XII

Kennst Du diese Verse von Greiner, Papa?

Und immer fremder sind mir Tag und Räume ...

Was weht um mich? Man sagt: ein Menschenwort.

Was rauscht um mich? Man sagt: die alten Bäume,

Die rauschen noch aus deiner Kindheit fort.

Und Gärten stehn im abendlichen Land,

Ihr Schatten grüßt mich kühl und altbekannt.

Ich aber wandre dunkel fort, im Innern

Ein uralt Schattenbild, das leise weint.

Die nenn ich Mutter, diesen nenn ich Freund

Und lächle tief und kann mich nicht erinnern.

Sie passen -- und sie passen auch nicht. Ich kann mich nicht erinnern,

wie ich einmal als ein Andrer gelebt habe, damals als all dieses um mich

her war, wie es heute ist, und doch anders, oh so anders! Oder ist dies

kein Leben mehr? Es wird sich mit der Zeit herausstellen, ob es Leben

ist, und ob es möglich sein wird, es zu leben oder nicht. Sollte jenes

der Fall sein, so müßte es mir in der Tat gelungen sein, die ganze

Oberschicht menschlichen Wesens, die uns gemeinhin bedeckt, abzukratzen

(_grattez le Russe_!), die ganze moralische Haut sozusagen, jene, in der

auch das sogenannte Gewissen steckt, das Alltagsgewissen, nach dem man

so behaglich lebt, dieweil es mit Gründen für alles voll steckt wie ein

Brombeerbusch im Oktober. Möglich, es ist so. Möglich, das qualvolle

Unbehagen, das mir das jetzige Leben verursacht, kommt davon, daß ich

die Haut verlor und nun schauderbar friere in der Nacktheit. Worauf es

ankäme, wäre dann wohl, nicht, wie ich es unbewußt bereits vorhaben

werde, eine neue Haut zu bilden -- die nur die alte werden könnte --,

sondern vielmehr den Zustand der Hautlosigkeit als dauernden zu

ertragen, mit Frieren aufzuhören, ihn lebensfähig zu machen.

Wie soll mans nennen? Nur -- Mensch zu sein. Alle Strahlen des

Lebendigseins aufzufangen -- mit keiner spiegelnden Netzhaut, die Bilder

hervorfluten läßt und verwirrende Gestalten --, sondern sie aufzusaugen

in den innerst glühenden Kern des Menschseins, wo sich von selber zu

ätherischer Reine und Klarheit die ewigen Begriffe bilden, die

zeitlosen, die unwandelbaren Formen, in denen die Gottheit sich

darstellt.

Aber das sind alles wohl nur so Ausdrücke ...

Fest steht, daß ich bis zum 31. Juli dieses Jahres nichts weiter war als

ein blasser und nichtemal besondrer Nervenbaum. Nun sehe ich, daß ich in

den Zweigen oben eine nahezu völlig unbenützte Seele sitzen habe, --

leider keinen goldenen Fasan, sondern so ein besondres Zwitterding von

Sperber und Nachtigall. Warum es so stille sitzt, darf uns nicht

wundern. (Total verlaust!)

XIII

Rechenschaftsablage an meinen Vater

Zuvor habe ich zu gestehen, daß der einzelnen Schuldposten einerseits so

viel sind, und andererseits in einem so besondren Durcheinander über die

Blätter des Schuldbuches verstreut, daß ich den Vorschlag eines

besondren Verfahrens machen möchte, nämlich daß ich die einzelnen

Hauptposten zusammenstellen darf in der Art jener kindlichen

Spielzeugkästen, bestehend aus einem Dutzend würfelförmiger Holzklötze,

als welche zusammen mit jeder ihrer Seiten ein Gemälde herstellen, mit

dessen Einzelquadraten besagte Seiten beklebt sind, und es bleibt nur

noch zu erwähnen, daß in meinem Falle jeder Teil jedes vorgestellten

Bildes so wenig im eigentlichen Sinne als Bruchstück erscheint, als jede

geistige, sinnliche Vorstellung in ihrer Art immer eine Ganzheit zu

haben scheint, -- das heißt also gleichfalls die Form eines Bildes.

