Mit ängstlichen, schnellen Schrittchen läuft ein alter Mann ohne Hut
durch die Lange Gasse zum Fluss. Die Schösse des Hausrockes flattern
ihm wie Flügel nach, seine Weste ist nur halb zugeknöpft. Lebhaft
nickt der Alte mit dem Kopfe und ist vollständig in Selbstgesprächen
verloren. Am Wasser angelangt, bleibt er ein paar Augenblicke
unschlüssig stehen. Gravitätisch, einem Reiher ähnlich, steigt er im
Sande auf und nieder, sich selbst einen Vortrag haltend. Der Negro
raunt -- bald ist es, als wäre er hungrig, und seine Wellen lecken
löffelweise den Sand vom Ufer, bald klagt er in vielstimmigem,
mystischem Gesang. Am Brückenpfeiler leuchtet eine trübe Laterne,
bewegte glänzende Flecke tanzen auf dem Wasserspiegel. Der alte Mann
watet kurz entschlossen in die Flut. Zunächst reichen ihm die Wellen
nur bis zu den Knien, umständlich zieht er ein Futteral heraus und
setzt sich eine Brille auf die Nase. Das Futteral schiebt er wieder
in die Tasche. Noch ein paar Schritte weiter -- das Wasser reicht
ihm jetzt schon bis zu den mageren Hüften. Der Alte hat zu kämpfen,
sonst reisst ihn die Strömung mit sich fort. Während er aufs heftigste
seltsame Liebesschwüre spricht, presst er die Hände auf das Herz.
-- Jetzt zieht er einen unerkennbaren kleinen Gegenstand heraus,
kurzsichtig hält er ihn knapp vor die Augen -- dann beugt er sich zum
Wasser hinab, das er zu untersuchen scheint -- es reicht ihm bereits
bis an den Hals, jetzt bis an die Nase -- -- -- gleich darauf ist
nur noch ein kleines Inselchen weisser Haare sichtbar -- -- Wie ein
winziges Schiffchen führt der Strom ein glänzendes Dingelchen mit
sich, er dreht es im Kreise und lässt es auf seinen Wellen schaukeln
... es ist eine kleine Schachtel mit Silberpapier beklebt ... Acarina
Felicitas!...