Als im Dreissigjährigen Krieg der Schwed am Rhein war, stachen
einmal die Neuburger eine schwedische Patrouille tot und sagten:
"Wenn wir nach Schweden kommen, macht's uns auch so." Darob
entrüstete sich der schwedische General dergestalt; dass er einen
hohen und teuren Schwur tat. "Auch kein Hund soll am Leben bleiben",
schwur er hoch und teuer, und hatte etwas im Kopf, ein Gläslein
Norschinger zuviel. Als solches die Neuburger hörten, schlossen sie
die Tore zu. Aber am andern Tag, als der Zorn und der Wein von dem
General gewichen war, da reute es ihn, denn er war vormittags ein
gar menschlicher Herr, und bekam fast grosse Anfechtung in seinem
Gewissen, dass er mit viel unschuldigem Blut sein Wort und seinen
Eid sollt' lösen. Also liess er den Feldprediger kommen und klagte
ihm seine Not. Der Feldprediger meinte zwar, massen der
Feldhauptmann einen Schwur getan hätte, der Gott leid sei, so sei
brechen besser als halten. Das glaubte der Feldhauptmann nicht, denn
er hielt sein Wort und seinen Schwur über alles teuer. Aber nach
langem Besinnen kam's auf einmal wie Sonnenschein in sein Angesicht,
und sagte: "Was ich geschworen habe, das will ich auch halten,
Punktum!" Als aber die schwedischen Zimmerleute das Stadttor hatten
eingehauen, und der Feldhauptmann ritt selber mit drei Fähnlein
hinein, befahl er, alle Hunde im Städtlein zu töten, aber die
Menschen liess er leben, und wurden selbigen Tages neunzehn grosse
Metzgerhunde, drei Schäferhunde, vierundsechzig Pudel, acht
Windhunde, zwölf Dachshunde und zwei gar feine Möpperlein jämmerlich
teils zusammengehauen, teils mit Büchsen zu Tod geschossen. Also hat
der Feldhauptmann das menschliche Blut verschont und doch seinen Eid
gehalten. Denn er hatte den Schwur getan: Kein Hund soll am Leben
bleiben, und ist auch keiner daran geblieben.