Der Leim Syndetikon

Im Hause fand das große Reinemachen statt -- es ist das die gräßlichste

Zeit vor den Feiertagen und kann höchstens noch mit dem Umziehen in eine

neue Wohnung verglichen werden. Man gab sich die größte Mühe: man holte von

der Decke mit langen Besen den verrauchten Staub und das Spinngewebe

herunter, wusch die Fenster und Fensterbänke und machte sich schließlich an

die Fußböden. Diese aber starrten so vor Schmutz, daß man sie weder

abwaschen noch abkratzen konnte; überall waren auch Spuren bloßer Füße zu

sehen. Die Oberaufsicht bei dem Reinemachen hatte ein mir unbekannter

zottiger Mann mit Hundeschnauze. Als dieser Mann einsah, daß alle Mühe

vergebens war, nahm er all seine staubigen Besen und Schabeisen zusammen,

spuckte aus und verschwand.

Als ich allein geblieben war, blickte ich vorsichtig unter das Bett.

>Aha!< sagte ich mir, >da ist also die Schmutzquelle!< Ich empfand solchen

Ärger und solche Abneigung, mich vor den Leuten zu erniedrigen und sie zu

bitten, den Schmutz unter dem Bett zu beseitigen oder mich selbst zu

beschmutzen, daß ich meinen Rock auszog, mich bis aufs Hemd entkleidete,

Syndetikon zur Hand nahm und mich damit ordentlich einschmierte. Dann legte

ich mich auf den Fußboden und begann mich zu wälzen.

Prinzessin Mymra: Novellen und Träume · 第 40 / 57 题