An dieser Stelle muss ich einflechten, dass ich in jenem Jahre der
Erfüllung eines heissen Lebenswunsches sehr nahe stand. Es war eine
Reise nach Ägypten und Indien, welche bislang aus materiellen Gründen
unterblieben war. Meine Frau hatte nun gerade eine kleine Erbschaft
gemacht, das Geld sollte zu dieser Reise verwendet werden. -- Doch es
kam, wie immer im Leben, anders, als wir es uns dachten. -- Als ich
Gautsch diese Pläne erzählte, sprach er sogleich meinen Gedanken aus:
„Sie vertauschen einfach das Reiseprojekt. Anstatt nach Indien, fahren
Sie in das Traumreich.“
„Aber meine Frau? Ohne sie mag ich nicht reisen!“
„Es ist meine Instruktion, auch sie mit einzuladen. Wenn ich das vorhin
nicht erwähnt habe, so hole ich es nach.“
Jetzt gab es nur noch einige Bedenken: Der etwas kränklichen
Konstitution meiner Frau konnten wirklich ernstliche Reisestrapazen
nicht zugemutet werden.
„Aber ich bitte Sie,“ beruhigte mich momentan der Agent, „der
allgemeine Gesundheitszustand bei uns ist ein ausgezeichneter ......
Perle liegt auf dem gleichen Breitegrad wie München, aber das Klima
ist derartig mild, dass sich selbst die nervösesten Menschen in
kurzer Zeit ausserordentlich wohl fühlen. Gehörte doch ein grosser
Teil der Traumleute früher zu den ständigen Gästen der Sanatorien und
Heilanstalten.“
„Das ist etwas anderes, dann schlage ich ein“, und freudig schüttelte
ich Gautsch die Hand.
„Und was die Reisekosten betrifft“ -- er warf einen raschen Blick durch
das Zimmer und bemerkte zuvorkommend --: „ein kleiner Zuschuss wäre
Ihnen vielleicht nicht unangenehm?“
Scherzhaft lachend sagte ich:
„Nun, wenn Sie mir tausend Mark dazu geben wollen, warum nicht?“
Da zuckte der Agent nur die Achseln, zog sein Scheckbuch heraus,
schrieb hastig ein paar Worte, und überreichte mir das Blatt:
Es war ein Scheck der Reichsbank über 100000 Mark.