Asmus als Verteidiger zweifelhafter Unschulden und Adolfine Moles als
Seminardirektor.
Das gigantische Schicksal, das immer vornehm bleibt, hat eine kleine
schieläugige, bucklige und boshafte Schwester, die ein Vergnügen daran
findet, den Verfolgten und Leidenden im Augenblick ihres gröÃten
Unglücks noch einen kleinen Extraprügel zwischen die Beine zu werfen,
oder sie durch einen heimlich angefügten Zettel lächerlich zu machen,
oder ihnen just in dem Augenblick, da ihr Recht an den Tag kommen
soll, eine kleine Schuld vor die FüÃe zu rollen, daà sie straucheln.
Wenn ein Lump und ein Ehrenmann vor dem Richter stehen, dann wird im
Gerichtssaal immer ein Steinchen liegen, an dem der Redliche sich den
Fuà verstaucht. So gingen denn zu der Zeit, als Semper den eben
verlorenen Freund betrauerte und der »Klassenkampf« zwischen den
Seybolden und den »Schäflein« (ein ewiger Klassenkampf!) den höchsten
Hitzegrad erreicht hatte, Morieux, Semper und zwei andere Schäflein,
Namens Klöhn und Wackerbarth, über den »Dragonerstall« durch das
Holstentor. Morieux hatte gerade einen kolossalen Witz erzählt, und
alle vier Jünglinge lachten laut, als ihnen ein langer, grauer Pastor
in den Weg kam.
»Halloh, Pastor Zump!« rief Klöhn nicht eben laut, aber doch laut
genug für das Ohr des Geistlichen, und da die vier einmal im Lachen
waren, so lachten sie weiter. Es war eine Art Backfischgekicher ins
Jungenhafte übersetzt. Asmus kannte keinen Pastor Zump und fragte: Wer
ist das? und bemerkte den Mann erst, als er vorüber war. Er hatte rein
nach dem Gesetz der Beharrung weitergelacht. Aber »langgebeint, mit
langen Sätzen« kam der Mann alsbald zurück.
»Wie heiÃen Sie?« fuhr er Morieux an.
»Wieso?« fragte der.