(Vielleicht ist der Fehler dies: Von der ganzen Menschheit ist weitaus
die größte Mehrzahl mit sich, mit dem Leben, mit der Welt, selbst mit
dem Leiden darin zufrieden. Vergeßlich beschaffen, würden sie ein
andres, besser genanntes Leben, so mans ihnen verschaffte, annehmen,
aber aus sich heraus wollen sie kein andres.
Eine kleine Zahl von dem Rest hat zwar eingesehn, daß sie nicht
zufrieden sein darf mit dem, was sie hat, und daß alles anders sein
sollte. Wie sie aber beschaffen sind, vermögen sie sich von der
zeitlichen Grundlage, auf der sie stehn, nicht zu entfernen; sie sehen
nicht ein >Alles<, sehen kein Ausdemgrunde, das zu ändern wäre, sondern
nur ein Vieles, und jeder ein Andres, und der Eine meint dieses, der
Andre das, welches geändert werden und welches geändert auch alles
Übrige umwandeln müßte, -- und der Erfolg ist nur Hader. Ganz wenige
sind, die das >Alles< erkannten und die volle Unmöglichkeit dieses
Lebens, in das wir Alle verstrickt sind.
Diese stehen einsam in der Verstrickung, wissen weder sich selbst noch
den Andern zu helfen, und wenn der Eine sich begnügt, ein System zu
entwerfen: wie es eigentlich sein sollte, so hat der Andre nichts als
den heiseren Nachtschrei zu Gott.)