XVIII.

Mit ängstlichen, schnellen Schrittchen läuft ein alter Mann ohne Hut

durch die Lange Gasse zum Fluss. Die Schösse des Hausrockes flattern

ihm wie Flügel nach, seine Weste ist nur halb zugeknöpft. Lebhaft

nickt der Alte mit dem Kopfe und ist vollständig in Selbstgesprächen

verloren. Am Wasser angelangt, bleibt er ein paar Augenblicke

unschlüssig stehen. Gravitätisch, einem Reiher ähnlich, steigt er im

Sande auf und nieder, sich selbst einen Vortrag haltend. Der Negro

raunt -- bald ist es, als wäre er hungrig, und seine Wellen lecken

löffelweise den Sand vom Ufer, bald klagt er in vielstimmigem,

mystischem Gesang. Am Brückenpfeiler leuchtet eine trübe Laterne,

bewegte glänzende Flecke tanzen auf dem Wasserspiegel. Der alte Mann

watet kurz entschlossen in die Flut. Zunächst reichen ihm die Wellen

nur bis zu den Knien, umständlich zieht er ein Futteral heraus und

setzt sich eine Brille auf die Nase. Das Futteral schiebt er wieder

in die Tasche. Noch ein paar Schritte weiter -- das Wasser reicht

ihm jetzt schon bis zu den mageren Hüften. Der Alte hat zu kämpfen,

sonst reisst ihn die Strömung mit sich fort. Während er aufs heftigste

seltsame Liebesschwüre spricht, presst er die Hände auf das Herz.

-- Jetzt zieht er einen unerkennbaren kleinen Gegenstand heraus,

kurzsichtig hält er ihn knapp vor die Augen -- dann beugt er sich zum

Wasser hinab, das er zu untersuchen scheint -- es reicht ihm bereits

bis an den Hals, jetzt bis an die Nase -- -- -- gleich darauf ist

nur noch ein kleines Inselchen weisser Haare sichtbar -- -- Wie ein

winziges Schiffchen führt der Strom ein glänzendes Dingelchen mit

sich, er dreht es im Kreise und lässt es auf seinen Wellen schaukeln

... es ist eine kleine Schachtel mit Silberpapier beklebt ... Acarina

Felicitas!...

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