The Written Language.
The following is an excerpt made from a short story entitled "Unrecht
schlägt seinen eigenen Herrn."[54]
Der reiche Estancieiro[55] João Rodrigues sass eines Tages unter der
grossen schattigen Figueira,[56] welche das Wahrzeichen der Estancia[57]
São Manoel bildete. Er berechnete eben, wie viel Schlachtvieh er dieses
Jahr verkaufen könnte, und fand, dass es mindestens 700 Stück seien. Das
gab ein schönes Häufchen Geld; denn die Viehpreise waren dieses Jahr
hoch. Unter 60$000[58] sollte ihm kein Stück aus der Invernada[59] fort;
das machte rund 42 Contos[60] aus.
... "Compadre,[61] ich habe einen Auftrag, für eine benachbarte
Charqueada[62] rund 1000 Stück Schlachtvieh aufzukaufen...."
... Damit war der Handel abgeschlossen, und die beiden Compadres
verabschiedeten sich, jeder zufrieden: Der Estancieiro, weil er ein
gutes Geschäft gemacht hatte, und der Tropeiro,[63] weil er morgen ein
noch besseres zu machen hoffte!
Des anderen Tages stellte sich unser Estancieiro bei guter Zeit im
Geschäftshause ein und fand daselbst seinen Compadre Bento schon in
angeheiteter Stimmung in der Venda[64] sitzen.
... "Noch für einen Augenblick," stotterte da wieder der betrunkene
Tropeiro. "Unter uns beiden braucht's zwar keine Quittung, ich habe
dein Vieh und du hast mein Geld; damit ist unsere Sache erledigt. Aber
bei den Herren von der Charqueada muss ich etwas Schwarz auf Weiss
vorweisen; ..."
... So wollte er gleich heute die ein paar hundert Milréis betragene
Vendaschuld begleichen.
... "Einen Moment Gedult, Compadre João, gleich ists prompt."[65] Und
wirklich, es dauerte nur einige Minuten, so hatte der Estancieiro seine
Rechnung zu Händen, sie betrug 765$000. Er zug 4 von den
funkelnagelneuen Zweihunderten heraus und reichte dieselben dem
Geschäftsmanne hin. Der beschaute sich die Dinger genau, holte aus
seinem Geldschrank einen Schein derselben Estampa[66] heraus, befühlte
das Papier, schüttelte nachdenklich den Kopf und sagte nur das eine
Wörtchen "falsch"!