Nun sieht auf einmal der Himmel mich an. Es ist Abend. Hinter dem
Eichendickicht im Westen lodert ein scharfes Gold. Der südliche Himmel
von graublauen zarten Zügen, leise vergoldeten, wölbt seine reine
Muschel über mir. Selige Schale! Geliebtes Gold, o geliebter Hauch,
geliebte Bläue, dein Anblick ist schmerzlich, wie er es dem Verbannten
sein muß, der das goldene Abendwunder der Heimat sich über fremdem Ufer
entfalten sieht, -- erinnernd an alles, was einmal war.
Übrigens bemerke ich, daß ich nichts datiert habe in diesen Briefen. Da
es mich auch nichts angeht, ob es Stunden sind, Tage oder vielleicht
schon Wochen, die vergingen, während ich schrieb, und sie also einer wie
der andre das Siegel einer und der selben Stunde an sich tragen, so muß
es wohl heißen, wie C. F. Meyer an seine Schwester schrieb: >Aus allen
Augenblicken meines Lebens.<