IV.

An dieser Stelle muss ich einflechten, dass ich in jenem Jahre der

Erfüllung eines heissen Lebenswunsches sehr nahe stand. Es war eine

Reise nach Ägypten und Indien, welche bislang aus materiellen Gründen

unterblieben war. Meine Frau hatte nun gerade eine kleine Erbschaft

gemacht, das Geld sollte zu dieser Reise verwendet werden. -- Doch es

kam, wie immer im Leben, anders, als wir es uns dachten. -- Als ich

Gautsch diese Pläne erzählte, sprach er sogleich meinen Gedanken aus:

„Sie vertauschen einfach das Reiseprojekt. Anstatt nach Indien, fahren

Sie in das Traumreich.“

„Aber meine Frau? Ohne sie mag ich nicht reisen!“

„Es ist meine Instruktion, auch sie mit einzuladen. Wenn ich das vorhin

nicht erwähnt habe, so hole ich es nach.“

Jetzt gab es nur noch einige Bedenken: Der etwas kränklichen

Konstitution meiner Frau konnten wirklich ernstliche Reisestrapazen

nicht zugemutet werden.

„Aber ich bitte Sie,“ beruhigte mich momentan der Agent, „der

allgemeine Gesundheitszustand bei uns ist ein ausgezeichneter ......

Perle liegt auf dem gleichen Breitegrad wie München, aber das Klima

ist derartig mild, dass sich selbst die nervösesten Menschen in

kurzer Zeit ausserordentlich wohl fühlen. Gehörte doch ein grosser

Teil der Traumleute früher zu den ständigen Gästen der Sanatorien und

Heilanstalten.“

„Das ist etwas anderes, dann schlage ich ein“, und freudig schüttelte

ich Gautsch die Hand.

„Und was die Reisekosten betrifft“ -- er warf einen raschen Blick durch

das Zimmer und bemerkte zuvorkommend --: „ein kleiner Zuschuss wäre

Ihnen vielleicht nicht unangenehm?“

Scherzhaft lachend sagte ich:

„Nun, wenn Sie mir tausend Mark dazu geben wollen, warum nicht?“

Da zuckte der Agent nur die Achseln, zog sein Scheckbuch heraus,

schrieb hastig ein paar Worte, und überreichte mir das Blatt:

Es war ein Scheck der Reichsbank über 100000 Mark.

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