ANMERKUNGEN DES HERAUSGEBERS.

Zuvörderst schulde ich Herrn ~S. J. Agnon~ vielen Dank, der mir

bei der Auswahl und Übersetzung seine sehr wertvolle Hilfe geliehen

hat und ohne dessen Unterstützung ich damit nicht hätte zurechtkommen

können.

Von den im Buche enthaltenen Stücken sind folgende sieben ursprünglich

deutsch geschrieben: ~Zlocisti~, Die Peßach-Hagadah; ~Peßach im

Jemen~, ~Buber~, Der Seder des Unwissenden; ~Kompert~, Das

Mazzothbacken; ~Heine~, Der Rabbi von Bacherach; ~Wengeroff~,

Peßach in Rußland vor siebzig Jahren; ~Heilbrunn~, Die Chagigah.

Hiervon hat Herr Dr. Zlocisti das erste Stück für dieses Peßach-Buch

geschrieben, ebenso Herr Dr. Heilbrunn das letzte. „Peßach im Jemen“

ist einem der Alliance Israélite Universelle erstatteten und in der

Zeitschrift „Ost und West“ 1906 abgedruckten Reisebericht entnommen.

Das Stück von Kompert ist aus dessen „Skizzen aus dem Ghetto“

(geschrieben 1846) im zehnten Bande seiner sämtlichen Werke (Leipzig);

das von Heine bildet das erste Kapitel seines Erzählungsbruchstückes

„Der Rabbi von Bacherach“ (geschrieben 1824-25), das von Pauline

Wengeroff ist mit freundlicher Erlaubnis der Verfasserin dem ersten

Bande ihrer „Memoiren einer Urgroßmutter“ (Berlin 1910) entnommen.

Zwei Stücke sind aus dem Jiddischen übersetzt: „Der Tausch“ von

~Mendele Mocher Sforim~ und „Der Zauberkünstler“ von ~J. L.

Perez~. Das erstere entstammt den Gesammelten Schriften von Mendele

„dem Buchhändler“, dem ausgezeichneten, gemütvollen und volkstümlichen

Humoristen, und ist von mir übersetzt; das zweite ist von ~Mathias

Acher~ übertragen und in den „Volkstümlichen Erzählungen“ von

Perez (Berlin, Jüdischer Verlag) enthalten. Es behandelt wie so viele

Erzählungen des Dichters einen Stoff aus der legendenhaften Volkspoesie

der chassidischen Volkskreise.

Alle übrigen (14) Beiträge sind aus dem ~Hebräischen~ übersetzt.

Die das Buch einleitenden beiden Stücke sind aus dem zweiten Buch

Moses und aus der Peßach-Hagadah genommen. Die schöne Skizze von ~S.

Ben-Zion~ aus „Bilder aus der Jugend“ (Verlag Moriah, Odessa).

Das Stück „Von Moses“, sowie die weiteren Stücke „Pharaos Traum“,

„Vom Auszuge“, „Die Ordnung beim Schlachten“ und „Von der Wallfahrt“

stammen aus der großen Literatur der Midraschim (der an das Fünfbuch

anknüpfenden Erzählungen, Legenden, Märchen, Betrachtungen). „Pharaos

Traum“ ist nach dem Midrasch „Leben Moses“ und dem Midrasch „Wajoscha“,

der letzte Absatz „Von Moses“ nach dem Midrasch „Schemoth Rabba“; die

übrigen aber nach der Ausgabe „Sefer haagadah“ von Bialik und Rawnitzki

(Odessa, Verlag Moriah) und übertragen von meinem lieben Freunde Dr.

~Hugo Bergmann~.

„Mit reichem Gute“ ist aus dem dritten Band der Schriften von ~A.

L. Lewinski~ (Odessa, Verlag Jabneh); „~Peßach in Jerusalem~ zur

Römerzeit“ aus dem Buche „Schewet Jehudah“ von Salomo ~Ben Virga~,

herausgegeben von Dr. M. Wiener (Hannover 1855); „~Das Peßach der

Samaritaner~“ erschien im „Luach Erez-Israel“ (Palästina-Kalender)

für 5663 (1902-03), redigiert von ~A. M. Luncz~ in Jerusalem. Es

schildert das Peßachfest, wie es die Bewohner von Sichem (Samaritaner),

eine merkwürdige jüdische Gruppe, die leider am Aussterben ist, noch

heutigen Tags feiert (jetzt gibt es ihrer nur mehr etwa 70 Familien).

„Der Seder“ von ~Agnon~ ist noch nicht in Buchform erschienen. Den

Bericht von ~Z. Kasdai~ über Peßach in Kaukasien fanden wir in N. 75

der Zeitung „Hameliz“ von 1903. „Melameds Hoffnung“ von ~Bialik~,

übersetzt von Dr. ~Moritz Zobel~, ist bisher deutsch nur in der „Welt“

(1903, N. 16) erschienen.

Die Stücke, wo ein Übersetzer nicht genannt ist, sind von mir

übertragen, doch ist die Übersetzung des Liedchens „Chad gadja“ in der

Hagadah dem zweiten Kapitel von ~Heines~ „Rabbi von Bacherach“

entnommen (mit Ausnahme des letzten Verses, der dort fehlt).

