zweige wie bei den letzteren.

Versuch einer Ethnographie der Philippinen · 第 17 / 80 题