»Hurra« brüllte Asmus, »hurra, er kann es!« und er sprang â er konnte
nicht anders â er sprang über einen Stuhl. Da lachte das Bürschchen
zum ersten Male laut auf, und nun kam Sonnenschein ins Werk. Von nun
an ging es vorwärts, und nach einem halben Jahre streckte sich aus
den verhutzelten Hüllblättchen der kleinen Menschenknospe ein
vollkommen helles und frisches Geistchen hervor.
Die Wirksamkeit in diesem Hause hatte für Asmus noch ein anderes
Ergebnis. Irgend jemand hatte dem Vater seines Schülers gesteckt, daÃ
der junge Herr Semper auch dichte, und eines Tages erbat der Vater von
seinem Hauslehrer ein Lied für eine Naturforscherversammlung. Asmus
sagte zu und dichtete etwas hervorragend Ungeeignetes. Der Doktor
hatte sich ein munteres Kneiplied gedacht; Asmussens Werk aber war mit
mehreren Zentnern Naturphilosophie befrachtet. Der Gelehrte, ein
Gentleman, fragte gleichwohl mit verbindlichem Dank nach seiner
Schuldigkeit. Vor Asmussens Phantasie stieg wie eine Leuchtkugel ein
funkelndes Fünfmarkstück auf; aber er lieà sich grundsätzlich nicht
übergentlemannen und sagte, es sei eine Gefälligkeit, für die er kein
Honorar beanspruche.
»Nun, dann werdâ ich es auf andere Weise gutzumachen versuchen,« sagte
der Doktor.
Und von nun an erschien in jeder Unterrichtsstunde eine Tasse Kaffee,
ein wundervoller Kaffee, nicht mit Zichorien wie zu Hause. Und da er
ein Jahr lang im Hause des Gelehrten wirkte, so kamen Hunderte von
Tassen Kaffee heraus, und sie waren sein erstes Dichterhonorar, ein so
hohes, wie er es viele Jahre später noch nicht erreichen sollte.