Als er wieder am Café Bauer vorüberkam, blieb er stehen und blickte in
das grelle Licht, das ihm aus den großen Scheiben entgegenstrahlte.
Dann, wie angezogen von dem Licht, ging er hinüber.
Die Türen wurden vor ihm aufgerissen, und er trat ein. Man nahm ihm
Hut und Ueberzieher ab, und in eine Ecke setzte er sich, an einen der
kleinen runden Marmortische.
»Befehlen, bitte?«
Er antwortete nicht. Er hörte gar nicht, daß man ihn um etwas fragte.
»Schwarz, bitte?«
Und dann, ohne länger auf eine Antwort zu warten, brachte man ihm den
Kaffee.
Er sah über diese lustig schwatzende, rauchende Menge hin, dieses
Wogen der Köpfe, dieses Ein- und Ausfluten, das Hin- und Hereilen
der Kellner, Rufen und Winken. Und es bereitete ihm ein grausames
Vergnügen, mit seinem Weh unter all diesen gleichgültigen Menschen zu
sitzen, die ihn nichts angingen, die nichts von ihm wußten noch wissen
wollten.
Er hörte sie lachen und lärmen und saß selbst stumpf und reglos da,
wie geistesabwesend. --
Einmal nahm ein biederer alter Herr an seinem Tische Platz und
beobachtete ihn. Er hatte ihm freundlich guten Abend gewünscht, ohne
daß Willy geantwortet hatte.
Und jetzt der Gedanke: wenn er diesem Herrn, den er nie gesehen hatte,
vielleicht nie wiedersehen würde, seine Geschichte von heute erzählen
würde? --
Das Gesicht, das der machen würde! -- Er hielt ihn dann gewiß für
wahnsinnig. --
Er war nahe daran, den Gedanken, der ihn nicht wieder verließ,
auszuführen, als der Herr zahlte und ging.