Sie trank ein bißchen viel in der letzten Zeit, die Nordeni -- --

„Madame Nordeni trinkt nicht mehr“, sagte Altmann zu Don Despero, als

er dem Neger ein Zeichen machte, einzuschenken.

Mariette stieß plötzlich einen kleinen Schrei aus, warf ihr Glas zu

Boden, sprang auf und lief zur Tür.

Die Nordeni hatte Mühe, sich zurechtzufinden aus dem heimatlichen

Apfelgarten ...

Don Pedros dunkelgefärbte Wangen hatten einen heißen, geröteten

Unterton. Er blickte verlegen und erstaunt.

„Bitte, lieber Altmann ... gehen Sie Mariette nach ... ich bin so

unruhig ... ich verstehe nicht ... bitte ...“

Ein einziges Mal wollte die Nordeni mit Don Pedro allein bleiben ...

ein einziges Mal nur sich aussprechen ... Wenn Altmann die Kleine

festhielt, ausfragte ...

Altmann erhob sich widerstrebend. In der Schwüle des Saales hatte er

nicht gemerkt, wieviel eiskalten Sekt er heruntergegossen hatte. Ganz

ausgedörrt war ihm der Hals gewesen von der Fahrt, der Hitze ... Er

mußte sich zusammennehmen, um ganz aufrecht und sicher durch den Saal

zu gehen. Altmann ging die Treppe hinauf -- Mariette war nirgends zu

finden. Er ging in sein Zimmer. Die Tür zu Karlas Stube war weit offen.

Leise schloß er sie, um sie nicht zu wecken. Dann tastete er sich

zurück, zu seinem Bett.

Ihm war es, als preßten zwei glühende Metallplatten seinen Kopf

zusammen. Die Luft erschien ihm wie ein dicker Kleister. Er erhob sich,

tastete sich zum Balkon, zog den Rolladen herauf.

Er hatte Mariette und seinen Auftrag völlig vergessen. Nur eine weiche,

mitleidige Regung war ihm geblieben, eine Bereitschaft zu trösten, zu

helfen ... Dazu war er ja auch da ... er, der Mann, der Stärkere ...

Ganz leises Weinen schlug an sein Ohr.

Er wendete den Kopf zur Seite. An derselben Rampe wie er, in milchiges

Licht getaucht wie er ... nur tief herabgebeugt über ihre weißen,

schlanken Arme, stand Mariette.

„Na ... na ... was ist denn, Mariette ... was ist denn?“

Die Primadonna · 第 20 / 51 题