Ich lag an ein eisernes Bett gekettet, doch nicht im Obuchowschen
Krankenhause, sondern im Grabe, und war nicht aus dem Polizeirevier,
sondern aus der Kirche zu Mariä Schutz und Fürbitte unmittelbar nach der
Einsegnung hergeschafft worden.
Mein Herz zerriß in Stücke! Warum hatten mich die Totengräber mit solchem
Haß verscharrt?! Ich habe ihnen doch nichts getan, bei Gott! Ich tue keiner
Fliege etwas zu Leide und verstehe so gar nicht, mit einem Gewehr
umzugehen.
Während ich mich in meiner traurigen Lage auf diese Weise quälte, besuchten
mich drei Teufel. Zwei von ihnen waren mir gänzlich unbekannt: sie waren
still und schwach und atmeten kaum; der dritte bemühte sich zwar, vor
meinen Augen eine Verwandlung durchzumachen, doch ich erkannte ihn sofort:
es war der Schalterbeamte von der Postfiliale Nr. 10 namens Kisseljow.
Alle drei Teufel stellten sich harmlos, sanft und freundlich und stammelten
mit feinen Kinderstimmen etwas höchst Naives und Einfältiges. Ich erriet
aber intuitiv, was sie im Sinne hatten: sie hatten es auf meine
Extremitäten und meine Wirbelsäule abgesehen.
»Nein, so billig bekommt ihr mich nicht«, sagte ich mir, »ich werde euch
schon von meinem Haferbrei zu kosten geben!« Ich spannte alle meine Kräfte
an, riß mich vom eisernen Bett los, stürzte mich plötzlich auf die Teufel
und ging mit ihnen fürchterlich ins Gericht.
Der eine ließ mir zum Andenken einen Büschel Haare zurück, dem andern biß
ich einen Finger durch; als ich aber schon triumphieren wollte, nahm dieser
Kisseljow eine Handvoll Unrat und verpappte mir damit, ehe ich mir's
versah, den Mund. Und ich begann zu ersticken.