VIII

Geduld dächte rückwärts und würde erfahren: die Schuld liegt bei mir;

Ungeduld denkt nicht.

Geduld ist stark; Ungeduld ist schwach.

Geduld hat Vertrauen und glaubt der eigenen Rechtlichkeit. Schwäche ist

Mißtrauen; sie ist Befangenheit in der uralten Verwirrung, erkennt nicht

das Gute, dessen Sehnsucht, dessen Gebot und Kraft; sie mißtraut sich

selbst und den Andern. Sie hat in sich keinen Halt und vermutet ihn bei

keinem. Der Halt ist Glauben; der Anhalt ist Gott.

Helianth. Band 3 Bilder aus dem Leben zweier Menschen von heute und aus der norddeutschen Tiefebene · 第 225 / 240 题