* * * * *

Ich fange an! Erstes Bild:

Ein Mädchen, das ich vielleicht liebte, hieß Esther. Hier steht sie, in

der Hand eine sogenannte Gänseblume, an der sie zupft: Liebe ich ihn?

Liebe ich ihn nicht? Andrerseits sehen wir hier mich selbst, eine

ähnliche Blume zupfend: Ich liebe sie --, ich liebe sie nicht. --

Weiter: Eine Abschiedsszene. Sie -- will nach Amerika, um dort

gewissermaßen zu heiraten. Will -- will auch nicht. Ich -- möchte sie

wohl halten; will -- will auch nicht. Letztes Stück: Ein

Schiffsuntergang mit Pauken und Trompeten; sie ertrinkt.

Summa: Ich bin der Schuldige am Untergang dieser hülflosen Seele.

* * * * *

Zweites Bild: In einer Sylvesternacht las mein Vater Briefe einer

gewissen liebenden Cordelia, genannt die arme Seele. Hier ist sie zu

sehn, wie sie sich in inbrünstigem Verlangen verzehrt, mir das Geheimnis

ihres Lebens zu öffnen. Hier zu sehen bin ich, wie ich gepeinigt bin von

einem ähnlichen Verlangen. Hier zu sehen ist Cordelia: tot.

* * * * *

Summa: Gesetzt, ich hätte die Kraft aufgebracht, zu bekennen: wäre nicht

die zwingende Folge davon ihre Erleichterung zum eigenen Geständnis

gewesen? Summa: Ich bin der Schuldige am Tode dieser armen Seele.

* * * * *

Drittes Bild: Hier ist Sigune, eine blasse verwaiste Pflanze. (>Ich

wünschte, daß vom Fenster sie verschwände!<) Hier der vielerseits

bekannte Georg, eine Art besondren Wirbelwinds. Hier liegt sie,

ausgerissen.

Summa, und so weiter.

* * * * *

Viertes Bild: Da wäre noch ein besondres Vorgeständnis zu machen. Ich

verschwieg, daß unlängst die vielerseits bekannte Magda Chalybäus bei

mir war, das heißt, ich war eben wieder einmal eingeschlafen, und sie

saß neben mir wie der beste Engel, als ich erwachte. Obwohl sie mich

anzusehen schien wie immer, merkte ich wohl, daß etwas keine Richtigkeit

hatte mit ihrem Blick, und gleich sehe ich folgende Bilder:

Eine Frau, die einmal kürzere Zeit so eine besondre Art Geliebte von

immer Demselben war. Diese und jene Szene der Eifersucht oder der

ehrgeizigen Andeutungen. Trennung. Jahrelanges Nichtvorhandensein in der

Erinnerung Desselben. Nun der wohlbekannte Festabend. Jene Frau, genannt

Cora, in der Maske einer Eumenide. Scheint Magda wegen ihres von Renate

geborgten Kleides für dieselbe zu halten. Alberne (?) Drohungen. Später

Magda mit Demselben im Monopteros. Theatralischer Überfall Coras mit

einem Dolch. Ich weiß nicht: galt es mir oder galt es ihr? Ehe Derselbe

dazwischen fährt, sinkt Magda zu Boden.

Nun, meinem Vater ist obgenannte Magda besonders bekannt, und er kann

sich demgemäß ihre Rede vorstellen auf meine Frage nach ihren Augen. Oh,

sie könne recht gut sehn! Grade heute zum Beispiel sei es besonders gut,

sie sehe mich ganz deutlich, sie sei auch zum Beispiel ganz allein zu

mir durch das Zimmer gekommen, ja, es wäre geradezu schade gewesen, daß

ich eben schlief -- und so weiter. Mit einem Wort: blind.

(Aber deswegen keine Ergriffenheit! Sondern standfest jetzt, Auge in

Auge, Zahn um Zahn, -- auch abgesehen von noch weiteren diesbezüglichen

Ausführungen ihrerseits, nämlich betreff einer gewissen besondren

Prophezeiung, die endlich in Erfüllung gegangen zu sehn Derselben eine

besondre, sozusagen seelische Genugtuung bereitete.)

