III.

Wer ins Traumreich eintrat, der merkte im ersten Augenblick das

ewig schwindelhafte Gebaren gar nicht so sehr. Flüchtig betrachtet,

wurde hier gehandelt und gekauft wie es überall Brauch ist. Das war

jedoch nur Schein, lächerlicher Schein. Die ganze Geldwirtschaft war

„symbolisch.“ Wieviel einer besass, wusste er nie. Es wurde Geld

gebracht, wieder geholt, man gab aus und nahm ein, Taschenspieler waren

sie alle ein wenig, und auch ich lernte bald manchen schönen Kniff.

Auf’s Mundwerk kam das meiste an. Dem Gegner etwas vorzutäuschen,

+das+ war der Witz. Anfangs erschrak ich, wie sehr die Traumleute

der Suggestion unterlagen, aber wohl oder übel musste ich mich auch

hierin finden und lebte mich immer stärker in eigene und fremde

Einbildungen hinein. Der Wechsel von Glück und Unglück, Armut und

Reichtum war ein viel rascherer wie in der übrigen Welt. Fortwährend

überstürzten sich die Geschehnisse. Aber ging auch alles noch so sehr

drunter und drüber, man fühlte eine +starke Hand+. Hinter den scheinbar

unbegreiflichsten Zuständen witterte man ihre verborgene Kraft. Sie

war die geheimnisvolle Ursache, dass sich dabei alles halten konnte

und nicht ins Bodenlose stürzte. Es war das grosse Schicksal, das über

uns allen wachte. Eine ungeheuerliche, bis ins Verborgene dringende

Gerechtigkeit, glich es alle Ereignisse immer wieder aus. War ein

Mensch verzweifelt, sah er vor Not keinen Ausweg mehr, so sandte er

sein innerstes Gebet an diese Adresse. Jene schrankenlose Macht, voll

furchtbarer Neugier, +ein+ Auge, das in jede Ritze drang, war überall

gegenwärtig; nichts entging ihm. Im Glauben daran war der Traummensch

ernst, alles übrige war vergänglich.

Die andere Seite · 第 52 / 121 题