»Ich glaube, den Beweis erbracht zu haben. Du bringst das Kunststück
fertig, pikant und deutsch zu sein.« Und dann rezitierte er leise:
Wandle, wandle deine Bahnen;
Nur betrachten deinen Schein,
Nur in Demut ihn betrachten,
Selig nur und traurig sein!
Höre nicht mein stilles Beten,
Deinem Glücke nur geweiht;
Darfst mich niedre Magd nicht kennen,
Hoher Stern der Herrlichkeit.
Nur die Würdigste von allen
Soll beglücken deine Wahl,
Und ich will die Hohe segnen,
Segnen viele tausendmal.
»Heute gibt es nicht wenig Frauen, die darüber lachen und höhnen,«
sprach er.
»Kann man anders empfinden, wenn man liebt?« fragte sie. »Ich
wenigstens kann mir keine andere Liebe denken.«
»Und eine Frau, die so empfindet,« fuhr er fort, »wird im Hause des
Mannes die stolzeste der Frauen sein, _sie_ wird der âStern der
Herrlichkeitâ sein, zu dem Mann und Kinder in der Stille ihres Herzen
beten, zu dem sie aufblicken, wenn sie den Glauben an die Welt
verloren haben und wiederfinden möchten.«