Asmus ringt gewaltig mit einem Schüler wegen eines Frosches: er
empfängt RippenstöÃe, und der gewisse Seybold besteht das Examen.
Aber schon von der nächsten Stunde ab muÃten Münz und Morieux wieder
Listen und Protokolle schreiben, und Asmus sprach mit seinen Schülern,
wie ihm der Schnabel gewachsen war. Und sieh, mit einem Male ging
alles freier und besser. Wenn er sich nun aus dem Schulmuseum einen
Hasen geholt hatte, so erinnerte er sich jenes Lehrers, bei dem er
gern gehorcht hatte und der auch nicht immer im Stechschritt des
Systems gegangen war. Er sang ihnen vor allen Dingen Lieder vom Hasen
vor:
»Als der Mond schien helle,
Kam ein Häslein schnelle«
und
»Gestern abend ging ich aus,
Ging wohl in den Wald hinaus«
und
»Zwischen Berg und tiefem, tiefem Tal
SaÃen einst zwei Hasen«
und nachdem ihnen Herr Lampe mit so vorzüglichen Empfehlungen
vorgestellt war, schauten sie ihn mit ganz anderen Augen an. Und als
Asmus heraushaben wollte, daà der Hase ein Säugetier sei, da fragte er
sie:
»Was für ein Vogel ist denn der Hase?« Halloh, da gingen sie fast über
die Bänke vor Lachen und Weisheit und riefen: »Das ist ja gar kein
Vogel!« und erklärten ihm mit Begeisterung, warum der Hase kein Vogel
sei! O Gott, wenn Münz und Morieux, und gar der Herr Oberlehrer
dagewesen wären! Ãberhaupt fand er, daà es den Kindern ein besonderes
Vergnügen bereitete, wenn er sich recht dumm stellte und sich dann von
ihnen aufklären lieÃ. Der alte Sokrates kannte seine Leute.
Natürlich stieà er trotzdem noch täglich, ach, stündlich in seinem
Fahrwasser auf Klippen, Untiefen und Stromschnellen. Da hatte er ihnen
das Märchen vom Froschkönig und dem eisernen Heinrich erzählt. Der
Frosch hatte der Königstochter ihren goldenen Ball aus dem Brunnen
geholt unter der Bedingung, daà er mit ihr an einem Tische essen und
in einem Bettchen schlafen dürfe. Und sie hatte es ihm doch hoch und
heilig versprochen. Als nun der Frosch ins Schloà kam, wollte sie ihr
Königswort nicht halten. Das ist mit Königsworten öfters so, ist aber
unsittlich. Und Asmus wollte entwickeln, daà man sein Wort halten
müsse, und wenn es auch noch so schwer sei.
»Warum wollte sie denn nicht mit dem Frosch zu Bett gehen?« fragte
Asmus einen Schüler.
»Ich weià nicht,« sagte der.