Wer ins Traumreich eintrat, der merkte im ersten Augenblick das
ewig schwindelhafte Gebaren gar nicht so sehr. Flüchtig betrachtet,
wurde hier gehandelt und gekauft wie es überall Brauch ist. Das war
jedoch nur Schein, lächerlicher Schein. Die ganze Geldwirtschaft war
„symbolisch.“ Wieviel einer besass, wusste er nie. Es wurde Geld
gebracht, wieder geholt, man gab aus und nahm ein, Taschenspieler waren
sie alle ein wenig, und auch ich lernte bald manchen schönen Kniff.
Auf’s Mundwerk kam das meiste an. Dem Gegner etwas vorzutäuschen,
+das+ war der Witz. Anfangs erschrak ich, wie sehr die Traumleute
der Suggestion unterlagen, aber wohl oder übel musste ich mich auch
hierin finden und lebte mich immer stärker in eigene und fremde
Einbildungen hinein. Der Wechsel von Glück und Unglück, Armut und
Reichtum war ein viel rascherer wie in der übrigen Welt. Fortwährend
überstürzten sich die Geschehnisse. Aber ging auch alles noch so sehr
drunter und drüber, man fühlte eine +starke Hand+. Hinter den scheinbar
unbegreiflichsten Zuständen witterte man ihre verborgene Kraft. Sie
war die geheimnisvolle Ursache, dass sich dabei alles halten konnte
und nicht ins Bodenlose stürzte. Es war das grosse Schicksal, das über
uns allen wachte. Eine ungeheuerliche, bis ins Verborgene dringende
Gerechtigkeit, glich es alle Ereignisse immer wieder aus. War ein
Mensch verzweifelt, sah er vor Not keinen Ausweg mehr, so sandte er
sein innerstes Gebet an diese Adresse. Jene schrankenlose Macht, voll
furchtbarer Neugier, +ein+ Auge, das in jede Ritze drang, war überall
gegenwärtig; nichts entging ihm. Im Glauben daran war der Traummensch
ernst, alles übrige war vergänglich.