Das Blatt war seinen Händen entfallen.
Er sah nach der Tür â sie war noch offen â schnell ging er hin und
drückte sie ins SchloÃ. Nur allein sein. Dann lieà er sich auf einen
Stuhl fallen.
Merkwürdig, wie ihn das traf. War es denn nicht selbstverständlich,
daà Hilde Chavonne sich einmal verlobte? Und hatte er denn je
geglaubt, sie werde sich mit ihm verloben? Nein, nicht einmal im Traum
hatte er das gehofft. Darum hatte er ja auch nie die geringste
Anstrengung gemacht, sie zu gewinnen. Er war ihr während des letzten
Jahres fast völlig ferngeblieben, nicht eigentlich mit Absicht; aber
da es sich so gefügt hatte, daà sie sich nur selten und flüchtig
sahen, war es ihm recht gewesen. Vor einem Vierteljahr hatte er sie
zuletzt gesehen, an einem Festabend der »Treue von 1880«, als er mit
einem hübschen Mädchen zusammen ein Duett gesungen hatte. Das Fräulein
Chavonne war an jenem Abend sehr still, sehr ernst, und obwohl
freundlich, doch sehr zurückhaltend gewesen.