Nach kurzer Zeit kam er wieder. »Kommen Sie mit, bitte!«

Wir gingen über den Korridor ins Adjutanturzimmer. Dort saß an einem

Schreibtisch ein junger Leutnant, und an einem großen Tisch arbeiteten

zwei Sergeanten. Fast gleichzeitig mit uns trat ein Militärarzt ins

Zimmer, der mich in einen Nebenraum winkte. Ich mußte mich auskleiden

und wurde untersucht. Das war in wenigen Minuten geschehen. Dann

ging's wieder ins andere Zimmer, und der Leutnant stellte mir die

knappen geschäftsmäßigen Fragen der Anwerbung.

»Sie wollen freiwillig in den Kriegsdienst der Vereinigten Staaten

treten?«

* * * * *

»Es ist keinerlei Zwang auf Sie ausgeübt worden?«

* * * * *

»Sie sind nicht verheiratet?«

* * * * *

»Sie sind im Besitz der amerikanischen Bürgerpapiere?« (Oberleutnant

Green flüsterte da dem Adjutanten etwas zu, und ich glaubte zu

verstehen: Ist =allright= -- ich bürge für den Mann.) Der Werbeoffizier

wartete keine Antwort ab. »Natürlich. Sie stammen aber von deutschen

Eltern, nicht wahr?«

So kam ich um die Notwendigkeit herum, meine Absicht, Bürger der

Vereinigten Staaten werden zu wollen, feierlich beschwören zu müssen.

Da ich diese Absicht durchaus nicht hatte, so erfreute mich das

ungemein. Wäre es aber notwendig gewesen, so hätte ich damals sieben

Bürgererklärungen abgegeben und sieben Eide geschworen, nicht nur

einen. Ich wollte doch nach Kuba!

Fünf Minuten später hatte ich dem Adjutanten die kurzen Worte des

Fahneneids nachgesprochen und war Soldat in =Company B, 1st Regiment,

U. S. Infantry= -- bis um acht Uhr morgens des nächsten Tages beurlaubt,

um meine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen.

* * * * *

Der Deutsche Lausbub in Amerika: Erinnerungen und Eindrücke. Band 2 (von 3) · 第 15 / 26 题