Bequeme Schiffahrt, wer's dafür halten will

Ein Schiff wurde von Mannheim den Neckar hinauf nach Heidelberg

gezogen. Kommt hinterdrein mit vollem Felleisen und ein Paar

heraushängender Stiefelschuhe ein Handwerksbursche. "Darf ich auch

mit für Geld und gute Worte? Was muss ich geben?" Der Schiffmeister,

der ein gar lustiger Kumpan war, sagte: "Fünfzehn Kreuzer, wenn Ihr

in's Schiff wollt sitzen. Wollt Ihr aber helfen ziehen, nur sechs.

Das Felleisen könnt Ihr mir in das Schiff werfen, es hindert Euch

sonst nur." Der Handwerksbursche fing an zu rechnen. "Fünfzehn

Kreuzer--sechs Kreuzer--sechs von fünfzehn bleibt neun." Die neun

Kreuzer, dachte er, kann ich verdienen. "Wenn's denn erlaubt ist",

sagte er und warf das Felleisen in das Schiff. Hernach schlang er

eins von den Seilern über die Achsel und half ziehen, was er nach

Leibeskräften vermochte. "Wir kommen eher an Ort und Stelle", dacht'

er, "wenn ich nicht lass bin." In Heidelberg aber entrichtete er

sechs Kreuzer Fährgeld--für die Erlaubnis mit zu ziehen und nahm

das Felleisen wieder in Empfang.

Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes Eine Auswahl aus verschiedenen Quellen · 第 7 / 197 题