Was für ein Mann Herr Drögemüller war und was für Lieder deutsche
Kinder singen.
Der erste Eindruck, den Asmus Semper von Herrn Drögemüller, seinem
Hauptlehrer und Vorgesetzten, empfing, war nicht übertrieben
verlockend. Der Kopf des Mannes glich einer stark vergröÃerten
Billardkugel, der man einen Rettichschwanz als Bart angeheftet und die
man im übrigen noch mit einer blauen Brille geschmückt hat. Nase, Mund
und Stirn wären in jedem Signalement als gewöhnlich bezeichnet worden.
Herr Drögemüller kanzelte gerade einen kleinen, kümmerlich
dreinschauenden Buben ab, weil er auf Holzpantoffeln zur Schule kam.
Er behandelte das gleichsam wie einen moralischen Defekt, dessen man
sich zu schämen habe, und erklärte dem verschüchtert dastehenden
Kinde, wenn das noch einmal vorkomme, werde er ihm einen »Tadel in
Ordnung« geben.
»Wenn man das hingehen läÃt,« sagte Herr Drögemüller, »dann kommen
immer mehr mit Holzpantoffeln, und man kann das Geklapper auf den
Treppen nicht mehr aushalten.«
Asmus hatte auf der Zunge, zu sagen: »Aus Ãbermut trägt wohl der
Mensch keine Holzklötze an den FüÃen; Stiefel sind ihm ohne Zweifel
bequemer, wenn er sie hat«; aber er wollte sich nicht gleich
opponierend einführen und sagte deshalb nur: