»Dscha â wie manâs nehmen will. Ihre Verlobung ist ja zurückgegangen,
das wissen Sie doch?«
»Zurück â?« Asmus war aufgesprungen. »Zurückgegangen? Ich weià kein
Wort. Ich bitte Sie â warum?« Er hatte sich wieder gesetzt.
»Gott â das arme Kind â sie hat eine schwere, traurige Kindheit
verlebt und von den Menschen nicht viel Gutes erfahren. Vater und
Mutter sind tot; als ihr da einer von Liebe sprach, schmolz ihr das
weiche Herz und sie glaubte, das Glück wärâ endlich da!«
»Nun â und? Was weiter?« Asmus bog sich immer weiter über den Tisch.
»Nach wenigen Wochen erkannte sie, daà sie sich geirrt hatte,
vollkommen geirrt. Ãbrigens ein braver, ordentlicher Kerl, aber nicht
das, was das Herz einer Hilde Chavonne braucht. Entschlossen und
mutig, wie sie bei all ihrer Milde ist, trug sie ihrem Verlobten die
Lösung des Verhältnisses an. Und er, wie er kein Mann für sie war,
hatte wohl auch nicht erkannt, was er an ihr besaÃ; er erklärte sich
schlieÃlich einverstanden.«
Und so weit Asmus sich vorgebeugt hatte, so weit lehnte er sich jetzt
zurück und blickte schweigend vor sich hin.
Wenn eine lange getragene Last von uns abfällt, fühlen wir erst, wie
schwer sie gewesen ist. Auf seinen Soldatenmärschen hatte er Mantel und
Tornister, Helm, Patronen und Waffen als etwas Selbstverständliches ohne
Murren getragen; aber wenn er, in die Kaserne zurückgekehrt, alles
abgelegt hatte, dann hatte er gefühlt, wie schwer die Bürde gewesen.
Ganz so war es ihm jetzt, ganz so; denn es war ihm, als habe es ihm auf
Hirn, auf Nacken und Schultern gedrückt.
»Ãbrigens,« rief er ganz unvermittelt und wurde über und über rot, »da
fällt mir ein: die Sitzung ist ja erst morgen. (Ein Geschickterer
würde vielleicht gesagt haben: In acht Tagen!) Wenn Sie Ihre Einladung
nicht bereuen, nehmâ ich sie jetzt noch an.«
Mansfeld unterdrückte ein Lächeln und erklärte, daà ihm nichts
erfreulicher sein könne als dieser EntschluÃ. Und Asmus ging mit.