* * * * *

Wenn ich zur Besprechung der ~Bilder~ übergehe, habe ich auch

hier die angenehme Pflicht, mit einem Dank zu beginnen. Er gilt Herrn

~J. H. Wagner~ in Berlin, der aus seinen reichen Bücherschätzen

alle Vorlagen für die Reproduktion, insbesondere die kostbare Hagadah

von Mantua, zur Verfügung gestellt und wertvolle Ratschläge erteilt

hat. Nur die Zeichnung des „Baruch“ (Seite 18) und die Abbildungen

aus der Prager Hagadah von 1526 (Randleiste des Titels) und Seite 55

und 132 stammen nicht von ihm. Die Umschlagzeichnung habe ich nach

einer Reproduktion der Gruppe „Sulamith“ von unserm Meister Henryk

Glicenstein angefertigt.

Der Rahmen um den Titel ist aus einer 1526 zu Prag gedruckten Hagadah

(unten das Prager Wappen). Ebendaher das schöne Schmuckblatt zum

Sch’foch auf Seite 55, aus dem auf Seite 132 ein Detail wiederholt ist.

Auf Seite 5 ist das Titelblatt eines römischen Machsor abgebildet,

das im Jahre 5482 (1722) von Jizchak Jare und Jakob Chawer-tob in

~Mantua~ gedruckt wurde. Aus diesem Buche stammen noch die

Abbildungen auf Seite 114 und 115. Sie illustrieren die Worte „Mazzah“

und „Maror“.

Seite 12 stellt das Titelblatt einer von Moses May zu ~Metz~ im

Jahre 5527 (1767) gedruckten Hagadah dar. Die Zeichnung zeigt oben

Moses, der das verirrte Lamm sucht und an den brennenden Dornbusch

gerät; er hat eben auf Gottes Geheiß die Schuhe abgelegt.

Die beiden unteren Bildchen auf Seite 16 und 17 (der Böse und Der

nicht zu fragen weiß) sind aus der in dem Werke Seder Birkath Hamason

enthaltenen Hagadah, gedruckt im Jahre 5513 (1753) zu ~Frankfurt~

a. O. von Doktor Professor Grilo. Aus demselben Buche sind noch die

Abbildungen auf Seite 18 (die Fahrt Abrahams mit dem kleinen Lot über

den Strom), Seite 20 (die schwere Arbeit in Mizrajim), Seite 29 (Einzug

des Meschiach in Jerusalem, vor ihm der Prophet Eliahu) und Seite 105

(Hasenjagd).

Die Schrift ~Baruch~ auf Seite 18 entstammt einer

Machsorhandschrift aus dem 13. Jahrhundert, die auf der Hamburger

Stadtbibliothek aufbewahrt wird.

Die Abbildung auf Seite 24 (Lehrer beim Vortrag) lieferte ein

jüdisch-deutsches Minhagim-Buch, gedruckt von Herz Levy Rofe (Arzt) in

~Amsterdam~ 5483 (1723). Ebendaher die Abbildungen auf Seite 160

(Mazzahmehl-Mahlen), 164 (Mazzothbacken), 193 (Kaschern der Gefäße) und

194 (B’dikath Chamez, Wegräumung des Gesäuerten; das Kind unterm Tische

hält das Licht).

Seite 37 zeigt die Nachbildung des Titelblattes einer von Jakob Proops

im Jahre 5570 (1810) zu ~Amsterdam~ gedruckten Hagadah.

Die Abbildungen auf Seite 58 bis 61 stellen Szenen aus den

Vorbereitungen für das Peßachfest dar. Das „Kaschern“, das Scheuern des

Geschirrs, das Durchsuchen der Truhen nach Chamez, das Mehlbeuteln.

Sie sind in dem Vorbild, einer von Leo von Modena (Jehuda Arje

Memodena) mit einer Erläuterung herausgegebenen und von Bragadin in

~Venedig~ 5476 (1716) gedruckten Peßach-Hagadah „Z’li esch“ von

Sprüchen in jüdisch-deutscher Sprache des 17. Jahrhunderts begleitet,

wie: „Die besucht ihre Kisten mit großen Sorgen“, oder: „Und die

scheuert ihr Geschirr gar fein.“ Dieselbe Vorlage gab auch die Bildchen

auf Seite 75 (Moses und Aaron), Seite 139 (Mazzah und Maror) und Seite

209 (Der Prophet Jesaia).

Die kleinen Bildchen auf Seite 80, 81, 150, 151 stammen aus einer von

Hirsch Edelmann in ~Königsberg~ herausgegebenen kleinen Hagadah

in Quer-Sedez-Format vom Jahre 5605 (1845). Sie stellen dar: einen von

den ägyptischen Frohnvögten geschlagenen Juden, die vier Söhne aus der

Hagadah (der Böse hält die Hände vor die Augen und will von nichts

wissen), das Sedermahl, die eilige Flucht aus Mizrajim.

Alle übrigen Abbildungen sind den schönen Hagadah von ~Mantua~

entnommen, die Jizchak Bassan 5321 (1561) gedruckt und die der Zensor

Camill Jaghel 1603 mit seiner eigenhändigen Unterschrift versehen hat.

Die Bilder erklären sich selbst oder aus dem Text; das auf Seite 27

stellt den Hausvater dar, der „wie ein König“ zu Tische sitzt und den

Segensspruch über den Becher Weines spricht.

Chad Gadja: Das Peßachbuch · 第 48 / 49 题