»Jungens unterrichten, das können die andern auch.«

War Unterrichten denn wirklich etwas, was jeder Beliebige konnte,

wenn er nur nicht allzu dumm war? Waren Schulmeister nicht genau so

gut Künstler wie Schauspieler? Konnte man nicht auch so unterrichten,

daß man unersetzlich war, so unersetzlich wie ein Künstler? So

wenigstens hatte er sich’s immer geträumt. Was war denn ein Lehrer,

wenn er nicht ein Künstler war?

Und in den Wolken strahlte ein Schloß, das war aus Morgenlicht und

Kinderlächeln gebaut.

Er blickte in die ragenden Bäume hinauf und dachte: Welch ein

wunderschöner Tag! Ein wahrer Sonntag! Zuerst beim Lehrer zu Mittag

gegessen – die fremde Küche hatte ihm zwar nicht geschmeckt, aber was

sagte das? Es war herrlich gewesen! – Nun dieser Weg unter hohen, von

weißem, weißem Schnee bedeckten Bäumen! Diese Kirche wird nur an

seltensten Feiertagen geöffnet. Ihr Altar ist die sinkende Sonne, und

ihr Gesang ist das Schweigen. Er dichtete im Gehen:

Ich weiß es nun gewiß:

Es schwebt ein selig Leben

Schon über dieser Welt

Und ist uns schon gegeben.

Ich weiß seit diesem Tag:

Es tönt Gesang und Reigen

Aus einer reinen Welt

In jedes tiefe Schweigen.

Und endlich, wenn er zu Hause war, wollte er seinen Pestalozzi lesen.

Er kam heim und schlug ihn auf bei der »Abendstunde eines

Einsiedlers«.

Semper der Jüngling · 第 121 / 292 题