Zwar von feurigen Mannen hat man schon oft gehört, aber seltener von
brennenden Frauen. Eine Apothekersfrau geht nachts mit der Magd in
den Keller und will etwas holen. Die Magd steigt mit dem Licht auf
eine Stellasche, greift auf den Schaft, wirft eine grosse Flasche
voll Branntwein um, worin ungefähr 6-8 Mass waren, und zerbricht
sie, der Branntwein strömt plötzlich herab, so über die Magd, so
über die Frau. Das Licht kommt der Magd an den Ärmel. Die Magd fangt
an lichterloh zu brennen, rot mit gelbem Schein. Die Frau will ihr
zu Hilfe eilen. Die Frau brennt auch an. Beide rennen brennend die
Treppe hinauf in den Hof. Der Apothekerjung sieht's und springt
davon, meint, es woll' ihn einer holen, mit dem man nicht gern geht,
den der Hausfreund nicht nennen darf. Im Hof am Brunnen begiessen
sie sich mit Wasser. Das Wasser wird nicht Meister über den
Branntewein. Endlich wirft sich die Magd auf den Dunghaufen im Hof
und wälzt sich darauf. Die Frau wirft sich ebenfalls auf den
Dunghaufen und wälzt sich auch. Beide löschten aus; die Magd wurde
noch geheilt, aber die Frau musste sterben.
Merke: Wenn man brennt, muss man sich auf einem Misthaufen wälzen.
Solches ist auch gut für die, welche den Branntewein inwendig im
Leib haben.--