Hamburg, den – – – – –

Das Blatt war seinen Händen entfallen.

Er sah nach der Tür – sie war noch offen – schnell ging er hin und

drückte sie ins Schloß. Nur allein sein. Dann ließ er sich auf einen

Stuhl fallen.

Merkwürdig, wie ihn das traf. War es denn nicht selbstverständlich,

daß Hilde Chavonne sich einmal verlobte? Und hatte er denn je

geglaubt, sie werde sich mit ihm verloben? Nein, nicht einmal im Traum

hatte er das gehofft. Darum hatte er ja auch nie die geringste

Anstrengung gemacht, sie zu gewinnen. Er war ihr während des letzten

Jahres fast völlig ferngeblieben, nicht eigentlich mit Absicht; aber

da es sich so gefügt hatte, daß sie sich nur selten und flüchtig

sahen, war es ihm recht gewesen. Vor einem Vierteljahr hatte er sie

zuletzt gesehen, an einem Festabend der »Treue von 1880«, als er mit

einem hübschen Mädchen zusammen ein Duett gesungen hatte. Das Fräulein

Chavonne war an jenem Abend sehr still, sehr ernst, und obwohl

freundlich, doch sehr zurückhaltend gewesen.

Semper der Jüngling · 第 184 / 292 题