_Die Vorigen_, und _Kolombine_.
_Barth._ Kolombine, Du sollst heute einmal die Braut seyn.
_Kolombine._ Ach, Papa, das bin ich gerne. Ich spiele nichts
lieber als Braut und Bräutigam.
_Harl._ (Vor sich) O Du-- Sie wissen aber doch, meine
schöne Kolombine, daß die Freyerey mit der Comödie ein Ende
hat.
_Kolombine._ Nun, so können wir ja dasselbige Stück noch
einmal spielen. Ich wollte, daß wir gar kein anderes auf unsrer
Bühne hätten; und fast mögte ich das Heirathen verreden, um
allzeit Braut zu bleiben. Ach, es ist so allerliebst Braut zu
seyn.
_Barth._ Man kann heirathen, und doch noch immer die Braut
spielen. Eine gute Partey kann man immer auf Abschlag nehmen;
und die jungen Mädchen thun übel, wenn sie die Hand eines
ehrlichen Mannes ausschlagen, um allzeit flattirt, adorirt,
courtisirt, carressirt, und endlich meprisirt zu werden. Bist
Du denn, meine Tochter, sonst noch nie die Braut als auf der
Schaubühne gewesen?
_Kolombine._ Nein, Papa.
_Barth._ Hören Sie wohl, Herr Harlekin?
_Harl._ Ich höre und sehe, Herr Barthold.
_Barth._ Wo ist Scapin und Peter? Sie sollen auch
herkommen, und den Freyer mitspielen. Isabelle, welche schon
oft die Braut vorgestellt, und erfahrner ist als Du, Kolombine,
soll Dir die rechte Manier zeigen.
_Kolombine._ O, Papa, ich will schon fertig werden,
ich verstehe es schon.
_Barth._ Nun, so macht Ihr Beyde den Anfang. Ich will
herumgehen, und den Uebrigen ihre Rollen ankündigen.