Wie Asmus sang, trank, lachte, weinte und prustete.
Es muà andrerseits gesagt werden, daà er dasselbe Gefühl auch beim
Biertrinken hatte, und das Biertrinken studierte er auÃer anderem bei
Herrn Bockholm. Franz Bockholm war ein blindgeborener Orgel- und
Klaviervirtuos und wohnte, obwohl er ein ziemlich wohlhabender Mann
war, in einer winzigen, obskuren Arbeiterkneipe, die innen und auÃen
vom Ruà der nahen Glashütten geschwärzt war. Asmus wurde eines Tages
durch einen Zigarrenarbeiter, dem er Privatstunden gab und der das
Honorar für das abgelaufene Vierteljahr in einem Glase Bier erlegen
wollte, dorthin geführt. Natürlich genoà der blinde Künstler in diesen
Räumen die Verehrung eines weiÃen Elefanten, und Asmus empfand eine
tiefe Ehrerbietung, als er ihm in aller Form vorgestellt wurde. Schon
vor dem Unglück der Blindheit allein empfand er eine heilige
Ehrfurcht; als sich nun aber der Blinde gar ans Klavier setzte und
wunderschön aus der »Zauberflöte« phantasierte, da vergaà er »in
diesen heiligen Hallen« vollends, daà es eine Schnaps- und Bierschenke
war. Dann unterhielt man sich, und Asmus fiel es auf, daà Herr
Bockholm den Kopf neigte und horchte.
»Donnerwetter!« schrie plötzlich der Blinde, »Donnerwetter! Sie müssen
doch singen können!«
Asmus stotterte verlegen, daà er nur ein biÃchen singen könne â
»eigentlich gar nicht!« rief er schnell; denn er hatte Angst.
»Kommen Sie, kommen Sie!« rief Bockholm, und schon saà er wieder am
Klavier. »Sie haben einen Bariton. Was können Sie singen?«
Asmus begann mit bebendem Herzen das Lied des Zaren »Einst spieltâ ich
mit Zepter«, und als er das beendet hatte, schrie Herr Bockholm:
»Weiter, was können Sie noch?«
Und nun sang Asmus, kühner geworden: