Dritter Auftritt

_Harlekin_ und _Kolombine_.

_Kolombine._ Nun, Sie fangen an.

_Harl._ Nein, fangen Sie an.

_Kolombine._ Ach, nein! so habe ich es nicht gelernt.

Der Bräutigam fängt zuerst an, und sagt: Ach, meine theuerste

Schöne, wie lange habe ich mir nicht schon das Glück gewünscht,

Ihnen mein Herz zu eröffnen.

_Harl._ Und was sagt denn die Braut?

_Kolombine._ Sie antwortet: O! Sie schmeicheln mir zu viel;

ich weiß, es ist nur Ihr höflicher Scherz.

_Harl._ Und was antwortet denn Er wieder?

_Kolombine._ Er nimmt dann ihre Hand, küßt solche, und

sagt: Ach, mögten Sie in dieses Herz sehen; da würden Sie

lesen, daß mein aufrichtiger Wunsch niemals ein anderer

gewesen, als das Glück Ihnen zu gefallen, und diese schöne

Hand zu küssen.

_Harl._ Und läßt sie das so geschehen?

_Kolombine._ O ja, sie läßt ihm die Hand, und er küßt sie

noch hundertmal; und seufzet dann, bis endlich die Braut solche

nicht mehr zurückziehen kann, und mit ihrer ganzen Person

folget.

_Harl._ Die Rolle mag ich nicht spielen.

_Kolombine._ Auf welche Art wollen Sie dann?

_Harl._ Ich sage: Kolombine, mein englisches

Magentröpfchen, wenn _Sie_ will, ich will wohl.

_Kolombine._ Und was muß sie denn sagen?

_Harl._ Sie spricht: Nun, ich will--

_Kolombine._ Nun ich will--

_Harl._ Fallen Sie mir doch nicht in die Rede. Sie muß

sagen: Nun, ich will nicht.

_Kolombine._ Die Rolle mag ich nicht spielen.

Die Tugend auf der Schaubühne oder: Harlekins Heirath; Ein Nachspiel in einem Aufzuge · 第 6 / 11 题