Summa: -- -- erübrigt sich wohl nach Analogie der vorigen.

* * * * *

Ein Würfelklotz verfügt über sechs Seiten. Zwei blieben noch leer. Auf

eine derselben würde ich ja sehr gerne mich bringen, wie ich am Tode

Helenes schuldig bin, aber -- ich kanns drehen, wie ich mag: es will mir

durchaus nicht gelingen. Es scheint kaum erklärlich, aber vorläufig muß

es dabei bleiben, daß ich tatsächlich am Tode Helenes _nicht schuldig zu

sein scheine_.

* * * * *

Nun wären freilich die bisher aufgedeckten nur Zusammenhänge äußerer

Art, und ich käme nunmehr zum Nachweis der besonderen, inneren

Notwendigkeiten, nämlich folgendermaßen in der Ordnung:

_Ad I._

_A._ Allgemein. An dem Tage, wo es sich darum handelte, Esther endgültig

zu halten, war ich deshalb nicht genügend bei der Sache, weil ich am

nächsten Morgen auf Mensur zu stehen hatte, einer, wie ich wußte, nicht

eben leichten Mensur, und so kam es auch. Ferner ist zu sagen, daß ich

in München bereits nach wenigen Wochen Corpslebens wußte: es war eine --

nun, seien wir gnädig und sagen ein Irrtum. Gleichwohl wurde ich nicht

nur in A. wiederum aktiv aus unbesondrer Berauschtheit, sondern beharrte

auch dabei _wider besseres Wissen_, nämlich aus purer Schwäche, will

sagen _Unverstand des für mein Leben notwendigen Tuns_.

Gedankenlosigkeit, Schwäche, völlige Unkenntnis des Notwendigen, des

Einen, bei fortwährendem im Mund- und im Hirne-Führen großartiger Plane,

Gedanken, Phantasiestücke in Napoleons Manier und so weiter -- das sind

die Anklagungen.

_B._ Besonders: Obendrein fortwährende Verwirrung. In einem Kaffeehaus

oder Chantant, einer Bar meinetwegen war ich einmal Augen- und

Ohrenzeuge eines besondren Gesprächs zwischen den allerseits bekannten

Josef Montfort und Saint-Georges. Es wurde darin auf das glaubwürdigste

nachgewiesen, daß die seelische Versetzung eines beliebigen Menschen in

die Leiblichkeit eines Andern, -- kurz und gut: die Vornahme einer

_Maske_ unbedingt führen müsse zum Unheil, _wo nicht zum Verbrechen_.

Wer schlug dieses in den Wind seiner Berauschtheit? (Immer Derselbe!)

Nicht nur seiner Berauschtheit! Denn bei völliger Nüchternheit des

folgenden Nachmittags, in _einer Stunde höchster Notwendigkeit_ war ihm

jenes Gespräch _klarstens_ erinnerlich, er aber schlugs in alle

Windsbräute, nahm die Maske vor, und es begann: uralte Verwirrung.

Denn: >so begannst du, mein Tag -- Von Verheißungen voll<: aus

jahrelanger kindlicher Dumpfheit rauchte mit unbekannter Geschwindigkeit

hervor die Flamme des Verstandes, die alle Dinge so überdeutlich -- in

einem Betracht -- zeigte, daß die Beschäftigung ihres Erkennens ihm

allein schon ruhmwürdig schien und ihn somit verschluckte, alldieweil

das genügsame Herz, gespeist mit einigem Abfall, sich allein großzuziehn

hatte.

So geschah es denn _recte_, daß ich -- Beispiel Magdas zweite Errettung

Jasons -- allüberall mit Gedanken handvoll bei der Hand, zu spät kam in

den Augenblicken des Fühlens oder Handelns. Die Ewigkeit habe ich

allzeit großartig begriffen; den Augenblick niemals.

