Um ihn her wechselten die Gäste, immer neue, die ihn nicht beachteten.
Er saß noch immer vor der vollen Tasse, die er nicht berührt hatte.
Dann rüttelte er sich aus seinem Brüten auf.
Er stand auf, und ein Kellner half ihm in den Rock. Dann fiel ihm ein,
daß er auch noch zahlen mußte.
Wie ein Nachtwandler, ohne ein Gesicht erkennen zu können, ging er
zwischen den Tischen hindurch.
Er war wie trunken, und ein paarmal geriet er in Gefahr, von einer
Droschke überfahren zu werden.
Endlich wurde er durch das Umherlaufen todmüde und kehrte um. Allein
er war ganz in den Nordosten der Stadt gekommen und hatte Mühe, sich
wieder in bekannte Gegenden zurück zu finden.
Zu Haus legte er sich, ohne Licht anzuzünden, nieder. Allein sein Blut
schlug so wild, und erst nach stundenlangem, unruhigem Herumwälzen
verfiel er in einen fieberhaften, oft unterbrochenen Traumschlaf.
* * * * *
Als er erwachte, war es heller Tag.
Allein seine Gedanken waren noch nicht aufgerüttelt, und erst nach
geraumer Zeit hatte er alle Erinnerungen wieder beieinander, und das
jagte ihn aus seiner Schläfrigkeit.
Jählings, wie unerwartet kam ihm die Wirklichkeit.
Am liebsten wäre er liegen geblieben, um mit keinem Menschen in
Berührung zu kommen.
Hätte doch sein Schlaf fortgedauert, ohne Ende, ohne Erwachen.
Wie grausam das alles aussah im fahlen Lichte des nüchternen Morgens.
Er hatte nur immer an sein Verhältnis zur Mutter gedacht.