XXXVI. Kapitel.

Was für ein Mann Herr Drögemüller war und was für Lieder deutsche

Kinder singen.

Der erste Eindruck, den Asmus Semper von Herrn Drögemüller, seinem

Hauptlehrer und Vorgesetzten, empfing, war nicht übertrieben

verlockend. Der Kopf des Mannes glich einer stark vergrößerten

Billardkugel, der man einen Rettichschwanz als Bart angeheftet und die

man im übrigen noch mit einer blauen Brille geschmückt hat. Nase, Mund

und Stirn wären in jedem Signalement als gewöhnlich bezeichnet worden.

Herr Drögemüller kanzelte gerade einen kleinen, kümmerlich

dreinschauenden Buben ab, weil er auf Holzpantoffeln zur Schule kam.

Er behandelte das gleichsam wie einen moralischen Defekt, dessen man

sich zu schämen habe, und erklärte dem verschüchtert dastehenden

Kinde, wenn das noch einmal vorkomme, werde er ihm einen »Tadel in

Ordnung« geben.

»Wenn man das hingehen läßt,« sagte Herr Drögemüller, »dann kommen

immer mehr mit Holzpantoffeln, und man kann das Geklapper auf den

Treppen nicht mehr aushalten.«

Asmus hatte auf der Zunge, zu sagen: »Aus Übermut trägt wohl der

Mensch keine Holzklötze an den Füßen; Stiefel sind ihm ohne Zweifel

bequemer, wenn er sie hat«; aber er wollte sich nicht gleich

opponierend einführen und sagte deshalb nur:

Semper der Jüngling · 第 133 / 292 题