Immerfort mit mir selber im Schwunge wie mit einer irrsinnig gewordenen

Gebetskaffeemühle sah ich von jedem, was vor mich hingeriet, stets so

viel, wie der Blick aus der Dreharbeit nach oben eben hergab. So kam der

Tag Esthers, und ich dachte an mich, scherte mich den Henker um sie und

-- lieferte sie demgemäß dem Henker aus. Seelisch immerfort großen

Umgang pflegend mit Heroen und Dämonen, war ich _immer unvorbereitet für

Bruder und Schwester_. So kam der Tag, wo Cordelia zusammenbrach vor

mir, wo schon das Geständnis sich auf ihren Lippen wand wie eine

flammende Schlange, aber ich ließ mich gerne _beschwichtigen_, auf

später vertrösten, wo es zu spät war (denn immer ist später zu spät!),

denn: der Mensch zwar hat eine besondre Membran erfunden, so fein, daß

er über Länder und Ströme hinweg seiner Geliebten den Zustand seiner

zärtlichen Gefühle mitzuteilen vermag: eine Membran aber, innerstes

Empfinden der selben Geliebten ahnend aufzufangen im Augenblick, wo Leib

sich preßte an Leib, die zu erfinden bemühte er sich nicht. Und ich, der

ich ein Mensch bin: _hatte ich nicht die Aufgabe, sie zu erfinden_?

Ich? Freilich, es ist wahr, daß ich unter allen gewöhnlichen Menschen

nichts bin als ein ebenso gewöhnlicher Mensch, und dennoch war ich nicht

ganz ausgeschlossen vom Besondren, will sagen: der Gnade. Augenblicke

erstrahlten schon ganz im überirdischen Feuer. Aus Nacht und Buschwerk

hervortretend die Erlauchte -- oh wie? durchflammte sie mich nicht mit

einem Strahl ihres Auges? war nicht eine einzige Wimper ihres Lides

stark und scharf genug zur _magischen_ Durchbohrung, und ich brannte auf

lichterloh? Was denn erlosch ich im Nu? Ich hatte doch die Kraft, das

Schicksal über mir zu empfinden, das mich in jenem Augenblick an ihre

Fußspur fesselte, und die Kraft, mich in meinen Grundfesten erschüttern

zu lassen! Warum war ich denn so lau und so erbärmlich und gewöhnlich,

daß ich nicht festhielt mit Klauen und Zähnen, und warum ließ ich mich

fortlocken von jeder Stimme, die vorüberflog, jedem Bleiglanz, jeder

trüben eigenen Not, all dem Zuvielen? Warum tat ich denn nicht, was not

war, heftete mich an das Eine, unlösbar, mit allen Gewalten Leibes und

der Seele, verfolgte es, setzte ihm zu, warf ihm immer neue Schlingen

um, wenn es die ersten zerriß, ließ nicht ab von ihm, wich nicht von

seiner Seite, wurde taub und blind gegen alles andre, gegen Blitz und

Donner, Frühling und Winter, Leben und Sterben, nur aufdürstend, nur

auflodernd in der Flamme! Statt dessen taumelte ich so umher, war immer

gut und niemals mehr, verirrte mich in der Vielheit, sah immer -- o

holdes Wort der Gepriesnen! -- nur Masse, nur Masse, richtete nichts als

Unheil an und stand und stehe nun da endlich, die Hände von Schätzen

leer, aber übervoll von der Schuld. Wenn ich das Eine getan hätte, wären

mir nicht vielleicht Kronen und was ich nur wünschte freiwillig in den

Schoß geregnet? Ich hätte gelebt, ich lebte noch, und Alle mit mir, die

nun dahin sind durch mich. Warum, ja warum _bin_ ich denn gewöhnlich,

wenn ich Wort um Wort und Schale um Schale _weiß_, wie man es macht, es

nicht zu sein!

In einer übertriebenen, wegen der Maske übertriebenen eingebildeten

Sicherheit raste ich mördrisch mit Keulen umher, da im Gegenteil alles

unsicher war, und unsicher in Wahrheit bis ins Mark unaufhörlich tanzte

ich herum mit Lemuren und Chimären der tausend fernen Möglichkeiten,

immer ins Weiteste gerichtet, augenlos immer fürs Nächste, die nächste

Sigune! Ratlos bis ins Mark vor lauter gedachtem Tunwollen war ich am

Ende nur immer froh, ja lieber nichts zu tun, als etwas _Bestimmtes_,

und Esther ging in den Tod, Sigune ging, und Cordelia fragte ich nicht

nach.

Dreimal kam der Tod selber, um mich zu warnen -- ich überhört' es! Oh

die ewige Schande, nicht eher zu wissen von einer Not, ehe man sie

selber erfuhr! nicht eher zu wissen vom Tod, ehe selber man starb.

Hemmungen, aha! Hemmungen der Tat, die hatte ich gut und gern, aber

hatte ich je eine einzige Hemmung meiner Gedanken? In Erwartung der

Geliebten -- ich konnte ja nicht einmal den Urin verhalten und dünkte

mich wahrhaftig zu lieben, als ob es möglich wäre, seine Notdurft zu

verrichten in der Stunde der Unsterblichkeit. Magda, sie wars, die Jason

aus dem Teich holte, Magda, die ihn vor der Windmühle bewahrte, und ach,

da blüht nun meine Verworfenheit auf dem Mist, denn: Jason retten, heißt

das nicht, Gott selber aus dem Wasser ziehn? Ich aber, ich wars nicht

wert (obgleich dieser Bogner sich damals hinstellte und die Hände

aufhob: Danken Sie Gott, Sire, daß nicht Sie diese Verantwortung und so

weiter!) und kann nun heulen und mich zerknirschen und zerreißen am zu

späten Tag, daß ich beim Ewigen ewig dabeistehn muß _und darf es nicht

tun_! Ist das die Hölle? Ist das Höllenpein? Ist das auszudenken? Ja,

denke, denke du nur, laß die Schwäche groß handeln und setze du den

Grübelbohrer an Maler Bogner. Oh meine Herren Richter, bilden Sie sich

vielleicht ein, ich hätte irgend was vergessen? Freiwillig geblendet hab

ich mich, an den Augen kastriert, als mein Herr Vater mir eine gewisse

besondre Mitteilung über meine Geburt machte, und da tappte ich denn ins

Leben hinein wie der blinde gewesene Hengst Unkas, nur Eines, nur Eines

in Nase und Nieren, daß es mir ja nicht entwiche, o du heiliger

Mistgeruch aus der eigenen Stalltür: die _Gewohnheit_.

Gewohnheit, das leirige Gleis, zog mich widerstandslos dahin, und wo mir

das Große, Heilige, Ewige entgegentrat, den Blitz in den Händen, da zog

ich hurtig die Weiche auf, da hielt ich hurtig den Ableiter vor, glitt

glatt weiter mein Gleis, geführt statt zu führen, und was -- statt des

Erlauchten, Unsterblichen -- was bekam ich? Cora bekam ich, das Halbe,

das Armselige, das Ding, >das wie Gold ist aus Lehm<, den Antichrist!

Gnädiger Gott, der du bist! Wenn es denn möglich sein soll, wenn es aus

all diesem noch einen Weg geben soll für mich, so bewahre mich vor dem

einen: ja, wahrlich, wenn ich auch mit Blut und Knochen, mit all meinen

Sinnen und Übersinnen wieder hinein muß ins Alte, -- so sei mir gnädig

und verhilf mir zu dem Einen: nicht der Gewohnheit wieder anheimzufallen

mit meiner _Seele_! Daß ich meine eigenen Gedanken sehe wie Sterne,

meine _eigenen_ Gefühle fühle wie Blumen; daß ich nicht dem Ungefähren

nachtappe, wie ich das Pferd Unkas sich selber nachtappen sah in den

ewigen Stall!

Ich bin zu Ende.

Helianth. Band 3 Bilder aus dem Leben zweier Menschen von heute und aus der norddeutschen Tiefebene · 第 85 / 240 题